Schurkenstaat

Daß der Iran Atombomben baut, liegt klar auf der Hand. Schließlich hatte auch sein Nachbarstaat Irak schon ein unglaubliches Sammelsurium an Massenvernichtungswaffen nicht allein für den Zweck, Masse zu vernichten, sondern um den Erdball zu tyrannisieren und diesem die irakischen Erdölvorkommen und Kunstschätze vorzuenthalten. Solcherart Provokationen zwangen selbst die friedliebende BRD dazu, ihre Freiheit am Hindukusch zu verteidigen, und morgen die ganze Welt. Auch Karl Eduard ist zutiefst betroffen, entsetzt und empört, spitzt seinen Bleistift und würde am liebsten sofort Seit an Seit mit Richard Herzinger und Andrea Nüsse in den Iran einmarschieren.

Dem Irren von Teheran ist alles zuzutrauen, etwa, daß er Säuglinge aus Kuwaiter Brutkästen zum Frühstück verspeist und sich danach mit der BILD-Zeitung den Mund abwischt. Man kann nur von Glück reden, daß die Amerikaner ihre Atombomben noch rechtzeitig über Japan abgeworfen haben. Man stelle sich vor, diese Bomben wären in die Hände von Schurkenstaaten gefallen – was die damit alles hätten anstellen können. Gar nicht auszudenken!

Ist Merkel Nazi?

Das sind die Herren Studenten, zum Tor hinaus es geht,
auf ihren Instrumenten sie blasen zum Valet.

Aus einem deutschen Studentenlied


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War man in den bundesdeutschen Medien gerade noch voller Freude über die mutigen und demokratischen iranischen Studenten, welche sich wegen des angeblichen Verlustes ihrer Stimme lautstark in Teherans Straßen artikulierten, so sind die Nachrichten nun nicht mehr so erfreulich. Zwar protestieren die Herren Studenten wieder, diesmal jedoch nicht gegen ihren Präsidenten Ahmadinedschad, den die meistgelesene deutschsprachige Qualitätszeitung als „Irren von Teheran“ [1] bezeichnet, sondern gegen ein angeblich rassistisches Deutschland und Europa.

Anlaß ist eine Auseinandersetzung zwischen Migranten im beschaulichen Dresden, die tödlich endete und kurz erzählt ist: Der „Deutsch-Russe Alex W.“ [2] schaukelt auf einem Kinderspielplatz, als ihn die Deutsch-Ägypterin Marwa S. auffordert, ihrem deutschägyptischen Sohn den Schaukelplatz zur Verfügung zu stellen. Alex W. schimpft was von „Terroristin“ und „Schlampe“, Marwa S. zeigt ihn daraufhin an. Vor Gericht sehen sie sich wieder, der Deutschrusse sticht die Deutschägypterin kurzerhand nieder.

Alles in Allem kein Aufreger, sondern mittlerweile fast Alltagsszenario in einer deutschen Großstadt. Über eine derartige Messerstecherei weint kein bundesdeutscher Medienkonsument mehr, wenn der Täter kein Nazi ist und der Fall emotional durch die Medien getrieben wird. Zum Zeitpunkt der Messerstecherei war der Medienpatient sowieso gerade mit Michael Jacksons televisionär-kollektiven Trauerpartys und den dazugehörenden CD-Einkäufen beschäftigt.

In Muselmanien ticken die Uhren aber immer ein bißchen anders. Der libanesische Journalist Abdel Mottaleb El Husseini beschwert sich, daß der Vorfall kein Empörungshype wurde. „Selbst die Grünen, die Prediger der Mulitkulti-Gesellschaft, hätten nichts von sich hören lassen, so Husseini.“ [2] Zwar kümmert sich im Orient und in Nordafrika auch niemand darum, wenn Tausende Europäer jährlich von muslimischen und nichtmuslimischen Migranten ermordet werden, verbrennt jedoch eine Gruppe Türken beim Stromdiebstahl oder geht einer der ihren bei einer Messerstecherei nicht als Sieger hervor, reicht das offenbar für Staatsbesuche und Studentenproteste.

Dabei gibt man sich bei der Förderung von orientalischen Fachkräften große Mühe. So finanziert beispielsweise die „Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH“ den Film eines Anis Mohamed Youssef Ferchichi, der als Gegenleistung die deutsche Kultur u.a. mit folgenden Aussagen bereichert [3]:

Ich komm zu Spät weil zehn Schlampen wie die Deutsche warn,
und Blumentopf, die zwei, das könnt ihr deutschen haben.
Mein Team hat deine Mutter gebumst!
Wir sind ein Phänomen die zwei Araber auf deutsch
Ich kenn jetzt 2 krasse typen die gegen dich sind
deine Freundin sagt in deinem Arsch war mein Penis drin!!!

Allerdings haben die westlichen Medien, auch die bundesdeutschen, denen des Orients vorgezeigt, wie wichtig Märtyrer für die Steuerung von Massenpsychosen sind, als sie die bei den letzten iranischen Studentenprotesten angeblich einer abscheulichen Bluttat zum Opfer gefallene Neda zu einer sagenhaften Widerstandskämpferin mystifizierten. Nun dient den Muslimen eben Marwa als von blutrünstigen Rassennazis dahingemeuchelte Ikone. Für die Märtyrerrolle Horst Wessels, Dietrich Bonhoeffers oder Karl Liebknechts bieten sich im Tränendrüsenzeitalter sowieso eher Frauen und Kinder an.

Und die Rache der Geschichte folgt manchmal auf dem Fuße. Ließen die gefeierten Teheraner Studenten vor kurzem noch ihren eigenen Präsidenten als Hitler auferstehen, so trifft diesen dunkeldüstersten aller Vergleiche diesmal einen anderen Staatslenker: „In Ägypten tönen erstmals aggressive ,Nieder mit Deutschland’-Rufe durch die Straßen. Im Iran skandieren Demonstranten ,Tod für Deutschland und für das rassistische Europa’, sie zeichnen ein Hakenkreuz auf das Eingangstor der Botschaft in Teheran, in Schmierereien auf dem Gehweg wird Merkel als ,Nazi’ geschmäht.

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Revologrün in deutsch

Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe.“ [1]
Alter Werbeslogan
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Obwohl man bei den gebührenfinanzierten Fernsehsendern schon seit etwa 10 Jahren nicht mehr in der ungesunden ersten Reihe sitzen muß, so stammt doch die Klientel dieser Sender hauptsächlich aus einer Zeit, in welcher das Parolenenglisch noch nicht üblich war, sondern Losungen der 68er wie „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“ zumindest sprachlich auf allgemeines Verständnis stießen. Man konnte seinerzeit gewiß davon ausgehen, daß Talare nicht mit den Geldstücken in Disneys Comicbüchern verwechselt wurden. Wer als Linker heute noch deutsch spricht, würde bestenfalls resignieren: „Hinter den Krawatten – alles Nazi-Ratten!

Üblich ist die Parolenübermittlung innerhalb der globalen Medienwelt mittlerweile jedoch in englischer Sprache, um Forderungen wie „Fuck Nazis“, „Fight the system“ oder „Ahmadinedschad is my Dictator“ einer globalen Masse verständlich zu machen. Ausgeschlossen von dieser visualisierten, mitreißenden Vermittlung der Sehnsüchte Dritter sind jedoch meist ältere Menschen, die des Englischen nicht mächtig sind. Für diese politisch höchst Interessierten hat sich das gebührenfinanzierte bundesdeutsche Staatsfernsehen ZDF etwas ganz besonders einfallen lassen und die Szenen der Teheraner grünen Revolution mit deutschen Untertiteln noch einmal nachgedreht.

Where is my vote?

Geld ist eine Waffe. Politik ist zu wissen, wann man abdrückt.
Der Pate III

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Wenn man bei den Teheraner Revolutionären englisch spricht, so richtet man seine Botschaft vielleicht doch nicht an die eigene Landbevölkerung, welche mehrheitlich den amtierenden Präsidenten im Amt bestätigt haben soll, und auch nicht an die möglicherweise korrupte Führung. Das kann natürlich auch an der Jugendfrische des iranischen Volkes liegen, welches dem verlockenden Angloamerikanismus positiv gegenüber steht. Zwar hat der Religionsstaat vor einigen Jahrzehnten das Kinderkriegen verordnet, mittlerweile aber Probleme mit einer Generation, welche die Revolutionen des letzten Jahrhunderts nicht mehr nachvollziehen kann und den eigenen Aufstand probt.

Das ist eine Situation, die vielleicht auch einem siegreichen NS-Deutschland geblüht hätte, in welchem eine 1968er Generation die alten Kämpen der 1933er Revolutionsgarden einfach weggeputscht hätte. Mittlerweile ist auch die Geburtenrate Irans so weit ins Bodenlose gestürzt, daß sie gerade noch doppelt so hoch wie jene der BRD ist. Im Gegensatz zu jungen Massengesellschaften wie jener des Iran ist in Massengesellschaften mit unterdurchschnittlichen Fertilisationsraten eine Volksrevolution mangels Jugend nicht mehr zu erwarten, da nur noch die Konstitution eines senilen, immer konservativer und reaktionärer werdenden Klüngels (in der BRD wie jener der heutigen „68er“) stattfindet. Diesem kommt schon aus Gründen des eigenen Machterhaltes eine sinkende Geburtenquote gelegen.

Im Iran haben 15 Millionen Wähler, vor allem diese jungen Erwachsenen, laut amtlichen Meldungen ihre Stimme einem Gegenkandidaten des „Irren von Teheran“ [1] namens Ahmadinedschad gegeben. Einige Hunderttausend von denen – Bruchteile – demonstrieren nun in Irans Hauptstadt und fragen die westlichen Medien auf englisch: „Wo ist meine Stimme?“ Als wenn die das wüßten! Aber dennoch eine gute Frage, die wir uns bei den bundesdeutschen Wahlsendungen nach 18 Uhr auch immer stellen, wenn unsere Favoriten abseits des großen Balkens einer Regierungspartei im Nirwana weit unter Mussawis 34 % verbleiben. Da hilft es auch nicht, anschließend empört zum Wahlbüro zu laufen und die Herausgabe des eigenen Wahlscheins zu fordern, auch nicht, wenn man in weiser Voraussicht seinen Namen und seine Anschrift neben das Kreuz geschrieben hat.

Und was wäre eine Demokratie ohne Meinungsfreiheit? Während woanders Internetformulare bereitliegen, um mißliebige Internetseiten zu denunzieren, oder bundestrojanische Zensursulas die bloggende Internetgemeinde in Angst und Schrecken versetzen, interveniert das US-Außenministerin „beim Internetdienst Twitter“, um eine „Verschiebung von Wartungsarbeiten inmitten der dramatischen Ereignisse im Iran“ zu erreichen. Twitter wird insbesondere von Gegnern des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad benutzt, die dessen Wiederwahl am vergangenen Freitag auf massive Wahlfälschung zurückführen und Protestdemonstrationen veranstalten. „Wir fördern das Recht auf freie Meinungsäußerung“, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton. „Ein Aspekt dieses Rechts sei die Nutzung von Twitter, nicht nur von Menschen im Iran, sondern zunehmend in der ganzen Welt. Diese Kommunikationskanäle offenzuhalten und Menschen zu ermöglichen Informationen auszutauschen und sich zu organisieren, sei besonders wichtig zu einem Zeitpunkt, da es nicht sehr viele andere Informationsmöglichkeiten gebe, fügte Clinton hinzu.“ [2]

Dabei forderten die Jugendminister aller Bundesländer noch vor zwei Wochen über jugendschutz.net auf, den Internetdienst Twitter politisch zu säubern und verwiesen auf die Anleitung „zum NPD-Rausschmiss“ einer SPD-Initiative: „Anmelden, das Mitglied ,npdde’ suchen und dann noch auf ,block npdde’ gehen. Machen das genügend Twitterer, war es das für die Rechtsextremen.“ [3] Eine Handlungsanweisung, die auch für die Machthaber im Iran denkbar einfach ist und wofür sie sogar hehre Begründungen aufführen könnten. Schließlich werden in dem offenen Netzwerk „nicht nur unbequeme Nachrichten und Appelle“ unbegrenzt verbreitet, „sondern auch Gerüchte und Falschmeldungen. In Iran wurde verbreitet, dass drei Millionen Bürger auf den Teheraner Straßen demonstrierten, dass Oppositionsführer Mussawi unter Hausarrest gestellt worden sei, und dass der Leiter der iranischen Wahlbehörde die Wahlergebnisse für nichtig erklärt habe. Keine dieser Nachrichten entsprach der Wahrheit.“ [4]

Vielleicht sollte der Vollständigkeit halber angemerkt werden, daß das Durchschnittsalter der SPD-Mitglieder bei 57 Jahren liegt, das der NPD-Mitglieder bei 37. [5]

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Grüne Revolution

Auch am Montag brannten in der iranischen Hauptstadt Reifen und Mülltonnen.
Ein Augenzeuge berichtete, dass demonstrierende Studenten Steine und
Molotowcocktails warfen und Fahrzeuge in Brand steckten.
“ [1]
C6 Magazin


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Man spricht von einem erdrutschartigen Sieg, doch während Irans amtierender Präsident Ahmadinedschad bei den im Jahre 2005 stattgefundenen Wahlen 61,7 % der Stimmen erhielt, so waren es jüngst 62,6 %. Bei einer von Washington aus durchgeführten telephonischen Befragung zwischen dem 11. und 20. Mai wurde festgestellt, daß Ahmadinedschad um 20 % vor seinen Gegenkandidaten lag. „Bei anderen Umfragen, die von ausländischen Medien durchgeführt wurden, war der Stimmenanteil für Ahmadinedschad 60 zu 30. Auch die Fernsehdebatten zwischen den beiden Kontrahenten hat Ahmadinedschad gewonnen, wie Befragungen ergaben.“ [2] Insoweit sind die Wahlergebnisse also nicht ungewöhnlich, sie waren im Gegenteil exakt so zu erwarten gewesen. Dennoch hatte Gegenkandidat Mussawi, kaum daß die Wahllokale geöffnet waren, seinen Sieg verkündet, wodurch er Mitschuld an der späteren Enttäuschung seiner Anhänger trägt.

Zwar hat die islamische Republik Iran etwas weniger Einwohner als die BRD, jedoch bildet die Stadt Teheran mit ihren 7 Millionen Bewohnern bzw. 12 Millionen Menschen im gesamten Ballungsraum eine Metropole, die so groß ist, wie Berlin, Hamburg, München und Köln zusammen. Ahmadinedschad ist Wahlsieger bei der Bevölkerung am Stadtrand von Teheran und bei der Landbevölkerung. Der aserbaidschanischstämmige Gegenkandidat Mussawi holte seine Stimmen vor allem im Zentrum der Metropole, welche jetzt von Krawallen wegen angeblicher Wahlmanipulationen heimgesucht wird. Verständlicherweise wehrt sich der Staat mittels Sicherheitskräften gegen die Randalierer. Das wäre auch in der BRD nicht anders, wenn tausende Gewalttäter unter Rufen wie „Tod der Bundeskanzlerin“ brandschatzend und prügelnd durch Berlin ziehen würden.

Dennoch teilte der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Reinhard Silberberg, dem iranischen Botschafter die „große Sorge der Bundesregierung über die Behinderung friedlicher Proteste“ mit. [3] Und während Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte, „es muss ein Ende der Gewalt von Seiten der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten geben“, [4] fand er solch warme Worte etwa für die am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg randalierenden Demonstranten nicht. Zwar waren dort die Fahnen rot und nicht grün, wie derweil in Teheran, aber die Berliner schleuderten auch Molotowcocktails für „Freiheit und Selbstbestimmung“ auf Sicherheitskräfte und forderten per Steinwurf ein Ende von „Ausbeutung und Unterdrückung“.

Im Gegensatz zur BRD muß keine der 19 Teheraner Synagogen bewacht werden, die Gebäude sind sogar unverschlossen. „Auch die zahlreichen Schränke in der Synagoge sind nicht verschlossen. Darin bewahren die Männer, die täglich zum Morgengottesdienst um sechs Uhr erscheinen, die Thora und ihre religiösen Kleidungsstücke auf. … Niemand stifte hier Unruhe oder wolle stehlen.“ [5] Weil jedoch Präsident Ahmadinedschad „nicht eher ruhen“ wolle, „bis das gesamte palästinensische Territorium befreit ist“ [6] – nämlich von dem im 20. Jahrhundert unter britischer Kolonialherrschaft gegründeten Staat Israel – heizt auch die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. h. c. Charlotte Knobloch, die Stimmung in wütendem Staccato an: „Gewalttätige Sondereinheiten, die wahllos auf friedliche Demonstranten einprügeln, verdeutlichen mehr denn je, den grausamen und menschenverachtenden Charakter des Regimes in Teheran. Wer das eigene Volk auf solch autoritäre und brutale Weise behandelt und zudem seit Jahren anderen Staaten des Nahen Ostens offen mit der Vernichtung droht, hat seinen Platz in der Gemeinschaft zivilisierter Völker verspielt. Dies zu erkennen und daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, ist Aufgabe aller freiheitlichen und demokratischen Regierungen. Mit solch unberechenbaren und brutalen Autokraten kann und darf man nicht verhandeln. Man muss sie vielmehr in ihre Schranken weisen, mit allen Mitteln, die der internationalen Völkergemeinschaft dafür zur Verfügung stehen. Das sind wir uns selbst und unseren demokratischen Traditionen schuldig.” [7]

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Friedliche Demonstranten verprügeln gewalttätigen Polizisten

Die bei den Krawallen getragenen vielen grünen Fahnen und Hemden lassen ebenso wie die propagandistische Begleitung der westlichen Medien ahnen, wohin die Reise geht. „Denn die Proteste laufen wie nach dem Drehbuch des Revolutionsbestsellers von Gene Sharp, ,Waging Nonviolent Struggle’ (,Wie man gewaltfreien Widerstand leistet’) ab. Die Lektüre ist lehrreich, der 1928 geborene Politikwissenschaftler und Gründer der Albert Einstein Institution gilt als Vater der ,Farbrevolutionen’. Das Regime in Teheran fürchtet seit Langem einen Umsturz nach dem Muster von Serbiens ,Bulldozer-Revolution’ (2000), Georgiens ,Rosen-Revolution’ (2003) oder der ukrainischen ,Orangen Revolution’ (2004).“ [8]

Nach all diesen bunten Revolutionen zeigte sich jedoch, daß die bitterbösen Diktokratien nicht durch wunderbare Demokratien, sondern durch ultraliberalistische Korruptokratien ersetzt wurden.

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Durban II: Pädophiles Pogrom kleiner Hitleristen?

Israel und die USA sollten begreifen, dass das, was sie tun, jeden im Mittleren Osten und darüber hinaus wütend macht: auf den Straßen, in den Unis, in den Medien – überall. Also, wenn sie die Welt herausfordern wollen, weil sie die Macht haben oder die Unterstützung einer Supermacht, dann werden sie ihren Preis zahlen. Und zwar schon bald.“ [1]
Amr Mussa, Generalsekretär der Arabischen Liga


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Mit Antisemiten über Rassismusbekämpfung diskutieren“ [2] – das geht nach „MUT gegen rechte Gewalt“ der Amadeu-Antonio-Stiftung nicht. Diese Antisemiten treffen sich derzeit bei einer UNO-Veranstaltung in Genf im Rahmen einer „Durban Review Conference“, die eine Fortsetzung des Durban-Gipfels von 2001 ist. „Im September 2001 fand im südafrikanischen Durban die dritte Konferenz der Vereinten Nationen gegen Rassismus statt. Was unter dem Motto ,Anerkennung von Sklaverei und Kolonialismus als Verbrechen’ angekündigt war, entwickelte sich schnell zu einem Podium, von dem offen antisemitisch gegen Israel gehetzt wurde. Die Delegierten, insbesondere jene aus den arabisch-muslimischen Staaten, verwandelten die Konferenz in eine Art Revancheveranstaltung gegen den Westen.“ Dabei wurden offensichtlich Negersklaverei, Kolonialismus und Zionismus der demokratischen Wertegemeinschaft derart intensiv angeprangert, daß ihr die moralische Show – der Anprangerung von Menschenrechtsverletzungen in der unzivilisierten Welt – genommen wurde.

Nun werden Menschenrechte, wie alle Empfindungen über Gut und Böse, immer aus einem Kulturzusammenhang definiert, wie wir in ähnlichen Fällen in unseren Beiträgen zur Sozialgeschichte der Pornographie sowie dem Zensurverhalten von Staaten bereits beleuchteten. Für den einen ist der Kopftuchzwang ein Eingriff in das Menschenrecht, für den nächsten der Zwang, Steuern an eine Obrigkeit abzuführen und für den übernächsten die Gewaltmaßnahme, unter Handschellen und Zwangsgebühren an das kommunale Abwassernetz angeschlossen zu werden. Hier sind es monetär veranlaßte Eingriffe in die Freiheit der Person, dort religiöse. Kritiker behaupten, die Globalisierung der in den westlichen Demokratien definierten „universell gültigen Menschenrechte“ diene vor allem der Missionierung anderer Kulturen mit eigenen Wertevorstellungen und damit der Bekämpfung autochthoner Strukturen, die eigenen Machtvorstellungen entgegen stehen könnten.

Daß diese Macht- und Druckmittel „Menschenrechte“ und „Antirassismus“ als Bumerang auf die zivilisatorischen Weltmächte zurückfallen – so war das von den Initiatoren der Einrichtung nicht gedacht. Auch beim Antirassismus will man die Definitionshoheit behalten. „Jyllands-Posten“ (Dänemark) stellt fest: „Die Uno-Konferenz gegen Rassismus in Genf spiegelt die Konturen einer neuen Weltordnung wider, die bestimmt nicht zugunsten Europas ausfällt. … In dieser Wirklichkeit schickt sich der Westen an, den Kampf um die Meinungsführerschaft bei der Interpretation zu verlieren.” [3] So wirft die „Libération“ (Frankreich) der Konferenz vor: „Sie bietet einem Präsidenten eine Tribüne und Beifall, der … schwulenfeindlich und antisemitisch ist“, verschweigt aber, daß es im Iran keine nennenswerte Judenverfolgung gibt, Homosexualität auch in Europa unlängst noch strafbar war und Pädophilie derzeit noch strafbar ist. So gilt es im Westen als nicht rassistisch, das Recht der freien Ansiedlung fremder Menschen über das Heimatrecht von Ureinwohnern zu stellen, wohl aber, wenn während daraus resultierender Auseinandersetzungen von Einheimischen gegen Zugewanderte Attribute der Herkunft oder des Phänotyps eine Rolle spielen.

Die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anetta Kahane, die in ihrer Jugend unter dem Pseudonym „Victoria“ bei der DDR-Staatssicherheit Menschen denunzierte [4] und heute „zu den bevorzugten Referenten“ [5] des umtriebigen Linksextremisten und verurteilten Pistolenschützen Angelo Lucifero zählt, hätte den aufrührerischen Dritte-Welt-Staaten gern das Maul verboten: „Die westlichen Demokratien haben sich nicht genug angestrengt, um eine zweite Durban-Konferenz zu verhindern“ [2]. Hatten wir gestern noch über ihre Kollegin Petra Zais berichtet, die in einer Wandlung vom Saulus zum Paulus früher an einer SED-Parteischule lehrte und heute um die freiheitliche Gesellschaft besorgt ist, oder über Andrea Röpke, die noch vor wenigen Jahren vor knallharten Antifa-Gruppen referierte und heute keine Notwendigkeit sieht, „mit Kadern, die die Demokratie abschaffen wollen, auch noch zu diskutieren“ [6], so läuft uns nun Annetta Kahane über den Weg: Früher DDR-Staatssicherheit, heute besorgter Westdemokrat. Welch selige Läuterungen!

Verhindert wurde die UNO-Konferenz nicht, aber neun Staaten der westlichen Hemisphäre nahmen demonstrativ nicht an ihr teil. Darunter Kanada, USA, Australien, Neuseeland, Polen und Israel, jene Staaten, welche in ihrer Geschichte maßgeblich von Völkermord an und Vertreibung von Ureinwohnern profitierten. Die „Bild-Zeitung“ schreibt: „Der Boykott der Anti-Rassismus-Konferenz der Uno durch Deutschland, die USA und eine Reihe demokratischer Staaten ist richtig und mutig. … Die Schweiz tut sich als Gastgeber dieser Lügenshow keinen Gefallen. Schluss mit der Farce!“, und die „Haaretz“ (Israel) sieht viele kleine Hitlers am Werk: „Es sieht aus, als ob viele von ihnen Hitlers Werk gerne weiterführen wollen.“ [3]

Als schlimmster Hetzer der Konferenz ist Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad ausgemacht worden, welcher Israel das „grausamste und rassistischste Regime“ nannte, der behauptete, „der Staat Israel sei mit Unterstützung der USA und Europas unter dem ,Vorwand jüdischen Leidens’ im Zweiten Weltkrieg gegründet worden“ und rotzfrech erklärte, „Zionisten und Waffenhersteller hätten gemeinsam den Irak-Krieg 2003 angezettelt“. [7] Vorwürfe, die in bestimmten Teilen der Erde nicht gern gehört werden und die Tageszeitung „Die Welt“ zu Worten veranlaßt: „Bei der Konferenz von Durban handelte es sich um einen Pogrom, der den vornehmen, den schwarzen Anzug der Diplomatie trug.“ [8]

Die in den letzten Jahrzehnten als Happy-One-World-Organisation hochgelobte UNO kommt bei der Achse des Guten mittlerweile so schlecht weg, daß die Presse in die bewährte Kinderschändermottenkiste greift: „Nur drei Interessengruppen profitieren heute von der Existenz der Weltorganisation. 1. Antisemiten, 2. Pädophile 3. Völkermörder“. Daß Antizionisten gemeinhin als Antisemiten gelten, ist bekannt, für die Rassenausrottungen und Völkermorde an Indianern, Aborigines und Maoris könnte man mit einigen Tricks Mahmud Ahmadinedschad auch noch verantwortlich machen, aber Pädophilie? Hatte die Qualitätspresse nicht vor wenigen Tagen noch gebrüllt, die perversen Kinderschänder trieben vorrangig in den Internets ihr Unwesen? Und ist Internet nicht Ausguß westlicher Hochkultur? Die Antwort: „Jeder Familienvater in Eritrea weiß, dass man um UN-Stützpunkte besser einen weiten Bogen macht – Blauhelmsoldaten haben kleine Jungen und Mädchen gern.“ [8] – Welch Glück für den Welt-Journalisten Hannes Stein, auf dem medieninszenierten Kinderpornohype mitreiten zu können!

Diese Dritte Welt soll also gefälligst die Klappe halten, froh sein, wenn die „Missionare des Humanismus“ die Eseltreiber schrittweise mit ihrer Zivilisation befruchten, die lästige Maniok-Hackerei durch effektive Genmais-Plantagenwirtschaft abgelöst wird, die Erdölmultis als kleines Dankeschön Kondome und Coca-Cola-Dosen verteilen, die kapitalistische Fischfangflotte Thunfisch und Piraten nach Europa verschifft oder die Pop-Ikone Madonna süße Mohrenkinder exportiert. Und sollten sich die Neger und Kameltreiber den Bedürfnissen des westlichen Humanismus anpassen, so werden zur Förderung von Lethargie und Abhängigkeit die Bonbons „Entwicklungshilfe“ und „IWF-Kredite“ gewährt. Folgen sie nicht, wird sich Ersatz eingekauft: „Mögen die Vereinten Nationen noch ein paar Schattenjährchen lang in Tripolis, Caracas oder Teheran ihr mageres Dasein fristen, während wir im Westen uns überlegen, durch welch bessere Organisation wir sie ersetzen wollen.“ [8]

Mahmud Ahmadinedschad sieht in seiner Rede allerdings nicht das Ende der UNO gekommen, sondern jenes des Kapitalismus [9]: „Und nunmehr möchten wir die Wahrheit bekräftigen, dass der westliche Kapitalismus genauso wie der Kommunismus deshalb am Ende seines Weges angelangt ist , weil er die Welt und den Menschen nicht so gesehen hat wie sie sind und versucht hat, seinen Weg zusammen mit dem von ihm künstlich geschaffenen Ziel der Menschheit aufzuzwingen, und weil er die menschlichen und göttlichen Werte, nämlich Gerechtigkeit, Freiheit, Liebe, Freundschaft und Brüderlichkeit nicht beachtet und stattdessen dem Leben einen harten Wettkampf um materielle Interessen und Interessen von Einzelnen oder Gruppen zugrunde gelegt hat.

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