Frische Gülle

afd-manfred-guellner

Über dubiose Wahlprognosen der Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH und ihres Chefs Manfred Güllner berichteten wir bereits. Jetzt hat Güllner unter dem reißerischen STERN-Artikel „Die AfD an den Grenzen ihres Wachstums“ in einem Gastbeitrag neue Milchmädchenprophezeiungen vom Stapel gelassen:

Doch bei der Kommunalwahl in Niedersachsen zeigten sich die Grenzen des Wachstums der AfD. Zwar erhielt sie auch hier – berücksichtigt sind nur die Kreise und kreisfreien Städte, wo die AfD auch kandidierte – mehr Stimmen als bei der Bundestagswahl 2013, doch der Zuwachs der AfD von 161.000 Stimmen im Herbst 2013 auf 278.000 Stimmen bei der Kommunalwahl fiel mit einem Plus von 117.000 Stimmen deutlich geringer aus als bei den vier vorangegangenen Wahlen in diesem Jahr.

Wir rechnen nach: Exakt erhielt die AfD bei der Bundestagswahl in Niedersachsen landesweit 165.875 der Zweitstimmen (3,7 Prozent der Wähler) – sie konnte damals auch landesweit gewählt werden.

Bei den niedersächsischen Kreiswahlen 2016 trat die junge Partei in den 46 Landkreisen und kreisfreien Städten nicht flächendeckend an (in Emden, Osnabrück und Salzgitter nicht) und erreichtekumuliert für das ganze Bundesland“ 7,8 Prozent (812.645 von 10.362.341 gültigen Stimmen). Das wären, nimmt man durchschnittlich 2,86 Stimmen je Wähler an, exakt 283.417 AfD-Wähler. So rechnet Forsa-Güllner und läßt dabei die verhinderten AfD-Wähler aus Emden, Osnabrück und Salzgitter einfach unter den Tisch fallen. Gut, die machen das Kraut auch nicht fett. Aber wenn man schon mit Zahlen hausieren geht, sollten diese auch stimmen bzw. vergleichbar sein.

Hinzu kommt aber, daß die Zweitstimmen einer Land- oder Bundestagswahl mit den Mehrfachstimmen einer Kommunalwahl nicht verglichen werden können, vor allem dann nicht, wenn eine Partei bei Letzterer nicht alle Stimm-Möglichkeiten mit Wahlvorschlägen besetzen kann. So schrieb das (anti)faschistische Apabiz zwei Monate vor der Wahl:

Außerdem konnte die AfD nicht für alle Gremien alle Wahlbereiche abdecken – so z.B. nur einen von fünf für den Kreistag Grafschaft Bentheim oder zwei von fünf für den Stadtrat Einbeck. Dass die Partei teilweise (noch) strukturschwach ist, zeigt ein Blick auf die regionale Verteilung der Kandidaturen. Zum einen gibt es Landkreise, in denen die AfD nur für den Kreistag kandidiert, während sie bspw. in der Region Hannover auch für fast alle Stadt- und Gemeinderäte antritt. Zum anderen fällt auf, dass viele der KreistagskandidatInnen nicht in ihrem Wahlbereich wohnen. Offenbar haben sich aus diesen Gegenden keine Leute gefunden. … Regionaler Schwerpunkt der AfD-Kandidaturen ist der Osten des Bundeslandes.

Das sind zumindest zwei wichtige Informationen, welche auch die Nachrichtenlage nach der Kommunalwahl á la „in der Grafschaft Bentheim stimmten nur nur 1,1 % für die AfD“ oder „in den Städten und im Osten des Landes besser abgeschlossen“ erklären.

Und noch etwas: Die Wahlbeteiligung in Niedersachsen bei der Kommunalwahl 2016 betrug 55,5 Prozent, bei der letzten Bundestagswahl 73,4 Prozent. Bei den vorangegangenen Landtagswahlen war die Differenz weitaus geringer.

Güllner vergleicht also für den Beweis seiner Behauptungen Äpfel mit Birnen. Aber nimmt ihn – außer dem Boulevardblatt STERN – noch jemand ernst?

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8 Antworten

  1. Später wird er sich damit rausreden, dass er ja nur seinen Job tat und nur machte was sein Arbeitgeber von ihn verlangte. Dazu gehörte natürlich auch die Beschimpfung der AFD-Wähler als „keine normalen Menschen“ und „braunen Bodensatz“.

    BRDfunk 02.01.2016
    http://www.deutschlandfunk.de/afd-waehler-das-sind-wirklich-anti-demokraten.694.de.html?dram:article_id=341291

    Ach ja, 2014 irrte Güllner ebenfalls, auf die Frage des „Stern“ ob die AFD am Wählerpotenzial der CDU nagt, antwortete Professorchen Güllner wie folgt:

    „Kaum. Der CDU/CSU-Stimmenanteil stieg von 2009 bis 2013 von 23,6 um 5,6 Prozentpunkte auf 29,2 Prozent – und das, obwohl der Anteil der Parteien am rechten Rand um 2,9 Prozentpunkte von 1,4 auf 4,3 Prozent angestiegen war. Das Ergebnis der Europawahl kam ebenfalls nicht durch Abwanderungen früherer CDU/CSU-Wähler zur AfD zustande; denn die Union erhielt im Mai 2014 rund 7,9 Millionen Stimmen weniger als bei der Bundestagswahl wenige Monate zuvor – und das, obwohl die rechten Parteien bei der Europawahl 228.000 Stimmen weniger Stimmen erhielten als bei der vorangegangenen Bundestagswahl.“

    Des weiteren wurde gefragt ob die AFD das Parteiensystem nachhaltig ändern würde, auch hier hatte Manfred „Allwissend“ Güllner eine Antwort parat:

    „Es gibt keine nachhaltigen Verschiebungen durch die AfD-Stimmen, weil wir ja auch früher schon mit rechtsradikalen Wellen fertig wurden. Diese Verschiebungen gibt es aber durch die sehr hohe Zahl von Wahlverweigerern – in Brandenburg sind es mehr Nichtwähler als Wähler. Wir wissen aus unseren Nichtwähler-Studien, dass die Leute, die häufiger nicht wählen gehen, sich immer weiter von der Demokratie entfernen. Dadurch besteht die große Gefahr, dass bei denen auch die Akzeptanz des demokratischen Systems abnimmt.“

    Tja, die Vorhersagen des großen Sehers Manfred Güllners sind so sicher wie unsere Rente und so genau wie die Zahl der Flüchtlinge.

    Warum die CDU die AfD nicht fürchten muss
    http://www.stern.de/politik/deutschland/landtagswahlen-in-brandenburg-und-thueringen-warum-die-cdu-die-afd-nicht-fuerchten-muss-3609052.html

    (Fischen, Räuchern und ein paar Bier machen geschwätzig, da wird der Norddeutsche zur Quasseltante 😉 )

  2. Immer wieder:

    Die ganzen Mißstände und Übelst-Poliiker, mindestens so extrem früher unvorstellbar, wurden möglich nicht nur, aber ganz erheblich durch das deutsche Volk in Gestalt des asozial-verkommenen, dumpf-fetten BRD-Wahlpöbels.

    Und wer 1990 gedacht hatte, durch die Ossis werde nun die nationale Einfärbung kommen, hatte sich gewaltig getäuscht. Immerhin wandern dort nun die dumpfen Protestwähler, denen es langsam graust, auf und reduzieren die verlogene Systempartei PDS-LINKE!! Aber was sind selbst 30% AfD (mehr ist momentan nicht zu erwarten) gegen weiterhin 70% für die kriminellen Vernichter von Volk, Land und guten alten Werten?? Wie z.B. ist die Sitzverteilung im Stadtparlament und Kreis Bautzen, ganz zu schweigen vom modernen Babylon Frankfurt am Main??!

    Seit 1970 sind hierzulande bekanntlich 80% aller Negativa eigengemacht (völlig ohne Zwang, ganz demokratisch-frei, niemand mußte je die 5 Vernichtungsparteien ankreuzen bis 90%) von den BRD-Politikern und ihren Wählern und ebenso schuldigen Nichtwahl-Duldern.

    Da können sich irgendwelche realitätsunfähige Klugscheißer noch so oft an ihren Halluzinationen von den 40 und so aufgeilen!! Ein Volk, wo selbst in den gebildeteren Sektionen die Dummheit derart epidemisch grassiert, ja bei dem sieht es dann auch so aus wie hier anno 2016!!

  3. Die SPD eine Brutstätte für Nazis?

    Presse-Dokumentation aus: Tichys Einblick Fr-16. Sep 2016

    Berlins noch regierender….Bürgermeister Müller (SPD) sagt,
    „10 bis 14 Prozent für AfD wären ein Zeichen für Wiederaufstieg der Nazis“. So schnell wird, wer nicht SPD wählt, zum Nazi. Dabei übersieht der Nazi-Macher, wie sehr er zur Verharmlosung der Nazis und ihrer Verbrechen beiträgt.

    Wenn so viele harmlose Bürger, deren einziges Vergehen darin besteht, nicht mehr SPD wählen zu wollen oder deren designierte Koalitionspartner, Nazis sind, dann kann es ja nicht so schlimm sein.
    Inflationärer Gebraucht entwertet auch Begriffe. Vielleicht sollten sich alle demokratischen und antinazistischen Kräfte dazu aufraffen, solche infantilen Sprüchemacher auszugrenzen.

    Und da bekanntlich ca. ein Viertel der AfD-Wähler von der SPD kommen – ist die SPD eigentlich eine Brutstätte für Nazis? (rty)

    [PS. – Laut Demoskopie haben um 30% der DGB- und SPD-Mitglieder ein „rechtsextremes Weltbild“!!]

  4. Schon in den 80-ern wurden diejenigen, die sich für Völkervielfalt, -erhalt und -selbstbestimmung einsetzten, straflos als „Nazis“ diffamiert. Die Adelung der Nazis zu Völkerfreunden, die damit einher ging, blieb im Rahmen des Zwiedenkens unbemerkt und folgenlos. Es funktioniert.

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