Rechtspopulismus

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Es vergeht in Staatsfunk und Wahrheitspresse kein Satz über die AfD, ohne daß ihr das Adjektiv „rechtspopulistisch“ vorangestellt wird. Nun versucht sich die vom Strudel des Leserschwundes besonders betroffene FAZ als Debattenorgan, das auf seine Restkundschaft Rücksicht zu nehmen gewillt ist:

Wenn die AfD „rechtspopulistisch“ ist – sollte man die Linkspartei dann nicht „linkspopulistisch“ nennen? Einige Leser von FAZ.NET plädieren für die begriffliche Gleichbehandlung der beiden Parteien. Nur: Stimmt das inhaltlich? Wir haben bei einem Wissenschaftler nachgefragt.

Der „Wissenschaftler“ Frank Decker, Professor am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, klamüsert umständlich, warum die AfD populistisch, aber nicht populär ist, und warum der ganze Parteienrest nicht populistisch ist:

Das zentrale Merkmal des Populisten ist die Anti-Establishment-Orientierung. Populisten opponieren gegen die gesellschaftlichen und politischen Eliten und reklamieren für sich, für das einfache Volk einzutreten.

Woanders nennt man gegen machthabende Eliten opponierende Gruppen „Opposition“, doch ist dieser Begriff möglicherweise zu positiv belegt, und kaum ein Herrschaftsapparat wird angesichts seiner Gegner von einer „Opposition“ sprechen. In der Sprache der Machthaber ändern sie dann ihre Namen, heißen mal „Volksverräter“, „Friedensfeinde“, „Rowdys“, „Extremisten“ oder eben „Rechtspopulisten“.

So durchzieht dieser schwerwiegende Vorwurf, daß (schlechte) „Populisten“ gegen die (gute) Obrigkeit mobilisieren, das gesamte Traktat des Professoren: „böse Establishment“, „gegen die Eliten instrumentalisiert“, „Eliten-Bashing“, „Eliten werden verantwortlich gemacht“, „Anti-Establishment-Ton“ oder „Anti-Establishment-Stoßrichtung“. Er folgt damit dem Duktus seines Chefs Joachim Gauck, welcher kürzlich feststellte: „Die Eliten sind gar nicht das Problem, die Bevölkerungen sind im Moment das Problem.

Nun erwartet man von Angestellten des Wissenschaftsbetriebes nicht mehr viel, zumal nicht in den Sozial- und Geisterwissenschaften. Einem Verdacht kann man dennoch nachgehen – nach zwei Klicks wird die Vorahnung bestätigt und man erfährt etwas, das die FAZ wohlweislich verschweigt:

Decker ist langjähriges Mitglied der SPD und Mitglied der Grundwertekommission der Partei. Im Rahmen der Europawahl 2014 zum Europäischen Parlament warb er als Erstunterzeichner eines Unterstützeraufrufes im Internet sowie in Zeitungsanzeigen für den damaligen Spitzenkandidaten Martin Schulz.

Darf an der Unvoreingenommenheit des „wissenschaftlichen Experten“ gezweifelt werden? Muß denn überall, wo eine Blindschleiche auftaucht, die SPD dahinter stecken?

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5 Antworten

  1. FAZ: Die AfD … mobilisiert heute stärker als zu den Anfangstagen mit fremdenfeindlichen Parolen…

    Wissenschaftler: Absolut,…
    …Die Eliten werden verantwortlich gemacht dafür, dass sie angeblich die Migranten ins Land lassen. (Hervorhebung nicht im Original)

    FAZ: Mit Sätzen wie „Wer Gastrecht missbraucht, hat Gastrecht dann eben auch verwirkt“ – solche Sätze erwartet man eher von rechts?

    Wissenschaftler: Genau…

    Ein amateuerhaft aufgezogenes Propagandastück. Die FAZ-Futzies haben offensichtlich jemanden gesucht, der einen Anschein von Legitimation für ihre Parolen liefert. Man wollte bloß nicht zu offensichtlich gleich Merkels Pressesprecher fragen.

  2. Was heisst hier Opposition, ganz früher nannte man Querulanten und paranoide Verschwörungstheoretiker Dissidenten, sofern sie ihr Unwesen hinter dem Eisernen Vorhang trieben.

  3. „Muß denn überall, wo eine Blindschleiche auftaucht, die SPD dahinter stecken?“

    Richtig interessant wird es erst, wenn man sieht, welch talentierte Puppenspieler hinter der SPD (und dem anderen Gedöns) stecken!

    Kleiner Tipp: Hört wie Rumpelstilzchen höchst ungern seinen Namen, zerreißt sich leider auch nicht selber, so man ihn erkennt.

  4. … das »Propagandamodell« (u.a. vom linken Vordenker Noam Chomsky entwickelt), das von einer symbiotischen und ökonomischen Nähe zwischen Politik und Medien ausgeht. Hier spielt der »Experte«, der sich zu einem strittigen Thema äußern darf, eine wichtige Rolle, zumal es in der Regel »Experten« seien, die einem bestimmten Konzern angehören oder am Tropf einer staatlichen Institution hängen.
    http://www.sezession.de/54632/mediennetzwerke-und-masseninstinkt.html/2
    Antworten

  5. Bei einem fatalist-blog habe ich gestern einen Auszug aus Gedeons Texten gelesen, das war sehr vernünftig in der Kritik am Kommunismus und den heutigen Rotgrün-Pseudolinken!!

    Ähnliche Entwicklung habe ich als Alt-68er, Ex-Maoist und Kurzzeit-GRÜNER auch diesbezüglich durchgemacht!!

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