4,9899 Prozent

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Wenn der knallrote Zwergenstaat Bremen mal in die Schlagzeilen kommt, dann wegen besonders schlechter PISA-Ergebnisse oder wegen Wahlfälschungen.

Nach dem Bekanntwerden von Auszählungsfehlern bei der Bremer Bürgerschaftswahl im Mai 2015 erhielt die AfD vor einigen Monaten einen Sitz mehr, die SPD einen Sitz weniger in der Bürgerschaft. Nach Beschwerde der SPD ordnete der Bremer Staatsgerichtshof eine erneute Auszählung der knapp 34.000 Stimmzettel in Bremerhaven an. Das Ergebnis wurde in 572 Fällen korrigiert. Mit den nun erwürfelten 4,9899 Prozent bleibt die AfD haarscharf unter der Fünfprozenthürde und darf damit ihren Sitz wieder an die SPD zurückgeben. Letzten Endes fehlten der jungen Oppositionspartei 16 Stimmen.

Der Verlust von zuletzt 13 Stimmzetteln konnte nicht geklärt werden. Wegen der unbedeutenden Zahl sei es aber „nicht geboten, in den drei betroffenen Wahlbezirken eine Neuwahl anzuordnen“, hieß es in dem Urteil. Dass überdies versehentlich 15 EU-Ausländer mitwählen durften, führt laut Gerichtshof auch nicht zur Ungültigkeit der Wahl. Auch wenn diese Stimmen als ungültig bewertet würden, käme die AfD nicht über die Fünfprozenthürde.

Bild oben: In Bremerhaven wurde noch einmal nachgezählt. Das erfordert von den Genossen hohe Konzentration, weshalb die interessierten Arbeiter und Bauern den Zählraum verlassen mußten.

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13 Antworten

  1. Das verhält sich so, wie mit der DVU seinerzeit in Hamburg; die kam nicht ins Parlament (Senat), weil sie angeblich nur 4,97 % erreichte.

    • Nun ja, kann auch mal vorkommen. Und nicht vergessen: Offizielle 6,0 % für die fast Verbotenen 2011 in MeckPomm, das wäre bei Böswilligkeit auch leicht unter 5 % zu kippen gewesen. Also keine Verschwörungstheorien!

      Vielleicht vergeben wir mal eine Statistikübung für Erstsemestler, wie die mißbilligten Parteien bei allen BRD-Wahlen abgeschlossen haben. Bei y = Häufigkeit und x = Prozent müßte tendentiell eine mit höheren Prozentzahlen abflachende Kurve entstehen.

      Frage: Gibt es Auffälligkeiten vor und nach der 5 %-Marke? Rein statistisch müßte das knappe Überschreiten dieser Marke fast genauso häufig sein, wie das knappe Unterschreiten. Aber wahrscheinlich sind für qualifizierte Aussagen die Datenmengen zu gering und Zufälle spielen eine größere Rolle.

      • Ich will jetzt nicht danach suchen, aber ich erinnere mich eines
        4,9 …-Ergebnisses der FDP bei einer der zurückliegenden Wahlen.
        Auszählungsfehler dürften übrigens öfter vorkommen als bewusste, vorsätzliche Fälschung. Als Gast bei öffentlichen Stimmenaususzählungen in beliebigen Wahllokalen habe ich das schon bemerkt (und einmal erfolgreich beim Wahlvorstand reklamiert). Also, nicht sülzen, hingehen, zugucken, bei großem Misstrauen Stimmbezirksergebnis (Wahllokal) und -Nummer notieren und später mit dem Endergebnis vergleichen. Allerdings macht das einiges „Forschen“ beim Statistischen Landesamt erforderlich.

  2. Tja, Qual der Wahl. Wahlmanipulation ist nicht neu aber oft wirksam. Das heute schon 16 jährige wählen dürfen ist schon von Interesse.

    Als die US- amerikanische Verfassung neu war durften lediglich Männer ab den 25’sten Lebensjahr wählen und weiterer Bedingung war sie mussten im Besitz von Haus und oder Hof sein, demnach gestandenen Männer.

    Seitdem hat sich viel transformieren / revolutionieren lassen was Wahlen anbelangt und was dabei herauskam kennen wir inzwischen ebenfalls.

    • Das Dreiklassenwahlrecht hatte auch Vorteile, wenn man Steuerzahlern ein verantwortungsvolleres Wahlverhalten unterstellt. Aber um Verantwortung geht es in satten Zeiten beim Wahl-Entertainment nicht – dann wählt die Masse nach induziertem Gefühl und dressierter Befindlichkeit die vom Unterhaltungsfunk vermittelten Schauspieler.

    • Hauptsache, man kann sich mit 16 für seinen Staat totschießen lassen. Aber wählen, für welche Politiker, nein, das nicht.

  3. Es wird gesagt, ich habe eine Wahl. Guckt man richtig hin, habe ich nur eine zwischen 2 Seiten der gleichen Münze.
    Der Wähler wählt stets seinen Peiniger.

    Die Parteien sind nicht verpflichtet, das umzusetzen, was in der Wahlwerbung versprochen wurde. Am Ende hat das System, wie gehabt, gewonnen und macht weiter wie zuvor.

  4. Man darf gespannt sein wie in Zukunft Wahlen ausgehen, nachdem eine rot-rot-grüne Bundesregierung ab 2017 Masseneinbürgerungen durchführen wird. Zu irgendetwas muß der Wahnsinn mit Zwei- und Mehrfachstaatsbürgerschaften schließlich gut sein.

    https://www.rot2gruen.de/

    • Ein Spiel mit dem Feuer: 1 Mio. importierte Räfutschi-Siedler = 5 Mio. neue AfD-Wähler; 2 Mio. = 10 Mio. usw.

      Natürlich ist diese Menschenmassenflutung in einen bislang halbwegs funktionierenden und befriedeten Sozialstaat nicht nur „Bürgerkriegsrhetorik“, sondern Bürgerkriegsplanung oder zumindest -inkaufnahme.

  5. Wahlen und Wählen… wer wählen geht erkennt das System an.

    • Wer nicht für mich ist, ist wider mich, oder was? Die Strolche teilen sich bekanntlich die Stimmen der Nichtwähler. Wenn ungefähr dem Anteil der Nichtwähler entsprechend weniger Mandate vergeben würden, und / oder die Zahl der Wahlverweigerer mehr als 3/4 der Stimmberechtigten erreichen würden, würde es ein wenig nützen, mit der Betonung auf ein wenig.
      Protestwählen, und damit erkenne ich das System überhaupt nicht an, nützt wahrscheinlich nichts, mit geringerer Wahrscheinlichkeit aber eben doch, ein noch klein weniger.
      Der Wahlkampf ist ein Gerangel futterneidischer Schweine am Trog. Warum sollte ich nicht die einen Schweine gegen die anderen ausspielen.
      Die mieseste (und kontrollierteste) Opposition ist besser, als gar keine solche.
      Allerdings, so wie es bis jetzt lief, ist es für das Sytem optimal: Das Überdruckventil gerade richtig geöffnet: „Erdrutschsieg“ „aus dem Stand heraus“ – Papperlapapp.

      • Wenn sie wenigstens die mittlerweile regelmäßig um 10% liegenden Sitze der Sonstigen, die unter die demokratischen Klauseln fallen, unbesetzt ließen. Aber nein, auch die werden aufgeteilt … Und die Sonstigen werden klein und bedeutungslos geschönt, indem man mal die Piraten, mal die FDP, mal die Grünen, mal sogar die NPD oder mehrere davon getrennt von sonstigen „Sonstigen“ auswirft.
        Das war selbst dann schon der Fall, wenn eine der Sonstigen mehr Prozente erhielt als eine der herausgerechneten Parteien.

        Unsere Medien verstehen sich prima darauf, eine Stimmung zu erzeugen, statt zu informieren. Wenn ich nur daran denke, wie schwierig es vor Internetz-Zeiten war, ein vollständiges Wahlergebnis mit den Prozenten ALLER beteiligten Parteien zu erhalten! – ich schrieb einst nach (letztmaligem) vergeblichem Kauf der ganzen Tagespresse die Landeswahlleiter an. Posse am Rande – die 0,6% „son“ entpuppten sich als abgegeben für eine einzige Partei, die erstmals keine Stimmenverluste mehr hatte. Ratet mal, welche 🙂
        Das war, glaube ich, 1982 im Saarland.

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