Klimafaschisten

Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren
wird es in unseren Breiten nicht mehr geben.“ [1]
Prof. Dr. Mojib Latif, Klimawahrsager, im Jahr 2000

Das zweite Dezemberwochenende war für alle Klimaleugner ein Schlag ins Wasser, denn es lieferte den sonnenklaren Beweis für die Erderwärmung: Von 30 cm Schnee lagen am Montag nur noch 10 cm, an einigen Stellen tauten die Straßen frei, auf den Eisflächen der Seen bildeten sich sogar erste Pfützen – und das alles Anfang Dezember. Wer jetzt noch die menschengemachte Warmzeit leugnet, ist unbelehrbar. Wer jetzt noch unbelehrbar ist, ist ewiggestrig. Wer jetzt noch ewiggestrig ist, ist ein Klimafaschist.

Da wundert sich der den Ruhm der deutschen Wissenschaft in die Welt tragende Professor Doktor Mojib Latif über die Ignoranz, daß die Erderwärmung den Menschen so wenig ins Bewußtsein rückt, nur weil das Klima seit einigen Jahren wieder frostiger wird. Ein Warmzeitforscher denkt schließlich in Jahrmillionen. Die Campact-Aktion vom 6. Dezember, bei welcher „aus hunderten schmelzenden Eisblöcken“ die Erdrückkühlungsziele der Klimwahrsager postuliert werden sollten, fand in den Medien keinerlei Erwähnung. Lediglich die Gießener Zeitung berichtete am 23.11.2010 letztmalig darüber [2].

Dahingegen findet man in Google-News bei dem Begriff „Schneechaos“ derzeit 2.053 Treffer. Das heißt, 2.053mal wird in der deutschsprachigen Presse über ein angebliches Schneechoas berichtet, das wegen der Erderwärmung überhaupt nicht stattfinden kann. Aber die wirklich wichtige Schmelz-Aktion des unter hohem Energieaufwand blockgefrorenen Klimawahrsager-Eises vor dem Brandenburger Tor interessiert niemanden.

Immerhin noch 266 Presseorgane berichten darüber, daß die Sängerin Shakira mitten in ihrer Tour „Here Comes the Sun“ im Schnee steckenblieb und ihre Konzerte ausfallen mußten. Dabei sollte doch dieses Schneechaos, das der aus Statistiken eindeutig ermittelten und bis auf das Zehntelgrad festkalkulierten Erderwärmung die kalte Schulter zeigt, Warnung sein, daß das Klima unberechenbar geworden ist und Kapriolen schlägt, welche nicht nur alle geplanten Eisblockschmelztermine und Sonnenauftritte über den Haufen werfen.

Andererseits muß man Frau Merkel bewundern, unsere mutige Kimakühlkanzlerin, die in ihren Anstrengungen zur Erdrückkühlung in der BRD große Erfolge zeitigt, während in Staaten mit unwilligeren Kanzler_innen Tropenhitze und Trockendürren an der Tagesordnung sind. So soll es in Australien, Argentinien und Südafrika derzeit sommerlich warm sein – und das kurz vor dem Weihnachtsfest!

Während also das Normalwetter per se verdächtig ist, sind Wetterschwankungen Ergebnisse klimafaschistoider Verbrechen. Gegen das Klima und seine Unberechenbarkeit muß vorgegangen werden, wozu dem Steuerzahler tief in die Tasche gegriffen werden darf. Der aber kennt seine Rechte: Gibt es trotz staatlicher Erdrückkühlung keine weißen Weihnachten, darf er den Weihnachtsmann verklagen. Noch aber arbeitet unsere fleißige Regierung unermüdlich an der ein Meter dicken Weihnachtsschneedecke.

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Erdrückkühlung

Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren
wird es in unseren Breiten nicht mehr geben.
“ [1]
Prof. Dr. Mojib Latif,
Klimaforscher des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften an der Universität Kiel


Über 15.000 Teilnehmer aus 194 Ländern der Welt, unter ihnen mehr als 100 Staats- und Regierungschefs, tausende Journalisten und zehntausende Demonstranten waren im Dezember per Flugzeug, Hubschrauber, Pkw, Bahn und Bussen für 2 Wochen nach Kopenhagen gereist, um die Erderwärmung zu beenden. Fast niemand hätte für möglich gehalten, daß die Umsetzung so schnell und so erfolgreich vonstatten gehen könnte. Doch wer jetzt noch zweifelt an dem Engagement unserer KlimakanzlerInnen und allen, die ihr bei der Erdrückkühlung helfen, der ist nun eines Besseren belehrt.

Bereits Anfang Januar wurde gemeldet, daß „im Nordosten der USA derzeit der kälteste Winter seit 1982“ [2] herrsche, dabei hatte er noch garnicht richtig begonnen. In der Mongolei wurden ganze Eisenbahnzüge von Schneewehen begraben, in Peking fiel soviel Schnee wie seit 60 Jahren nicht mehr, und es war dort seit 24 Jahren nicht mehr so so kalt gewesen. Auch „auf der koreanischen Halbinsel sorgten die stärksten Schneefälle seit mehr als 70 Jahren für Chaos.“ [3]

Zum ersten Mal seit 50 Jahren hat es auf dem ganzen Gebiet im europäischen Teil Rußlands im Monat Januar noch keine Plustemperatur gegeben. „Selbst im Sonnenland Spanien wurden Schneewarnungen ausgesprochen.“ Die letzte Kaltfront am Ende des Januars erreichte sogar Marokko und Algerien. [4] Die britische Insel erlebte den kältesten Winter seit 1981. [5]

Nicht ganz so erfolgreich ist die Erdrückkühlung in Mitteleuropa: Der Januar 2010 war in der BRD nur rund drei Grad kälter als im Durchschnitt und damit „der kälteste seit 1997. 23 Schneedeckentage gab es zuletzt im Jahre 1982.“ [6] Die Schweiz erlebte hingegen den kältesten Januar seit 23 Jahren. „Über die ganze Schweiz gemittelt war der Januar dieses Jahr bisher 1,5 Grad zu kalt. Der Januar 2009 war zwar nur geringfügig weniger kalt, kälter war es mit einem Temperaturdefizit von minus drei Grad letztmals allerdings im Januar 1987.“ [7]

Aus allen Teilen der Welt erreichen uns solch frohe Botschaften. Wichtig ist nun aber, die Nachricht über die begonnene Durchsetzung der Erdrückkühlung auch denjenigen zu melden, welche über keinen Zugang zu den staatlichen Nachrichtensendern verfügen. Das betrifft vor allem die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft. Vor allem Obdachlose legen sich in treuem Glauben an die Erderwärmung noch oft genug des Nachts zitternd auf die Erde, um sich in den eiskalten Nächten an ihr zu wärmen. Und um nimmermehr aufzuwachen.

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