Doppelmoral

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Als am letzten Sonntag die Wahrheitspresse bereits damit beschäftigt war, die vor Jahren bei Facebook abgegebenen Busen-Likes und Schwulismus-Bashings künftiger AfD-Abgeordneter zusammenzuklauben, um diese damit als „rechtsextremistisch und homophob“ diskreditieren zu können, wählten immerhin 471 Berliner einen homosexuellen Medienliebling vom Typus „adipöser Müllmann“, der gerade seinen frisch mißbrauchten Sexpartner „Wuschelkopf“ hingerichtet und blutüberströmt in seiner Wohnung herumliegen hatte, als Direktkandidaten für das Abgeordnetenhaus:

Offenbar hatte Claus-Brunner den getöteten Mann in der Vergangenheit gestalkt. Nach der Trennung von seinem langjährigen Partner, einem Diplom-Psychologen, habe sich Claus-Brunner in den jungen Mann verguckt … Die Polizei fand die Leiche nackt und mit Kabelbindern gefesselt. Ermittler sprachen von einem „schaurigen Bild“.

Dabei ließ der  Kader der Piratenpartei bereits vor mehr als einem Jahr auf seinem Twitteraccount „Deuterium“ seinen Mord- und Gewaltphantasien freien Lauf – was der Presse mit Ausnahme der JF seinerzeit kein Sterbenswörtchen Wert war:

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Während also alle Kettenhunde und Spürnasen des Propagandakartells auf das AfD-Bashing nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus lauerten, schleppte ein blutgeiler Mörder und Parlamentsabgeordneter der linken Parteien unbeobachtet seinen abgemurktsten Loverboy quer durch Berlin. Die Presse – auf dem linken Auge blind… Aber wen wundert das noch?

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Tod auf Latschen

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Sehr geehrter Herr uwe987, Sie beschweren sich, daß die Westdeutsche Allgemeine Zeitung Ihren sachlichen Kommentar gelöscht hat und glauben, daß ein Fünftel der WAZ-Leser AfD-Wähler sein dürften, die ihr Abo bei der Gazette kündigen könnten. Trösten Sie sich, höchstwahrscheinlich sind gegebene und potentielle AfD-Wähler als Lesekundschaft bereits abgewandert, das zumindest läßt der jährliche Auflagenrückgang der WAZ mit 4 bis 5 Prozent vermuten, der doppelt so hoch wie im Marktdurchschnitt ist. Seit 1998 hat sich die Auflage halbiert und es ist nicht absehbar, warum sich diese einzige positive Entwicklung, die das Blatt vorweisen kann, ändern sollte. Also schenken Sie doch der WAZ nicht zu viel Aufregung, lassen Sie diese mitsamt ihren übriggebliebenen Kommentatoren bitte in Frieden sterben. Amen.

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Dämpfer

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Ein „Erfolg mit Grenzen“ und ein „Dämpfer für die AfD“, so schlagzeilt die Wahrheitspresse. Sie bläst damit in das gleiche Horn, wie Forsa-Chef Manfred Güllner, Deutschlands fachkundigster Umfrage-Experte, welcher vor einem halben Jahr prophezeite, die AfD werde ein Fremdenfeinde-Potential von „einem Zehntel aller Wahlberechtigten … nie ganz ausschöpfen, insofern hat sie ihre Schallmauer erreicht. Viel mehr ist nicht drin.

Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin erhielt sie jedoch aus dem Stand 14,2 Prozent. Die Millionenmetropole weist dementsprechend gemäß Güllner einen überproportional hohen Anteil an Fremdenfeinden auf, der nur durch einen überproportionalen Anteil von Fremdenliebhabern aus anderen Regionen der BRD bundesweit auf ein Zehntel aller Wahlberechtigten kompensiert werden könnte.

Forsa-Güllner, der seine Praktikanten gern Bundestagswahlen mit Kommunalwahlen abgleichen läßt, seien für seine Äpfel-Birnen-Vergleiche die Gewinne und Verluste der Parteien zwischen Bundestagswahl 2013 und Landtagswahl 2016 für Berlin in Prozent aufbereitet: CDU (-38 %), SPD (-12 %), Linke (-16 %), Grüne (+24 %), Piraten (-52 %), FDP (+86 %), AfD (+ 190 %).

Im folgenden Duktus könnte die chinesische Presse den Wahlausgang in Berlin für ihre Leserschaft formulieren:

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Propagandaschlacht

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Das Besondere an AfD-Wählern wären laut dem „Experten“ Erik Flügge deren „sehr seltsame“ Quellen aus dem Internet, die ihre Meinung verwirren. Die Partei selbst versuche „mit dem Lügenpressen-Vorwurf“ ihre Anhänger „von seriösen Informationsquellen abzuschneiden“. Welche wiederum fast durchweg AfD-Bashing betreiben.

Vor dem Internetzeitalter gab es in der Gesamtgesellschaft nur eine medial vermittelte Faktenlage: „Die Leute haben in der Zeitung, im Fernsehen und im Radio mitbekommen, was passiert. Und dann gab es im nächsten Schritt unterschiedliche Interpretationen und Bewertungen dieses Geschehens, und die konnten durchaus weit auseinandergehen.

Die Leute hatten in der Zeitung, im Fernsehen und im Radio allerdings nicht immer mitbekommen, ob und was Wichtiges in der Realität passiert: Die Kölner Sexpogrome durch Asylanten und Migranten bspw. wurden durch die gesamte Wahrheitspresse verschwiegen, bis das Thema im Internet überkochte. Tendenziöse Berichterstattungen mit Freund-Feind-Schemata steigerten sich in den letzten Jahrzehnten, es wurde stigmatisiert und diskreditiert, wer nach Ansicht der herrschenden Klasse weggebissen werden sollte. Nachrichten wurden verschwiegen, andere aufgebauscht oder gleich inszeniert (Mittweida-Rebecca, Sebnitz-Abdullah, usw.).

Aber früher wäre alles besser gewesen, es gab nur „seriöse“ Quellen, eben die Presseagenturen, den Staatsfunk und die Wahrheitspresse – was für debile Meinungsempfänger völlig ausreichend gewesen sei:

Ich glaube, dass genau dieses Problem, dass Menschen Quellen noch nie oder vielleicht auch heute weniger als früher, aber ich glaube, im Kern noch nie so richtig kritisieren konnten in der Masse, nicht wussten, was ist seriös und was nicht. Aber es gab eben fast nur seriöse Quellen. … Es muss einen Unterschied machen, ob ich „Russia Today“ konsumiere oder die „Süddeutsche Zeitung“ lese. Dass ich verstehe, welche Agenda hinter welchem Medium steht, und dass ich der „Süddeutschen Zeitung“ mehr glauben kann.

Daß die Vorherrschaft des Meinungsmacherkartells aufgebrochen wurde, ist sicherlich einer der Vorteile des Internets. Jeder kann zum Beispiel die Einstufung der „Identitären Bewegung“ durch parteinahe Behörden als „verfassungsfeindlich“ mit deren eigenen Äußerungen und Auftritten hautnah abgleichen und seine Schlußfolgerungen ziehen. Jeder kann nach einem ätzenden Medienbericht über eine Gruppe oder eine Person deren Internetauftritt besuchen und ihre Meinung dazu hören. Derartiges bricht zweifelsohne das Wirklichkeitsdeutungsmonopol der Machthaber und ihrer Propagandaorgane, gerade und insbesondere bei politisch interessierten und kritikfähigen Schichten.

„Experte“ Flügge empfiehlt daher einen Vorstoß auf mehreren Ebenen. Zunächst will er den Printjournalismus auf lokaler Ebene stärken, um seiner Meinung nach „bessere, seriöse Quellen“ anzubieten. Wie das gehen soll, angesichts strudelartig sinkender Absatzzahlen selbst der überregionalen etablierten Printmedien und immer prekäreren Beschäftigungsverhältnissen ihrer Skribenten, bleibt offen. Naheliegend wäre eine Zwangsabgabe wie beim „öffentlich-rechtlichen“ Staatsfunk und die Grundversorgung mit regierungsnaher Printpropaganda frei Haus.

Flügge fordert aber auch „mehr Websites, Blogs und Videos, die einfach und zum Teil auch polemisch“ Altparteienpropaganda betreiben. So solle der bestehenden „Propagandaschlacht der AfD“ (Vorsicht: Verschwörungstheorie) mit einer eigenen Propagandaschlacht begegnet werden können. Bürgerkriegsvokabular par excellence.

Zudem meint Flügge, bei „politischer Bildung“ nicht mehr nur auf das objektive Vermitteln der politischen Strukturen zu setzen, sondern auch auf „Medienkompetenz und Quellenkritik“. Heißt also: die Befähigung der Meinungskonsumenten zu schulen, in unseriöse Quellen (obrigkeitskritisch) und seriöse Quellen (etabliertes Nachrichtenkartell) differenzieren zu können. Doch derartige mehr oder minder klägliche Versuche gibt es bereits zuhauf, so versuchte bspw. die intellektuell insolvente Frankfurter Rundschau einen Beitrag des Nischenblogs eulenfurz zu zerreißen, wurde dabei aber sogleich einer Falschbehauptung überführt.

Und drittens will der „Experte“ juristische Möglichkeiten schaffen, viel leichter gegen sogenannte „Falschmeldungen“ vorgehen zu können. Darauf dürften sich die Hakenkreuz-Rebeccas, Geheimdienst-Terroristen, Hitler-Tagebüchschreiber, Potsdam-Ermyas, Irak-Massenvernichtungspropheten, von-Pegida-Ermordeten, Ku-Klux-Klan-Imitatoren, Freibad-Abdullahs und Mannichl-Zersäbler besonders freuen.

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Kalte Schauer

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Aktivisten der Identitären Bewegung störten am Montagabend im Berliner Maxim-Gorki-Theater einen Live im Staatsfunksender radioeins übertragenen Plausch zwischen Jakob Augstein (Verleger) und Margot Käßmann (Säulenheilige). Die Querulanten hatten sich bereits eine Woche zuvor „als vermeintlich harmlose Reisegruppe für den Termin angemeldet und darum gebeten, zusammensitzen zu dürfen“, entrichteten ihre 8 Euro Eintrittsgeld pro Nase, hielten irgendwann Buchstaben hoch, riefen ein paar Sätze und verschwanden wieder. Sie selbst schreiben dazu:

Die Teilnehmer der Ästhetischen Intervention Nummer 1 führten daher den beiden Protagonisten vor Augen, was sie sind: Heuchler. Anschließend machten die Aktivisten eine deutlich hörbare Ansage: „Augstein, Käßmann, hört gut her! Die Zukunft wird identitär!“ Mit dem Ruf „Europa! Jugend! Reconquista!“ verließen die Aktivisten das Gebäude

Die im linksextremistischen Milieu verankerte Ex-SED-Gazette Neues Deutschland schrieb dazu, „Hippster-Nazis“ hätten die Diskussionsrunde „überfallen“ und „rassistische Parolen“ gebrüllt und beruft sich bei der Diskredition der friedlichen Identitären auf Verfassungsschutzämter.

Die Identitären sebst sagen, sie wollten lediglich den „Vertretern des linksliberalen Establishments und ihrem scheinheiligen Publikum frischen Wind ins Gesicht blasen“. Das scheint ihnen gelungen zu sein, Augstein selbst klagt in seiner Gazette derFreitag: „Ich glaube, uns allen lief ein kalter Schauer den Rücken hinunter.

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Triumph des Teufels

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Dem Spürnasenboard PPQ fiel er auch auf: Jener AfD-Frontmann, der am Wahlabend in MeckPomm für alle Filmer und Fotografen der Wahrheitsmedien den entrückten AfD-Fanatiker mimte:

Am Tag danach war er überall: Ein kleiner Mann im blauen Hemd, dünnes Haar, hervorstehende Augen, die Arme triumphierend hochgereckt, so grüßte er aus Bild und Wolfsburger Nachrichten, aus Zeit und Welt und Stuttgarter Nachrichten. Und sämtlichen anderen zugeschalteten Abspieleinheiten. Niemals vorher dominierte ein begeisterter Fan die Schlagzeilen in Deutschland so überzeugend, niemals zuvor aber gab ein einzelner Wahlpartybesucher den Agenturfotografen aber auch so stilecht das, was sie suchen: Durchgedrehte Gesten, enthemmte Körpersprache und rollende Augen.

Bereits bei der AfD-Wahlparty in Sachsen-Anhalt „schob sich der teuflisch augenrollende Mann in die erste Reihe der Jubler. Und gab dort – damals noch im schwarzen Pullover – gestikulierend und mit oscarreifem Mienenspiel den völlig verzückten Wahlsieger.“ PPQ forschte nach und ermittelte den seit einem Jahr in der AfD aktiven Steven H. aus K.

Daß der Mittzwanziger vordem in der SPD aktiv war, ist keine Schande – jeder ist lernfähig und Jugendsünden sollten verziehen werden. Daß er sich gegen die Diskriminierung sexuell Verwirrter einsetzt(e), kann man ihm ebenfalls nicht vorwerfen, dabei Heil bei einer Partei suchend, welche den Import von Homosexuellenhassern zu begrenzen trachtet.

Stutzig macht jedoch die strikte Forderung nach einer Homo-Ehe, welche dem Familienbild der AfD widersprechen dürfte. Interessant auch sein geäußertes „Traumziel“, 2014 im Essener Stadtrat und irgendwann auch im Landtag zu sitzen. Bei der SPD landete er damit offenbar nicht. Bei einer AfD mit dünner Personaldecke, die Aussteiger von links unbeleuchtet und mit Kußhand aufnimmt (siehe Wolfgang Gedeon), könnte er bedeutend bessere Chancen haben. Vor allem als 150%iger Jubelperser.

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Kaddorschmodder

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Im Kalifatsorgan „Die Zeit“ jammert die muslimische Religionspädagogin und Trägerin der Bundesintegrationsmedaille, Lamya Kaddor: „Man hat sich über Rechtspopulisten empört, man hat sie lächerlich gemacht, ihre Äußerungen sachlich analysiert – trotzdem fahren sie wie jetzt in Mecklenburg-Vorpommern zweistellige Prozentergebnisse ein und werden zweitstärkste Kraft.

Was so erbärmlich klingt, das ist unfreiwillige Propagandakomik in der Abwandlung eines Ausspruchs von Mahatma Gandhi: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

Ansonsten ist der Kaddorschmodder der übliche Quark aus alten Schläuchen, den zu sezieren wir keine Zeit und Lust haben – wir halten unsere Leser für erhaben genug, bei dessen Lektüre weder von Tränen noch von Brechreiz geschüttelt zu werden.

Bild oben: Typische Einöde Dunkeldeutschlands mit Steppe und Stacheldraht. Hier kann man nur braun werden!

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