Propagandaschlacht

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Das Besondere an AfD-Wählern wären laut dem „Experten“ Erik Flügge deren „sehr seltsame“ Quellen aus dem Internet, die ihre Meinung verwirren. Die Partei selbst versuche „mit dem Lügenpressen-Vorwurf“ ihre Anhänger „von seriösen Informationsquellen abzuschneiden“. Welche wiederum fast durchweg AfD-Bashing betreiben.

Vor dem Internetzeitalter gab es in der Gesamtgesellschaft nur eine medial vermittelte Faktenlage: „Die Leute haben in der Zeitung, im Fernsehen und im Radio mitbekommen, was passiert. Und dann gab es im nächsten Schritt unterschiedliche Interpretationen und Bewertungen dieses Geschehens, und die konnten durchaus weit auseinandergehen.

Die Leute hatten in der Zeitung, im Fernsehen und im Radio allerdings nicht immer mitbekommen, ob und was Wichtiges in der Realität passiert: Die Kölner Sexpogrome durch Asylanten und Migranten bspw. wurden durch die gesamte Wahrheitspresse verschwiegen, bis das Thema im Internet überkochte. Tendenziöse Berichterstattungen mit Freund-Feind-Schemata steigerten sich in den letzten Jahrzehnten, es wurde stigmatisiert und diskreditiert, wer nach Ansicht der herrschenden Klasse weggebissen werden sollte. Nachrichten wurden verschwiegen, andere aufgebauscht oder gleich inszeniert (Mittweida-Rebecca, Sebnitz-Abdullah, usw.).

Aber früher wäre alles besser gewesen, es gab nur „seriöse“ Quellen, eben die Presseagenturen, den Staatsfunk und die Wahrheitspresse – was für debile Meinungsempfänger völlig ausreichend gewesen sei:

Ich glaube, dass genau dieses Problem, dass Menschen Quellen noch nie oder vielleicht auch heute weniger als früher, aber ich glaube, im Kern noch nie so richtig kritisieren konnten in der Masse, nicht wussten, was ist seriös und was nicht. Aber es gab eben fast nur seriöse Quellen. … Es muss einen Unterschied machen, ob ich „Russia Today“ konsumiere oder die „Süddeutsche Zeitung“ lese. Dass ich verstehe, welche Agenda hinter welchem Medium steht, und dass ich der „Süddeutschen Zeitung“ mehr glauben kann.

Daß die Vorherrschaft des Meinungsmacherkartells aufgebrochen wurde, ist sicherlich einer der Vorteile des Internets. Jeder kann zum Beispiel die Einstufung der „Identitären Bewegung“ durch parteinahe Behörden als „verfassungsfeindlich“ mit deren eigenen Äußerungen und Auftritten hautnah abgleichen und seine Schlußfolgerungen ziehen. Jeder kann nach einem ätzenden Medienbericht über eine Gruppe oder eine Person deren Internetauftritt besuchen und ihre Meinung dazu hören. Derartiges bricht zweifelsohne das Wirklichkeitsdeutungsmonopol der Machthaber und ihrer Propagandaorgane, gerade und insbesondere bei politisch interessierten und kritikfähigen Schichten.

„Experte“ Flügge empfiehlt daher einen Vorstoß auf mehreren Ebenen. Zunächst will er den Printjournalismus auf lokaler Ebene stärken, um seiner Meinung nach „bessere, seriöse Quellen“ anzubieten. Wie das gehen soll, angesichts strudelartig sinkender Absatzzahlen selbst der überregionalen etablierten Printmedien und immer prekäreren Beschäftigungsverhältnissen ihrer Skribenten, bleibt offen. Naheliegend wäre eine Zwangsabgabe wie beim „öffentlich-rechtlichen“ Staatsfunk und die Grundversorgung mit regierungsnaher Printpropaganda frei Haus.

Flügge fordert aber auch „mehr Websites, Blogs und Videos, die einfach und zum Teil auch polemisch“ Altparteienpropaganda betreiben. So solle der bestehenden „Propagandaschlacht der AfD“ (Vorsicht: Verschwörungstheorie) mit einer eigenen Propagandaschlacht begegnet werden können. Bürgerkriegsvokabular par excellence.

Zudem meint Flügge, bei „politischer Bildung“ nicht mehr nur auf das objektive Vermitteln der politischen Strukturen zu setzen, sondern auch auf „Medienkompetenz und Quellenkritik“. Heißt also: die Befähigung der Meinungskonsumenten zu schulen, in unseriöse Quellen (obrigkeitskritisch) und seriöse Quellen (etabliertes Nachrichtenkartell) differenzieren zu können. Doch derartige mehr oder minder klägliche Versuche gibt es bereits zuhauf, so versuchte bspw. die intellektuell insolvente Frankfurter Rundschau einen Beitrag des Nischenblogs eulenfurz zu zerreißen, wurde dabei aber sogleich einer Falschbehauptung überführt.

Und drittens will der „Experte“ juristische Möglichkeiten schaffen, viel leichter gegen sogenannte „Falschmeldungen“ vorgehen zu können. Darauf dürften sich die Hakenkreuz-Rebeccas, Geheimdienst-Terroristen, Hitler-Tagebüchschreiber, Potsdam-Ermyas, Irak-Massenvernichtungspropheten, von-Pegida-Ermordeten, Ku-Klux-Klan-Imitatoren, Freibad-Abdullahs und Mannichl-Zersäbler besonders freuen.

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8 Antworten

  1. Anscheinend hat sich der gerade einmal 30jährige Herr Flügge, seines Zeichens selbsternannter „politischer Stratege, Dozent und Experte für Beteiligungsprozesse“, vom Zentralkomitee der KPCh, der Kommunistischen Partei Chinas, inspirieren lassen, was den Kampf gegen sogenannte Unmeinungen betrifft.

    Als Unmeinungen werden dabei Meinungen bezeichnet, die zwar auf Fakten beruhen, deren Äußern und Verbreiten ohne staatliche Aufsicht allerdings illegal ist oder sein kann, weil sie die „Demokratie“ stören. Der Artikel 5 des Grundgesetzes schützt nämlich nicht den besonderen Fall der sogenannten Faktenhetze. Dabei handelt es sich um das Benennen überprüfbarer Fakten, die allerdings unbequem sind und die deshalb das demokratische Selbstverständnis der „Demokraten“ in Frage stellen.

    Oder nach Gerhard Polt: „Wir brauchen keine Opposition, wir sind schon Demokraten“.

    Zum Beispiel ist die Erde gar keine Scheibe, was aber je nach politischer Ideologie, Weltanschauung oder religiösem Bekenntnis durchaus als Hetze ausgelegt werden kann. Wer die Wahrheit ausspricht braucht in der heutigen Zeit kein schnelles Pferd mehr, sondern ein VPN, tor oder einen anonymen Proxy.

    Genau wie in China eben. Und das wünscht sich Herr Flügge offenbar auch bei uns.

    https://netzpolitik.org/2013/china-harte-strafen-fuer-das-verbreiten-von-unverantwortlichen-geruechten-angekuendigt/

  2. „Faktenhetze“ — das ist hervorragend.

    Aber in einer Sache hat dieser Flügge recht.
    Die Informationsschlacht ist eine Schlacht.

    Und der Hauptfeind des Deutschen Volkes sind fast mehr noch als die Politbonzen, Gewerkschaften, Konzerne, Kirchen – – –
    die Kartellmedien.

  3. Wie bekannt kamen 2015 rund 2 Millionen Flüchtlinge und Migranten nach Deutschland. Merkel hat, ohne Bundestag, nach eigenem Ermessen Gesetze, Abkommen, Regeln, außer Kraft gesetzt. Ein Staatsoberhaupt, das veranlasst, jeden, ob mit oder ohne Pass oder Visum, jeden, wirklich jeden, unkontrolliert ins Land zu lassen, müsste sich für dieses Verhalten verantworten. Merkel Demokratie ist eine ominöse Demokratie, erinnert an der seinerzeit, DDR- Demokratie die keine war. Ob die AfD die Lösung für dieser seltsamen Politik ist wird sich noch herausstellen.

    • Was soll immer dieser (die bitteren Fakten verdrängende) Quatsch, alles auf diese Merkel zu schieben!

      CDU und Bundestag haben doch alles gebilligt, CSU ist ein lügender, nichtsnutzig-feiger Papiertiger, und bei Wahlen wurden zwar wankelmütige CDU-Kandiaten abgestraft für die Merkel-Politik, aber insgesamt haben ihr laut Wahlergebnis (heute in Berlin kaum anders!!) für die sie stützenden Vernichtungs-Parteien 80% zugestimmt!

      Was ist daran Diktatur, Willkür, warum soll die sich dann ändern??!

      Es sind die vielen Politiker, Behördeninhaber von oben bis unten und die Millionen Wähler, also eine große Mehrheit des Volkes, die das mitacht, fördert oder duldet.

      Die um 20% Mißbilliger sind eben nicht das Volk, und wenn der Bundestag wollte, könnte er morgen die Merkel davonjagen!!

  4. Ich hörte u.a. von einem Brandanschlag auf ein Wahlplakate-Lager der AFD. Einhundertausend Plakate auf Kunststoffflächen sollen zerstört worden sein, zwei Menschen mussten mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus.
    Die Wahrheitsmedien logen nicht. Sie meldeten es nicht.

    Im Berliner Wahlkampf räsonierte man über hunderte zerstörter Wahlplakate von SPD, Grünen usw.
    Ich habe kein NPD-Plakat länger als einen Tag unbeschädigt hängen gesehen.

  5. Seriös ist auch der NDR. Dort eingeblendeter Originalton Pastörs: „Demokratie und Freiheit haben keine Zukunft!“
    Klar, er macht Wahlkampf gegen Demokratie und Freiheit und für seine Diktatur.
    Da hat man wohl einen Teilhauptsatz eines Satzes, der einen ganz anderen Sinn ergab, ausgeschnitten.
    Wieder haben die demokratischen, seriösen Wahrheitsmedien nicht gelogen.
    Aber wie nennt man das dann? Wahrheitsliebe vielleicht?

    • Nennt man sinnentstellende Zitatverkürzung, die mit einer Lüge gleichauf liegen kann. Spricht ein humaner Arzt mit ernster Miene: „Dieser Grippe-Virus ist tödlich, den muß man ausmerzen!“, so kann man in einer späteren Dokumentation einen halbverhungerten Negerboy zeigen und danach diesen Menschenfresser einblenden: „Den muß man ausmerzen!“

      Freilich ist diese Art von Holzhammerpropaganda auch gefährlich für Propagandisten – je offensichtlicher die Lügen, desto mehr Menschen, die nicht mehr erreicht werden und desto mehr moralische Legitimation für die Entstellten. Das rächt sich früher oder später.

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