Opferperspektive

Netz-gegen-recht

Anderthalb Monate nach einer freundlichen Erwähnung unseres Nischenblogs in der von der strudelnden Abnahme ihrer Abonnentenzahlen heimgesuchten Frankfurter Rundschau bezog sich auch das sogenannte „Netz gegen Nazis“ – ein Projekt der ehemaligen Stasi-Zuträgerin Anetta Kahane, das mit tätowierten Schlümpfen und hakenkreuzbewickelten Nazipuppen um Aufmerksamkeit buhlt (siehe Screenshot) – auf diesen Rundschau-Artikel, um einige konfuse Behauptungen nachzusetzen.

Zunächst wird auch hier eine „Milchmädchenrechnung“ unseres Blogs moniert: „Er berechnete unter Zuhilfenahme einer Statistik über Mord- und Totschlagsopfer die Zahl mehr oder minder per Überschlag berechnet.“ (Satzbau im Original). Die Statistik des nur augenscheinlich seriösen Statistik-Portals Statista faßte seinerzeit Opfer von Mord und Totschlag und versuchtem Mord und Totschlag pauschal zu Opfern von Morden und Totschlägen zusammen. Als der Fehler im Jahr 2012 publik wurde, korrigierten wir die Abschätzungsgrundlagen sofort und ermittelten statt 7500 durch Migranten ermordete Abstammungsdeutsche „nur“ 3700.

Der Autor vom „Netz gegen Nazis“ stellt fest, daß „sich die Zahl von Kriminalitätsopfern nicht mit der Zahl von bewusst aus politischer Ideologie ermordeten Menschen vergleichen lässt“. Aus Täterperspektive mag das richtig sein, je nachdem, ob man politische Motivationen als ehrwürdiger oder niederträchtiger gegenüber kriminellen Motivationen wie bspw. Hab- oder Sexgier annimmt. Zudem merkt er an: „würde man die Zahl von migrantischen Menschen nehmen, die seit 1990 auch ohne politischen Hintergrund von Deutschen ermordet wurden, wäre sie auch weit höher“. Bitteschön, dann schlagen wir auch diese Toten einer verfehlten Migrationspolitik zu – und schieben obenauf in eben dieselbe Kategorie noch jene aus politischen Motivationen von Deutschen ermordeten Migranten.

Doch ob tatsächlich eine originär „politische“ Motivation eine Rolle spielt, darf hinterfragt werden. In den 1950er Jahren, als die Nazidichte in der BRD ungleich höher als heute war, gab es quasi keine Migranten, die allein wegen ihres Migrantseins (also aus Fremdenhaß) ermordet wurden. Möglicherweise lag das einerseits an einem geringeren Überfremdungsgefühl, andererseits an der geringeren Provokationsdichte durch Migrantenkriminalität oder überhaupt am Migrantenmangel.

Daß in den letzten Jahren angesichts tausender von „Fremden“ aus kriminellen Motiven ermordeten Deutschen (und hunderttausenden dementsprechenden Gewalt- und Sexualopfern) und einer um das Mehrfache höheren Kriminalitätsrate unter Ausländern auch fremdenfeindliche Exzesse stattfinden, ist nicht schön, aber naheliegend. Doch auch hier sollte das Verhältnis berücksichtigt werden: Im Jahr 2014 kam auf mehr als 150 Gewalttaten durch „Nichtdeutsche“ (plus der Gewalttaten durch in der PKS nicht explizit ausgewiesene eingebürgerte Migranten) eine rechtsextremistische Gewalttat. Es ist ein Wunder, daß es nicht mehr sind, und Zeugnis für die Duldsamkeit der Alteingesessenen.

Besonders witzig erscheint, daß diejenigen, welche uns eine „Milchmädchenrechnung“ vorwerfen, uns ebenso vorhalten, Opfer von „Körperverletzung“ den Todesopfern zuzurechnen – was wir aber überhaupt nicht gemacht haben. Wir hatten Opfer der „Körperverletzung mit Todesfolge“ den Opfern von Mord und Totschlag gleichgestellt, denn unserer Ansicht sind sie alle gleichermaßen tot. Möglicherweise meint aber der Blogger bei „Netz gegen Nazis“, wenn diese von Einwanderern massakrierten Deutschen im Krankenhaus starben, daß dann nicht die Migranten, sondern die Ärzte als Täter zu bezichtigen sind.

Auch wenn der „Netz gegen Nazis“-Autor allein die ein- oder zweihundert aus angeblich „politischen“ Motiven ermordeten Menschen für Propagandazwecke gegen das vermutete politische Umfeld der Täter mißbraucht, so betrachten wir die Opferperspektive und bedauern alle zigtausend Todesopfer einer desaströsen Einwanderungs- und Durchschleusungspolitik, ob auf abstammungsdeutscher oder migrantischer Seite.

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Eine Antwort

  1. Bitte verbreiten, damit es auch in Zukunft ein freies Internet gibt und auch nonkonforme Seiten ihr Recht auf Meinungsfreiheit wahrnehmen können:

    http://www.savenetneutrality.eu/de/

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