Wählerblödheit

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Was hatten wir uns die Schenkel geklopft vor Lachen und uns fast in die Hose gepinkelt, als der Postillon witzelte: „Jetzt ist es offiziell: Österreicher zu blöd zum Wählen“. Haha, ja, die schluchtenscheißenden Ösis, einfach nur zu dämlich, dabei wären sie in der BRD-Presse mindestens als genauso dämlich durch den Kakao gezogen worden, hätten sie korrekt ausgezählt und damit den bösen FPÖ-Hofer zum Präsidenten gemacht.

Aber auch „die Bremer“ sind „zu blöd zum Wählen“. Die oppositionelle AfD hatte Unregelmäßigkeiten nach der Bürgerschaftswahl im Mai 2015 moniert. Bei der Überprüfung einiger Wahllokale stießen die Kontrolleure bereits auf 60 Unregelmäßigkeiten. Das führte dazu, daß die AfD einen Sitz mehr, die SPD einen Sitz weniger in der Bürgerschaft erhielt. BRD-Justizminister Heiko Maas (SPD) bezeichnete die AfD daraufhin als „verbalen Brandstifter“, welcher die „Demokratie bedrohe“. Ungeachtet dieses grenzdebilen Tobsuchtanfalls werden auf Anordnung des Staatsgerichtshofes alle 34.000 Bremerhavener Stimmzettel noch einmal eingehender überprüft.

Ohne die Einsprüche von FPÖ und AfD würde die Wählerblödheit überhaupt nicht weiter auffallen. Diese Hasser und Hetzer und Demokratiegefährder aber auch!

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Wahlvermieser

Metzger wählen

Immer wieder kommen sie aus ihren finsteren Löchern gekrochen, die Wahlverächter und Demokratiequerulanten, die einem die Teilhabe am größten Spektakel des Parlamentarismus vermiesen wollen. Doch nicht zur Wahl zu gehen, bewirkt auch nicht mehr, als an ihr teilzunehmen!

Wahlen sind nicht mehr und nicht weniger, als ein kollektives Ritual: Die einzelne Stimme wiegt natürlich nichts, aber man ist – gleichberechtigt mit Kretins, Verbrechern, Spitzbuben, Dummköpfen und einigen Naivlingen – Teil eines Großen und Ganzen, das seiner Obrigkeit Absolution erteilt. Und das ist doch auch ein erhebendes Gefühl!

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Geldbombe

FDP Lichter aus

Schlimme Zeiten für die FDP: Kaum ist sie aus dem bayerischen Landtag geflogen, schon mutmaßen die Wahlastrologen einen Einzug der Alternative für Deutschland (AfD) in den Bundestag: „Rechtspopulistisches Potenzial könnte Bernd Lucke helfen, die Fünf-Prozent-Hürde zu knacken.

Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner rechnet vor: Zwei bis drei Prozent der Wähler seien „eingefleischte Anhänger der AfD, die den Euro satthaben. Dazu kommen rund fünf Prozent Protestwähler, die mit dem politischen System unzufrieden sind und einer Partei ihre Stimme geben, die den Etablierten den meisten Ärger macht. Wenn nur die Hälfte davon AfD wählt, ist sie im Bundestag.

Allerdings, so wird berichtet, ginge der jungen Partei kurz vor der Wahl das Geld und damit die Puste aus. Ein Kommentator resümiert: „Der Afd fehlen eben die Geldkoffer mit 100TDM oder auch ein Ex-Staatsparteienvermögen oder die gewerkschaftlichen Zuwendungen unter Genossen oder die Großzügigkeit der Windmüll(er)-Branche oder der Hoteliers …“ Dafür habe die basisdemokratische AfD mehr Freunde, zumindest bei Facebook: „Mit mehr als 66.000 Freunden ist die Partei in dem sozialen Netzwerk beliebter als alle etablierten Parteien; die SPD hat weniger als 55.000 Facebook-Fans, die CDU kommt auf 45.800“.

Die dort initiierte „Geldbombe“ brachte in 40 Stunden über 400.000 € ein. „Das Gros offenbar deutlich kleiner als 100 Euro, wenn man die Zählerstände so beobachtet. Nur 5 grössere Spenden zwischen 5000 und 9999 Euro. Hier zahlen die Zahlmeister der Nation (Vertreter des Mittelstandes !) im Moment in ihre Zukunft ein.

Werbespott

Welchen Erkenntnisgewinn zieht man aus den Wahlwerbespots von Parteien, wenn Filmsequenzen bei Bildagenturen gekauft werden, um mit beliebigen Schauspielern für vorgeblich authentische Ziele zu werben? Worin sollte sich die Parteienwerbung unterscheiden gegenüber Werbung für Dosenspaghetti, Damenunterwäsche oder Staubsauger?

Nachdem herauskam, daß die NPD ebenso wie die FDP und ein finnischer Quarkproduzent in ihren Werbesendungen die gleiche glücklich radelnde slowenische Familie benutzen, stellt sich die Frage, wie authentisch die anderen Darsteller in dem NPD-Werbespot eigentlich sind.

So fällt insbesondere bei dem Darsteller „Holger Apfel“ auf, daß er die Hand zwanghaft nach vorn streckt, um das im diesjährigen Wahlkampf bei allen Parteien so unsäglich bemühte „Sie“, „Wir“, „Du“ oder „euch“ zu schwurbeln. Darstellerin „Sigrid Schüssler“ hingegen schlenkert vor der Kulisse eines trostlosen Militärgeländes lustig herum, bevor ein rumänisches Quartett Werbung für einen Sommerurlaub in Kanada macht.

Die NPD ist ebenso glücklich wie die FDP: Geld und Aufwand gespart und trotzdem den billigen Quark an das fernsehglotzende Stimmvieh gebracht. Die slowenische Familie hingegen ist zu bedauern. So hatte der Bundesverfassungsschutz ihre Konterfeis bereits in das NSA-Computersystem zur biometrischen Erfassung potentieller Rechtsterroristen übertragen, die Bundeszentrale für politische Bildung sie in einer Veröffentlichung als warnendes Beispiel neonazistischer Verkehrssünder abgebildet und die Antifa während einer vom DGB finanzierten Slowenienreise an deren Wohnhaus die Scheiben eingeworfen und die Fahrräder demoliert.

Duell der Schweine

Volksreis

Neulich wurden wir gefragt: „Vor der Bundestagswahl duellieren sich Ferkel und Schweinstück. Gibt es noch Wähler, welche diese Sauerei unterstützen?

Da können wir nur mit den Schultern zucken. Keine Ahnung, wir kennen zum Glück keinen persönlich, schließlich pflegen wir anständigen Umgang.

Bild oben: Wahlplakat wie vorgefunden. Es ist schrecklich, wenn demokratische Parteien Ostasiaten mit Kabelbindern in der Schädeldecke abbilden. Was soll uns das sagen?

DSDS-Show

Bäumchen wechsel dich

Deutschland sucht den Superpräsidenten (DSDS), aber die Kandidaten für die Präsershow sollen sich nicht vor der Jury vorstellen dürfen. Der Ältestenrat des Parlaments überlegt, „auf eine Vorstellung der Präsidentschaftskandidaten in der Bundesversammlung zu verzichten. So solle verhindert werden, dass sich der NPD-Kandidat Olaf Rose öffentlich präsentiert.“ Blind-Vote sozusagen.

In der Jury zur Wahl des Staatsoberhauptes sitzen auch drei Wahlmänner der NPD, über deren Platzierung im Saal gestritten wird. Bei der letzten Präsidentenwahl, die den Schnäppchenjäger Wulff ins Amt hievte, hatten die NPD-Leute hinter den Grünen gesessen. Weil die Grünen jedoch eine Angehörige eines Opfers der mutmaßlichen Terror-NSU „unter ihren Wahlleuten haben, wollten sie die Nachbarschaft zur NPD diesmal aber nicht hinnehmen. Auch die Union lehne eine räumliche Nähe zu den NPD-Vertretern ab. Unter ihren Wahlleuten ist Mevlüde Genç, die 1993 beim fremdenfeindlichen Brandanschlag in Solingen mehrere Angehörige verloren hatte.

Die NPD-Leute stießen aber auch bei der SPD auf Ablehnung. Der Sohn des SPD-Wahlmannes Horst Schulze hatte sich vor 6 Jahren in Thüringen an einer braunen Rostbratwurst die Zunge verbrannt. Die FDP hingegen zieht ihren Vorsitzenden Philipp Rösler ins Feld. Röslers Mutter sei einst von einem amerikanischen GI bedrängt worden, dessen mutmaßlicher Onkel Kontakte zu dem Bruder eines ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS gehabt haben soll.

Die NPD-Wahlmänner wiederum wollen nicht hinter, sondern vor den Grünen sitzen, weil eigentlich die Nazis die Ökobewegung initiiert und die Grünen bloß darauf aufgesattelt hätten. Allerdings würden sie auch gern neben der FDP Platz nehmen, weil diese in den 1950er Jahren noch unter dem Banner Schwarz-Weiß-Rot auftrat. Wahlmänner_innen von Die Linke wünschen allerdings nicht neben der CDU zu sitzen, da sie Angst vor Rache-Ohrfeigen wegen des Kiesinger-Vorfalls haben. Die Piraten wollen wenn, dann nur im Winkel von 35° und in 4 Metern Abstand schräg vor der SPD sitzen, weil der Vetter des Uroßvaters eines französischen Sozialisten den Seeräuberhauptmann Schogugumil erschossen hatte.

Die Sendung „Deutschland sucht den Superpräsidenten“ scheint also spannend zu werden. Wie wird das Endergebnis aussehen, wenn die Parteien im Plenarsaal „Bäumchen wechsel Dich“ und „Mein rechter, rechter Platz ist leer“ spielen?

Partystimmung

Ein denkwürdiger Ausspruch im Vorfeld der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin aus einem Artikel der FAZ [1]:

Berlin ist das Feiern wichtiger als das Vorankommen. Wer feste Termine hat, weil er einer geregelten Arbeit nachgeht, ist Teil einer Minderheit. Nur 42 Prozent der Berliner finanzieren sich aus eigenem Erwerbseinkommen. Die anderen leben vom Staat, weil sie alt, arm oder arbeitslos sind. Kein Wunder, dass es die bürgerlichen Parteien hier besonders schwer haben.

Wir gratulieren auch der Seeräuberpartei zur Vervollkommnung des bunten Reigens.
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