Naziverharmloser

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Als der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Thomas Oppermann, bezüglich eines demokratisch gewählten Politikers „Höcke ist ein Nazi“ hetzte, ahnte er nicht, daß er damit von der Bundesregierung offiziell als Nazi-Verharmloser eingestuft würde  – allerdings erst anderthalb Monate später.

Eine Gleichsetzung demokratischer Politiker mit dem Nationalsozialismus weise die Bundesregierung „entschieden zurück“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert nach langen Beratungen nun in Berlin. Ohnehin seien solche Nazi-Vergleiche „immer absurd und deplatziert“, da sie nur dazu führten, die Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten zu verharmlosen.

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Racial Profiling

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Bewaffnete BRD-Organe, welche die Staatsgrenzen der Bundesrepublik nicht vor illegalen Einwanderern schützen dürfen, hatten zum Jahreswechsel für halbwegs sichere Partys in den Großstädten gesorgt, indem sie durch Beobachtung oder Festsetzung nordafrikanischer Banden trunkene Frauen vor sexuellen Übergriffen absicherten.

Im Kurznachrichtendienst Twitter hatte die Kölner Polizei in der Nacht gemeldet: „Am HBF werden derzeit mehrere Hundert Nafris überprüft.“ Grünen-Chefin Simone Peter kritisierte daraufhin das Verhalten der Einsatzkräfte gegenüber hunderten „Menschen nordafrikanischer Herkunft“ als „racial profiling“ und empfindet „herabwürdigende Gruppenbezeichnungen wie ‚Nafris‘ für Nordafrikaner“ als „entmenschlichend“ und „völlig inakzeptabel“. Das klänge fast so schrecklich wie „Nazis“, also eine Gruppe von Menschen, für welche Linke eigens zur Stigmatisierung ein „political profiling“ definieren.

Es stelle sich die Frage „nach der Verhältnis- und Rechtmäßigkeit, wenn insgesamt knapp 1.000 Personen alleine aufgrund ihres Aussehens überprüft und teilweise festgesetzt wurden.“ Der Kölner Polizeipräsident verteidigte sich damit, daß in der Silvesternacht erneut „mehrere hundert nordafrikanischer Männer“ nach Köln gereist und mit einer „Grundaggressivität“ aufgetreten seien. Allerdings wären die die allermeisten in Deutschland lebenden Nafris und Nazis natürlich keine Straftäter.

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Du bist anders?

Du bist anders

Er war schon immer etwas anders: In der Schule an der Katynschuld zweifelnd wurde er vom Abitur ausgeschlossen, startete daraufhin als Nachwuchstalent der Naziszene fulminant durch, spielte den clownesken Hauptdarsteller in einem Kinostreifen namens „Beruf Neonazi“ und schloß sich dann der Schwulenszene an.

Er war nicht immer gegen Hitler. Anfangs unterstützte er ihn sogar: Bela Ewald Althans.

Durch Zufall landeten wir auf seinem Blog und wollten uns eigentlich schnell angewidert abwenden, doch das Insiderwissen zieht denn doch in einen gewissen Bann, zumal Althans, jeglicher Anbiederung abhold, Geschehnisse und Abläufe der jüngeren Geschichte aus zwar seiner, aber doch möglichst ideologiefreier Perspektive zu beleuchten versucht.

Da tauchen Landesvorsitzende der Grünen bei Neonazitreffen auf (und verschwinden wahrscheinlich schnell wieder), uniformgeile Faschoführer werden auf internationalen Kaderschmieden beim Oralverkehr mit Kameraden erwischt und der an AIDS verstorbene Oberhinterlader Michael Kühnen zieht Jungschwuppen wie Althans in seinen Bann. So weit, so skurril. Eine wilde Zeit offenbar.

Es sind die kleinen Details aus dem Mief der 1980er und 1990er, zwischen dicken Gardinen und noch dickeren Bomberjacken, die wahrlich zeitlos sind – die Symbiose zwischen Staat und Szene, die wohlstandsgelangweilte Zusammenrottung von Idealisten, Ideologen und Idioten, geführt an der langen Leine, gebraucht, verbraucht und mißbraucht:

Ein anderer Tagungsteilnehmer bezichtigte mich, ich habe in sein Hotelzimmer eingebrochen und ihm die Summe von 300,-DM gestohlen. Natürlich blieb H. alle Beweise schuldig – aber wie es eben so ist, verlor ich trotzdem meine Glaubwürdigkeit bei der gerade erst entdeckten GfP – es sollte Jahre dauern, bis die Sache bereinigt war. H. selbst, der von Wolfgang G. der Lüge nachweislich überführt wurde und diesen daraufhin zwang, sich in einer schriftlichen Erklärung zu entschuldigen, verschwand – nachdem auch noch seine VS-Tätigkeit in NPD und GfP bekannt wurde – aus den genannten Kreisen.

Oder die cui-bono-Erkenntnis in einem ansonsten ziemlich platten Brief an Terrorbraut Beate Zschäpe:

Wem oder was wollten Sie nützen ? Ihrem politischen Lager? Dem haben Sie mehr geschadet, als alle Verbote, Verfolgungen von außen und alle kaputten Idioten, die bereits durch Ihre anerkannte Anwesenheit innerhalb des ” rechtsextremen Lagers” die Sache ad absurdum führen., es zusammen je vermochten.

Fazit: Die angekündigte Biographie könnte genüßlicher Lesestoff werden, der Aufschluß über das Innenleben von Szenen, den Narzißmuß der Ver-Führer, die Psychodynamik ihrer Adepten sowie die Infiltration durch Geheimdienste gibt.

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Fieberkurven

Wie trendy bestimmte Begriffe sind, kann man mit Google-Trends untersuchen. Man gibt den Begriff ein, definiert einen Zeitraum, grenzt ggf. geographisch ein und schwups, sieht man die Fieberkurve des Begriffes, heißt also, wie oft er in der Suchmaschine Google nachgefragt wurde. Zum Beispiel Obama (weltweit):

Es gab offensichtlich gegen Ende des Jahres 2008 einen Obama-Hype, dann verschwand Obama bis zum nächsten Wahltag wieder aus dem öffentlichen Interesse.Das ist für Politiker demokratischer Systeme aber durchaus üblich.

Anders sieht es bei dem NSU aus. Über die Jahre gab es immer mal wieder Nachfragen, was aber eher mit den namensgleichen Fahrzeugen zu tun haben dürfte. Mit der Entdeckung des skurrilen Terrortrios kam ein Hype auf 90 % und – das ist erstaunlich – erst am 1. Jahrestag der Vollausschlag. In dem Begriff steckt also noch Potential.

Interessant auch ein Blick auf die Döner-Morde. Als noch verlautbart wurde, daß diese von der türkischen Mafia begangen worden wären, interessierte sich so gut wie kein Mensch für das Verbrechen. Erst, als es hieß, der NSU wäre der Schuldige, kamen die Tat und deren Opfer zu einer echten Würdigung durch massenhafte Google-Abfragen.

Bei den eher zeitlos hysterisierenden Begriffen wie Nazi, Hitler, Zivilcourage, Rassismus, Ozonloch oder Waldsterben ist zwar ein kontinuierliches Abfrageverhalten, aber über die Jahre eine eher abnehmende Tendenz erkennbar. Das abnehmende Interesse ist vor allem beim Waldsterben markant:

Man kann mit Fug und Recht sagen, daß das Waldsterben langsam stirbt.

Auffällig ist bei den letztgenannten Begriffen das Sommerloch: ein Einbruch der Abfragenmenge in der sommerlichen Urlaubszeit. Das einzige, das im Sommerloch gut dasteht, ist – na logisch – das Sommerloch selbst.

Gefahr!

Was sind sie nun? Die neuen Machthaber oder geborene Verlierer, Clanchefs oder geschundene Kreaturen, hippige Jugendliche oder Ewiggestrige? Ein Reinhard Mohr analysiert in der Zeitung WELT die „Macht der neuen Nazis“ und den Typus des Nazi-Untermenschen: Gleichzeitig dumm und abgrundtief abstoßend wie mächtig und anziehend. Ein pornografisch-lüsternes Substrat über braune Brunnenvergifter und faschistische Mädchenverführer.

Es ist gut, daß diese Fragen auch in den vielen von der WELT beworbenen Büchern á la „Rechter Terror“, „Die Zelle“ oder „Neue Nazis“ gestellt werden. War das Thema bis vor einem Jahr für das Publikum zum Gähnen langweilig und mußte selbst Anti-Nazi-Literat Toralf Staud mangels Nachfrage schon Bücher über sich und das Wetter schreiben („Wir Klimaretter“), so kamen die mysteriösen Dönermorde genau zum richtigen Zeitpunkt. Der Absatz boomte, hysterisierte Kreise deckten sich mit Alarmismus-Literatur über die neuen Menschenschinder ein und die Klimarettung wurde vorübergehend auf Eis gelegt.

Auch wir wollen schon seit Monaten von unseren Lesern wissen, welche Person oder welche Truppe als die Gefährlichste empfunden wird (Wahlurne auf der rechten Bildleiste). Das Ergebnis ist beeindruckend: unangefochten ist für 77 % der Wähler die Bundesregierung die gefährlichste Gruppierung, weit abgeschlagen folgt ein Mittelfeld mit dem schlangenbestickten Mannichlmörder, dem rosaroten Paulchen Panther, der Wackelfilm-Terrortruppe Al Quaida und dem dauerpenetranten Doku-Moderator Adolf Hitler. Erst im Feld der Bummelanten trotteln die RAF und der NSU. Der rechte Terror trägt also trotz der vielen Bücher, Filme und Nachrichten über das braune Schreckgespenst in puncto Gefährlichkeit die rote Laterne. Kein Wunder, hatte die NSU-Terrorbrigade die Bekanntmachung ihrer Schandtaten mittels Bekennerschreiben bis zuletzt tunlichst vermieden, was freilich jetzt durch die Medien intensiv nachgeholt wird.

Wir alle wissen, daß nicht sein kann, was nicht sein darf, und so bitten wir unsere Leser – bevor wir bei 1000 Stimmen die Wahlurne endgültig schließen – vom demokratischen Stimmrecht Gebrauch zu machen, unserer geliebten Bundesregierung einen Persilschein auszustellen und der medial vermittelten Gefährlichkeit der rechten Gefahr gefälligst auch im eigenen Empfinden Ausdruck zu verleihen.

Das Boot wird leer

Fast hätte sie das Boot heimlich ins Vierte oder Fünfte Reich gerudert, doch das Unheil konnte noch einmal abgewendet werden: Die Ruderin Nadja Drygalla mußte das olympische Dorf verlassen, nachdem ruchbar wurde, daß sie verbotene sexuelle Kontakte zu einem Neonazi pflegt.

Michael Vesper, Chef de Mission des Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), behauptete nach einem ersten anderthalbstündigem Verhör, daß sich die Ruderin „sehr emotional“ von rechtem Gedankengut distanziert habe: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass sie nicht nur auf dem Boden des deutschen Grundgesetzes, sondern auch auf dem der olympischen Werte steht.

Solch eine Distanzierung ist freilich nicht ausreichend – wer gegen die Rassegesetze verstößt und treu zu seinen subversiven Lebensgefährten steht, darf seine Karriere als beendet betrachten! Schließlich hatte sie bereits vor ihrer Entlassung aus dem Polizeidienst im September 2011 keine Einsicht gezeigt und in einem „Gespräch klargemacht, dass sie sich in ihren privaten Lebensweg nicht hineinreden lässt.“ Derartiger Trotz muß gnadenlos zusammengeschlagen werden! Das Privatleben geht den Staat sehr wohl an, wo kämen wir denn hin, wenn jeder lieben täte, wen er wollte!

Der SED-Chefideologe Petra Pau kritisiert dementsprechend den Staatssicherheitsapparat. Die Ruderin stünde schon lange auf den Antifa-Todeslisten. „Das ist nicht neu, und das war nicht unbekannt. Dennoch wurde sie sportlich von Behörden und Organisationen zur Olympia-Reife gefördert und in das deutsche Vorzeige-Team berufen.“ Demnächst bekomme jede Stasi-Abteilung einen Antifa-Politkommissar zugewiesen und müsse bei jedem Athleten einen Gesinnungstest unter Hypnose durchführen, um sorgfältig zu überprüfen, ob ein Sportler jemanden kennt, welcher jemanden kennt, der einen kennt, welcher eine von der SED beobachtete rechte Gruppierung kennt.

Bild oben: Demokratische Lichtgestalt fordert die rechtzeitige Ausschaltung häßlicher Nazis.

Sauhaufen

Irre wirre: Eine Antifa-Truppe macht ein „Nazi-Outing“ und verbreitet dafür ein Video des Portals Media-Pro-Patria, in welchem die verhaßten Nazis über die Pharmaindustrie aufzuklären versuchen. Die rechten Protagonisten sehen allerdings aus, wie ihre linken Intimgegner: Kettenringe an den Lippen, Viehmarken an den Ohren, Anziehsachen aus der Bostoner Kleiderspende und ein Wohnumfeld, das einem Schweinestall gleicht.

Dementsprechend geht es um die Schweinegrippe. Wer sich impfen ließe, befördere den Turbokapitalismus. Als Alternative empfehlen die drei in der Elendsbaracke hausenden Fahlgesichtigen scheppernd ein starkes Immunsystem, Entgiftungen und gestählte Körper.

Erboste Reaktionen sind die Folge: „sehen alle aus wie linke.. scheiss kopierer“. Schließlich hätten nur Linke ein Recht, schlampig und dreckig zu sein. Nutzer „N1o2k3u4l5e6o7“ schimpft: „Vollidioten. Ihr meint nicht ernsthaft, dass sich irgendein Schwein für eure Videos interessiert…“, doch „Ratsagainstracism“ grunzt: „keiner hatte die bevölkerung gezwungen sich impfen zu lassen ich hatte auch die schweine grippe und lag 2wochen halb tot rum“.

Schon eingedenk der Halbtoten empfinden wir es als große Schweinerei, daß in dem linksrechten Sauhaufen niemand mehr durchblickt!