Spiegel-Cover

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Der salbadernde SPIEGEL-Konservative (welch ein Oxymoron!) Jan Fleischhauer setzt wohlfeile Worte zu dem neuesten Cover seiner Gazette:

Darf man Angela Merkel in der Pose eines Bücherverbrenners des Grundgesetzes zeigen? Viele Menschen, die am Wochenende das Titelbild des SPIEGEL sahen, fanden es richtig. Andere hat es empört. „Bei aller Freude am Polemisieren, aber so ein Cover geht gar nicht, vermutlich sehen Sie das ähnlich“, schrieb mir ein Kollege aus Berlin.

Ehrlich gesagt, ich war unsicher, wie ich es sehen sollte. Merkel ist wirr im Kopf, kindisch, autoritär, rachsüchtig, vielleicht ist sie sogar ein bisschen verrückt. Aber bislang hat sie niemanden ihrer Kritiker einsperren oder hinrichten lassen. Es ist auch noch keine oppositionelle Organisation verboten worden und keine Facebookseite vom Netz gegangen, obwohl sie Teile der sozialen Medien dauernd als lügenhaft und populistisch beschimpft.

Es gibt viel Konkretes, was man Merkel vorwerfen kann, von der illegitimen Griechenlandfinanzierung bis zum Bruch des Schengener Abkommens. Das ist schändlich, keine Frage, weil sie dem deutschen Volk Schaden zufügt. Aber muss man die deutsche Kanzlerin deshalb mit dem brennenden Grundgesetz in der Hand abbilden? Das war der Gedanke, der mir durch den Kopf ging. …

Wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, dass Merkel nicht nur eine Rassistin und Volksverräterin ist. Dass sie das zu sein scheint, ist bedauerlich, aber damit ließe sich leben. Die deutsche Kanzlerin ist eine Feindin der Demokratie und ihrer Institutionen – das unterscheidet sie von allen ihren Vorgängern im Amt. Wenn sie von sich glaubt, dass sie den wahren Volkswillen verkörpert, kann sie die Gewaltenteilung nur für Mummenschanz halten. Oder schlimmer noch: für einen Betrug an der Mehrheit des Volkes, die sie repräsentiert.

Das Bürgertum hat schon einmal den Fehler gemacht, sich die Feinde der Freiheit schönzureden, von diesem Fehler hat es sich lange nicht erholt. Es sieht so aus, als ob man den Fehler nicht wiederholen möchte. Ich will damit nicht Merkel und Hitler auf eine Stufe stellen. …

Das Titelbild des SPIEGEL zeigt nicht, was ist, sondern was sein wird, wenn sich der Merkelismus weiterhin Bahn bricht. Wer an Freiheit und Demokratie hängt, kann nur beten, dass die demokratischen Institutionen stärker sind als ihre Verächter.

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9 Antworten

  1. Kaffer, Koffer, was haben bloß alle mit diesem für die Titelseite einer Illustrierten ungenügend zutreffenden Universalbegriff „cover“?
    „Leybill“ musste ich letztlich sogar vernehmen, das klang so vertraut nach Kalter Heimat oder Diamantenbörse in Amsterdam.

    Wer Titelbilder noch kennt oder sogar sagt, ist wahrscheinlich ganz schön nazi.

  2. Das Titelbild und der umgemünzte Text ist selbsterklärend und Fleischauer ist ein Dre§&s@ck, da ist es eigentlich unnötig zu kommentieren.

    Titelbild bzw. Titelseite gefällt mir auch besser als Cover, da stimme ich Gernot zu.

  3. Fleischhauer fängt ja auch gleich mit einer Lüge an:

    Das ist schändlich, keine Frage, weil er Menschen allein aufgrund ihrer religiösen Überzeugung zur Gefahr erklärt

    Das hat Trump nicht, es ist die Erzählung des Mainstreams, die Fleischhauer geschluckt und dann in seinen Text gekackt hat.

    Einen Satz vorher schrieb Fleischhauer höchstselbst, dass nicht Musslieme von dem Einreisestop betroffen sind, sondern dass ’sieben mehrheitlich muslimische Länder‘ nicht in die USA einreisen dürfen. Was konforme Propaganda angeht, sollte er noch üben, und Deutsch am besten auch.

    • Wenn man den Text genau liest, dann merkt man: Feischhauer hat nichts „geschluckt“, es ist seine Aufgabe höchstselbst, einen Konservativen zu mimen, um Pluralität vorzugaukeln.

  4. @Schriftleitung

    Alles in Ordnung? Seit zwei Tagen ist nichts von der Eule zu hören, nicht das die Vogelgrippe sie erwischt hat oder ist es sie gar ausgekeult worden? Vielleicht nimmt sich der Eulenvogel auch nur eine schöpferische Pause, aber wer weiß das schon.

  5. Identitäre Aktivisten erweitern das Dresdner „Lampedusa-Mahnmal“ sinvoll mit Hinweistafeln:

    https://twitter.com/IBDresden/with_replies

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