Reutlingen

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Entsetzen lähmt das Land. Tränen fließen, kullern die Wangen hinab und benetzen die bebende Brust. Fassungslos schauen wir auf diese widerwärtige Tat. Wie oft soll sich das noch wiederholen? Wann werden die Verantwortlichen endlich zur Rechenschaft gezogen? Wie lange wollen wir es noch zulassen, daß diese rechtspopulistische AfD immer wieder derart abscheuliche Meldungen absetzt, um politisches Kapital zu schlagen? Und auch diesmal wieder, nur weil ein traumatisierter Flüchtling einen Hilferuf an die rassistische Mehrheitsgesellschaft sendete. Wie lange noch, o verehrte Twittergemeinde, wollt ihr diesen Hatespeech unwidersprochen dulden?

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Rasant

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Zeitungssterben und soziale Netzwerke:

Printmedien verlieren zunehmend Leser, gleichzeitig informieren sich immer mehr Menschen über soziale Netzwerke – 2015 sollen es 31 Prozent der Bevölkerung gewesen sein, ein Zuwachs von sechs Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. … Das Tempo ist rasant: Gegenüber dem Vorjahr gaben von den Befragten nur noch 29 Prozent an, Zeitungen zu lesen – das sind neun Prozentpunkte weniger.

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Zeit zu gehen

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Pink und fett kam sie daher, diskreditierte die Bewohner eines Berliner Stadtteils und machte platte Klamauksendungen für Konsumenten des Unterschichtenfernsehens: Cindy aus Marzahn. Aber irgendwann ist der Ofen aus, und das Publikum, das sich hin und wieder feilgebotene Events gönnt, um die Tristesse zwischen Lohnarbeit, Fressen, Fernsehen und Lämmerschlaf totzuschlagen, gähnt nur noch gelangweilt.

Als Schlußpunkt ihrer Karriere markiert sie ein einschneidendes Erlebnis bei einem Versuch, ihre nach seichter Ablenkung lechzenden Zuhörer mit politisch korrekten Statements zu nerven: „Als ich bei einem Auftritt in Potsdam sagte, dass gerade wir Ossis mit unserer Geschichte besonders freundlich sein sollten zu Flüchtlingen, hat ein Einziger im Saal geklatscht.

Das klingt schon fast wie beim Auftritt des BRD-Justizministers Heiko Maas, der zu einer Talgshow zum Thema „Flüchtlingspolitik“ gleich seinen bezahlten Claqueur mitbrachte, um sicherzustellen, daß wenigstens einer bei den ministeriellen Ausdünstungen begeistert applaudiert. Das tat der dann auch unaufhörlich und penetrant, bis er von der Moderatorin zur Mäßigung gemahnt werden mußte.

Cindy aus Marzahn zieht also sich zurück, nachdem sie festgestellt hat, daß sich ihre Fankurve verdünnisiert hat. Das ist immerhin Größe. Heiko Maas fehlt diese Größe – den beschämt nichts mehr.

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Berichterstattung

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Wenn allein Politjournalisten den Bundestag wählen könnten, hätte die BRD eine grün-rote Zweidrittelmehrheit. Angesichts dessen ist verständlich, daß Abweichler streng sanktioniert werden und bspw. der Redakteur der Tageszeitung Die Welt, Günther Lachmann, am Anfang des Jahres seinen Hut nehmen mußte, als sich seine „mangelnde Distanz“ zur oppositionellen AfD offenbarte:

Auf „sehr zweifelhafte Weise“ habe er sich mit Politikern der AfD eingelassen, schrieb Stefan Aust damals. Und dass so etwas, fügte er an, „weder geduldet, noch vertuscht oder beschönigt“ werde bei der „Welt“. Es bleibe deshalb nichts anderes übrig, „als den Fall lückenlos aufzuklären und die Vorgänge so offenzulegen, wie es arbeitsrechtlich irgend möglich ist.“ … Lachmann hatte mit seiner Klage gegen die Kündigung keinen Erfolg; sie endete mit einem Vergleich.

„Welt“-Herausgeber Aust kündigte an, „Lachmanns Berichterstattung über die AfD nachträglich“ auswerten zu wollen, nachdem der linksradikale Langzeitstudent Andreas Kemper behauptete, die Tageszeitung habe mit Lachmann „die wohlwollendsten Artikel über die AfD veröffentlicht, und Lachmann habe die Partei protegiert“. Die interne Auswertung ist mittlerweile abgeschlossen, aber die breitere Öffentlichkeit soll das Ergebnis nicht erfahren.

„Um die 100 Artikel“ hat „WeltN24“ untersucht, alles Beiträge, die Lachmann seit Oktober 2012 über die AfD und deren Vorgänger-Organisation getippt hat. Zum Vergleich habe man die AfD-Berichterstattung anderer „Welt“-Kollegen und weiterer überregionaler Medien herangezogen. Bei der Auswertung ging es dann unter anderem darum, inwieweit die Partei oder „bestimmte führende Figuren“ eher positiv, negativ oder neutral dargestellt wurden.

Lachmanns Berichterstattung wurde also nicht etwa mit der Berichterstattung anderer „Leitmedien“ über Parteien wie SPD oder Grüne verglichen, sondern mit der allgemeinen Berichterstattungstendenz einer Presselandschaft, welche von einem großen Bevölkerungsteil als „gleichgeschaltet“ und des „AfD-Bashings“ bezichtigt wird. Dennoch stellte sich nun heraus, daß sich Lachmanns Darstellungen „im Spektrum dessen, was auch andere Medien über die Partei veröffentlicht haben“, befunden hätten.

An Lachmanns Ausschluß aus dem Propagandakollektiv ändert das freilich nichts. Interessant ist bestenfalls noch das Fazit, daß sich „die redaktionellen Abläufe und Kontrollmechanismen – also Redigatur, Prüfung durch Ressortleitungen, finale Abnahme etc. – für die Qualität der Gesamtberichterstattung der WELT zur AfD bewährt“ hätten. Auch diese Tageszeitung bewegt sich also in ihrer Berichterstattung über die AfD im Fahrwasser anderer (überregionaler) Leitmedien und prüft die redaktionellen Beiträge über diese Partei eingehend. Ein Grund mehr, an einer pluralistischen und unabhängigen Presse zweifeln zu dürfen.

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Sinkflug

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… höhnt die Frankfurter Rundschau. Aber wer liest die noch?

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Polizeigewalt

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Journalistenführer Heribert Prantl fordert auf, mit gewalttätigen Fremdenfeinden zu reden, „und wenn Fremdenfeinde verbohrt sind und sich jedem Gespräch verweigern, wie die in Heidenau, muss man mit deren Anwälten reden. Versäumnisse beim Reden sind nicht durch Polizeigewalt zu substituieren.

Krawalle in Heidenau

Wie der Rechtsstaat auf Krawalle reagieren sollte

Es ist gefährlich, wenn Unabhängige in Heidenau eine rechtsfreie Zone für sich reklamieren. Doch der Staat darf auf gewalttätige Volldeppen nicht nur mit Polizeigewalt antworten.

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Mit dampfendem Vokabular mag ein Journalist kurzzeitig Eindruck schinden; man wird ihn bald als Dampfplauderer entlarven. Gewissenhafter Journalismus produziert nicht Dampf, sondern Nachrichten.

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Geldfindungen

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Verfolgt man die Eilmeldungen der Wahrheitspresse, so finden Flüchtlinge seit ihrem massierten Auftauchen in der Bundesrepublik überproportional häufig größere Geldmengen und melden sich als ehrliche Finder. Ob die Geschichten nun wahr oder falsch sind, sei dahingestellt, aber die Intention dieser Meldungen ist offensichtlich. Und eigentlich ist es uns zu doof, das aufzuschlüsseln, wieso es derart rührende Geschichten in die Presse schaffen, aber bspw. das von der polnischen Polizei in Kattowitz wiedergefundene Auto nicht. Oder wieso in derartigen Fällen der rassisch-kulturelle Hintergrund umgehend mitgeteilt wird, bei Verbrechensmeldungen jedoch nicht.

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Die AfD-Bayern spottete über die flüchtlingshuldigenden Pressemeldungen, die Presse nennt diesen Spott wiederum rassistisch. Da wir deren Kommentarbereich nicht mit unserer Anmeldung aufwerten wollen, sei der Kommentierungsversuch hier abgelegt:

Würden sie bitte Ihren Lesern erklären, was in dem AfD-Posting rassistisch ist? Etwa weil die syrischen Rassen in Mißkredit gebracht werden sollen oder die bleichgesichtigen Schreiber der Lückenpresse?

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