Reizüberflutung

Birnen im Herbst

Gernulf Olzheimer ist sein Name und er berichterstattet schon zum 215. Mal in seinem Weblog „aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten“. Diesmal geht es um Reizüberflutung, nicht nur um das „Blinkibunti der Flimmerreklame“, sondern auch um vielerlei andere nervtötende Zumutungen.

Die postmodern multimediale Freakshow aus potenziertem Werbe-, Marken- und Attitüdengetröte deformiert den Bescheuerten von allen Seiten gleichmäßig, und es scheint ein Wunder, dass er noch nicht wie ein Golfball allseitig eingedellt durch die Reste der freien Welt kullert, zwischen erratischen Wortspenden und niederschwelligem Unterhaltungsangebot der Massenverdeppung auf alle bezahlbaren Kanälen, demagogischem Gekübel und den ästhetischen Kasperaden einer als Mode verkleideten Selbstverstümmelung.

Die Koksgnome aus der Heißluftetage hätten sich mittels Neuromarketing und biochemischen Sperrfeuers auf einen „Gewohnheitskonsumenten eingestellt, dem sie mittels Tranquilizern die Wahrhaftigkeit seiner Scheinwelt in die Birne braten“ könnten.

Natürlich hat der Jetztmensch, die Flipperkugel zwischen Job, Konsum und Unterschichten-TV, sein Päckchen zu tragen. Jede der Kräfte sucht ihn mehr zu beeinflussen als die anderen, so dass er am Ende mit neuronalen Platzwunden gesegnet in den vegetativen Modus schaltet, um sich nicht von der bedrohlichen Umwelt vollends ramponieren zu lassen.

Deshalb wünsche sich dieser „nichts mehr als Durchzug zwischen den Ohren“ und ein Gedümpel „in der Wohlfühlzone, in der er, Mutti sei Dank, nie wieder zu reflektieren braucht, wie beschissen es ihm eigentlich geht.

Noch mehr Volksverätzung hier.

Reklamation

Die Hauptaufgabe von Reklame besteht darin, Menschen anzuregen, eine bestimmte Ware zu erwerben. Um Sch… als Schlagsahne zu verkaufen, wird bei der Anpreisung natürlich auch getrickst. Ein russisches Blog zeigt eine kleine Auswahl von Werbebildern verschiedener Industriefutter-Hersteller und die rauhe Wirklichkeit. Ääks!

Жестянка

Russische Öko-Reklame für ein Getränk, „это 100% натуральный напиток“. In dem Werbefilmchen erscheint für Russen tatsächlich alles schön, rein und natürlich. Aber einem Westeuropäer sollte ein Detail sofort aufstoßen – finde den Fehler!