SPD-Literatur

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Ein SPD-Mitglied hat ein Buch geschrieben. Eine intellektuelle oder literarische Meisterleistung war dabei sicherlich nicht zu erwarten. Erstaunlich deshalb umso mehr, was am Ende herauskam: Das erste Buch eines SPD-Mitglieds, das ohne Brechreiz zu bewältigen ist.

Allerdings ist es ein Plagiat, exakt das Gleiche wurde nämlich schon einmal in den USA veröffentlicht. Pro verkauftem Buch erhält der Autor 3 Cent. Viel Hoffnung auf einen großen Gewinn macht er sich allerdings nicht: „Sollte ich irgendwann einen Euro damit verdient haben, spende ich es an eine Organisation, die sich gegen Rechts einsetzt.“ Er sollte das Geld lieber für den drohenden Plagiatsprozeß aufsparen.

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Tagesspeigel

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Seitdem seitens der Machthaber Gesetzesinitiativen gegen Fake-News im Gespräch sind, hält sich die von ihren Verächtern sogenannte „Lügenpresse“ mit offensichtlichen Fake-Nachrichten spürbar zurück. Die Kreation eines illusionären Feindbildes wird eher in die Science-Fiction-Unterhaltung verlegt, wie beispielsweise in das Krimi-Format „Tatort“ oder in Horror-Romane der Trivialliteratur wie „Die Sippe“ oder „Braune Erde“.

Da die Realität offenbar kaum Greifbares zur Verleumdung und Diskreditierung von Andersdenkenden hergibt, werden linke Wahrnehmungsblasen kurzerhand mit auch als solcher deklarierter gruseliger Anti-Rechts-Fiction aufgefüllt, um – wenn man sich schon nicht an Fakten berauschen kann – wenigstens noch die Unterhaltung zu haben, zumal sich der kreative Utopienverfasser dabei nicht strafbar macht (Kunstfreiheit).

Eine andere Nische für Wahrheitsberichterstattung ist die Kriminalisierung und damit Stigmatisierung eines politischen Gegners auf denkbar einfachste Weise: Irgendein Hansel stellt – am besten anonym – eine Strafanzeige gegen einen Mißliebigen und die Medien berichten, ganz ohne Fake-News basteln zu müssen, über diese. So titelte jetzt der Tagesspiegel: „Schwere Vorwürfe gegen AfD-Vize Andreas Kalbitz“.

Und das klingt für die Leser des linken Kampfblattes wie eine Bestätigung des eigenen Weltbildes über mädchenbegrapschende rechte Antänzer: „Die Staatsanwaltschaft Potsdam prüft Ermittlungen gegen den AfD-Landesvize in Brandenburg Andreas Kalbitz. Er soll teils minderjährige Parteinachwuchskräfte sexuell belästigt haben.“ Der Grund: Irgendjemand hat anonym Anzeige erstattet. Der vierfache Familienvater mit konservativem Sozialisationshintergrund soll sich „teilweise noch minderjährigen Jugendlichen sexuell genähert“ haben. „Wir, die Eltern eines Mitgliedes der Jungen Alternative, sind empört.“ Jaja, betroffen und auch ein Stück weit traurig.

Diese Fake-Anzeigen sind aber überaus effektiv: Kalbitz ist mit dem Sammeln eidesstattlicher Versicherungen und dem Stellen einer Verleumdungsklage beschäftigt, die Staatsanwaltschaften beschäftigen sich mit möglichen rechten Lustmolchen, während Rapefugees ungestört den öffentlichen Raum bewichsen, und die Wahrheitspresse kann den Dreck zum Werfen aufgreifen, ohne dabei auch nur eine einzige Fake-News ausgeheckt zu haben.

Aber ist dieses spannende Modell demokratischer Debattenkultur nicht auch für die Gegenseite nutzbar? Nein! Niedertracht und Haß sollten dort bleiben, wo sie hingehören: Bei den Heuchlern!

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Nachtrag: Unabhängig unserer Schlußfolgerungen kommt das Medienkritikboard PPQ anhand des Beispiels Trump zu einem ähnlichen Resumee neuer Medienleitlinien: „Die angeblichen Enthüllungen. Wiegen schwer“.

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Houellebecq

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Wer sie noch nicht gelesen hat, dem sei Michel Houellebecqs Dankesrede zur Verleihung des Frank-Schirrmacher-Preises anempfohlen. In dieser diagnostiziert er „westliche Müdigkeit und prognostiziert Europas Untergang“, beschreibt den Prozeß der Vereinzelung im Transhumanismus und die Befreiung aus den Zwangsjacken der sich selbst als „links“ bezeichnenden und im Untergang befindlichen „neuen Progressivisten“:

… vor allem ist die Linke immer aggressiver und bösartiger geworden. Es handelt sich um den klassischen Fall des in die Enge getriebenen Tiers, das Todesangst verspürt und gefährlich wird.

Passend in der Rede sind die Einflechtungen der auch im Gesamten lesenswerten Analysen Tocquevilles.

Pfaffe und Weib

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Unterwerfung

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Hat ein französischer Roman Schuld am islamistischen Blutbad von Paris, fragt die BILD-Zeitung und darf getrost vermuten, daß niemand ihrer Kundschaft diesen Roman gelesen hat. Nicht der Islamismus also trägt die Verantwortung für islamistischen Terror, sondern die Islamkritik, weil sie die Gewalttaten vorausgesagt hat.

Das Buch hat zwar, ebenso wie das Boulevardblatt, pornöse Abhandlungen, die jedoch in dem Kontext einer degenerierten Hauptperson passend eingebettet sind, greift aber auch die naheliegende Geschehensabfolge einer untergehenden Gesellschaft auf. Weitsichten, welche den in debiler Desinformation dahindümpelnden BILD-Lesern für immer verschlossen bleiben. Leseempfehlung!

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Lesewarnung

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Eine „Lesewarnung“ gibt Der Tagespiegel heraus, und zwar für das Buch Jean Raspails (Preisträger der Académie française) „Das Heerlager der Heiligen“. Der 1973 veröffentlichte und bislang in 2 Millionen Exemplaren verkaufte Roman würde ein „xenophobes und rassistisches Szenario“ verbreiten und drohe „zum Kultbuch der Pegida-Bewegung sowie anderer Rechter und Rechthaber zu werden. Falls Pegida-Demonstranten überhaupt 400-seitige Romane lesen.

Die „in den Mainstream“ einsickernden „toxischen Ideen des Buches“ fänden auf „gespenstische Weise einen Widerhall in den Parolen der Extremisten von Dresden, Nauen, Dortmund, Heidenau oder Meißen“, giftet der Lohnschreiber des Holtzbrinck-Konzerns, Christian Schröder, welcher selbst leider noch keinen Bestseller verfaßt hat. Er stöhnt: „Grausam ist diese obszöne Lieratur“.

Grausam dümmlich ist diese halbseidene Rezension eines Schmierenkomödianten, welcher behauptet:

Weniger vulgär, doch mit ähnlich militanter Verachtung urteilt auch Jean Raspail im „Heerlager der Heiligen“ über Politiker. Er nennt sie „gebügelte Silberzungen“, deren Hirne bei jeder Gelegenheit „eine süße Sahne ejakulierten“. Sie verraten das Volk, weil sie, genau wie „die große Hure der Massenmedien“, die Bedrohung durch die Fremden herunterspielen und sich zu arrangieren suchen.

Doch Raspails „Silberzungen“ beziehen sich nicht allein auf Politiker. Nachfolgend die Textstelle als Zitat aus Kapitel 14, in welchem das Wirken der Massenmedien abgehandelt wird und in dem sich Tintenspritzer Christian Schröder ertappt gefühlt haben dürften:

Es trifft nicht zu, daß die Nachricht vom Aufbruch der Flotte die westliche Welt von Anfang an beunruhigt hätte. Zunächst war das genaue Gegenteil der Fall. Überall tauchten gebügelte Silberzungen auf, deren Hirne bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine süße Sahne ejakulierten, mit der sie alles verklebten, was in ihre Reichweite kam. Die Euter dieser Milchkühe des zeitgeistigen Denkens füllten sich auch dieses Mal täglich von neuem. Sie wedelten fröhlich mit dem Schweif und ließen sich umso bereitwilliger melken, als sie eigentlich nicht wirklich glaubten, daß eine ernsthafte Krise drohte. Wenn man die Mechanismen der öffentlichen Meinung in der westlichen Welt begreifen will, dann sollte man nicht vergessen, daß sie alle Dinge unter dem Gesichtspunkt des Entertainments betrachtet und nicht an den Ernstfall glaubt. Dies gilt für die Einwandererflotte ebenso wie für jedes andere bedeutende und fremdartige Phänomen. Je größer der Informationsfluß, desto bodenloser die Ignoranz, desto lauer die Reaktionen, desto krasser die Eitelkeit der Debattierenden. Wenn sich ab und zu doch einmal ein gewisser Elan zeigt, ist er meistens vulgär und geschmacklos.

Gewiß, die öffentliche Meinung schwelgt gerne in sentimentalen Stimmungen. Die ganze Welt ist ihr ein Kino oder ein Fernsehschirm, auf dem ständig irgendwelche Seifenopern laufen. Sie badet in Gefühlen aus zweiter Hand, die ihrer Tageslaune oder dem Kalkül der Meinungsmacher entsprungen sind. Die große Hure der Massenmedien liefert uns die globalen Events direkt ins Haus, aber all das bunte Getöse soll lediglich über ein gähnendes Nichts hinwegtäuschen. Darauf könnten wir spucken, aber wir würden den Schleim um uns herum nur noch vermehren. Das Publikum beginnt zu sabbern wie Pawlow’sche Hunde, wenn es die Nachrichtensendungen sieht oder die Zeitungen aufschlägt, und verwechselt dabei seinen Speichelfluß mit Hirnregungen. Die öffentliche Meinung fördert gezielt die Trägheit des Denkens. Das ist ja auch ihre Aufgabe. Wer glaubt denn ernsthaft, daß irgendein Durchschnittseuropäer, wenn er aus der Fabrik oder dem Büro kommt, in den Neuigkeiten aus aller Welt etwas anderes sieht als eine vorübergehende Unterbrechung der monumentalen Langeweile, die sein Dasein beherrscht?

Sollte den Meinungskonsumenten gewahr werden, welch ein Szenario ihnen abseits der vorgesetzten süßlichen Filmsequenzen und Zeitungsberichte von kullernden Tränen aus traurigen Augen niedlicher Flüchtlingsbabys wirklich droht, weil da eine Riesenarmee fremder Männer einmarschiert und weitere Armeen zur Invasion bereitstehen, gäbe es für ihn ein brutales Erwachen. „Der kleine Mann schielt bereits nach Schlupflöchern und Auswegen.

Aber noch ist es nicht soweit. Im Moment ersäuft der kleine Mann zusammen mit Millionen anderen im kollektiven Zuckerschleim und läßt sich widerstandslos vom Geklingel der Massenmedien einlullen, die ihm das Denken abgenommen haben. Was für ein Konzert! Was für eine Virtuosität! Nur Schlager aus dem Repertoire der humanitären Klassiker. Alle großen Meister wurden gespielt. In den ersten Tagen erklang eine wahre Sintflut, eine Lawine himmlischer Töne, süß genug, um zu Tränen zu rühren. Nun gut: Wir werden zwar früher die Lust an dem Stück verlieren als die Chorleiter selbst, aber vergessen wir nicht, daß sie eine schwere Verantwortung tragen. Denn sie haben den kleinen Mann vorsätzlich eingewickelt. Die meisten von ihnen ahnten wahrscheinlich nicht. was sie damit anrichteten, aber die Diener des Ungeheuers wußten sehr wohl, was sie taten. Und sie leisteten ganze Arbeit.

Andere wiederum verspritzten ihre Tinte für unsinnige Argumentationen: ein beliebtes Thema war etwa die strikte Ablehnung jeglicher Zurschaustellung oder Anwendung von Härte. Das ergab keinen Sinn. Man stelle sich ein wildes Tier vor, dem vom Rande seines fetten und duftenden Urwalds her Gefahr droht. Warum soll es denn nicht brüllen und die Zähne fletschen, zumal diese einfache Demonstration seiner Gefährlichkeit meistens genügt, um den Angreifer abzuschrecken? Manchmal mischten sich gewisse moralische Skrupel in die epidemische Rückgratlosigkeit der Kommentare. Das waren die schlimmsten Feiglinge. Sie bekamen ein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht mit den Wölfen heulten und nicht mit den Pharisäern heuchelten, oder auch nur, wenn sie unfreiwillig in Verdacht gerieten, daß sie selbständig denken konnten. Am meisten fürchteten sie den erhobenen Zeigefinger des Weltgewissens, das jeden anklagte, der sich nicht eifrig genug am allgemeinen Verrat beteiligte.

Ach! Was für ein geistreiches Federvieh, was für vortreffliche Phrasendrescher hatten wir doch in diesen Tagen unserer Galgenfrist!

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Heerlager (I)

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Gestern das „Heerlager der Heiligen“ angefangen zu lesen. Keine blumige Prosa, eher ein hölzerner Zustandsbericht, der in den 1970ern freilich noch als Science Fiction gedacht war. Der französische Schriftsteller Jean Raspail berichtet über die Anlandung von Millionen verhärmter, halbverhungerter Inder an der Südküste Frankreichs. In der Vorhersehung sind insbesondere die exemplarischen Charaktere interessant, welche die Psychodynamik der heuer handelnden Protagonisten in frappanter Übereinstimmung widerspiegeln.

Der Text beginnt sogleich mit dem Blickwinkel eines Literaturprofessors, welcher in einem ehrwürdigen Haus an der Küste zwischen angehäuften Requisiten lebt und die Anlandung der Invasoren direkt miterlebt. Interessiert, aber emotional teilnahmslos. Er ist ein Vertreter des alten Europas, also jenes der Kultur, der Ästhetik, des Feingefühls für tiefere Fäden zwischen Vergangenheit und Zukunft. Er läßt die Augen in seinem dreihundertjährigen Hause umherschweifen:

… Dafür brauchte er viel Zeit, denn er verweilte lange bei jedem Gegenstand. Jeder Blick war für ihn wie ein Liebesakt. Manchmal kamen ihm die Tränen, Tränen der Freude. Jeder Winkel dieses Hauses erzählte von der Würde derer, die es bewohnt hatten, von ihrer Lebensart, ihrer Weisheit, ihrer Bescheidenheit und ihrem Geschmack für Traditionen, deren Segen sich nur dann entfalten kann, wenn man nicht aufhört, sie zu respektieren. Die Seele des alten Herrn, wohnte in den Bucheinbänden, den bäuerlichen Möbeln, in der Madonna aus Holz, in den großen, geflochtenen Stühlen, in den Keramikfliesen, in den Deckenbalken, in dem elfenbeinernen Kruzifix, das in einer Kiste aus getrocknetem Buchsbaumholz aufbewahrt wurde, und in hundert anderen schönen Dingen. Gegenstände erziehen den Menschen besser als Ideen. Die Ideen waren es, die den Menschen des Abendlandes dazu gebracht hatten, sich selbst zu verachten. … wobei er [der abendländische Mensch; sic!] dumpf ahnte, daß seine Selbstaufgabe bereits mit dem von ihm verschuldeten Ausfluß all der Häßlichkeiten begonnen hatte, die es nicht wert waren, verteidigt zu werden. Vielleicht war das eine Erklärung?

Fixe Ideen waren es, die im Ausklingen der kulturellen Sinnstiftung Europas hin zu einer funktionistischen Euro-Technokratie monetär alimentiert wurden, zwischen visionären Hippies, die das Erbe ihrer Eltern verkifften, und sozial engagierten Linksextremisten, die Staats(steuergelds)knete kassierten und verteilten. Zwischendrin Partys, Discos, Festivals, Gendermainstreaming, Weltreisen, Öko, Yoga, Antirassismus, Jubel, Trubel, Heiterkeit – ein verlottertes Wohlfühlumfeld, grell, aber hinter den bunten Kulissen umso hohler.

Die höheren Weihen der Lebensumstände der letzten Bewahrer, wie jenen des Literaturprofessors, sind den Vielzuvielen unbegreiflich; diese Selbstverständlichkeit, tief in einer Vergangenheit langsam fließend leben und sich auf einen ewig-wahren Kristallisationspunkt berufen zu können, in der hektischen Momentaufnahme urbaner Schnellebigkeit abseitig und vergessen zu sein, umso tiefer aber auch in die Zukunft greifend. Verdächtig, wer über solch eine Bastion des Eigenen verfügt, die den Entwurzelten fremd, ja ungeheuerlich erscheinen muß, eben weil sie spüren, nie in ihren Genuß zu kommen, entweder aus Unfähigkeit oder Faulheit oder anderen angeborenen und sozialen Defekten.

Sich auf ein eigenes Refugium zu berufen, das ist für die Refugee-Welcome-Schreihälse bereits ein Verbrechen in toto, denn „Heimat ist scheiße!“ Und so ist es verständlich, daß die in der Erosion des Abendlandes immer weniger werdenden feinfühligen Menschen ihre Bezüge außerhalb des Greifbaren suchen, zuletzt der Dramatiker Botho Strauß in der Traditionslinie „von Empfindungs- und Sinnierweisen, die seit der Romantik eine spezifisch deutsche Literatur hervorbrachten“.  Dabeierneuert er einen Gedanken, mit dem sich große Geister oft über ihre dürftige Zeit hinweggetröstet haben: daß ihre eigentliche Gegenwart all die Geistesverwandten der vergangenen Jahrhunderte seien, mit denen man so etwas wie einen überzeitlichen Geheimbund geschlossen hat.

Doch zurück zum Zitat: Davon einmal abgesehen, daß das elfenbeinerne Kruzifix, in einer Kiste aufbewahrt, auch ein Wink auf Herkunft und Gegenwert ist (Kolonialismus und Mißachtung), so ist der verteidigungsunwürdige Ausfluß an Häßlichkeiten und Einfältigkeiten gewiß eine Erklärung für die Niedertracht der herrschenden Zustände. Uns fiel bereits angesichts der letztjährigen Negeraufmärsche in Hamburg auf, wie ähnlich in Kleidung und Gebaren sich der Schwarzen hellhäutige Butler und Dirnen gerierten: Jeans, buntbedruckte Kleidung aus ostasiatischer Textilausbeuterei, ausdruckslose Gesichter: Niemandsseelen. Typen, die mit Recht grölen: „Wir sind alle gleich!“ Und genau eine solche Type taucht, in freudiger Erwartung der Invasoren, bei dem Literaturprofessor im Roman auf:

… Er hatte lange Haare, blond und schmutzig, trug Jeans und abgenutzte Turnschuhe. Sein Blick verriet eine schlappgewordene Seele. Damit war er ein ziemlich typisches Exemplar jener randständigen Parasiten, die Europa heute zu Hunderttausenden absondert und die in seiner Brust zum Krebsgeschwür einer Art dritter Welt von innen herangewachsen sind.

Dieses Furunkel, seines Ausgeschlossenseins aus allem Ehrwürdigen, Sinnlichen und Heroischen und damit seiner Minderwertigkeit bewußt, erwartet die Ankunft „einer Million Christusse, die morgen auferstehen werden“ mit heißer Erregung. Denn: „Morgen wird man das Land nicht mehr wiedererkennen. Es wird wie neu geboren sein.

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Dieser Erlösungsgedanke ist auch in der institutionell und medial hofierten Refugee-Welcome-Sekte virulent: Wir selbst trafen in einer bundesrepublikanischen Großstadt vor einigen Wochen eine kinderlose Lehrerin in den besten Wechseljahren, welche während eines längeren Zwiegesprächs meinte: „Das sind Engel, die zu uns geschickt werden.

Das schmutzige Exemplar aus dem Roman hofft, seine zur Unerträglichkeit gesteigerte, gefühlte oder indoktrinierte Minderwertigkeit kompensieren zu können: „Mit der ersten, die sich anbietet, werde ich ein Kind machen, ein dunkelhäutiges Kind. Dann bin ich ihresgleichen“ und begründet sein sehnsüchtiges Wollen mit miefigen Instinkten: „Weil ich dies alles hasse. Weil das Weltgewissen verlangt, daß man dies alles haßt.“ Er meint das Abendland, allerdings jenes der ihm bekannten Verfaßtheit, in welche er selbst ein- und ausgespült wurde und die er mitverursacht, und dem tiefer nachzuspüren ihm nie eine Gnade zuteil wurde.

Und auch das wirft ein Abbild auf die Refugee-Welcome-Industrie, welche mit Moralin und Mitleid hausiert, die Aufnahme aller Milliarden Hungernder nach Deutschland fordert, um sie – in was eigentlich? – zu integrieren, aber die handfesten Kosten und Probleme auf die Allgemeinheit abwälzt: In großzügiger Verteilungsmentalität schwadroniert das im Auflösungschaos plötzlich an der Oberfläche schwimmende parasitäre Exemplar: „… außerdem gehört jetzt alles mir. Ich bin sozusagen ein König und werde ihnen mein Königreich schenken.“ So, wie die realexistierenden Fluchthelfer & Co. den Gierenden dieser Welt Deutschland und Europa schenken, ohne zu diesem selbst etwas wirklich Wertstiftendes beigetragen zu haben.

Aber es gibt im Roman auch welche, die sich tatsächlich in Bescheidenheit üben. So veräußert der amtierende Papst all die von der katholischen Kirche über Jahrhunderte angehäuften Schätze zugunsten der Bedürftigen der Dritten Welt. Aber:

Moralisch gesehen hatte er bloß seinen Reichtum aufgedeckt. … Die Dritte Welt machte ihm daher auch schnell Vorwürfe, und er verlor jede Glaubwürdigkeit. Seitdem war seine Heiligkeit infolge selbstgewählter Mittellosigkeit in ihrem öden, schäbigen Palast herumgeirrt und schließlich in einer leeren Wohnung wie ein armer Landpfarrer gestorben. Auf einem eisernen Bettgestell … leider nicht am Kreuz vor dem versammelten Volk, wie er es gern gehabt hätte.

Aber wir greifen mit dem letzten Absatz voraus auf die realexistierende Geschichte. Die Fortsetzung folgt, wir sind in dem Buch erst auf Seite 38 von 413.

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