Führerschein

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Weiß Nuß Bleiben!


Weiß Nuß Bleiben!“, „Yes weiss can!“ und „Deutschland wählt weiß!“ brüllt da eine schnauzbärtige Pralinenpackung, und ist dabei – so schimpft die studentische Zeitung für Essen und Duisburg akduell – „umringt von biodeutschen Zuhörer*innen“.

Brandgefährlich: Die weiße Schokolade hat einen braunen Kern aus Nuß! Der Konfektbegutachter von akduell stöhnt: „Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen“. Da verballhornten „die Macher*innen des Spots den Wahlkampfslogan des ersten schwarzen US-Präsidenten Barack Obama. Es handelt sich um jenen Slogan, der ursprünglich ein Kampfruf der rassistisch diskriminierten hispanischen Landarbeiter*innen-Bewegung in den USA war.

Deutschland wählt weiß“ – da ist sich das antibraune Schokoladenfachjournal sicher – wäre „ein guter Slogan für eine biologistisch-rassistische Neonazipartei“. In einer Zeit, in welcher „NPD, Pro Deutschland und Co. die Verdrängung der angeblich ursprünglich deutschen Bevölkerung durch Zuwanderung herbei halluzinieren“, wäre sowas Autobahn und keinesfalls ein harmloser Scherz, sondern könne „auf Betroffene auch ziemlich bedrohlich wirken“. Vor allem das Geräusch knackender Nüsse würde viele auf Bewährung freigelassene Jungtürken heillos verwirren, weil sie sich dabei an das Knacken zertretener Köpfe erinnert fühlten.

Ein Kommentator ergänzt: „Man kann nicht weiße Schokolade essen und gleichzeitig kein Rassist sein.“ Braune Schokolade sei sowieso obsolet, so wie jeder andere kulin-arische Genuß. Nur bitterer Orangenjoghurt wäre als Studierend*innenfutter politisch korrekt, weil bei dessen Verzehr auch Andersbegabte mit Orangenhaut berücksichtigt würden.

Immerhin hat sich das „Küsschen-Team“ des Herstellers Ferrero bei seinen „lieben Küsschen-Freunden“ entschuldigt und kündigt „eine Überarbeitung der Werbung“ an. Aus Gründen der Gleichbehandlung soll sich in einem ansonsten analogen Werbespot eine Negerkußverpackung von einem rein schwarzen Publikum feiern lassen.