Experten-Expertise

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Für was der Brötchenschreiber Toralf Staud nicht schon alles Experte war: Für Mopeds, für Nazis, für das Klima … Nun ist er AfD-Extremismus-Experte und darf für DIE ZEIT hautnah vom Extremismuskongreß der AfD berichten. Den hatte die junge Partei organisiert, um Koryphäen wie den Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt, den Soziologen Uwe Kemmesies vom BKA, den dänischen Psychologen Nicolai Sennels, den Freiburger Staatsrechtler Dietrich Murswiek, den Trierer Theologieprofessor Wolfgang Ockenfels und die kurdischstämmige Friedensaktivistin Leyla Bilge zu Wort kommen zu lassen, wohl auch, um Extremismen erkennen und sich von diesen abgrenzen zu können.

Nur Toralf Staud durfte nicht reden, dabei wurde der schon sehr oft in der Wahrheitspresse als „Experte“ bezeichnet, so daß er eigentlich alle anderen mit seinen Expertisen überstrahlen könnte. Derart rücksichtslos degradiert beließ es Staud dabei, durch das Publikum zu schleichen und sich dessen Mimik und Gestik zu notieren. Völlig überfordert von dem Gedanken, daß Kritik etwas Befruchtendes sein könnte und man einem Kritiker für dessen Hinweise auch dankbar sein kann, wunderte sich der „Journalist“ schier fassungslos darüber, daß die AfD-Anhänger bei Patzelts Warnungen vor einer sich radikalisierenden AfD applaudierten und glaubt nun fest daran, die hätten seine Kritik nicht verstanden.

In irgendeiner Raucherecke aber fand Staud, wonach er suchte – einen Extremisten:

In der Raucherecke draußen vor dem Hoteleingang konnte man einen älteren Herrn – die Tagungsgäste waren fast ausschließlich Männer – von seinem Vater, von der Ostfront und von Volksdeutschen reden hören. Der Herr forderte, man müsse heutzutage Courage zeigen.

Konnte man hören! Irre! Ein alter, weißer Mann, womöglich heterosexuell, der den faschistischen Begriff „Volksdeutsche“ in den Mund nahm und Courage forderte! Das ist doch Extremismus hoch Zehn!

Aber natürlich bestand das gesamte Publikum aus Extremisten, so zumindest läßt sich die Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten, Vermutungen und Verdächtigungen interpretieren, die Staud gegen üppiges Honorar an die nichtsahnende Postille aus Hamburg vertickte und die sich nun über den Löffel barbiert vorkommen dürfte. In den Kommentarspalten zumindest johlt und klatscht es über das Staud’sche Elaborat, daß einem der arme Tropf fast leidtun möchte. Aber der muß doch auch von irgendwas leben!

Wer jede Andersartigkeit als bedrohlich empfinde“, wer also Menschen wegen ihrer politischen Einstellung, wegen ihres Bewahrungswillens, ihres Patriotismus und ihrer Heimatliebe „anfeinde, der zeige Merkmale des Extremismus“, soll Politikwissenschaftler Patzelt.sinngemäß gesagt haben. Staud merkt an, daß „Extremismus nicht erst bei körperlicher Gewalt anfängt“. Da kann er sich an seine eigene Nase fassen, die ist lang genug. Und sich vielleicht einen Job suchen, für den er qualifizierter ist. Melker in der LPG beispielsweise oder Würstchenverkäufer in Würselen.

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Spiegelverkehrt

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In von Meinungszensur und politischer Stigmatisierung geprägten Epochen zeugt es von verblüffender journalistischer Virtuosität, als vorgeblich gehorsamer Schreiberling die Realität dergestalt SPIEGELverkehrt zu beschreiben, daß einerseits diese Beschreibung von Oppositionellen als fundierte Kritik an den tatsächlichen Zuständen verstanden wird und andererseits den gläubigen Untertanen ob dieser grotesken Wahrnehmungsverzerrung erste Zweifel an ihrer Ideologie auftreten.

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Denkmal der Schande

Wer noch nicht einmal die Begrifflichkeit eines „Denkmals der Schande“ von einem „das Denkmal ist eine Schande“ zu unterscheiden befähigt ist, sollte besser auf’s Moralisieren verzichten.

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Völlig geschmacklos

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Auf der Seite eines AfD-Kreisverbandes bei Nürnberg ist es nach einem Facebookpost zum Eklat gekommen“, behauptet die Neue Osnabrücker Zeitung. Ein nicht verifizierter AfD-Kreisverband warb mit dem Porträt der NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl, Mitglied der Gruppe „Weiße Rose“, mit dem Zitat: „Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique ‚regieren‘ zu lassen“ und der Behauptung „Sophie Scholl würde AfD wählen“. Ob sie das würde, wissen wir nicht, aber wir wissen auch nicht, ob sie es nicht würde.

Das Problem an diesem Post: Zum einen gilt Sophie Scholl als Ikone des Widerstands. Sie steht für Freiheit und Offenheit und passt deshalb aus Sicht vieler nicht zu den Vorstellungen der AfD von geschlossenen Grenzen und zur Islamkritik der Partei. Zum anderen stilisiert sich die AfD mit diesem Post selbst zum Widerstandskämpfer. Und die amtierende Bundesregierung wird mit dem verbrecherischen NS-Regime gleichgesetzt.

Setzte sich Sophie Scholl tatsächlich für offene Grenzen und die Einführung des Islam in Deutschland ein? Belege dafür gibt es nicht. Es finden sich allerdings auch keine Schriftstücke oder Aussagen, in welchen Sophie Scholl die eklatanten Rechtsbrüche Merkels und ihrer Mitarbeiter kritisiert oder die Stigmatisierung politischer Gegner in der späten Bundesrepublik anprangert. Möglicherweise ließe sich Sophie Scholl heutzutage sogar von der Stasimitarbeiterin Anetta Kahane dafür bezahlen, im Internet kritische Meinungen ausfindig zu machen und zu denunzieren.

Daß „die amtierende Bundesregierung mit dem verbrecherischen NS-Regime gleichgesetzt“ wird, läßt sich zwar aus dem Zitat nicht erkennen, aber – ein Schelm, der Böses dabei denkt – diese Interpretation sei den #Aufschreiern geschenkt, sie werden sich dabei schon etwas gedacht haben.

Selbst die Nürnberger AfD distanzierte sich mittlerweile von dem Facebookpost und dem eigenen Kreisverband  AfD Nürnberg-Süd/Schwabach: „Wir sind derzeit dabei, juristisch prüfen zu lassen, ob und wie wir gegen die Betreiber aktiv werden können. Des Weiteren distanzieren wir uns ausdrücklich von diesem völlig geschmacklosen Post“.

Was die Nürnberger AfD nun im Einzelnen geschmacklos findet, die Aussage Scholls oder deren mögliches Wahlverhalten, ließ sie offen.

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Russische Bots

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Es ist viel von diesen U-Booten im Internet die Rede, welche – von Putin ferngesteuert – die Kommentarspalten fluten, um gegen unsere Führerin zu hetzen und einer Partei wie der AfD zur Macht zu verhelfen, welche mit Rußland in Frieden und Freundschaft leben will. Pfui!

Nun lasen wir aus Langeweile unter einem Beitrag des Magazins Focus zum ThemaTrachtenverein verweigert AfD-Politikerin die Mitgliedschaft“ auch die Kommentare und fanden gar nicht die gewohnte Kritik an totalitärer werdenden Zuständen von 99 Prozent der Kommentatoren vor, sondern auch vermehrt Beiträge von Merkelfans.

Wir zählten die ersten Kommentare durch und kamen bei 28 Kommentaren auf 19 kritische Kommentare von 19 verschiedenen Kommentatoren und 9 merkeltreue Kommentare von 2 Merkelfans in ein und demselben Stil.

Das gibt zu denken! Sind die Russen technisch fortgeschrittener als die Bundesrepublikaner? Immerhin können die russischen Bots nicht nur verschiedene Namen, sondern auch unterschiedlichsten Duktus und simulieren eine Sprache, die von gehoben bis einfach (inkl. geschickt eingestreuten Rechtschreibfehlern) alle Schichten des deutschen Volkes abzubilden imstande ist, während die deutschen Bots offenbar immer nur auf Textbausteine mit den üblichen Propagandafloskeln zurückgreifen.

Führerin, werfen Sie bitte all unsere Techniker für den Endsieg an die Agitationsfront! Damit wir Moskau einnehmen und den tumben russischen Bären mit unseren hyperintelligenten Bots zu Boden werfen!

Bild oben: Ein fieser russischer Bot diskreditiert unsere gefestigte Demokratie als „linke Diktatur“. Hinter diesem bösen Kommentar stecken Putin und die Weltverschwörung! Schutz vor derartigen Robotermeinungen bieten nur Alu-Hüte, die bei jedem Internetbesuch getragen werden sollten.

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Extremistenfunk

Personen aus dem linksextremistischen Milieu dürfen dem von Zwangsgebühren finanzierten Staatsfunk ungeniert zuarbeiten oder sind in diesen als Journalisten oder „Experten“ involviert. Insbesondere in der Propagandasparte gegen die konservative oder rechte Opposition sind sie die Tonangeber in den sogenannten „öffentlich-rechtlichen“ Medien. Über Gegenrecherche zeigen sie sich freilich nicht sehr beglückt:

Vor wenigen Wochen erschien im Kopp Verlag ein Enthüllungsbuch über den Linksextremismus in Deutschland und dessen Unterstützung durch Politik und Medien. Das Buch „Der Links-Staat – Enthüllt: Die perfiden Methoden der Antifa und ihrer Helfershelfer in Politik und Medien“ des Autorenduos Christian Jung und Torsten Groß wurde flankiert durch zwei Dokumentarfilme mit hochbrisanten Fakten zur Thematik. Beleuchtet werden insbesondere die Verbindungen linksextremer Mainstream- und GEZ-Redakteure ins Antifa-Lager und ein allzu unkritischer Umgang der öffentlich-rechtlichen Sender mit Personen aus dem linksextremen Spektrum. Um diese Informationen und Hintergründe der Öffentlichkeit vorzuenthalten, greift der mit GEZ-Gebühren finanzierte betroffene Bayerische Rundfunk den Kopp Verlag nun mit urheberrechtlichen Nebenaspekten (Verletzungen des Urheberrechts bei Zitaten) an … [weiterlesen]

Nachtrag 15.01.2017: WDR im Extremismus-Sumpf

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Doppelmißbrauch

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Gregor Gysi (Die LINKE) gilt als der intelligenteste Kopf der intelligenten Linken. Jetzt hat er Mißbrauchs-Kausalketten konstruiert, welche vor allem diejenigen beeindrucken, die zur Reflexion weniger befähigt sind. Gysi polemisiert:

Nach den Anschlägen von Würzburg und Ansbach grassiert das gefährliche Gefühl, jederzeit und überall Opfer eines Terroranschlags werden zu können. Dabei missbrauchen die Attentäter häufig den Namen des Islam für ihre Taten. Die AfD missbraucht wiederum diese irrsinnigen Angriffe, um sie dem Islam als Religion und allen Geflüchteten zuzurechnen. Zum Beispiel fragte Frauke Petry hämisch: „Würzburg, Reutlingen, Ansbach … ist Deutschland nun bunt genug, Frau Merkel?“ Das politische Konzept der AfD ist also bei Lichte betrachtet ein Missbrauch des Missbrauchs. Erst dadurch kann die AfD unsere offene Gesellschaft angreifen.

Man kann sicherlich die Frage stellen, wo denn die Grenze zwischen Gebrauch und Mißbrauch absteckbar wäre und ob es sich in dem gysischen Traktat um Mißbrauch des Mißbrauchsvorwurfs handelt. Bezögen wir die krude Wahrnehmung auf die Terrortaten des ominösen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), dann käme folgender Erguß zustande:

Nach den Anschlägen von Nürnberg und Köln grassiert das gefährliche Gefühl, jederzeit und überall Opfer eines Terroranschlags werden zu können. Dabei missbrauchen die Attentäter häufig den Namen des Nationalsozialismus für ihre Taten. Die Linke missbraucht wiederum diese irrsinnigen Angriffe, um sie dem Nationalismus als Weltanschauung und allen Rechten zuzurechnen. Zum Beispiel meinte Gregor Gysi hämisch: „Zehn Morde, ohne es zu merken. Das funktioniert nur beim Rechtsextremismus. Linke Gruppen werden viel genauer überwacht.“ Das politische Konzept der Linken ist also bei Lichte betrachtet ein Missbrauch des Missbrauchs. Erst dadurch kann die Linke unsere offene Gesellschaft angreifen.

Gysis Dialektik der einseitigen Beschwichtigung und des über zwei Ecken konstruierten Vorwurfs ist also leider etwas plump und hilflos – vor allem durchsichtig. Aber schließlich geht es um seinen und seiner Genossen Futtertröge.

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