Der AfD-Wähler

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Kurz nach der Abgeordnetenhaus-Wahl in Berlin begrüßen wir im eulenfurz-Studio Prof. H.-J. Flunker von der Humboldt-Universität Berlin. Er hat seit etwa 10 Jahren die AfD im Visier und ihre Wähler erforscht, er hat auf diesem Gebiet promoviert und gilt daher als ausgewiesener Rechtspopulismus-Experte. Guten Tag, Herr Flunker.

Prof. Flunker: Guten Tag.

eulenfurz: Herr Flunker „Der AfD-Wähler – das unbekannte Wesen“ … Aber so unbekannt ist er uns gar nicht mehr, oder?

Prof. Flunker: Wir wissen über ihn, daß es sich um einen adipösen, männlichen Hauptschüler zwischen 40 und 60 handelt, arbeitslos, bewegungsunfähig, wohnhaft auf dem platten Land in einem DDR-Plattenbau, welcher bei Facebook Haßkommentare abläßt, Putin verehrt, Pornos glotzt und unsere öffentlich-rechtlichen Medienanstalten verabscheut.

eulenfurz: Also den Inbegriff eines kulturlosen Rassisten?

Prof. Flunker: Exakt so, wie man ihn sich vorstellt: bleich, kariös, mit Bierflasche und Mundgeruch, von Haß und Neid und Achselschweiß gezeichnet, aber unfähig, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

eulenfurz: Früher hat der aber doch tendentiell Die Linke gewählt?

Prof. Flunker: Die hat ihn quasi zivilisiert, so wie den Gorilla in einem Zoo. Nun ist er frei.

eulenfurz: Aber er war früher schon Rassist?

Prof. Flunker: War aber eingehegt von den Forderungen der Linken, auch mit den Ärmsten und Gebrechlichsten der Welt den Wohlstand der Reichen zu teilen, also mit den Millionen Greisen, Frauen und Kindern, die da – durch zum Glück offene Grenzen – zu uns kommen, um gemeinsam mit ihnen bedingungsloses Grundeinkommen, Kurzarbeit, Eigenheim und schnelle Autos zu erhalten, also mit von einer sozialeren Welt zu partizipieren.

eulenfurz: Wer soll das bezahlen, Grundeinkommen, Autos, …?

Prof. Flunker: Beispielsweise die FDP-Wähler. Die haben genug Geld und die werden immer mehr!

eulenfurz: Stimmt, für Einwanderung sind die ja auch …

Prof. Flunker: … aber die wollen an der Grenze in nützlich und unnütz selektieren, und so geht man mit Menschen nicht um. Oder um mit der Kanzlerin zu sprechen: „Dann ist das nicht mehr mein Land!“ Schließlich sollen die syrischen Facharbeiter die Renten der treuen SPD- und CDU-Wähler erarbeiten.

eulenfurz: Gut, wir wissen also, daß der durchschnittliche AfD-Wähler minderbemittelt und niederträchtig ist. Das Führungspersonal aber besteht doch vornehmlich aus Akademikern und Unternehmern. Wie paßt das zusammen?

Prof. Flunker: Das sind die Rattenfänger, so wie 1933. Chefhetzer Goebbels hatte auch einen Doktortitel.

eulenfurz: Und Sie sind Professor?!

Prof. Flunker: Aber ich bin auf Grund meiner zuverlässigen Zuarbeit für zivilgesellschaftliche Initiativen in meine wissenschaftliche Anstellung gekommen.

eulenfurz: Ah ja. Zurück zum AfD-Wähler. Der hat ja seinen humanistischen Gegenpart…

Prof. Flunker: … genau: Die urbane, hochintelligente, schlanke, vegane, junge Studentin der Sozialwissenschaften, blond und hübsch mit großen, blauen Kulleraugen und einem weiten Herz. Die hat betuchte Eltern aus gutem Hause, wählt grün und trinkt Bionade, feiert locker auf multikulturellen Partys bei DJ Bombo, lächelt immer und raucht nur manchmal einen Joint. Sie genießt das Leben und benötigt keine Vorurteile zum Glücklichsein. Im Zweifelsfall weiß sie, daß sie nicht den Flüchtlingen die Schuld geben darf, wenn sie von einem Refugee vergewaltigt wurde, sondern dem deutschen Patriarchat, also dem Vater des typischen AfD-Wählers.

eulenfurz: Ein AfD-Polemiker würde jetzt wohl zerknirscht behaupten: Was weiß die denn schon vom Leben, vom Steuerzahlen, vom Abgehängt-Sein, vom Konkurrenzkampf um bezahlbare Wohnungen und Kindergartenplätze oder einfach nur vom Wunsch nach geringeren Abgabenlasten der Tüchtigen und gesichertem Alimentierungswunsch der Abgehängten? Der reagiert doch eher abfällig, wenn es um die urbanen Eliten und ihr angebliches Abgehobensein geht.

Prof. Flunker: Sehen Sie, da hat er schon wieder Vorurteile, der beschränkte AfD-Wähler. Er kommt an das, was chic und schön ist – nämlich vegan zu essen und dabei Tiere zu schützen, jungen Flüchtlingen den Lieblingsteddy zu schenken, bei moderner Kunst in verzücktes Staunen zu geraten oder zum Kultur-Urlaub zu den Eingeborenen Balis zu fliegen – einfach nicht heran. Der hockt lieber mit fettigem Haar und halbleerem Bierkasten vor der staubigen Reihengarage seines Wohnblocks, verbrennt Trabireifen und Penny-Werbung und vertilgt ein Eisbein nach dem anderen.

eulenfurz: Aber ist es nicht so, daß doch die Abgehängten am ehesten Grund hätten, gegen das Establishment zu wählen, während die Erfolgreichen, die von ihm profitieren, keinen Grund zu dessen Abwahl haben? Von daher ist die Wählerverteilung doch verständlich, oder? Im NS waren doch die feschen Jungmädels auch die treuesten Hitler-Anhänger_innen, …

Prof. Flunker: … also hören sie, dieser Vergleich verbietet sich wohl …

eulenfurz: … der auch Vegetarier war und die Welt vom angeblich Bösen befreien wollte, quasi als Verführer …

Prof. Flunker: … halt, halt, halt! Soziologisch mag das stimmen, aber diesmal ist die Kanzlerin wirklich für das Gute! Pionierehrenwort!

eulenfurz: Gut, abgenommen. Wie aber, um doch noch einmal darauf zurückzukommen, erklären Sie sich den Wandel des CDU-, SPD- oder Linken-Rassisten zum AfD-Rassisten?

Prof. Flunker: Er hat sich offenbar jahrelang versteckt und wittert nun Morgenluft.

eulenfurz: Haben die teuren Programme gegen Rechts versagt?

Prof. Flunker: Welche meinen Sie, die Fernsehprogramme?

eulenfurz: Die auch …

Prof. Flunker: Das ist uns unerklärlich. Seit Einführung der Demokratieabgabe zur barrierefreien Lieferung von Regierungspropaganda hat sich das Problem nur noch verschärft, da sind wir ratlos. Anstatt nun erst Recht dankbar zu sein für das Unterhaltungsangebot und den Anweisungen der Regierung zu folgen, wenden sich gerade und insbesondere die Minderbemittelten ab und wählen das, was sie nicht wählen sollen. Keine Strategie verfängt da.

eulenfurz: Aber Sie sind doch der Rechtspopulismus-Experte schlechthin. Was machen wir also gegen die tumben Feinde unserer Demokratie?

Prof. Flunker: Als erstes natürlich jeden Auffälligen bei unserer unermüdlichen Tugendwächterin Anetta Kahane melden, um das Weitere kümmert sich dann Genosse Heiko. Aber nicht nur auf den Nachbarn oder den Kollegen muß man achten, sondern auch und vor allem auf sich selbst: Habe ich wirklich verinnerlicht, was unsere Kanzlerin Merkel auf dem letzten Parteitag gefordert hat? Arbeite ich in meinem Betrieb fleißig für die Erfüllung des Jahresplanes, die Steuereinnahmen zu erhöhen? Was will ich in meinem Kollektiv an politischer Weiterbildung leisten? Kann ich mich bei der Betriebswandzeitung engagieren, vielleicht mit einer Bilderreihe von Mister Obama? Habe ich heute schon ARD und ZDF gesehen und dem Wort zum Sonntag geglaubt? Gebe ich alles dafür, dem großen „Wir-schaffen-das!“ zum seligmachenden Endsieg zu verhelfen? … Und vieles mehr! … Der Glaube an die Wunderwaffe der Kanzlerin wird das Unmögliche möglich machen und das AfD-Untermenschentum ausmerzen helfen!

eulenfurz: Danke, Herr Prof. Flunker, das waren mahnende Schlußworte. Prof. H.-J. Flunker von der HU Berlin, Rechtspopulismus-Experte, Interviewfachkraft und Untermenschenforscher, war heute bei uns im eulenfurz-Studio. Wir danken Ihnen!

Prof. Flunker: Ich habe zu danken.

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Bild oben: Bereits vor Jahrzehnten begann die Züchtung von zukünftigen AfD-Wählern in Plattenbrutbauten. Hier beim Festung-Europa-bauen im Sandkasten.

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7 Antworten

  1. Kommentar: „Der Urbanmensch, regelmäßig Kostgänger des Systems, steht dem Mehrwertschaffenden gegenüber. Auf jeden Mehrwertschaffenden… kommt etwa ein leistungsbeziehender Kostgänger (Verwaltung, Bürokratie, Lehr- & Kulturbetrieb, Politik, zwar private, aber unmittelbare Dienstleister der genannten Bereiche usw. usf.). Gerade das Milieu der Kostgänger ist selbstverständlich an Bestandschutz interessiert und sieht diesen gefährdet. Dementsprechend werden sie die wählen, mit denen sie entweder gut vernetzt sind und/oder von denen sie die größten Zusagen erhalten. Dieses sind regelmäßig grün/rot/schwarz. Die politische Auseinandersetzung findet also tatsächlich zwischen Mehrwertschaffenden und Mehrwertverbrauchern statt.“

  2. Danke, hervorragende Charakterbeschreibung eines typischen bundesrepublikanischen Schreibtischtäters, sie zündeln, werfen und schlagen zwar nicht selbst, aber sie nutzen ihre Position aus um den Schlägern, Brandschatzern und Zerstörern das Ziel zu zeigen.

  3. Und was sind die Wähler einer Partei wie GRÜN, dessen jahrelanger „rechtspolitischer Sprecher“ einst das Kinderficken freigestellt haben wollte?? Und der kürzlich wegen Rauschmittelbesitz erwischt (im Stricherbereich Berlin-Wittenberger Platz) und bestraft wurde!!

    Und was sind die Wähler der Piraten (schon von Anfang mit dreist-asozialen Ansätzen) wie diesem hier:

    Laut Lauftext heute mittag bei N24 hat der jetzt verstorbene Ober-Pirat Brunner (der Komische mit der Latzhose) vor seinem Selbstmord (mit Stromschlag) den ebenfalls toten Mann in seiner Wohnung zuvor mißbraucht, vergewaltigt und ermordet!!

    Aber was ist das für ein Volk, wo solche Übelst-Tyen ganz hoch aufsteigen können?? Und das solchen Leuten und den sie duldenden Parteien mal bis zu 10%, bei GRÜN sogar lokal bis 25% bei Wahlen zuteilt??!

  4. Das ist die rechte Jugend nicht,
    die schon mit zwanzig Lenzen
    voll Überdruss vom Leben spricht
    und statt von Ehre, Treu und Pflicht
    nur weiß von Negertänzen.

    Das muss die rechte Jugend sein,
    die noch mit weißen Haaren
    bereit ist, sich dem Kampf zu weihn‘,
    um deutsche Erde zu befrein‘,
    trotz Teufel und Gefahren!

  5. Politiker von den Linken will demokratischen Dialog mit der AFD und verliert seinen Posten:

    „Am Dienstag meldete sich auch Jeannine Rösler (Die Linke, MdL), für die Bergemann seit 2011 hauptberuflich als Wahlkreismitarbeiter tätig war, gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG zu Wort.

    Dass sie Bergemann für die neue Wahlperiode nicht erneut einen Arbeitsvertrag angeboten habe, „hängt auch, aber nicht allein mit seiner Äußerung zusammen, mit Ralph Weber von der AfD in einen Dialog zu treten“, so Rösler. „Ich würde mich nicht mit jemandem treffen, der völkisches Gedankengut pflegt und Thor-Steinar- Klamotten trägt“, stellte sie unmissverständlich klar.“

    http://m.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Usedom/Politik/Roesler-zu-Bergemann-Aus-Es-war-nicht-nur-der-Satz-zur-AfD

  6. Anfrage der AFD: Polizeieinsätze in Flüchtlingsunterkünften

  7. Satter Wahlpöbel auch in Ungarn:

    Nicht mal 50% kommen zur Wahl-Urne, um gegen die Überflutung zu stimmen.

    Nun ist das Ergebnis rechtlich ungültig (Quorum 50%), obwohl 97% gegen die Flutlinge stimmten!!

    Und diejenigen vom Europa-Parlament, wo in manchen Ländern unter 40% Beteiligung war, können wieder das große Maul führen!!

    Bei diesen dekadent-verfetteten Völkern ist alles zu spät, sie genießen es noch verblendet, in den Untergang zu gehen.

    Besser fast, man engagiert sich erst gar nicht in der Politik oder gar national, sondern sucht sich eine Nische wie in Ns und DDR, die Mißerfolge sind zu stark, zu zahlreich!!

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