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Die bösartige Unterstellung gehörte seit jeher zu den Herrschaftsinstrumenten bösartiger Machthaber, um Widersacher zu beseitigen. Ganz finster schlug der Hexenhammer zu, als zur besseren Dressur von Untertanen die reine Schikane entdeckt wurde.: „Glaubt er an Gott an den Allmächtigen?“ – „Natürlich, Bischof, ich habe nie anders geglaubt.“ – „Er ist damit ein Lügner, und wer lügt, ist vom Satan besessen, in das Fegefeuer mit ihm, sein Hab und Gut sei der Kirche zugeführt.“ Der Delinquent hätte auch „Nein, ich hasse Gott!“ sagen können, dann wäre er zweimal ins Fegefeuer gekommen. Einmal ist natürlich angenehmer.

Ist der AfD-Mann Björn Höcke nun ein Nazi oder kein Nazi? Schließlich hat der gesagt, daß die Deutschen die in Denkmal gegossene Schande nicht für immerdar heimsuchen solle, sondern sie sich auch auf die positiven Aspekte ihrer Geschichte besinnen dürften. Und sowas haben die Nazis auch gesagt, da sind sich die Wahrheitsmedien von BILD bis SPIEGEL einig. Hitler wollte das Holocaustmahnmal von Anfang an nicht und hat sich immer dagegen gewandt, mittlerweile aber seinen Frieden mit dem  „wahrrrrhaft grrroßarrtigen Monnument“ gemacht. Nur Höcke stänkert noch, folglich ist Höcke schlimmer als Joseph Goebbels und Adolf Eichmann zusammen.

In prekären geistigen Verhältnissen dahinvegetierende Experten debattieren nun in Talgshows darüber, wie man am erfolgreichsten Faschisten wie Trump, Putin und Höcke bekämpft, und der Staatskomiker Jan Dümmermann ballert einen Schenkelklopfer nach dem anderen über diese drei rechten Tölpel ins johlende Publikum.

Aber hat der FAZ-Kommentator Recht, wenn er meint: „Warum fragt man nicht den Historiker Höcke präzise nach seiner Weltanschauung? … Warum Vermutungen, wenn man als Journalist fragen kann?“ Nun, weil das nicht Aufgabe investigativer Journalisten ist.* Die liegen lieber im Busch und fotografieren den Höcke in Unterhosen oder bei Gymnastikübungen, das gibt bessere Schlagzeilen, als ihn einfach mal zu fragen. Die Antwort wäre auch gar nicht pressetauglich. Solle man etwa titeln: „Höcke doch kein Nazi“?**

Und würde man ihm glauben? Natürlich nicht. Dem grünen Özdemir würde man doch auch nicht glauben, wenn der auf die Frage „Sind Sie japanischer Abstammung?“ mit „Nein, bin ich nicht!“ antworten täte. Schließlich haben ihn investigative Journalisten schon beim Sushi-Essen erwischt, außerdem wird berichtet, daß er hin und wieder ganz höflich sein kann. Also ist der Özdemir Japaner, gleich, wie er selbst die Sache sieht! Wenn man nur ganz dolle will, daß er einer ist.

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* Höcke wurde offenbar doch verhört:

Zuletzt, im Rahmen eines langen Interviews, einige Spiegel-Fragen an Björn Höcke: „Glauben Sie an die Überlegenheit der weißen Rasse?“ „Wechseln Sie jetzt endlich zur NPD?“ „Sollen die Deutschen die Nazidiktatur […] als positiven Teil unserer Geschichte betrachten?“ „Würden Sie, wenn Sie könnten, das Holocaustmahnmal abreißen oder umsetzen?“ (Höcke antwortet übrigens passend: Nicht er, sondern seine journalistischen Gesprächspartner seien von der NS-Zeit besessen: „Es tut mir leid, dass Sie nur in nationalsozialistischen Assoziationsketten denken.“)

** Man schlagzeilt mangels verwertbarem Interview dann kurzerhand mit einer eigenen dummen Frage.

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Stumme Zeugen

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Ein Polizist traut sich, die Wahrheit über den Alltag migrantischer Kriminalität mitzuteilen, weil er sowieso kurz vor der Pensionierung steht und die totalitäre Rassismuskeule nicht wirklich fürchtet. Aber er spricht für viele, die es in einer Diktatur nicht mehr wagen, das offene Wort zu ergreifen. Ein Meer von Blumen, dem Mutigen von vielen zum Schweigen Verdammten zugestellt, sind stumme Zeugen grotesker Zustände, aber auch ein schönes Bild friedlichen Protestes.

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Schulzkult

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Konsumiert man die Wahrheitspresse, dann fühlt man sich aufgeklärt über die Persönlichkeiten dieser Welt. Putin ist ein böser Diktator, der die Krim überfällt, die aufgeklärte Menschheit bedroht, homophile Russ*innen knechtet und via rechter Fernsehkanäle und Internet-Bots die Deutschen zu einer russenfreundlichen Meinung verführen will. Ebenso widerlich sind die osteuropäischen Diktatoren, allen voran dieser Viktor Orban. Ganz tief unten in der Mediengunst stehen auch der österreichische Fast-Präsident Norbert Hofer, die Chefs der stärkten Parteien Frankreichs und Hollands sowie maßgebliche britische Politiker, welche eine unangenehme Volksabstimmung gewonnen hatten, um Großbritannien aus dem Einfluß der EUdSSR zu lösen.

Starke Freunde benötigt die sich mächtig wähnende Bundesrepublik nicht mehr, Isolation ist ihr selbstgewählter Weg. Sie fühlt sich dafür aber befähigt, die gesamte Dritte Welt bei sich beherbergen. Manche nennen das auch Größenwahn.

Kein einziges gutes Sterbenswörtchen widmet man auch dem amerikanischen „Trumpeltier“, mithin nunmehr und vorerst dem mächtigsten Mann der Welt. Er sei hysterisch, unflätig, dumm, arrogant, sexistisch, rassistisch, rabiat … und überhaupt wäre er nur von jener Hälfte Amerikanern gewählt worden, die männlich, alt, weiß, triefig, alkoholsüchtig und unterbelichtet wären.

Ganz andere Töne liest man hingegen über den männlichen, alten, weißen, triefigen, alkoholsüchtigen und unterbelichteten Buchhändler aus Würselen, welchen die trotz geistig und körperlich verfetteten Personals an chronischer Schwindsucht leidende SPD mit letzter Kraft ihrem Publikum servierte. Der verkörperte Unsympath und gelernte Trunkenbold brillierte bislang als Drückeberger und Dummschätzer, wird aber umso mehr von den vereinten Wahrheitsmedien als grandioser Hoffnungsträger gefeiert und bejubelt. Er allein ermögliche es, die steil nach oben kletternden Umfragewerte der kalten Führerin und ihrer CDU zu bremsen und zur SPD umzulenken.

Das SPEIGEL beschreibt den medial inszenierten Schulzkult so: „Wer lange genug jubelt, wird ein Fan“.

Wiederum überhaupt nichts Gutes erfährt der gläubige Untertan über alles, was in der Bundesrepublik irgendwie Opposition, also „Räächts“ ist: Streit, Inkompetenz, Rassismus, Sexismus, Verfassungsfeindlichkeit, Menschenhaß usw. usf. – die übliche Inkarnation des Häßlichen. Wobei die induzierten Skandälchen gewissen Schemata folgen: Irgendeine belanglose Aussage wird so verdreht und interpretiert, daß sie mit Auschwitz, dem NS oder irgendwelchen Mordphantasien in einen bösen Zusammenhang gebracht werden kann. Wehrt sich der Delinquent gegen die Unterstellung, wird sein „Zurückrudern“ verhöhnt, außerdem wird ihm vorgeworfen, er würde diese widerwärtigen Skandale bewußt streuen. Dann empört sich der gewohnte Klüngel tagelang über die braunstinkenden Parias und versichert sich gegenseitig seines Gutseins, linke „Experten“ dürfen sich derweil öffentlichkeitswirksam exponieren und salbadernd vor faschistischen Gespinsten und Gespenstern warnen.

Reine und rigorose Negativberichterstattung. Die SPEIGEL-Analyse läßt sich hinsichtlich des medialen Oppositionellen-Bashings auch umkehren: „Wer lange genug haßt und verachtet, wird ein Feind“. Ein Fanatiker, der aus guten Gründen gegen das imaginierte Böse kämpft. Hatten wir alles schon mehrmals.

Und so wird die buntschillernde Wahrnehmungsblase des arbeitsamen und medienbeflissenen Bundesbürgers dicker und trüber. Das freilich führt zur Spaltung der Gesellschaft: Die einen sehen nicht mehr, was außen passiert und gebärden sich mehr und mehr als Mitglieder einer irren und totalitären Gutmenschensekte, wohingegen andere ein ungutes Gefühl beschleicht und sie das Bedürfnis verspüren, die geistige und mentale Isolationsblase zu durchstechen. Plopp.

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Auf die Knie!

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Im Blog Sezession schrieb der mittlerweile „geächtete Schriftsteller“ (daß es etwas Derartiges auf deutschem Boden noch einmal gibt!) Akif Pirinçci über die deutschen Feminist*innen, welche zwar auf das süffisante Busenlob eines alten, weißen Mannes mit einem #Aufschrei reagieren, angesichts der Vergewaltigungen und Begrapschungen von „Berggorillas“ aber Relativieren und Kleinreden, und nein, nicht nur das, sich sogar welche zum Schaulaufen halten. Pirinçci stellt die Psychodiagnose einer nymphomanischen Schizophrenie, weil diese zu kurz gekommenen Männer*innen einerseits rigoros das auf weibliche Bedürfnisse zugeschnittene Dirigat in einer männlich-weiblichen Kommunikation fordern, sich andererseits von Barbaren nach Strich und Faden „durchprügeln und durchfi….“ lassen.

Leider hatte die Kommentarspalte bereits Badeschluß, als wir einen Sermon absenden wollten. Obschon dieser hier etwas lose platziert ist, möchten wir ihn dennoch nicht im Nirwana des weltweiten Netzes versinken lassen, sondern stellen ihn hier hin mit den besten Empfehlungen zu Pirinçcis Analyse:

Das sind ja auch zwei Ebenen, die körperliche und die geistige. Im bewährten Patriarchat (nennen wir es mal so) hatte der Mann bei beidem die Hosen an, auch wenn früher die Hausfrau, schon aus Sorge um Herd und Kinder, gegenüber ihrem Mann vielleicht die längeren Haare auf den Zähnen hatte und wußte, wo der Teigroller hängt, wenn der Alte zu lange im Wirtshaus schwof und seinen schmalen Lohn versoff.

Heute ist der Mann als Versorger und Vater überflüssig und nervt die moderne, entbundene Frau vor allem dann, wenn er gewohnte patriarchalische Muster lebt, die in der heutigen Zivilisation eben überholt sind. Das wird als Anmaßung empfunden, zumal die heutigen Hanswürste, welche auch im Habitus keinerlei Männlichkeit verkörpern, sich von Frauen in nichts unterscheiden.

„Unter“ der modernen Frau, also eine Stufe niedriger, aber steht der alimentierungsbedürftige Berggorilla, meist minderen Intellekts und Benimms. Der läßt sich – zumindest zur Zeit noch – von selbstbewußter Frau von Welt als Gigolo und Vorzeigehündchen Gassi führen. Das ist eine mentale Machtfrage und hat nichts damit zu tun, daß Madame sich von ihrem Gorilla auch gern grün und blau schlagen läßt, wenn sie den Befehl dazu gegeben hat. Aber einfach so auf der Straße? Nein Pririncci, dort gerade nicht (wobei frau beim Gorilla eher ein Auge zudrückt, als bei einem kultivierten Mann, denn der muß ihre Befindlichkeiten doch schließlich kennen und wurde lange genug politisch-korrekt dressiert).

Im Resumee bleibt eben doch nur, daß wir Jahrzehn- und Jahrhunderttausende in funktionierenden Gesellschaften lebten, die sich selbt regenierten, und dieser dagegen extrem kurze Abschnitt einiger Dekaden voller Individualisierung, Infantilisierung, Kinderlosigkeit, Verstädterung, Fachidiotisierung, Entgöttlichung, Beziehungsunfähigkeit …. zwangsläufig zu (Massen-)Psychosen und tausenderlei -ismen und absurden Sexualpraktiken, ja sogar „Geschlechtsidentitäten“, führt.

Aber keine Sorge, der Spuk ist bald vorbei, wenn höchstwahrscheinlich auch auf Kosten einer schon seit Längerem abebbenden und immerhin doch auch großartigen europäischen Kultur, welche – zwar schon untergegangen – doch in den Zeitläuften nachklingt und in der ganzen Welt nachklingen wird, auch wenn deren derzeit virulente Nachgeburt nur noch Spott erntet.

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Niveauverlust

… kommentiert von LePenseur.

Nazi-Symbolik

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Das historische Kinderkarussell auf dem Weihnachtsmarkt an der Osterstraße ist zum Fall für die Bezirkspolitik in Eimsbüttel geworden. Es geht um ein kleines Feuerwehrauto, ein Kinder-Motorrad und suspekte Kennzeichen auf den Karussell-Fahrzeugen.

hier weiterlesen. Diese Paranoia treibt absurde Blüten.

Nachtrag: Wir haben nochmal auf das Datum geschaut, um nicht irgendwelchen Fake-News aufzusitzen – das wurde am 7. Dezember veröffentlicht, nicht am 1. April …

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Pressemacht

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Was in der Zeitung steht:

Wie sie es denn fand, als Petry im September sagte, der Begriff „völkisch“ müsse wieder positiv besetzt werden? „Gut“, sagt die Seniorin, „ich möchte, dass wir wieder ein normales Volk werden. Wir sind doch überfordert mit den Ausländern“. Aber die Partei solle nicht ins Rechtsradikale abdriften, „das will ich nicht“. Warum glaubt sie, dass diese Gefahr bei der AfD besteht? Das stehe oft in der Zeitung, sagt die Seniorin.

Allerdings mutet der passende Text zum Lied von Reinhard Mey etwas antiquiert an. Wer liest heute noch Zeitung und vor allem: Wer nimmt das Geschreibsel noch ernst? Vielleicht ein paar Senioren, aber selbst die könnten lernfähig sein.

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