Gauland vs. Boateng

freude-ueber-merkel

Noch immer wabert in der Wahrheitspresse der Hype um die vom AfD-Mann Alexander Gauland in einem privaten Gespräch gefallene Aussage über den stylisierten Gladiator Jérôme Boateng: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Wir luden die Sprachwissenschaftlerin und Demokratismusexpertin Prof. Banboa Bilbumba von der Universität Bamako ins Eulenfurz-Studio und befrugen sie zu den Gauland-Sätzen, den ihnen zugewiesenen Konnotationen und Deutungen.

eulenfurz: Frau Prof. Bilbumba, ein herzliches „Welcome“.

Prof. Bilbumba: Guten Tag!

eulenfurz: Frau Bilbumba, gleich am Anfang: Was hat Gauland nun gemeint.

Prof. Bilbumba: Die beiden Sätze sind eigentlich ungenau und pauschalisierend, „die Leute“ als Gesamtheit fänden Boateng „als Fußballspieler gut“ ist sicherlich genauso unzutreffend, wie die Feststellung, eben jene wollten ihn nicht zum Nachbarn. Um genau zu sein, gibt es bei zwei mal zwei Möglichkeiten (guter Fußballer: ja/nein und Nachbar: ja/nein) exakt vier Möglichkeiten, für welche sich „Leute“ entscheiden könnten.

eulenfurz: Wo aber liegt darin jetzt der Eklat?

Prof. Bilbumba: Das wissen wir nicht. Unsere Expertengruppe in Bamako ist immer noch damit beschäftigt, die mediale Skandaldynamik nach Gaulands Aussage zu ordnen und zu analysieren.

eulenfurz: Die entwickelte sich wohl im Laufe der Weiterverbreitung, oder?

Prof. Bilbumba: So wird es sein. Die Zeitung, welche das Gauland-Zitat als erstes abdruckte, sprach von „Beleidigung“ des Fußballspielers durch Gauland, dabei hat der nur eine positiv und eine negativ konnotierte Feststellung über das Verhalten von Leuten abgegeben. Die nächsten Medien, vor allem die Prekariatsmedien, sprachen dann von Rassismus, obwohl die Rasse in der Aussage nicht die geringste Rolle spielt.

eulenfurz: Dann sind das vielleicht sogar rassistische Muster der erstaunlich gleichtönenden Presse, welche eine mögliche Ablehnung Boatengs auf dessen Rasse reduziert?

Prof. Bilbumba: Möglich. Andererseits ist selbst ein jeglicher Grundlage entbehrender Rassismus-Vorwurf im politischen Machtkampf immer noch wirksam.

eulenfurz: Der rauschgiftsüchtige Grünenpolitiker Volker Beck behauptet gar: „Manche wollen Menschen nicht wegen ihrer Hautfarbe als Nachbarn haben, sagt #Gauland. // Solche Menschen nennt man Rassisten.“ Hat Gauland das gesagt?

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Prof. Bilbumba: Die Hautfarbe spielt in Gaulands Äußerungen überhaupt keine Rolle. Die Behauptung des Becks ist eine Lüge …

eulenfurz: … was aber viele Menschen, vor allem jene der unteren Bildungsschichten, nicht daran hindert, ihr aufzusitzen.

Prof. Bilbumba: Ja, natürlich. Fast ausnahmslos im gesamten Medienapparat, aber auch im herrschenden Politbetrieb, wird die Aussage Gaulands – davon einmal abgesehen, daß sie völlig belanglos ist – nicht differenziert betrachtet, sondern ein potentiell beliebter Showspieler … Sie nennen ihn „Gladiator“ … wird dazu benutzt, das Publikum gegen die politische Opposition aufzuhetzen.

eulenfurz: Das heißt, Sport ist auch ein Politikum?

Prof. Bilbumba: Insbesondere totalitäre Regime instrumentalisieren den Sport, vor allem den auf internationaler Bühne stattfindenden, für innen- und außenpolitische Zwecke.

eulenfurz: Hatte sich deswegen auch BRD-Kanzlerin Merkel durch ihren Regierungssprecher mit der Bemerkung einschalten müssen: „Der Satz, der da gefallen ist, ist ein niederträchtiger und ein trauriger Satz“?

Prof. Bilbumba: Wahrscheinlich. Dabei ist unklar, welcher der beiden Sätze gemeint ist. Der mit dem guten Fußballspieler oder der mit dem schlechten Nachbarn? Inhaltlich wird keinem der beiden entgegnet, es folgt nur die Bewertung „niederträchtig“ und „traurig“. Ein dünnes Statement.

eulenfurz: Boateng dankt seiner Kanzlerin dennoch.

Prof. Bilbumba: Ein gegenseitiges Schulterklopfen innerhalb des Polit- und Sportbetriebes. Das sehen wir auch bei den Führungskräften des Kultur-, Wissenschafts- und Medienbetriebs. Sie profitieren alle voneinander. Ein Netzwerk des herrschenden Klüngels.

eulenfurz: Und wie ist die eilige Stellungnahme der AfD-Chefin Petry zu werten, sie entschuldige sich „bei Herrn Boateng für den Eindruck, der entstanden ist“?

Prof. Bilbumba: Menschlich verständlich, aber sie ist wohl selbst der rassistisch konnotierten Deutung der Gauland-Aussage durch den regierungstreuen Medienapparat aufgesessen. Für „den Eindruck, der entstanden ist“, muß sich Petry nicht entschuldigen, denn die rassistische Deutung der Gauland-Sätze haben allein die hetzorientierten Medien und rauschsüchtigen Politclowns á la Beck generiert und damit zu verantworten.

eulenfurz: Eine letzte Frage: Wollten Sie „einen Boateng“ als Nachbarn haben?

Prof. Bilbumba: In Anbetracht dessen, daß der Boateng-Clan in einem Berliner Problemviertel durch Kriminalität und Gewalt auffiel, würde ich die Nachbarschaft derartiger Elemente meiden. Wie gut ein Boateng Fußball spielen kann, interessiert mich nicht. Für Unterschichten ist dies freilich maßgeblich – die inszenierten Stars der Unterhaltungsbranche geben ihnen Halt im Leben, schließlich haben sie sonst nicht viel. Panem et circenses!

eulenfurz: Vielen Dank und guten Heimflug.

Prof. Bilbumba: Danke, auf Wiedersehen!

Wie seriös ist eigentlich der AfD-Aufreger der FAS?

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3 Antworten

  1. Stigmatisierungsforderungen des herrschenden Politbetriebes auf Grundlage einer von der rassistischen Hetzpresse herbeihalluzinierten Deutung einer belanglosen Aussage: Politclowns in Aktion.
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  2. Ganz ehrlich, der Sack Reis in China der umkippt oder auch nicht interessiert eher als die PC Stimmungslage eines über pigmentierter Balltreter aus der Unterhaltungsindustrie.

  3. OT: @ Onkel Peter und @ Notwende: Seid Ihr Euch wirklich nicht zu schade, Euch von diesem Mulatten aus Magdeburg von hinten rannehmen zu lassen? Siehe: Deutsche vs.Japaner…

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