Kein Ali im Team

Zombies Teilhabe

Keiner will einen Ali im Team haben“, zitiert das Fachblatt für behindertengerechten Nachrichtenkonsum, der Schulspiegel, einen Personalverantwortlichen der freien Wirtschaft. Für eine Studie „Diskriminierung am Arbeitsmarkt“ sollten steuergeldfressende Soziologen „herausfinden, daß bei gleicher Qualifikation der Bewerber mit typisch deutschem“ Namen gegenüber einem mit türkischem Namen gewinnen würde. „Wir haben es in Deutschland mit einem ernsthaften Diskriminierungsproblem zu tun“, meldete der Studienleiter Jan Schneider dementsprechend dienstbeflissen, dabei auf eine Vergrößerung des Forschungsbudgets und eine Verlängerung der Bezuschussung schielend.

An fast 2000 Unternehmen wurden vergleichbare Bewerbungen mit den Fiktivnamen Lukas Heumann, Ahmet Aydin, Tim Schultheiß und Hakan Yilmaz gesendet. Warum zwei türkische Namen, aber keine japanischen oder norwegischen? „Um eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu erhalten, muss ein Kandidat mit typisch deutschem Namen durchschnittlich fünf Bewerbungen schreiben, ein Bewerber mit türkischem Namen sieben.“ Dabei deute sich sogar dort „eine Diskriminierung an“, wo sie „statistisch nicht signifikant“ ist. In der ideologisch motivierten Wissenschaft genügt es schließlich, wenn mittels esoterischer Kaffeesatzdeuterei die Planvorgaben erfüllt werden.

Eigentlich „sollten Unternehmen und Politik gerade jetzt“ Diskriminierung verhindern, so Studienautor Jan Schneider, „wo sie doch ständig über Fachkräftemangel klagen. Wo diskriminiert wird, entgehen den Ausbildungsbetrieben geeignete Bewerber.“ Blindlings Kooperationen und Allianzen zu bilden, das jedoch widerspricht allen über Jahrtausende empirisch ermittelten Erfahrungen, nach der intuitiv angewendete Diskriminierung genau dazu dient, den Frieden sozialer Gefüge zu erhalten und – in den härteren Fällen – Disziplinierungen durchzuführen, um Normstandards für die Verortung des eigenen Kollektivs zu definieren.

Statistisch signifikant ist in jedem Fall, daß Migranten krimineller resp. gewalttätiger sind, als Deutsche, und daß Araber und Türken in diesem Bereich besonders fachkräftig sind. Und nachvollziehbar ist: Je höher die Wahrscheinlichkeit, daß der einer Gruppe zuzuordnende Kandidat den Betriebsfrieden stört, desto eher wird er abgelehnt. Die Forscher hätten übrigens auch in eine von zwei ansonsten völlig identischen Bewerbungen zweier völlig identischer Personen eine NPD-Funktionärskarriere einschmuggeln können. Wir vermuten auch hier – ohne aufwendige Forschung – ein ungeheures Diskriminierungspotential.

Der Schulspiegel beklagt, daß Diskriminierung „leider nicht neu“ sei. Dicke Kinder bekämen häufiger schlechte Noten, ebenso Ronnys, Kevins und Justins. „Auch das Elternhaus der Schüler fließt in die Benotung mit ein, je gebildeter die Eltern, desto besser die Note der Schüler.“ Diese Zusammenhänge waren freilich schon vor 60 Jahren bekannt, als man die Kausalitäten noch woanders verortete: Je gebildeter die Eltern, desto tendentiell besser die weitervererbte Intelligenz und die elterliche Fürsorge. Je dümmer die Eltern hingegen, desto dümmere Vornamen für die Kinder und desto größer die Nachlässigkeit bei Ernährung und Körperertüchtigung.

Aus empirischen Erfahrungen abgeleitete Vorurteile sind eine anthropologische Konstante, welche sich seit Jahrtausenden bewährt hat, auch wenn das Ideologen und deren alimentierten Soziologen nicht in ihr synthetisches Weltbild paßt. Vorurteile sind heutzutage allerdings leichter manipulierbar, da die Anpassung menschlicher Verhaltensmuster an die moderne Technik mit ihren medial vermittelten Erfahrungswelten nicht Schritt hält. Vorurteile lassen sich also vor allem mittels audiovisueller Indoktrination leicht in beliebige Richtungen dressieren. Und das nutzen Machthaber weidlich aus.

Bild oben: Zombies kennen keine Diskriminierung. Sie lassen alle anderspigmentierten Mitzombies an der Beute teilhaben und im Team partizipieren.  Das ist vorbildlich – nun sollten sich endlich auch die letzten Menschen einer Zombie-Willkommenskultur befleißigen!

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In die Verblödung

Kampf gegen die Dummheit

Der Kampf gegen die Dummheit hat gerade erst begonnen“, plakatierten schon vor Jahren zivilcouragierte Vereine. Das Ergebnis dieses von genialen Intelligenzbestien initiierten Heldenkampfes ist ernüchternd: die Schlachten sind allesamt verloren.

Vor zwei Wochen schlagzeilte DIE WELT, die BRD-Jugend sei „auf dem besten Wege in die absolute Verblödung“. In dem Beitrag konstatiert Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier, Mitbegründer des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien, die „systematische Verdummung“ der „heranwachsenden Generation“. Auf die Frage: „Herr Heinzlmaier, wie verblödet ist unsere Jugend?“, antwortet der Forscher: „Sie ist auf dem besten Wege, in die absolute Verblödung geführt zu werden.“

Schuld habe das Erziehungs- und Bildungssystem, welches „nur noch nach den ökonomischen Gesichtspunkten von OECD und Pisa“ funktioniere. „Der Verzicht auf kulturelle Bildung wird unsere demokratische Grundordnung über kurz oder lang gefährden, weil der Nachfolgegeneration die politische Urteilsfähigkeit fehlt.

Über die politische Urteilsfähigkeit einer mediengesteuerten Massengesellschaft zu debattieren, und welche Vor- oder Nachfolgegeneration davon betroffen ist, wäre müßig. Auch, ob der Einzelne bzw. dessen familiäres und soziales Umfeld nicht selbst noch Freiheit genug hat, sich ganzheitlich zu bilden, selbst wenn es sich um „eine vierköpfige Familie aus Berlin-Marzahn“ handelt, bleibt offen. Wieviel Perlen sollte ein Nanny-Staat noch vor die Säue werfen?

Der Jugendforscher bewertet die Entwicklung als „Schlag ins Gesicht der 68er-Generation. Die haben noch in größeren Dimensionen gedacht, haben über die Dritte Welt, die Hochschulreform, Sozialgesetze und demokratische Mitbestimmung gestritten.“ Hätten sie sich sinnvolleren Themen angenommen, wäre den Heutigen einiges erspart geblieben!

Ähnlich erhaben wie ihre Kinder fühlte sich wohl seinerzeit auch die 33er-Generation, welche in ihrer Jugend – aus ihrer Sicht – ebenfalls in „größeren Dimensionen“ dachte und über die verquollenen Hirngespinste der in den christlichsozialdemokratischen Wohlstandsstaat hineingewachsenen 68er-Jugend nur die Nase gerümpft haben dürfte.

Wo früher die Orientierung an Traditionen Sicherheit gab, herrscht heute Beliebigkeit und Unübersichtlichkeit“, resümiert der Jugendforscher nach jahrelanger Forschungstätigkeit. „Boah ey!“, antwortet der Laie.

Daß die kulturtragenden Gemeinschaften im taumelnden Abstieg begriffen sind, das ist freilich keine Neuigkeit. Daß nun auch einige 68er-Opis erstaunt bis erschrocken vor den dümmlichen Früchtchen ihrer Ideologie stehen, vermag zumindest etwas Trost zu spenden.

TV total

Fragmente aus der schönen neuen TV-Welt:

„… sei der Aufbau einer weiteren Datenbank für die GEZ nicht notwendig. Dennoch könne jetzt noch nicht abgeschätzt werden, welche Chancen sich aus einem zentralen Melderegister ergeben könnten, so dass die Datei, die beispielsweise auch für die Gebühreneinzugszentrale nutzbar…“

„… habe sich das Verzeichnis bereits mehr als amortisiert. Zwar müsse wegen der Kosten des Zentralregisters die Gebühr erheblich angehoben werden, doch werde dies als alternativlose…“

„… nur zufällig bemerkt, dass die An- und Abschaltzeiten der Geräte sowie die Nutzungsdauer der empfangenen Programme aufgezeichnet würden. Die GEZ habe dies nicht dementiert, wohl aber in Abrede gestellt, dass die danach für mehrere Jahre gespeicherten Daten auch ausgewertet…“

„… müsse sichergestellt werden, dass genügend Zuschauer das gebührenfinanzierte Programm sähen. Es lasse sich daher nicht vermeiden, dass bei starker Unterschreitung vertraglich zugesicherter Einschaltquoten eine zentrale Anpassung der …“

„… seien auch Arbeitslose verpflichtet, täglich zehn Stunden vor dem Fernseher zu verbringen. Sie hätten so noch weniger Zeit zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt, was von der Leyen als eine gute, stabilisierende Wirkung auf die Wirtschaft…“

„… ein gutes Finanzpolster geschaffen worden. Um die Beiträge in den kommenden Jahren nur wenig mehr als bisher angekündigt erhöhen zu müssen, wolle man die Adressen der Zuschauer an interessierte…“

„… fühle sich die Bevölkerung in den neuen Bundesländern stark an vergangene Zeiten erinnert, da ihre Kinder in der Schule jeden Morgen befragt würden, ob denn am Abend zuvor im Fernseher…“

„… erfordere es laut Staatsvertrag eine sekundengenaue Abrechnung des TV-Konsums, da sonst eine Pauschale nur schwer festzusetzen…“

„… sei es laut IM Friedrich technisch gar nicht möglich, aus Fernsehgewohnheiten Rückschlüsse zu ziehen, die in die Neonazidatei eingepflegt werden könnten. Auch der Verfassungsschutz habe dies mehrmals auf Nachfrage bestritten. Davon unberührt sei ein Projekt, die linksradikalen…“

„… stehe im Verdacht, heimlich Drehbücher von Fernsehserien und Krimis zu verteilen. Zahlreiche Zuschauer hätten bereits vor der Ausstrahlung an Befragungen teilgenommen und eine Folge der Telenovela Sturm der Liebesrosen auf dem Traumschiff im Schwarzwald vollständig und fehlerfrei…“

„… mit dem Argument eingerichtet worden, es würden mehrere hundert Arbeitsplätze entstehen. Nach Auskunft der Meldestelle sei immerhin kein Arbeitnehmer entlassen worden oder in die…“

„… juristisch geklärt werden solle, ob das böswillige Verlassen des Fernsehsessels während der Werbeunterbrechungen eine Betrugsabsicht darstelle. Die Kommission empfehle dagegen viel kürzere Blöcke von je einem einzigen Werbespot, die allerdings im Abstand von maximal anderthalb Minuten…“

„… seien die ersten Inhaltsangaben der Sendereihe Das Vollweib über Tauschbörsen im Internet verbreitet worden. Das Bundeskriminalamt schließe jedoch nicht aus, dass die Hauptdarstellerin Christine Neubauer selbst…“

„… habe der Medien- und Internetexperte der CSU Hans-Peter Uhl gefordert, aus Gründen der Wettbewerbsneutralität ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage einzuführen, da nur dadurch eine genaue Kontrolle des Konsums an Zeitungen…“

„… ersten Strafverfahren. Die Beschuldigten, die offensichtlich in Besitz eines empfangsbereiten Fernsehgerätes seien, weigerten sich trotz korrekter Zahlung der Pauschale, das vorhandene Programm auch zu konsumieren. Man habe in ihrer Wohnung Bücher, einen Schmalfilmprojektor sowie das…“

„… sei ein mehrmaliges Lesen von Zeitungsartikeln bei nur einmaliger Zahlung der staatlichen Pauschale widerrechtlich. Ebenso müsse der Gesetzgeber nun verhindern, dass ständig wiederholte Inhalte wie Indiana Jones oder Stirb langsam weiterhin von der Kostenloskultur der GEZ-Zuschauer…“

„… durch eine Zufallsstichprobe eruiert, ob die Bürger ihrer Verpflichtung nachkämen. Immer mehr Zuschauer würden heimlich auf dem Fernsehsessel schlafen, Zeitschriften lesen oder sich…“

„… könne die Schule vereinfacht werden, wenn Prüfungen vermehrt darauf abzielten, Inhalte zuvor gesehener Fernsehprogramme so nachzuerzählen, dass sie für den…“

„… zunächst nur eine freiwillige Maßnahme. Die Brille, die der Zuschauer vor dem Bildschirm aufsetzen müsse, übertrage neben Augenbewegung und Körperposition auch die Umgebung und die übrigen Personen im Raum, die durch eine aktuelle Kamera in den…“

„… nach Aussage eines ehemaligen V-Mannes, der ein Freund der Familie gewesen sein solle. Er habe beobachtet, wie sich das Paar mit seinen beiden Töchtern auf der Sitzgruppe vor dem TV-Gerät unterhalten habe, was eindeutig gegen die…“

„… sei das Argument, der Angeklagte habe zur Tatzeit ferngesehen, auch dann nicht zwingend stichhaltig, wenn vorausgesetzt werden könne, dass er einen Fernseher besitzen müsse, da er die Haushaltspauschale bezahle. Vielmehr sei aus der Qualität des Programms leicht abzuleiten, dass er gar keinen Fernseher…“

„… ergebe sich für den einzelnen Bürger kein Nachteil. Die Datenbank umfasse sämtliche in Deutschland ansässigen Personen, so dass ein anlassloser Generalverdacht alle Betroffenen gleichmäßig…“

„… fasse es Döpfner als Kriegserklärung auf, dass Anonymedia unmittelbar nach ihrem Erscheinen komplette Tageszeitungen als Podcast anböten. Es müsse verhindert werden, dass Konsumenten bestimmen könnten, wann, wo und wie sie den Content rezipierten, so der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, da sonst der Verlust der Demokratie und anderer relevanter Größen auf dem Aktienmarkt…“

Aufgegriffen wurden diese Bruchstücke von dem lesenswerten „Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten“, das sich anläßlich des Münchner Oktoberfestes auch zur Orgie der Überflüssigkeit äußert.