Braune Krähen

trauertweet

Ein Bernhard Vit stellte die despektierliche Frage: „Warum gibt es eigentlich in Budapest keine Anschläge?“ Claudia Freitag hat darauf die richtige Antwort: „Weil die eine braune Krähe der anderen kein Auge aussticht?

Aushacken meint sie wohl, aber die intellektuelle Leistung ist dennoch beachtlich: In faschistischen Ländern ohne einen nennenswerten Anteil an Moslems wie Japan, Ungarn oder Polen gibt es deswegen keinen islamischen Terror, weil faschistische Islamisten mit den faschistischen Diktatoren unter einer Decke stecken. Beide Gruppen haben es mit ihrem häßlichen Haß lediglich auf die buntfröhliche Zivilgesellschaft abgesehen.

Aber wir lassen uns die Partylaune nicht vermiesen, wollen weiterhin friedlich unseren Fußball und GNTM genießen und in den Fernsehsessel furzen!

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W E R B U N G

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Reinoldikirche

Sie sind laut Verfassungsschutzbericht üble Rechtsextremisten und Neonazis und machen ganz fürchterliche Sachen: Die Rechte. Am Freitag Abend stürmten sie nach Bezahlung des Eintrittsgeldes von zwei Euro pro Nase den Turm der Dortmunder Reinoldikirche, hißten ein Banner mit der Aufschrift „Islamisierung stoppen“, zündeten Feuerwerkskörper und warfen megafonverstärkte Parolen von oben herab auf die überraschten Weihnachtsmarktbesucher.

Soweit so böse. Einen Film der Aktion stellten die Faschos ins Internet; die qualitätsjournalistische Nachbereitung waberte empörend durch die Wahrheitspresse. So schreibt das Qualitätsjournal Der Spiegel: „Mit Unterstützung der Feuerwehr musste die historische Tür am Turm mit schwerem Gerät zerstört werden, damit die Extremisten von der Plattform geholt werden konnten.“ Schließlich waren es diesmal nicht illegale Scheinasylanten, welche wegen drohender Abschiebung eine Kirche besetzten, sondern reguläre Bundesbürger.

Die Zerstörung der historischen Tür aber ist offenbar eine Fake-News. „Das war keine historische Tür, wie oft geschrieben wurde, sondern eine ganz normale Holztür“, sagt zumindest die zuständige Pfarrerin Susanne Karmeier.

Doch keine gute Story ohne Helden und Männermut vor Königsthronen. Der Spiegel meint weiter: „Um die skandierten Parolen der Rechtsradikalen zu übertönen, läuteten die Hausherren die Glocken der Reinoldikirche. Dagegen kamen die Rufe der Rechtsextremen nicht an.

Es fällt auf, daß das Qualitätsblatt die gendergerechte Sprache mißachtet: „Hausherren“ – wo bleiben da die Hausfrauen oder wenigstens die Hausherr*innen? Tatsächlich war es die 47-jährige Pfarrerin Karmeier, die als Hausfrau „einfach die Glocken eingeschaltet hatte“ und damit den Neonazis noch mehr Aufmerksamkeit bescherte. Da der einstündige Radau aber „nicht der Läuteordnung entsprach“, erwartet die Pfarrerin nun eine saftige Strafe.

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Die Besetzer hatten sich Hakenkreuze auf die Stirn gemalt“, sebnitzt das etablierte Qualitätsjournal weiter. Auf dem Bekennervideo (siehe oben ab Minute 4:34) sind die Stirn-Hakenkreuze jedoch nur dann zu erkennen, wenn man in der Wahrnehmungsblase des deutschen Qualitätsjournalismus sitzt, auf Recherche verzichtet und Fake-News produziert. Die Skinheads selbst schreiben dazu auf ihrer Seite DortmundEcho:

Das Gerücht entstand … durch linke Twitter-Nutzer, die über Flugblattverteiler am Boden berichteten, die auf ihren Mützen das Logo der griechischen Partei „Golden Dawn“ trugen, das zwar nicht wirklich an ein Hakenkreuz erinnert, von sachunkundigen Personen … aus der Entfernung aber scheinbar dafür gehalten wird. Aus den Flugblattverteilern wurden … die Besetzer und aus Mützen später aufgemalte Hakenkreuze.

Auch der Superintendent der Stadtkirche, Ulf Schlüter, verurteilte die Aktion mit scharfen Worten: „Hier ist kein Platz für Rassismus.“ Laut Schlüter setzt die evangelische Kirchenarbeit in Dortmund seit Jahren ein klares Zeichen gegen rechts und werde das auch weiterhin tun. Allerdings sollte der Christenhirte bei Gelegenheit darüber aufgeklärt werden, daß der Islam gar keine Rasse ist.

Der Dortmunder Sonderbeauftragte für Toleranz und Demokratie, Hartmut Anders-Hoepgen, witterte sogleich Morgenluft und forderte deutlich mehr Bundesmittel für das Neonazi-Aussteigerprogramm „Comeback“. Das Geld der Stadt, die jährlich 50.000 Euro bereitstellt, reiche nicht mehr aus.

Einen Tag nach der Aktion bewiesen mehrere tausend Orientalen bei einer Demonstration in der Dortmunder Innenstadt unter Predigten auf arabisch und „Allahu akhbar“-Gebrüll, daß die angebliche Islamisierung lediglich ein dumpfes Hirngespinst randständiger Extremisten ist.

Filme oben und unten: Zur Dokumentation ohne Parteinahme für Die Rechte oder Die Islamisten.

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Kein Schnitzel

Mit fremdenfeindlichen und rassistischen Inhalten werben NPD und DVU auf ihren Plakaten für sich. Verziert werden diese fremdenfeindlichen Sprüche bei der NPD sogar mit Bildern,
die stark an die Deportationen während des Dritten Reichs erinnern.
“ [1]
Michael Bürger, ver.di-Gewerkschaftsfunktionär Dortmund

1940: Plakat im Schaufenster eines französischen Restaurants
2010: Aufkleber der gemeinsamen Initiative der Gewerkschaft ver.di VL Dortmund sowie dem Hotel- und Gaststättenverband Westfalen (DEHOGA)

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