Angst und Gewalt

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Zonen der Angst“ und „Straßen der Gewalt“ wabern im braunen Sachsen, insbesondere in Dresden, das laut offizieller Verlautbarung wegen dauernder Pegida-Aufmärsche Milliarden gutbetuchter Touristen verloren hat, welche nun lieber in Essen oder Duisburg kostbare Euros ausgeben. Kein Ausländer wagt sich in Dresden mehr auf die Straße, zumal des Nachts nicht, so möchte man meinen.

Doch einige wenige trotzen dem vergifteten rechtspopulistischen Klima und trauen sich sogar im Dunkeln aus ihren vom Steuerzahler finanzierten Kasernen. So hatten mitten in der Stadt „zwischen sieben und neun“ Südländer einen 31-Jährigen beim Einsteigen in eine Straßenbahn „bedrängt und schließlich wieder aus der Bahn gezerrt … Dort schlugen sie auf ihn ein und nahmen ihm schließlich die Geldbörse ab. … Das Raubopfer musste in ein Krankenhaus gebracht werden.“ Die stets unter Faschismusverdacht stehende sächsische Polizei „konnte die Räuberbande nicht mehr fassen“, was umso verwunderlicher ist, da umherirrende Südländer in einer Nazihochburg doch äußerst auffällig sein müßten, wenn sie nicht gar auf ihrer Flucht unvermutet von braunen Horden hinterrücks überfallen werden.

In der gleichen Nacht kam es zudem durch einen traumatisierten Rapefugee „zu einem sexuellen Übergriff“. So setzte sich ein junger Lybier „in der Straßenbahnlinie 7 neben eine schlafende Frau, berührte sie unsittlich und küsste sie sogar.“ Als die das bemerkte und einen Willkommensteddy auf ihren Peiniger werfen wollte, „kam es zu einem Handgemenge“. Der besoffene Libyer wurde in Gewahrsam genommen.

Was ist das nur für ein Land, in welchem Fremde Angst davor haben müssen, ihren bereichernden Leidenschaften zu frönen, und vor (Straf-)Verfolgung nicht sicher sein können? Liebe Rapefugees, laßt uns mit diesen Deutsch*innen nicht allein!

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Jugendslang

Ihr lustigen Hannoveraner, seid ihr alle beisammen?
Aus einem Volkslied der Befreiungskriege

Früher hießen die aus aller Welt importierten Meuchelmörder, Beutelschneider, Frauenschänder und Komaschläger in Polizeiberichten noch Ausländer. Als es jedoch zu den ersten Pogromen kam und eine grassierende Ausländerfeindlichkeit auf eine zu antiquierten Vorurteilen führende falsche Medienarbeit zurückgeführt werden konnte, nannte man sie Südländer. Doch auch diese geografische Zuordnung für alle Täter_innen, welche ihrem Aussehen entsprechend den Ländereien südlich des Einzugsbereiches eines Polizeiberichtes entstammen sollen, wurde als diskriminierend eingestuft.

Offensichtlich glaubt man in der Polizeidirektion Hannover nunmehr eine den Antidiskriminierungsbeschlüssen des Parteirates entsprechende Wortwahl gefunden zu haben. Die Volkspolizisten erzählen ihren Lesern in einer Pressemeldung von zwei Frauenschändern in dieser Art und Weise: „Beide haben einen leicht gebräunten Teint und sprachen deutsch mit ’Jugendslang’.“ Diese beiden sonnenverwöhnten Muchachos sollen sich derart amüsiert haben:

Kurz vor einer Bahnunterführung sah sie zwei Männer auf sich zukommen, die sie aufforderten, stehen zu bleiben. Das Opfer kümmerte sich jedoch nicht weiter darum und bog nach rechts auf einen kleinen, zwischen der Bahnlinie und einer Schule führenden Weg ab. Die 21-Jährige hörte nun Schritte hinter sich und abermals die Aufforderung der Unbekannten, stehen zu bleiben. In Höhe eines Spielplatzes spürte sie plötzlich eine Hand an ihrer Schulter und drehte sich daraufhin um. In diesem Moment drückte einer der beiden Täter die Frau an einen Zaun. Anschließend vergewaltigten beide Männer das Opfer nacheinander und liefen danach in Richtung der Eisenbahnunterführung an der Ebellstraße davon.

Allerdings ist aus aufgeklärter Sicht an diesem Bericht einiges zu bemängeln. So ist der „leicht gebräunte Teint“ zunächst natürlich eine Diskriminierung aller Neger, welche bekanntlich einen stark gebräunten Teint besitzen und sich diesen auch nicht wegwaschen können. Eine Täter_in jedoch an dem Phänotyp festmachen zu wollen, bedient rassistische Stereotype. In der Täterbeschreibung hätte man/frau besser darauf eingehen sollen, aus welchem schwierigen sozialen Umfeld die Vergewalter_innen stammen und daß die gesamte Gesellschaft Schuld an ihrer prekären Lage trägt.

Natürlich ist auch die fehlende Gendersensibilität zu kritisieren. Daß die Täter Männer und das Opfer eine Frau gewesen sein sollen, bedient erstens typische Rollenklischees und mißachtet zweitens alternative Liebesformen wie Homosexualität oder Nekrophilie. Es kann nicht von vornherein ausgeschlossen werden, daß die Täter_innen ein maskulines Lesbenpärchen waren, das Opfer aber ein geschlechtsumgewandelter Linksextremist, der früher als „Skinhead Horst“ erfolglos eine Familie suchte.

Natürlich ist die Behauptung, daß die Täter_innen „Jugendslang“ sprachen, eine Diskriminierung zunächst aller Jugendlicher und weiterhin aller Sprachbehinderter. Auch, daß die Tat in Hannover stattgefunden haben soll, darf keinerlei Anlaß bieten, die Mensch_innen einer gesamten Region unter Generalverdacht zu stellen. Kurzum: Der Zeugenaufruf ist ein linguistisches Desaster, eine diskriministische Katastrophe, eine rassistisch-genderistische Entgleisung. Korrekt würde er nämlich so lauten:

23.03.2011 | 13:16 Uhr
POL: Zeug_innenaufruf! Unbekannt_innen gesucht

One World (ots) – Zwei Unbekannt_innen haben an einem Tag vermutlich eine Straftat begangen und sind seitdem nicht mehr auffindbar. Die Polizei sucht Zeug_innen.

Bei der vermuteten Straftat dürfte es sich um ein Sexualdelikt handeln, das an jedem beliebigen Ort der Welt stattgefunden haben könnte und die Gesellschaft mahnt, sich um die soziale Lage von Benachteiligten zu kümmern. Die Ermittler_innen suchen nun dringend Zeug_innen, die Angaben zu den Unbekannt_innen machen können. Die Unbekannt_innen sind modisch gekleidet und möglicherweise gleich alt. Sie haben ein angenehmes Äußeres, scheinen einem Solariumbesuch nicht abgeneigt und bemühen sich um eine gute Aussprache. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst Hannover unter der Telefonnummer 0511 109-5555 entgegen.

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