Wasserwerfer

gaertners-spritze

Stellen Sie sich vor, eine Bande junger Männer bricht in ihr Haus ein, setzt sich auf Ihr Sofa und fordert „Bleiberecht für alle“ inklusive Essenversorgung und Taschengeld. Sicherlich würden Sie sofort weinen vor Freude, „Welcome“ rufen und Teddybären besorgen, um die frechen Einbrecher damit knuddeln zu lassen (wenn Sie einen an der Waffel hätten).

Doch nicht jeder hat ein Faible für derartige Anmaßungen. Über einen Akt von Zivilcourage berichtet die Süddeutsche Zeitung:

Die Passanten am Sendlinger-Tor-Platz können nicht fassen, was sie da sehen. Genau auf Höhe der Schlafpavillons, dort, wo die demonstrierenden Flüchtlinge ihr Nachtquartier errichtet haben, klappt der Mann, der offenbar von der Stadtgärtnerei kommt, seinen Sprühkran extra weit aus. Soweit, dass die Schlafsäcke, die Isomatten, die Decken komplett nass werden und nicht das Blumenbeet, das zwei Meter vor dem Unterschlupf liegt.

Ein junger Mann, der die Flüchtlinge bei ihrem Protest unterstützt, eilt herbei. Er trommelt wild gegen das Fenster an der Fahrertür. Der Mann am Steuer des Minitraktors soll sofort aufhören mit seiner Wasserprovokation. Doch den beeindruckt das offensichtlich wenig. Gemächlich rollt der Traktor weiter. Erst ein Polizist kann ihn zum Anhalten bewegen. Da triefen die Schlafsäcke längst vor Wasser. Und die Flüchtlinge sind einigermaßen erzürnt.

Der Skribent will bei dem Minitraktor-Fahrer „ein mokantes Lächeln“ festgestellt haben, „als die Polizei seine Personalien aufnimmt“. Offenbar schwindet jeglicher Respekt vor den Anmaßungen von Asylforderern. Schrecklich!

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8 Antworten

  1. Ja, wie kommt der eigentlich dazu, diesen Protest zu verwässern?
    Nimmt er denn keine Rücksicht auf die Arbeit des tüchtigen Protestberaters?
    Zur Strafe sollen man diesen Wasserwerfer zum Trinken von vier Kisten deutschen Dunkelbieres innerhalb einer Woche verdonnern.
    Den aus den Pfandflaschen lukrierten Betrag sollte man dem Betreuer übergeben, vorausgesetzt, seine Schützlinge übernehmen das Einlösen des Pfandes.

  2. Das ist ein lustiger Springbrunn
    Im Mittagssonnenglanz,
    Glitzernde Tropfen tanzen
    Den silbernen Sonnentanz.

    Viel feuchte, leuchtende Funken –
    Das schimmert und rieselt und glüht –
    Der speienden Löwenhäupter
    Gerunzelte Stirne sprüht.

    Die Lindenblätter sich neigen
    Und fangen den spritzenden Tau.
    Am Becken kühlt und erquickt sich
    Die müde Taglöhnersfrau.

    Und sieh´ dort drüben, an diesen bunten Stellen !
    Es schälen sich aus frisch benässtem Schlafes Sacke
    Vier, fünf ganz garstige Gesellen
    Und finden´s kacke.

    ( Fast ) Karl Friedrich Henckell
    (1864 – 1929), deutscher Lyriker und Schriftsteller

  3. Bei 28 Grad Celsius dürften die Schlafsäcke schnell wieder trocken sein, mimimi für nichts, es sei denn es wurde krampfhaft ein Vorwand für Flüchtlingspropaganda und Rassismus-Schelte gesucht.

    http://www.accuweather.com/de/de/munich/80331/september-weather/178086?monyr=9/1/2016&view=table

  4. Was werden die ihm anbraten: § 125 Schwerer Landfriedensbruch – bis zu zehn Jahren, oder doch nur grober Unfug, bis zu 1000 Bernanke-Shekel?
    Ein Tritt in ein schlaffes Zeckengesäß war hierzulande immerhin schon „schwere Körperverletzung“ – und das Messer volle Kanne in den Rücken „Körperverletzung mit tödlichem Ausgang“ – je nachdem, wer wen.
    Mokantes Lächeln könnte sich strafverschärfend auswirken, Näheres bei Günter Deckert – Pokergesicht oder haßerfülltes Funkeln in den Augen wären aber auch nicht besser …

    • Bei Linken und Invasoren wird immer (!) verhandelt. Und nahezu immer nachgegeben. Das die BRD, trotz routiniertem Einknickens in solchen Fällen, mitnichten ein zahnloser Tiger ist sieht man an der vehementen Bekämpfung der Gegenseite wobei scheinbar jedes Mittel recht ist.
      Zur SZ: Muss etwas was so tief gefallen ist nicht irgendwann hart aufschlagen??

  5. Zitat aus dem Artikel: „Am Ende musste die Polizei einschreiten und einige Menschen von den Bäumen holen.“
    Köstlich! Leider darf ich das an dieser Stelle nicht weiter kommentieren… Aber na ja, das Lachen bleibt einem hier eh im Halse stecken.

  6. Beet verfehlt. Kann schon mal passieren. Die sollten lieber froh sein, daß der Gärtner sie nur gegossen hat und nicht gejaucht.

  7. Das rinnende rauschende Wasser
    Berauschte verwirrend die Stimmen
    Der Träume, die blasser und blasser
    Im schwebenden Nebel verschwimmen.

    (Hugo von Hoffmannsthal, Regen in der Dämmerung)

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