Kolonie Ungarn

Ungarn Kolonie

Es soll bezeichnend für den totalitären Charakter des Orban-Regimes in Ungarn sein, daß seine Partei Fidesz dank des Mehrheitswahlrechts für 44 % der abgegebenen Stimmen 66 % der Parlamentssitze erhält. Die BRD-Gleichstrompresse beschwört demokratischere Zeiten: Im Jahr 1994 bspw. erhielt das sozialliberale Parteienbündnis MSZP mit 33 % der abgegebenen Stimmen über 50 % der Parlamentssitze.

Die Jobbik-Partei konnte ihr Ergebnis um 4 % auf 21 % steigern und ist damit „die erfolgreichste rechtsextreme Partei in ganz Europa“.

Daß die Zigeuner(!)-Partei Magyarországi Cigány Párt (MCP) lediglich 0,19 % der Stimmen bekam, liegt sicherlich daran, daß echte Zigeuner nur eine Sinti- und Romapartei wählen würden, da sie nicht als „Zigeuner“ diskriminiert zu werden wünschen.

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Von Sinnen

Ich möchte mein altes Deutschland wiederhaben“, klagt der in den 1960ern in die BRD eingewanderte Migrationshintergründler Akif Pirinçci im Zentralen Demagogie Fernsehen (ZDF), „es war so toll, dieses Land, absolut toll.“ Er wünsche sich wieder ein Land, in dem er „sich nicht im Orient oder im Iran fühle.

Der Buchschreiber mit der sexistisch inspirierten Fäkallyrik, welche den herrschenden Zuständen durchaus angemessen ist, stieg mit seinen unverblümt ausgesprochenen Tiraden zum Sternchen am Himmel der „schweigenden Mehrheit“ auf. Er konstatierte in der nachträglich zensierten Staatsfunksendung bezüglich seiner Einwanderung: „Ich bin hierhergekommen, weil das besser war als dort, woher wir stammten.

Das aber sagen jene Migranten auch, die heute nach Mitteleuropa kommen, und welche „Partizipation & Teilhabe“ als ihr gutes Recht ansehen. Und auch die werden in 15 oder 20 Jahren, in einem noch abgewirtschafteteren Deutschland, eine leise Sehnsucht nach jener besseren Vergangenheit verspüren, in welcher das versunkene Land der Dichter und Denker seine schwindenden Honigvorräte mit volleren Löffeln verteilte.

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Das Schweigen

NSU auf der Flucht

Das Schweigen der Beate Zschäpe“, dichtet ein verkannter Poet in die insolvente Frankfurter Rundschau. Ein Auszug aus seinem packenden Frontbericht:

Oberlandesgericht Nymphenburgerstraße, hinter dem Bürgerbräukeller im Stadtteil Heilhitler, wo Adolf Hitler nach dem Attentatsversuch Georg Elsers hitlerte. Stadteinwärts der Hitlerplatz, wo das Braune Haus stand. Geschichte auf einen Blick. Sehr viel Geschichte. Geschichte!

Neun Uhr dreißig. Null Sekunden. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag – bis in den späten Nachmittag hinein. Das ist der Rhythmus beim NSU-Prozess. Die Kontrollen sind umständlich, der Platz mitunter knapp, man muss früh da sein. Acht Uhr dreißig also. Früh. Sehr früh! Es ist ein grauer Tag, der Himmel fleckig wie ein alter Wollmantel. Vergißmeinicht am Straßenrand. Rotkäppchen bei der Oma. Vor der gelben Schranke am Einlass stehen zwei neue Publikumsgesichter. Man kennt sich jetzt längst vom Sehen auf der Tribüne unter dem Dach in Saal A 101: es gibt Dauergäste, Zaungäste, Schulklassen, Rentnerzirkel. Und mich. Und Hitler. Ob man wohl rein käme, fragen die beiden. „Keine Sorge“, sagt ein Prozessveteran (97. Tag, Orden mit Zählschnur am Jacket), der hinter ihnen steht. „Es ist nichts los heute.“ Nichts los heißt, dass ein paar Plätze frei bleiben. Vor der zweiten Tür des Gerichts stehen zwei der drei Anwälte von Beate Zschäpe, Anja Sturm und Wolfgang Stahl. Sie rauchen um die Wette. Wer gewinnt? Der Führer?

Ich pirsche auf den vier Pausenwegen: Richtung Toilette, Kaffeeautomaten, Wasserspender und einen Tisch, drauf liegen in Plastikfolie eingeschweißten Semmeln. Frontverpflegung. Man lässt sein Geld liegen. Harte Euro! Die Kantine baut auf Ehrlichkeit. Unter Neon steht dort, wer nicht sitzt. Fünfzig Quadratmeter Fläche vielleicht. Polizisten ringsum. Maschinengewehre. Dahinter ist die Gerichtswelt mit Brettern zugenagelt. Einschüsse überall. Handgranatensplitter.

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Datenkrake

Fakebook Krake

Ein erneuter antisemitischer Vorfall in der schon lange insolventen, aber aus unerfindlichen Gründen immer noch publizierenden Frankfurter Rundschau: Als der Karikaturist Burkhard Mohr nach der Fakebook-Übernahme des Kurznachrichtendienstes Whatsapp den Fakebook-Gründer Mark Zuckerberg als vielarmige Datenkrake porträtierte, die auf unzählige Computer zugreift, witterte das Pleiteblatt sofort „lupenreinen Antisemitismus“. So würde kein Detail des alten Bildes vom „internationalen Juden“ fehlen. Der Zeichner habe „neben dem klassischen Bild der weltbeherrschenden Krake sogar an die Hakennase, die fleischigen Lippen, das lockige Haar und das lüsterne Grinsen gedacht.“ Also an alles, was nach Ansicht der Frankfurter Rundschau einen echten Juden ausmache.

Man sieht natürlich immer, was man sehen will: Der eine denkt bei der Abbildung einer häßlichen Karikaturen-Kreatur lediglich an eine karikierte Kreatur, der andere sofort an einen Juden. Der eine wiedererkennt in der abgebildeten Krake den verzauberten Captain Davy Jones aus dem Film „Fluch der Karibik“, der andere das internationale Judentum.

Der mittlerweile über sich selbst bestürzte Karikaturist entschuldigte sich umgehend und zensierte seine eigene Zeichnung, indem er das Gesicht der Krake (resp. des Juden) durch einen Bildschirm ersetzte. Zukünftig sollen alle Karikaturisten, welche die Krake als Stilmittel einzusetzen gedenken, ihre Entwürfe bei der Frankfurter Insolvenzpostille vorab zur Genehmigung vorlegen.

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Metropia

Europa im Jahr 2024 … Über der Erde herrschen lebensunwürdige Bedingungen. Bauwerke zerfallen, Straßen sind verlassen, das Leben scheint sich unter der Erde und in Gebäuden abzuspielen, immer von grauem Beton umgeben. Kein Mensch ist an der Erdoberfläche zu sehen.  … „Metropia“ entwirft ein finsteres Zukunftsszenario, in dem globale Konzerne ein selbsterhaltendes System der totalen Überwachung und Manipulation durchgesetzt haben. Einen Staat als politische Macht gibt es nicht mehr. …

[Filmkritik]

Mehr Rechte

Mehr Rechte

Eine rot-rote Großkoalition in der Regierung und ein Häuflein Grün-Stasi als Opposition – nach Ansicht des Bundesgleichheitssgerichtes darf das so nicht sein. Deswegen soll gemäß einer Meldung des Nachrichtensenders Deutsche Welle die Hälfte der 20 prozentigen linken Opposition durch Rechte ausgetauscht werden, so dass zukünftig auch 10 Prozent Rechte im Bundestag vertreten wären. Allerdings soll sich dem Vernehmen nach noch kein Rechter gefunden haben, der seine reine Weste mit einer Tätigkeit im Bundestag beschmutzen will.

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Dresden Nazifrei

Dresden Reichsparteitag

Alljährlich das gleiche Spiel in Dresden: Pünktlich zum 13. Februar marschierten „tausende Rechtsextremisten“ (Sächsische Zeitung) auf, um ihrem Haß freien Lauf zu lassen und an die zivilen Opfer demokratischer Kriegsführung zu gedenken, während „zehntausende Menschen“ (Sächsische Zeitung) gegen diese Rattenschänder und Kinderfänger demonstrierten, tatkräftig unterstützt von einigen Hundert friedlichen Gewalttätern. Immer schon stand fest, daß die Neon-Azis kamen, um von Natur aus unschuldige Linksaktivisten zu Brandschatzungen, Plünderungen und Randalen zu provozieren und den pervers mißbrauchten freiheitlichen Rechtsstaat auf eine harte Geduldsprobe zu stellen.

In diesem Jahr aber waren sie besonders perfide: So wurde ihnen angeboten, auf dem Hinterhof eines Nettomarktes im Gewerbezentrum Pieschen II eine zeitlich begrenzte Standkundgebung abzuhalten, allerdings ohne Schuhwerk, Gürtel, Schals und Mützen, damit sie sich im Schutze von Polizeikräften und unzähligen Überwachungsdrohnen mit Eiern und Kot bewerfen lassen können, aber sie sagten ihr diesjähriges Schaulaufen kurzerhand ab. Als Begründung gaben sie an, ihr Ziel erreicht zu haben, nämlich aus der BRD ein faschistoid-totalitäres Herrschaftsgebilde zu machen, in welchem Meinungsäußerungen der Opposition bestenfalls noch als Farce möglich sind. Schließlich gab es auch unterm Führer Adolf keine Demonstrationen, welche die herrschende Meinung in Frage stellten, und solche Zustände wieder herbeigeführt und dabei alle anständigen Demokraten ordentlich genasführt zu haben, sei allein ihr Verdienst.

Bild oben: Illuminationen wie beim Reichsparteitag in Nürnberg – einmal aus der Luft und einmal aus der Nähe betrachtet – lassen jedes Faschistenherz höher schlagen.

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Demokratoria

Demokratoria

Die präservative Demokratur ist bekanntlich die bewährte Regierungsform Demokratorias. Man läßt das Stimmvieh alle paar Jahre zu Wahlsimulationen auflaufen, bei denen es über die Besetzung des Demokratistenausschusses abstimmt, und gibt ihm somit das Wohlgefühl, Souverän all der Entscheidungen zu sein, welche von den weisen Demokratoren getroffen werden.

Dabei beruht das System auf diversen Sicherheiten, denn es muß ausgeschlossen sein, daß Quertreiber in den Ausschuß gewählt werden. Möglicherweise kommt dennoch der ein oder andere innerhalb verläßlicher Korporationen in das Gremium, das ist nie ganz vermeidbar, jedoch dürfen sie nicht in populärer Gruppenstärke auftreten.

Dem Schutz des Gefüges dienen unsere Presstituierten der pluralistischen Gleichstrommedien, welche gefährliche Kandidaten oder Gruppen diskreditieren, stigmatisieren und verleumden, um das Stimmvieh von sich heraus zur richtigen Positionierung zu animieren.

Ordnungsmaßnahmen mittels Exekutive und Judikative kommen nur bei den Hartgesotteneren zum Einsatz, denn jede Repression muß dem Stimmvieh so dargestellt werden, daß sie zu dessen Nutzen sei, was dadurch konterkariert würde, wenn zu viele von ihr betroffen wären. Ebenso sind Wahlfälschungen oder das Ableben populärer Quertreiber nur Maßnahmen, welche im äußersten Notfall zum Einsatz kommen.

Besonders gefährlich ist es, wenn Bürgerbegehren als überholte Partizipationsmodelle außerhalb unseres Einflußbereiches zu unerwünschten Ergebnissen führen, die nicht auf unserer Agenda stehen. In der modernen Demokratur hingegen darf entweder nur über Belanglosigkeiten abgestimmt werden oder der Wahlausgang muß im Vorfeld sehr sicher sein. Schließlich kann es nicht die Aufgabe der Demokratoren sein, auf unsinnige Bürgeranliegen zu hören, sondern das einfältige Gesindel in die von uns verheißene Goldene Zukunft zu führen.

In Fällen, in welchen aus vormodernen Staatsgebilden außerhalb Demokratorias die falschen Signale an unser Stimmvieh gesendet werden, haben die Presstituierten auf ihre Meinungskonsumenten dahingehend einzuwirken, daß ein falsches Wahlergebnis erstens stets der Unaufgeklärtheit oder einer antidemokratistischen und antihumanistischen Gesinnung der Abstimmenden geschuldet ist, wobei die Begrifflichkeiten der –Phobien und –Ismen ausführlich Verwendung finden sollten, und zweitens, daß falsche Wahleintscheidungen sofort zu Disziplinierungs- und Sanktionierungsmaßnahmen führen, zu des Pöbels eigenen Schutzes also von diesem nicht herbeigeführt werden sollten, wobei die präservative Demokratur als sicherste Methode herauszustellen ist, derartige durch die  Obrigkeit herbeizuführenden Zwangsmaßnahmen zu vermeiden.

Es lebe Demokratoria, es lebe die Demokratur!
Für die Goldene Zukunft!

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Schmerzgrenzen

Demokratie in Deutschland

Die Schweizer haben sich mit hauchdünner Mehrheit für die Abschaffung der EU-Personenfreizügigkeit und die Schaffung von “Ausländerkontingenten” ausgesprochen. Noch ist unklar, wie die EU reagiert“, schreibt die österreichische Presse und fragt ihre Leser: „Was ist Ihre Meinung, war die Entscheidung der Schweizer richtig oder falsch?

Schweiz Presse Abstimmung

Auf einer interaktiven Karte kann nicht nur nachvollzogen werden, wie die einzelnen Kantone abstimmten, sondern auch, wie der Ausländeranteil mit den verübten Straftaten korreliert. „Im Kanton Uri haben mehr als 58 Prozent der Befragten “gegen Masseneinwanderung” gestimmt – dabei liegt der Ausländeranteil dort bei nur 10 Prozent“, stellt Der Spiegel verwundert fest. Ja und? Dürfen Überfremdungskritiker etwa erst dann gegen Überfremdung aktiv werden, wenn sie in der Minderheit sind? Wo läge denn die gemäß Spiegel zumutbare Schmerzgrenze des Migrantenanteils in der Bevölkerung? Etwa bei 50 % oder bei 80 %?

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Schweizer Graus

Schweizer Graus

Das Schweizer Votum zur Einwanderungsbegrenzung verdeutlicht einmal mehr, warum das Modell der Volksabstimmungen in echten Vorzeigedemokratien wie der BRD nicht sinnvoll ist: Mündige Bürger könnten unerwünschte Wahlergebnisse erzeugen. Es ist für das Stimmvieh weitaus überschaubarer, im Vierjahresrhythmus für die zugelassenen Kandidaten der Nationalen Einheitsfront zu votieren, als Entscheidungen zu treffen, dessen Tragweite es überhaupt nicht einschätzen kann.

SED-Parteichef Bernd Riexinger will die ungehorsamen Schweizer Bürger nun durch die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen disziplinieren: „Wenn die Schweiz ihre Grenze für Menschen schließt, dann ist es nur gerecht, wenn auch das Geld draußenbleibt“. Die Mauermörderpartei wolle ihr 1990 in die Schweiz verschobenes Millionenvermögen umgehend wieder heim ins Reich holen. „Die Schweiz kann sich nicht ernsthaft auf den Standpunkt stellen, dass sie sich gegen Zuwanderer abschotten kann, und gleichzeitig das Steuerfluchtgeld aus ganz Europa mit offenen Armen empfängt“, tobte Riexinger im bundesdeutschen Blätterwald.

Das ist schon ein Schlag“, stöhnte auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im EUdSSR-Parlament, Elmar Brok (CDU). Zehntausenden bundesrepublikanischen Ärzten und Handwerkern bliebe in Zukunft die Flucht in die Höchstlöhne zahlende Schweiz verwehrt, so daß auch in der BRD der Fachkräftemangel kleiner werde und der Bedarf nach rumänischen Ärzten und Ingenieuren sinke, was wiederum bedeutet, daß diese in Rumänien für Billigstlöhne die dortige Infrastruktur stärken. Dies würde aber dazu führen, daß die EU weniger Transferleistungen nach Rumänien tätigen müsse. Im Großen und Ganzen würde die Entscheidung der Schweizer Bürger das gesamte Gefüge der EU-Umverteilungen erheblich stören.

Doch auch in der Schweiz regt sich Widerstand der hyperdemokratischen Minderheit gegen die ultraextremistische Mehrheit. So zog in Zürich ein Troß vermummter Kuttenträger mit roten Fahnen und anderen Scheißebannern durch die Gossen und zeigte mit der legasthenischen Forderung „Ihre Schweiz unser Graus“ an, daß man am liebsten dorthin ausreisen wolle, wo Migranten mit Kußhand und offenem Portemonnaie empfangen werden, nämlich nach Schlaraffia oder Liliput. Darüber, daß diese lumpigen Arbeits- und Leistungsscheuen nun ernsthaft aus der Schweiz flüchten wollen, regte sich bei der Mehrheit bislang allerdings noch kein Bedauern.

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