Aufatmen

Lageberuhigung

Daß das gute Deutschland nach dem Niedergang einer empörten und empörenden Bürgerbewegung seinen alten Glanz zurückerhalten habe, meint der FAZ-Kommentator Johann Otto:

Nach den wenigen Tagen politischer Erschütterung der Republik, über Nacht ausgelöst an einem kühlen Herbsttag – mit Spaziergängen zur Bekräftigung rechtsextremistischer Forderungen wie: geltendes Recht sei anzuwenden, und deutschlandweitem Fall der Blätter. Das ist nun ausgestanden und ausgesessen. Wieder läßt sich sagen, ein besseres Deutschland finden wir nirgendwo – und das geläuterte Sachsen gehört auch dazu. Niemand muß mehr einen Lichtschalter am Kölner Dom umlegen, keiner zum Brandenburger Tor aufbrechen, um sich unterzuhaken, niemand mehr als Politiker privat an Pressekonferenzen teilnehmen, Mandat baumelte am Garderobenständer – alle bleiben wieder zu Hause und holen ihr Strickzeug heraus und schauen nebenbei Demokratiefernsehen mit frisch geschnittenen Clips. Ich habe mich auch ein bißchen gebessert. Meine Bundeskanzlerin noch immer im Ohr, nicht den kalten Verführern mit den falschen Herzen zu folgen, werde ich einsichtsvoll das nächste mal wieder Ost-CDU wählen.

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Legida die Dritte

xx-gida

Man muß nicht mit allen Thesen von xx-gida übereinstimmen, und kann doch diese Art der Protestform spannend finden, weil sie viel über den Zustand des Rechtsstaates und seiner Bewohner aussagt. Natürlich genießt jeder das Recht, zu demonstrieren, und jeder hat ebenso das Recht, dagegen zu protestieren. Der gleichzeitige Auftritt von Demonstranten und Gegendemonstranten würde bestens funktionieren, wenn sich alle Seiten friedlich verhielten. Bei einer gesitteten Bevölkerung könnte man sich sogar vorstellen, daß zwei Demonstrationszüge direkt und ohne Polizeischutz aneinander vorbeiziehen, sich die jeweiligen Teilnehmer vielleicht grimmig ansehen, aber ansonsten an die rechtsstaatlichen Spielregeln halten: Keine Gewalt, keine Provokationen und keine Beleidigungen. Und im Nachhinein erwartet keine Seite eine Parteilichkeit in der Berichterstattung oder durch die Obrigkeit. Das wäre wohl eine mustergültige, zivilisierte Demokratie.

Was in Leipzig hinsichtlich der LEGIDA-Bürgerbewegung abläuft, ist hingegen einer maroden Bananenrepublik würdig: Ein Bürgerbündnis von Organisatoren, die nie extremistisch auffielen und auch keine extremistischen Forderungen stellen, aber die Agenda der Mächtigen kritisieren, wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln plattgewalzt. In offenbar gleichgeschalteten Medien werden sie mittels wahrer oder unwahrer Details aus ihrer Vergangenheit diskreditiert, eben diese Medien verunglimpfen die Teilnehmer insgesamt mit den bewährten Floskeln. Die Obrigkeit stachelt ihre Untertanen zu Blockaden auf und versucht die Ursprungsdemo logistisch zu torpedieren; sie läßt ihre Getreuen mitsamt einer alimentierten Knüppelgarde einen Ring um den Veranstaltungsort schließen. Potentielle Teilnehmer kommen entweder nicht durch den Kordon oder werden durch eine Gasse grölender, spuckender und randalierender Kretins geführt. Terroristen legen öffentliche Verkehrsmittel lahm, um die Anreise von Demonstranten zu verhindern.

Beispielhafte Meldungen aus den Livetickern des 3. LEGIDA-Aufzuges: „Antifa-Anhänger greifen in der Universitätsstraße Polizei mit Feuerlöscher und Farbbeuteln an“ oder „Derzeit ist nur der Weg über den Georgiring frei. Mit Sturmmasken maskierte Linksautonome greifen in kleinen Gruppen immer wieder blitzschnell LEGIDA-Anhänger an“, um dann zu höhnen: „Bisher sind kaum 500 Menschen bei der LEGIDA-Versammlung.

guerillataktik

Am Ende waren es wohl nur 1.500 bis 3.000 Teilnehmer (in den Vorwochen 5.000 bzw. 15.000) und bei den gewalttätigen Gegendemonstrationen 5.000 (30.000 bzw. 20.000). Um die Teilnehmerzahlen der letzten Woche gab es noch einigen Streit. So wurde das Zählsystem der Polizei infrage gestellt und anhand einer Luftaufnahme – wann immer die auch geschossen wurde – der Nachweis zu führen versucht, daß es sich nur um wahlweise 9.000, 5.000 oder 400 Teilnehmer gehandelt habe. Die eifrigen Hobbyforensiker aus dem Rotlichtmilieu vergaßen dabei geflissentlich, daß auch die 20.000 Gegendemonstranten nach der Zählmethode der Polizei erfaßt wurden und somit um den gleichen Faktor verringert werden müßten.

Es war abzusehen, daß Oma Ilse, Azubi Alexandra, Student Felix oder Onkel Gerhard angesichts der ausufernden Gewalt lieber zuhause bleiben würden und die Demonstranten auf junge Männer vom Schlage Hooligan-Kalle zusammenschrumpfen, auf stiernackige Typen, welche es durchaus auch darauf anlegen, sich mit den freilaufenden Kettenhunden der gesponsorten Connewitzer Szene herumzukloppen. In der letzten Woche soll sogar einem Kampfpresse-Journalisten die Kamera zu Bruch gegangen sein, als ihm ein LEGIDA-Hooligan ein Bein stellte. Dieser maßlose Gewaltakt war den Gleichstrommedien bedeutend wichtiger, als die von Linksextremisten zerstörten Bahnanlagen, malträtierten Polizisten, verletzten Demonstranten und demolierten Pkw.

Allerdings gab es in der letzten Woche auch erstaunlich friedliche Szenen. Im Netz ist der komplette Videomitschnitt der Aktion eines bärtigen Mannes zu sehen, welcher wenige Meter vor den Demonstrationszug von LEGIDA sprang und wie ein Torero mit einer Schwulenfahne wackelte. Mindestens acht Mal schrie er: „Kommt her!“, die Menge antwortete defensiv mit „Hau ab!“, bis sich ein Ordner erbarmte und auf ihn zuging. Die Polizei war schneller und drängte den Mann ab. Die gewünschten Bilder einer Prügelei konnte der Provokateur demnach zwar nicht liefern, dennoch durfte die Lügende Verblödungszeitung (LVZ) aus dem Vorfall noch ein Heldenepos stricken und dichten: „Die Polizei muss einschreiten und den Protestierer vor der aufgeheizten Menge retten“. Wenn die dümmliche Leserschaft schon nicht mit Gewaltopfern gefüttert werden kann, dann wenigstens mit gerade noch entronnenen und geretteten Edelingen.

Wenn die xx-gida-Proteste eines offenbaren, dann, daß die angeblich pluralistische Kampfpresse erstaunlich einheitlich Stellung bezieht, und zwar immer im Sinne der Machthaber; und daß sie an der Wahrheit sowie einem Teil der Bevölkerung vorbei berichterstattet. Daß es seitens der Obrigkeit keinerlei Verständnis für Bürgerproteste gibt, ja, daß diese nicht geduldet werden. Daß der Rechtsstaat nur noch rudimentär funktioniert, daß es immerhin Zehntausende sind, die sich friedlich gegen eine verordnete Agenda versammeln, aber immer noch ebenso Zehntausende, welche den Aufforderungen der Obrigkeit zu Blockaden Folge leisten. Und daß den friedlichen Teilen beider Gruppen schnell der Atem ausgeht, wenn sich Erfolge nicht sofort einstellen.

Was alles könnte die verblichene DDR-Staatsführung aus diesen Vorgängen lernen! Die Obrigkeit hätte 1989 in Leipzig zwar nicht knüppeln können – das hätte sie im Ausland und bei den eigenen Bürgern diskreditiert – aber Betriebskampfgruppen in Zivil hätten einigen Hundert oder auch Tausend Montagsdemonstranten derart zusetzen können, bis sich bei den folgenden Aufläufen tatsächlich nur noch die vielbeschworenen „Rowdys“ und „Asozialen“ versammeln. Die DDR-Presse hätte diese obskure Teilnehmerschaft und deren Wortführer dann locker diskreditieren und als abschreckend vorführen können. Sie hat nicht rechtzeitig und sie hat nicht den Erfordernissen eines Medienzeitalters entsprechend gehandelt.

Der Stichtag für den Untergang PEGIDAs war die Talg-Runde bei dem Jauche-Moderator. Bis dahin waren die schweigenden und stetig wachsenden Proteste in Dresden ein Mysterium, die Protagonisten nicht wirklich angreifbar. Dennoch hat diese Bürgerbewegung für die Demokratie einen herausragenden Beitrag geleistet. Sie hat zehntausende, ja eigentlich hunderttausende Bürger zu einer Abstimmung mit den Füßen mobilisiert und viele Masken heruntergerissen, demokratische Defizite auch für schlichtere Gemüter sichtbar gemacht und Millionen Menschen zu einer Positionierung gezwungen. Auf der Oberfläche wird demnächst wieder Ruhe einkehren, denn der Kessel hat nur kurz gepfiffen und das Loch wurde mit aller Gewalt und Raffinesse zugestopft. Das allerdings ist keine Gewähr dafür, daß er demnächst nicht an anderer Stelle aufplatzt oder gänzlich explodiert.

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Schlechter Ruf

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Die Montagsdemonstrationen asozialer Elemente haben nach Ansicht von Außenminister Oskar Fischer das Ansehen der DDR in der Welt beschädigt. „Bei uns wird unterschätzt, welchen Schaden die reaktionären und kapitalistischen Sprüche und Plakate der Montagsdemonstranten schon jetzt angerichtet haben“, sagte Fischer dem Neuen Deutschland. „Ob wir das wollen oder nicht: Gerade bei diesen Fragen blickt die Welt mit großer Aufmerksamkeit auf die sozialistische DDR.

Es gehe nun darum, dem schlechten Ruf entgegenzutreten, sagte der Minister weiter: „Wir werden immer wieder klarmachen, daß diese Rowdys eben nicht die schweigende Mehrheit sind und die DDR ein fortschrittliches Land ist und bleibt, das sein Errungenes und Erreichtes weiterbaut und die Früchte seinen Werktätigen zu Gute kommen läßt.“ Bei seinen zahlreichen Besuchen im Ausland seien die Montagsdemonstrationen häufig Thema: „Ich werde ständig darauf angesprochen. In vielen Ländern wird das, was sich auf unseren Straßen abspielt, sehr genau verfolgt. Umso wichtiger ist es, daß wir klar und deutlich sagen: Diese paar Tausend Schreihälse sprechen nicht für die friedlichen Bürger der DDR.

Einen Dialog mit den Verantwortlichen der Demonstrationen lehnte Fischer entschieden ab: „Ich rede mit Menschen, die enttäuscht sind, Sorgen haben und sich benachteiligt fühlen, so wie das viele andere Politiker auch tun. Aber ich habe keine Lust, mit den selbst ernannten Funktionären zu sprechen.

Zugleich kritisierte der Minister „diese Attitüde des Neuen Forums, das behauptet, man dürfe in der DDR nicht alles sagen oder niemand würde einem zuhören“. Dies sei nicht wahr. Derartige Aussagen dienten letztlich nur als Vorwand, um Ängste zu schüren, sagte der Minister. „Dazu gehört leider auch Hetze gegen Staatsführung und Staatssicherheit.

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Bild oben: Außenminister sorgt sich um guten Ruf, Bild unten: Demonstranten sorgen für schlechten Ruf.

Leipzig die Zweite

neue-freiheit

Den Aufruf der Leipziger Volkszeitung – das Blatt einer Medienholding mit SPD-Anteilen und stetig sinkender Auflage – den LEGIDA-Bürgerprotesten „den Weg zu versperren“, nahmen sich Linksterroristen zu Herzen: Sie verübten Anschläge auf Kabelschächte auf der Bahnstrecke Dresden-Leipzig, um möglichen Demonstrationsteilnehmern die Anreise zu erschweren. Auch zwei Kabelschächte des Leipziger Citytunnels wurden demoliert, so daß der S-Bahnverkehr teilweise zum Erliegen kam.

Die Leipziger Mafia, eine an Steuertröpfen hängende Seilschaft aus Politkaste, Kirchenbonzen, Kulturbürokratie, Pseudowissenschaftskombinaten und linksextremistischen Schlägerbanden, organisierte insgesamt 19 „Gegendemonstrationen“ mit dem Ziel, „die Zugänge zu der Legida-Kundgebung auf dem zentralen Leipziger Augustplatz zu versperren“. Der Polizei kam die undankbare Aufgabe zu, das grundgesetzlich verbriefte Demonstrationsrecht für die „komische Mischpoke“ (Özdemir) von Bürgern mit friedlichen Anliegen wenigstens rudimentär zu gewährleisteten. „Dabei kam es immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei .. Feuerwerkskörper und Flaschen flogen, mehrere Beamte wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Linksextremisten randalierten, während ihre Führer organisierten: Diese ließen an dem Versammlungsplatz der Oppositionellen die Lichter öffentlicher Gebäude ausschalten (Leipziger Oper und Gewandhaus). Die extremistischen Kettenhunde nutzten die von der Bonzokratie organisierten Gelegenheiten, um Flaschen, Steine und Blumentöpfe auf den LEGIDA-Demonstrationszug zu werfen.

Besonders grotesk ist die Schilderung, nach welcher der aus dem antideutschen Milieu ausgestiegene Publizist Jürgen Elsässer auf der LEGIDA-Bühne resümierte: „Wie kann es sein, dass jeder Obama-Auftritt perfekt geschützt wird und unsere Spaziergänge nicht? Mein Herz schlägt heute noch links, aber mit diesen rotlackierten Terroristen aus Connewitz will ich nichts zu tun haben.“ Während dieser Worte wurde er von einem Laserpointer angepeilt.

Hunderte Menschen dürften nicht zur LEGIDA-Versammlung durchgedrungen sein, Tausende werden sich im Vorfeld von den vorhersehbaren Gewaltexzessen haben abschrecken lassen. Dennoch sind die Teilnehmerzahlen beeindruckend: „Die Stadt Leipzig spricht von 15.000 Teilnehmern bei der Legida-Kundgebung und 20.000 Gegendemonstranten.“ Im Vergleich zu den Veranstaltungen in der vergangenen Woche hat sich LEGIDA also verdreifacht, während das „breite Bündnis“ der Leipziger Mafia auf zwei Drittel abgesackt ist. Das gibt Hoffnung: LEGIDA hat für die nächsten 5 Wochen Protestzüge angemeldet.

Nachtrag 22.01.2015: Gemäß unzähliger Berichte müssen es doch mehr Menschen sein, die nicht zur LEGIDA-Demonstration durchkommen konnten und um den Kordon an „Gegendemonstrationen“ herumliefen. Vermutlich wurden dementsprechend auch bei der Zählung tausende Menschen, die zu LEGIDA wollten, der Leipziger Mafia zugeschlagen.

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Leipziger Mafia

freiheit

Gut 25 Jahre, nachdem in der Leipziger Volkszeitung gefordert wurde, „staatsfeindlichen Provokationen gewissenloser Elemente“ in Form von einigen Hundert friedlichen Montagsdemonstranten notfalls „mit der Waffe in der Hand“ entgegenzutreten, fordert dasselbe Blatt nunmehr, einer ebenso friedlichen und diesmal sogar genehmigten Bürgerdemonstration „den Weg zu versperren“.

Die aus öffentlichen Mitteln gesponsorte linke Leipziger Hautevolee zeige „sich überzeugt, dass Menschen auch 2015 bereit seien“, die demokratischen Proteste der steuerzahlenden Bildungsbürger unter dem Motto „Legida läuft nicht“ zu verhindern – was freilich ein offener Aufruf zu einer Straftat ist.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) bezog bereits Stellung und will „unsere Demokratie“ nicht „infrage gestellt“ wissen. Damit meint er jedoch nicht, daß er die Blockadeaufrufe gegen grundgesetzlich besonders geschützte Protestzüge verurteile, sondern diese Proteste selbst. Die von LEGIDA postulierten Forderungen, nur bedürftige Flüchtlinge aufzunehmen, aber Asylbetrüger umgehend auszuweisen, wären fremdenfeindlich, während die Feststellung, nichts gegen friedliche Muslime zu haben, wohl aber etwas gegen Islamisierungstendenzen, eindeutig islamfeindlich sei.

Bereits beim ersten Spaziergang des LEGIDA-Bürgerbündnisses hatten sich gemäß Stadtsprecher mehr als 30.000 teilweise aus umliegenden Städten mit Bussen und Zügen herangekarrte Personen gegen die demokratische Bürgerbewegung aufstellen lassen. Daran beteiligten sich auch Hunderte Linksextremisten, welche – verwirrt nach jahrelanger Indoktrination bei gleichzeitigem Rauschgiftmißbrauch – vermeintliche Gegner überfielen und mehrere Fahrzeuge zertrümmerten. Diese vom propagandistischen Sog gegen die LEGIDA-Bürger aufgepeitschte Meute randalierte auch einige Nächte später in der Innenstadt, beschmierte das Bundesverfassungsgericht, demolierte Polzeifahrzeuge und warf beim Amtsgericht Dutzende Scheiben ein.

Die Leipziger Volkszeitung berichtet nun, daß selbst die Auslandspresse mittlerweile ein schlechtes Bild von Leipzig zeichne, aber nicht wegen der linksextremistischen Terroristen, die mit brutaler Gewalt staatliche Einrichtungen angreifen, und auch nicht wegen der sich extremistisch-totalitär gebärdenden, die Stadt kontrollierenden und in hohen Ämtern eingenisteten Mafiabande, sondern wegen der friedlichen Bürgerproteste, welche sich unter anderem gegen Gesetzes- und Amtsmißbrauch wenden.

Nachtrag 19.01.2015: Die Leipziger Gewerkschaft der Polizei findet klare Worte „gegen das mit unlauteren Mitteln spielende Establishment und die Stadt Leipzig“ welches „auch die ‘Allianz der Scheinheiligen’ im Schlepptau hat, die sich der militanten extremistischen Szene bedient, um das, was Herren in weißen Hemden und mit Krawatte nicht dürfen, in die Tat umzusetzen“. Die Gewerkschafter meinen, daß man als Polizist die Wahl habe, „rechtswidrigen Widerstand der politischen Mitte oder rechtmäßige Meinungsäußerung rechter Gruppierungen und Protestbewegungen gut zu finden“, aber irgendwann der Gedanke der Rechtsstaatlichkeit „nicht mehr mit der etablierten Politik verbunden“ würde. „Oberbürgermeister Jung, Ordnungsbürgermeister Rosenthal, Pfarrer a.D. Wolff und so mancher mobil Machender tun gut daran, sich mal wieder daran zu erinnern, was Rechtsstaatlichkeit auch im Unangenehmen bedeutet.

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Superintrigant

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Es ist gemäß Gerichtsurteilen legitim, Gegendemonstanten auf Hör- und Sichtweite einer genehmigten Demonstration heran zu lassen, wobei natürlich fraglich ist, welche metrische Entfernungsangabe dieser „Hör- und Sichtweite“ zugeordnet ist. Der Behindertenbeauftragte der Stadt Leipzig forderte, daß auch die Kurzsichtigen und Hörgeschädigten unter den LEGIDA-Demonstranten einen Anspruch auf gewaltbereite Gegendemonstranten haben und daß diese bis auf wenige Meter an den genehmigten Demonstrationszug heran dürfen, und zwar bis auf Wurf- und Spuckweite.

Es ist aber wiederum eine Straftat, genehmigte Demonstrationen zu behindern oder gar zu blockieren. Ab wann die Behinderung einer Demonstration gegeben ist, erläutert ebenfalls der Behindertenbeauftragte Leipzigs: „Keine Behinderung ist es, mittels aufgepeitschter Menschenmassen die Zugangswege zur Demonstration zu versperren, denn jeder LEGIDA-Teilnehmer kann auch gewaltbereite Gegendemonstranten höflich um Durchlaß bitten. Auch ist es keine Behinderung, den Demonstrationszug elektroakustisch mit dem Ziel zu beschallen, die Forderungen der Demonstranten zu übertönen, denn sie können diese auch – möglichst in Blindenschrift – auf Pappschilder malen.“ Schilder, welche sie wiederum allerdings erst einmal durch den Kordon von Gegendemonstranten hindurch schmuggeln müssen.

Die „komische Mischpoke“ (Göbbels) der oppositionellen Bürgerrechtsbewegung LEGIDA kocht ob dieser eindeutigen Gesetzeslage des demokratischen Rechtsstaates. So lehnten sie es „in einem 90 minütigen Gespräch“ mit der städtischen Verwaltungsbehörde ab, noch einmal die alte Route zu laufen: „Sie wollten uns, trotz aller Personen- und Sachschäden, am 19.1., wieder in das Waldstraßenviertel schicken. Das haben wir kategorisch abgelehnt. Wir haben uns, bezeugbar durch alle 12 anwesenden Personen, auf eine Route geeinigt!

Einen Tag später präsentierte die Behörde jedoch eine neue Sachlage: „Es hätte sich im hohen Hause, beim Ausräumen einer Schublade, eine, im Namen des Superintendenten der Thomaskirche gefertigte, ERSTANMELDUNG für unsere Route angefunden, auf Grund derer wir unser Recht auf die ausgewählte Route nicht ausüben könnten.“ Natürlich haben Erstanmeldungen immer Vorrang, vor allem, wenn sie zufällig in alten Schubladen gefunden werden.

Der Behindertenbeauftragte erklärte gegenüber unserem Magazin: „Der seinerzeitige Superintrigant hatte bereits im September 1989 bei der SED-Bezirksleitung diese Strecke für alle Montage der kommenden 100 Jahre gebucht und die DDR-Montagsdemonstrationen nicht nur in Leipzig, sondern für alle Bezirks- und Kreisstädte ordnungsgemäß angemeldet. Das ist zu berücksichtigen.

Die selbsternannten Patrioten Leipzigs schäumen nun vor Wut und wollen ihre „angeblichen Montagsdemonstrationen“ (MDR Sachsen) auf die freien Mittwoche verschieben, zu deren Teilnahme sie „alle Bürger in Deutschland“ aufrufen:

… wir haben für nächste Woche, den 21. Januar, einen Spaziergang angemeldet, für ALLE die sich unter dem Namen Pegida vereinigt fühlen. Wir laufen den historischen 89 iger Ring um Leipzig. WIR ZEIGEN DEUTSCHLAND UND DER WELT: „WIR SIND DAS VOLK!“ DATUM: 21.01.2015 18:30UHR, Montags Dresden, JEDEN MITTWOCH LEIPZIG! TREFFPUNKT: Augustusplatz Leipzig

Die Leipziger Volkszeitung antwortete umgehend auf diese freche Provokation:

LVZ_Montagsdemo
Die Kampfgruppen übten bereits und verwüsteten die Leipziger Innenstadt.

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Bildungsbürger

pegida-dumm

Neue Erkenntisse aus dem VEB Wissenschaftskombinat Dresden: Auf der Suche nach den in der sogenannten „Lügenpresse“ angeprangerten  dumpfbackigen Rassisten-Losern aus Dresden tauchten mutige Wissenschaftler für eine Milieustudie mit hunderten Fragebögen in die sogenannte „komische Mischpoke“ (Özdemir resp. Göbbels) der „Neonazis in Nadelstreifen“ (NRW-Innenminister Jäger),  „Chaoten“ (Bundespräsident Gauck) und „Rattenfänger“ (Sachsens Innenminister Ulbig). Was sie herausfanden, ist phänomenal:

Der typische Pegida-Demonstrant ist demnach 48 Jahre alt, männlich, aus Sachsen, gut ausgebildet und verfügt über ein für sächsische Verhältnisse leicht überdurchschnittliches Einkommen. Nur 2 Prozent seien ohne Beschäftigung oder arbeitssuchend. Der Anteil der Rentner liegt bei 18 Prozent. Fast die Hälfte sind Arbeiter oder Angestellte. Beamte sind kaum darunter (3 Prozent).

Die Beamten müssen, schon von Amts wegen, bei den staatlichen Gegendemos aufmarschieren. 28 Prozent der PEGIDA-Teilnehmer hätten nach dieser Untersuchung einen Hochschulabschluß, 16 Prozent das Abitur. 70 Prozent der befragten Demonstrationsteilnehmer sind Steuerzahler und führen als Hauptmotiv für die Teilnahme an PEGIDA-Demonstrationen nicht „niedere Instinkte“ oder „perversen Fremdenhaß“ an, sondern in erster Linie eine generelle „Unzufriedenheit mit der Politik“ und an zweiter Stelle Kritik an „Medien und Öffentlichkeit“.

36 Prozent gaben an, aus Dresden und Umgebung zu kommen. Weitere 38 Prozent kommen aus anderen Teilen des Freistaats. Der Anteil von Teilnehmern aus anderen ostdeuten Bundesländern liegt bei nur 9 Prozent. Aus dem Westen reisten 6 Prozent der Befragten zum Demonstrieren an.

Bleiben noch 11 Prozent Teilnehmer übrig, die entweder aus dem Ausland kommen (leider keine Prozentangabe) oder diese Aussage verweigerten. Die von den Gleichstrommedien synchron orchestrierte Ausländerfeindlichkeit scheint bei PEGIDA also doch nicht sehr ausgeprägt zu sein.

In den Befragungen kommt die Wahrnehmung einer tiefen Kluft zum Ausdruck: zwischen den Massenmedien, der veröffentlichten Meinung und der etablierten Politik auf der einen Seite und den Problemen des Bürgers und dem “Willen des Volks” auf der anderen Seite.

Die Mopo24 schlagzeilt nun: „Die Wahrheit über PEGIDA“. Die durch das „Unwort des Jahres“ gedemütigte, weitgehend gleichgeschaltete „Lügenpresse“ will nun in sich gehen, zukünftig etwas weniger Hetze gegen die PEGIDA-Demonstranten betreiben und wenigstens tendentiell einige Fünkchen Halbwahrheiten häppchenweise in den Lokalteilen berichten, wenn irgendwann Weihnachten auf Ostern fallen sollte.

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