Abscheulich

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Kölner Kirchenfürsten riefen zu einer Teilnahme an einem Aufmarsch in Köln auf, bei dem zwar nur ein Achtel der großspurig angekündigten Teilnehmer zusammentrottelte, bei welchem aber nichts desto trotz AfD-Delegierte unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ mit Schlägen und Holzlatten attackiert wurden. AfD-Vorstandsmitglied Armin Paul Hampel hatte daraufhin alle christlichen AfD-Mitglieder aufgefordert, aus der Kirche auszutreten.

Die SPD-Seifenblase Martin Schulz tut nun empört. Nicht über die brutalen Angriffe auf parteipolitisch engagierte Bürger unter geistlichem Segen, sondern über die Aufforderung zum Kirchenaustritt. Das sei ein ungeheuerlicher Angriff auf die Kirchen, „unfassbar und abscheulich“.

Möglicherweise wäre es für den Schulzen zur Behebung seiner Wahrnehmungsstörungen empfehlenswert, etwas weniger tief ins Glas zu schauen.

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Direktiven

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Es ist wahrlich possierlich mitzuerleben, wie synchron der politisch-mediale Komplex funktioniert. Kaum hatte US-Präsident Donald Trump, der sich vor seiner Wahl aus weltweiten Konflikten herauszuhalten versprach, auf die syrische Giftgaslüge mit Bombenterror reagiert, verschwand die Anti-Trump-Hatz wie auf ein geheimes Kommando aus den Mainstreammedien. Plötzlich waren Trumps häßliche Krawatte oder sein offener Hosenstall kein Thema mehr; die Dauerberieselung durch Meldungen über tausenderlei Absonderlichkeiten und Abartigkeiten des amerikanischen Gottseibeiuns hörte schlagartig auf.

Vor dem AfD-Parteitag war die wirtschaftsliberale Lesbe Alice Weidel für die Medien ein ganz großes Zugpferd, wenn es darum ging, die AfD-Granden gegeneinander auszuspielen und deren Zerstrittenheit zu dokumentieren. Jetzt, nach dem aus AfD-Perspektive bemerkenswerten Schachzug, den konservativen Ex-CDU’ler Dr. Gauland und die liberale Ex-Grünen-Wählerin Dr. Weidel als Repräsentanten für den konservativen und den liberalen Flügel zu einer AfD-Spitze zu ernennen, schwenken die Medien wie auf Befehl um.

Alice Weidel ist nun eine „Scheingemäßigte“ (FAZ), ein „Wolf im Hosenanzug“ (RP Online), der „dem Schwein Lippenstift“ aufträgt (Tagesspiegel). Die Huffingten Post fabuliert: „Mit Alice Weidel rückt die AfD noch ein ganzes Stück weiter nach rechts.“ Dabei wurde die junge Partei in den letzten Monaten doch schon so weit nach rechts geschrieben, daß gegen sie die NSDAP wie ein harmloser Kegelverein wirkt.

Plötzlich wird die bei dem AfD-Parteitag in die zweite Reihe gestellte Frauke Petry, deren Insolvenzschulden sich vor einigen Monaten wie von Zauberhand auflösten und die seitdem nichts unversucht ließ, ihre eigene Partei unwählbar zu machen, zum großen Presseliebling. Das Absägen jener Person, die vom Propagandamainstream monatelang durch einen Kakao zwischen „völkisch“ und „Schießbefehl“, von Le Pen bis Schirinowski gezogen wurde, soll nun als Beleg für das Nach-Rechts-Rücken der AfD herhalten. „So lange Frauke Petry oben stand“, hätte man dunkle Gedanken wegwischen können, daß „AfD zu wählen … etwas enorm Anstößiges an sich“ hatte, schwadroniert ein Chefredakteur des Nischenmagazins The Globalist in seiner „Expertise“. Der „AfD-Wahlverein“ mache aber nun „einen strammen Marsch nach rechts – im wesentlichen ,Heim ins Reich‘“.

Wer über die bekloppteste Analyse des Monats herzlich lachen will, wird hier fündig. Jeder Satz an altkluger Geschwätzigkeit und dummdreister Bräsigkeit kaum zu überbieten. Das Gefährliche ist jedoch, daß sich immer noch genügend Retardierte finden, die sich von diesem dünnen, mit Totschlagfloskeln gewürzten Brei beeindrucken lassen.

Bild oben: Legasthenikerfrage an die schwindende Tagesspiegel-Leserschaft.

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Sympathieverkettung

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50.000 Lebewes_innen waren für den Anti-AfD-Aufmarsch angesagt. „Mehrere Tausend“ – ein Polizeisprecher nannte die Zahl 6.500 – kamen. „Tausende protestieren friedlich“, schlagzeilt beispielsweise RP ONLINE. Es wurden auch nur mehrere Polizisten verletzt.

Man stelle sich vor: Bei einer PEGIDA-Demonstration hätten sich einige Hundert Rowdys zum Randalieren abgekoppelt und mehrere Polizisten verprügelt. Ob die Sächsische Zeitung dann ebenfalls geschlagzeilt hätte: „Tausende protestieren friedlich“? Die Frage kann sich jeder selbst beantworten.

Warum bedeutend weniger kamen als angekündigt? Möglicherweise waren sie doch von einer Ansage Michael Klonovskys berührt:

Wenn ein paar Nafris ihren Weibern elanvoll an die Wäsche gehen, stehen die braven Kölner mit angelegten Ohren daneben und schauen ergriffen zu. Aber wenn die AfD tagt, rotten sie sich in hellen Haufen zusammen, um gegen die einzige Oppositionspartei dieses Landes zu protestieren.

Was für eine Heldenstadt ist doch unser großes, heiliges Kölln!

Selbstredend macht gerade ihr Kuschen vor echten Kriminellen, gegen deren Import sie nicht protestiert und an die sie Teile ihrer Stadt verloren haben, unsere Engagierten in ihrem zivilgesellschaftlichen Meutenmut erst so richtig scharf; es handelt sich um eine reine Ersatzhandlung von Courage-Simulanten, denen die eigene Feigheit mindestens unterbewusst peinlich ist.

Ginge von der AfD auch nur die geringste Gefahr aus, wir hörten keinen Mucks von diesen Wichten.

Mit diesen knappen Worten wäre der Psychoanalyse des Duckmäuser- und Untertanentums Genüge getan. Es sei aber auch angemerkt, daß nach der Nafri-Silverstervergewaltigungsparty vor mehr als einem Jahr sich immerhin um die 5.000 Menschen zusammenfanden, um nach einigen von Presseleuten initiierten Böllerwürfen ihre Gegendemonstration untersagt zu bekommen. Korrigiert man über die gewohnten Zahlenmanipulationen, so werden es heuer soviel Anti-Meinungsfreiheitsdemonstranten gewesen sein, wie seinerzeit Anti-Vergewaltigungsdemonstranten.

Nebenbei erfährt man aus der Wahrheitspresse, daß der bayerische AfD-Chef Petr Bystron vom für ihn zuständigen Landesverfassungsschutz beobachtet wird. Begründet wird das damit, daß Bystron angeblich mit der Identitären Bewegung sympathisiere. Diese wiederum wird vom Verfassungsschutz beobachtet, weil es angeblich „personelle Überschneidungen“ zwischen „Identitären und Rechtsextremisten“ gäbe. Die Identitären weisen schon seit Längerem jeden Extremismus von sich, bekennen sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung und fordern die Wiedereinführung des Rechtsstaates, unter anderem durch die Ausweisung von illegal Eingewanderten oder die Eindämpfung des radikalen Islamismus.

Galt in den besseren Zeiten des Mittelalters noch, daß, wenn man ein Bekenntnis abgegeben hatte, die Gnade des Herrschers erhielt, so ist das heute anders: Es gilt der Verdacht, der jedem übergestülpt wird, welcher den Machthabern irgendwie im Wege stehen könnte. Andererseits sollte man sich auch von einer romantischen Vorstellung mittelalterlichen Edelmutes nicht trügen lassen: Wenn einige Untertanen in kohlhaas’scher Dickköpfigkeit konsequent auf die Umsetzung einer alten kaiserlichen Bulle verwiesen, Ihro Majestät aber mittlerweile eine ganz andere Agenda verfolgt und die Bulle nach Gutdünken neu auslegt, so wären die Querulanten gewißlich ebenfalls in Ungnade gefallen. Hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Obrigkeit und Untertanen funktioniert die realexistierende Demokratie also offensichtlich ähnlich, wie andere unaufgeklärte Zeitepochen vor ihr.

Wenn man die Kausalketten von Beobachtung und Stigmatisierung fortführt, so ergibt sich folgendes Bild: Die Identitären werden überwacht, weil sie angeblich mit dem Rechtsextremismus sympathisieren, ein AfD-Chef wird überwacht, weil er angeblich mit den Identitären sympathisiert. Konsequenterweise wird demnächst jeder überwacht, der mit Petr Bystron sympathisiert, dann werden die überwacht, die mit Bystrons Sympathisanten sympathieren usw. usf.

Eine inhaltliche Erklärung mit dezidiertem Hinweis, welche Grundsätze der freiheitlich-demokratischen Grundordnung die Betroffenen vermutlich aggressiv-kämpferisch beseitigen wollen, also warum sie überhaupt überwacht werden, erübrigt sich mit der Sympathieverkettung. Deutschland im Jahr 2017.

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SPD-Literatur

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Ein SPD-Mitglied hat ein Buch geschrieben. Eine intellektuelle oder literarische Meisterleistung war dabei sicherlich nicht zu erwarten. Erstaunlich deshalb umso mehr, was am Ende herauskam: Das erste Buch eines SPD-Mitglieds, das ohne Brechreiz zu bewältigen ist.

Allerdings ist es ein Plagiat, exakt das Gleiche wurde nämlich schon einmal in den USA veröffentlicht. Pro verkauftem Buch erhält der Autor 3 Cent. Viel Hoffnung auf einen großen Gewinn macht er sich allerdings nicht: „Sollte ich irgendwann einen Euro damit verdient haben, spende ich es an eine Organisation, die sich gegen Rechts einsetzt.“ Er sollte das Geld lieber für den drohenden Plagiatsprozeß aufsparen.

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Wühlarbeit

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Des Brezels Frau Ke, anno dunnemal ganz taff bei Podiumsdiskussionen und überall, stammelte während ihrer Weihnachtsansprache 2016, daß es nur so verwundern konnte. Hatte man ihr zugesetzt? Gut, vielleicht waren es auch nur Hormonschwankungen, welche die Feinmotorik beeinträchtigen, welche aber nach einigen Monaten wieder verflattern.

Was jedoch seitdem vonstatten geht, ist das gezielte Diskreditieren der zunächst hoffnungsvollen Alternative von innen her nach dem Prinzip, verbrannte Erde zu hinterlassen. Induzierte Flügelkämpfe zwischen gleichermaßen wichtigen Konservativen und Liberalen sollen den Blick auf das gemeinsame Wollen vernebeln. Möglicherweise – und dieser Begriff impliziert natürlich nur eine Vermutung – ist das Ziel, die Partei bis zum September unter die 5-Prozentmarke zu drücken.

Wer Höcke mit Hitler vergleicht und begnadete Redenschreiber hintergaunert, übernimmt und untermauert die Agitprop einer niederträchtigen Medienmafia, die Ausdünstungen bezahlter Worthülsenexperten und die Wühlarbeit parteipolitisch mißbrauchter Geheimdienste. Womöglich winkt nach getaner Arbeit ein Pöstchen in einer mit einem blauen Auge davon gekommenen Partei, begründet mit dem Argument, in einer dann entweder völlig zerstrittenen Loser-Miniaturpartei oder einer doch noch etwas kräftigeren so dargestellten Nazifaschohitlerrabaukentruppe hätte ein ambitioniertes Traumpärchen mitsamt seinen Gefolgshanseln ja doch keine Zukunft.

*Verschwörungstheorie on* Alles läuft rechtzeitig wieder nach Plan und die Einkäufer dürften sich der Entwicklungen freuen. Den anderen bleibt zu hoffen, daß des Prinzenpärchens Handwerk alsbald gelegt ist und diesem angesichts eines doch noch rechtzeitig mißlungenen Wühlens auch die Erfolgsprämie verwehrt bleibt. *Verschwörungstheorie off*

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Nachtrag: Die Erklärung Michael Klonovskys lasen wir erst kurz nach unserer oben diktierten Vermutung – welche damit, zumindest in ihren Symptomen, bestärkt wird.

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Experten-Expertise

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Für was der Brötchenschreiber Toralf Staud nicht schon alles Experte war: Für Mopeds, für Nazis, für das Klima … Nun ist er AfD-Extremismus-Experte und darf für DIE ZEIT hautnah vom Extremismuskongreß der AfD berichten. Den hatte die junge Partei organisiert, um Koryphäen wie den Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt, den Soziologen Uwe Kemmesies vom BKA, den dänischen Psychologen Nicolai Sennels, den Freiburger Staatsrechtler Dietrich Murswiek, den Trierer Theologieprofessor Wolfgang Ockenfels und die kurdischstämmige Friedensaktivistin Leyla Bilge zu Wort kommen zu lassen, wohl auch, um Extremismen erkennen und sich von diesen abgrenzen zu können.

Nur Toralf Staud durfte nicht reden, dabei wurde der schon sehr oft in der Wahrheitspresse als „Experte“ bezeichnet, so daß er eigentlich alle anderen mit seinen Expertisen überstrahlen könnte. Derart rücksichtslos degradiert beließ es Staud dabei, durch das Publikum zu schleichen und sich dessen Mimik und Gestik zu notieren. Völlig überfordert von dem Gedanken, daß Kritik etwas Befruchtendes sein könnte und man einem Kritiker für dessen Hinweise auch dankbar sein kann, wunderte sich der „Journalist“ schier fassungslos darüber, daß die AfD-Anhänger bei Patzelts Warnungen vor einer sich radikalisierenden AfD applaudierten und glaubt nun fest daran, die hätten seine Kritik nicht verstanden.

In irgendeiner Raucherecke aber fand Staud, wonach er suchte – einen Extremisten:

In der Raucherecke draußen vor dem Hoteleingang konnte man einen älteren Herrn – die Tagungsgäste waren fast ausschließlich Männer – von seinem Vater, von der Ostfront und von Volksdeutschen reden hören. Der Herr forderte, man müsse heutzutage Courage zeigen.

Konnte man hören! Irre! Ein alter, weißer Mann, womöglich heterosexuell, der den faschistischen Begriff „Volksdeutsche“ in den Mund nahm und Courage forderte! Das ist doch Extremismus hoch Zehn!

Aber natürlich bestand das gesamte Publikum aus Extremisten, so zumindest läßt sich die Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten, Vermutungen und Verdächtigungen interpretieren, die Staud gegen üppiges Honorar an die nichtsahnende Postille aus Hamburg vertickte und die sich nun über den Löffel barbiert vorkommen dürfte. In den Kommentarspalten zumindest johlt und klatscht es über das Staud’sche Elaborat, daß einem der arme Tropf fast leidtun möchte. Aber der muß doch auch von irgendwas leben!

Wer jede Andersartigkeit als bedrohlich empfinde“, wer also Menschen wegen ihrer politischen Einstellung, wegen ihres Bewahrungswillens, ihres Patriotismus und ihrer Heimatliebe „anfeinde, der zeige Merkmale des Extremismus“, soll Politikwissenschaftler Patzelt.sinngemäß gesagt haben. Staud merkt an, daß „Extremismus nicht erst bei körperlicher Gewalt anfängt“. Da kann er sich an seine eigene Nase fassen, die ist lang genug. Und sich vielleicht einen Job suchen, für den er qualifizierter ist. Melker in der LPG beispielsweise oder Würstchenverkäufer in Würselen.

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Spiegelverkehrt

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In von Meinungszensur und politischer Stigmatisierung geprägten Epochen zeugt es von verblüffender journalistischer Virtuosität, als vorgeblich gehorsamer Schreiberling die Realität dergestalt SPIEGELverkehrt zu beschreiben, daß einerseits diese Beschreibung von Oppositionellen als fundierte Kritik an den tatsächlichen Zuständen verstanden wird und andererseits den gläubigen Untertanen ob dieser grotesken Wahrnehmungsverzerrung erste Zweifel an ihrer Ideologie auftreten.

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