Sensibelchen

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Künast twittert

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Where is my vote?

Geld ist eine Waffe. Politik ist zu wissen, wann man abdrückt.
Der Pate III

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Wenn man bei den Teheraner Revolutionären englisch spricht, so richtet man seine Botschaft vielleicht doch nicht an die eigene Landbevölkerung, welche mehrheitlich den amtierenden Präsidenten im Amt bestätigt haben soll, und auch nicht an die möglicherweise korrupte Führung. Das kann natürlich auch an der Jugendfrische des iranischen Volkes liegen, welches dem verlockenden Angloamerikanismus positiv gegenüber steht. Zwar hat der Religionsstaat vor einigen Jahrzehnten das Kinderkriegen verordnet, mittlerweile aber Probleme mit einer Generation, welche die Revolutionen des letzten Jahrhunderts nicht mehr nachvollziehen kann und den eigenen Aufstand probt.

Das ist eine Situation, die vielleicht auch einem siegreichen NS-Deutschland geblüht hätte, in welchem eine 1968er Generation die alten Kämpen der 1933er Revolutionsgarden einfach weggeputscht hätte. Mittlerweile ist auch die Geburtenrate Irans so weit ins Bodenlose gestürzt, daß sie gerade noch doppelt so hoch wie jene der BRD ist. Im Gegensatz zu jungen Massengesellschaften wie jener des Iran ist in Massengesellschaften mit unterdurchschnittlichen Fertilisationsraten eine Volksrevolution mangels Jugend nicht mehr zu erwarten, da nur noch die Konstitution eines senilen, immer konservativer und reaktionärer werdenden Klüngels (in der BRD wie jener der heutigen „68er“) stattfindet. Diesem kommt schon aus Gründen des eigenen Machterhaltes eine sinkende Geburtenquote gelegen.

Im Iran haben 15 Millionen Wähler, vor allem diese jungen Erwachsenen, laut amtlichen Meldungen ihre Stimme einem Gegenkandidaten des „Irren von Teheran“ [1] namens Ahmadinedschad gegeben. Einige Hunderttausend von denen – Bruchteile – demonstrieren nun in Irans Hauptstadt und fragen die westlichen Medien auf englisch: „Wo ist meine Stimme?“ Als wenn die das wüßten! Aber dennoch eine gute Frage, die wir uns bei den bundesdeutschen Wahlsendungen nach 18 Uhr auch immer stellen, wenn unsere Favoriten abseits des großen Balkens einer Regierungspartei im Nirwana weit unter Mussawis 34 % verbleiben. Da hilft es auch nicht, anschließend empört zum Wahlbüro zu laufen und die Herausgabe des eigenen Wahlscheins zu fordern, auch nicht, wenn man in weiser Voraussicht seinen Namen und seine Anschrift neben das Kreuz geschrieben hat.

Und was wäre eine Demokratie ohne Meinungsfreiheit? Während woanders Internetformulare bereitliegen, um mißliebige Internetseiten zu denunzieren, oder bundestrojanische Zensursulas die bloggende Internetgemeinde in Angst und Schrecken versetzen, interveniert das US-Außenministerin „beim Internetdienst Twitter“, um eine „Verschiebung von Wartungsarbeiten inmitten der dramatischen Ereignisse im Iran“ zu erreichen. Twitter wird insbesondere von Gegnern des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad benutzt, die dessen Wiederwahl am vergangenen Freitag auf massive Wahlfälschung zurückführen und Protestdemonstrationen veranstalten. „Wir fördern das Recht auf freie Meinungsäußerung“, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton. „Ein Aspekt dieses Rechts sei die Nutzung von Twitter, nicht nur von Menschen im Iran, sondern zunehmend in der ganzen Welt. Diese Kommunikationskanäle offenzuhalten und Menschen zu ermöglichen Informationen auszutauschen und sich zu organisieren, sei besonders wichtig zu einem Zeitpunkt, da es nicht sehr viele andere Informationsmöglichkeiten gebe, fügte Clinton hinzu.“ [2]

Dabei forderten die Jugendminister aller Bundesländer noch vor zwei Wochen über jugendschutz.net auf, den Internetdienst Twitter politisch zu säubern und verwiesen auf die Anleitung „zum NPD-Rausschmiss“ einer SPD-Initiative: „Anmelden, das Mitglied ,npdde’ suchen und dann noch auf ,block npdde’ gehen. Machen das genügend Twitterer, war es das für die Rechtsextremen.“ [3] Eine Handlungsanweisung, die auch für die Machthaber im Iran denkbar einfach ist und wofür sie sogar hehre Begründungen aufführen könnten. Schließlich werden in dem offenen Netzwerk „nicht nur unbequeme Nachrichten und Appelle“ unbegrenzt verbreitet, „sondern auch Gerüchte und Falschmeldungen. In Iran wurde verbreitet, dass drei Millionen Bürger auf den Teheraner Straßen demonstrierten, dass Oppositionsführer Mussawi unter Hausarrest gestellt worden sei, und dass der Leiter der iranischen Wahlbehörde die Wahlergebnisse für nichtig erklärt habe. Keine dieser Nachrichten entsprach der Wahrheit.“ [4]

Vielleicht sollte der Vollständigkeit halber angemerkt werden, daß das Durchschnittsalter der SPD-Mitglieder bei 57 Jahren liegt, das der NPD-Mitglieder bei 37. [5]

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