Arbeitseifer

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Einige der traumatisierten Refugees kritisieren die langweiligen Zustände in der BRD. Eine 35-jährige afrikanische Flüchtlingsfrau etwa wird in Spiegel-Online mit den Worten zitiert: „In Ghana gibt es jeden Tag Musik und Tanz, viel Spaß. Auf der Straße und im Haus. Hier ist es eher leise. Am Anfang war das nicht leicht für mich. … Hier haben die Leute keine Zeit für Party. Alle arbeiten.

Der Publizist Michael Klonovsky kommentiert dies folgendermaßen:

In der Tat. Deswegen strömen die Fremden ja in hellen Haufen hierher. Deswegen leeren sich die Straßen nach null Uhr und enden die Partys für afrikanische Verhältnisse viel zu früh, deswegen herrscht nachts Ruhe und tags schlechte Laune. Überdies arbeiten viele Deutsche in zunehmendem Maße nicht mehr für sich selbst, und die wenigsten von ihnen tun dies freiwillig, was die Stimmung weiter trübt. Andererseits: Wären die Sozialleistungen niedriger, wäre die Stimmung vieler beruftstätiger Einheimischer womöglich besser …

Und der Durchschnittssteuerzahler hätte – wie wir vor anderthalb Monaten bereits resümierten – mehr „Zeit, die er … für die Pflege seiner sozialen Kontakte oder für seine persönliche Weiterentwicklung“ nutzen könnte. Der Durchschnittsdeutsche aber malucht, nicht nur für jenes, das ihm zum In-den-Tag-leben gereicht, sondern um von dem Verdienst etwas für sich zu erschaffen, Besitztümer zu erlangen oder sich eine Auszeit (Urlaub) versüßen zu können. Er wird damit zum perfekten Opfer für Neider und Diebe. Dabei ist er aber immer noch sparsamer Kleinbürger: So lange er seinen Vorgarten hat und seine Gardinen und seinen Jahresurlaub, läßt er sich in das große Getriebe des Kapitalismus einbetten, untertänig und beflissen wie ehedem.

Und vor allem dort, wo er Besitz und Vergünstigungen ohne eigene harte Arbeit erlangt hat, weil sie ihm durch die Tüchtigkeit seiner Vorfahren oder seiner ihn einbettenden Gemeinschaft in den Schoß fiel, ist er für eine „Verteilungsgerechtigkeit“ affin. Nicht von ungefähr sind es vor allem Studenten und Kulturbetriebler, die sich für Import und Alimentierung von „Refugees“ auf Gemeinkosten einsetzen, nicht umsonst steht eine Partei wie die AfD beim Mittelstand, bei Männern und Arbeitern relativ hoch im Kurs.

Die in den rudimentären Resten des deutschen Volkes immer noch virulente (und nicht mehr zeitgemäße!) Arbeitsbegeisterung hat geschichtliche Hintergründe, welche vom Philosophen Max Scheler in „Die Ursachen des Deutschenhasses“ wie folgt charakterisiert wurden: „Wir Deutsche, reif geworden durch die Askesis unerhörter Leiden, wie kein europäisches Volk sie erduldet, wir wurden auch reif zu einer neuen Stufe der emotionalen Auffassung der Arbeit (…) dazu disponiert, in der Arbeitsbetätigung selbst unsere wesentlichste Freudenquelle zu suchen, wie wir dies bei keinem anderen Volke der Welt finden.

Um das Eigene zu bewahren, wäre das Abstreifen dieser Eigenart „Arbeitseifer“ eine Tugend, so, wie die Erlangung einer Askese und einer Demut hin zu den einfachen und ursächlichen Dingen. Wäre es nicht besser, all die blinkenden Reichtümer, auf welche die Fremden so erpicht sind, ins Mittelmeer zu kippen und sich Zeit zu nehmen für Kultur und Natur, für schöpferische Dinge und soziale Belange im eigenen Umfeld, welche für ein glückliches Dasein genügen, ohne Wachstums- und Anhäufungsantriebe?

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10 Antworten

  1. und sich Zeit zu nehmen für Kultur und Natur…

    Das dürfte der Anziehungskraft der BRD nicht zuträglich sein.

  2. Eulenfurz rekapituliert:

    dazu disponiert, in der Arbeitsbetätigung selbst unsere wesentlichste Freudenquelle zu suchen

    Stimmt! Denn für (relativ) geringen Lohn schuf ich etwas Großes. Während der Arbeit betrübte mich immer wieder der – unter besonderen Umständen, da ich mittels einer frisch applizierten Rizinvergiftung gesundheitlich arg bis kritisch angeschlagen war und mich dadurch bedingt mehr im anfänglichen Delirium als in der sogenannten Geschäftsfähigkeit befand – ausgehandelte Lohn, doch das Werk selbst sowie meiner schöpferische Tätigkeit motivierte mich während des Schaffens und war im Grunde genommen für mich die größte Belohnung beziehungsweise „Entschädigung“.
    Das Ergebnis war schließlich exzellent in seiner Darbietung und funktional im Nutzen und der Auftraggeber sehr zufrieden, so daß er den vereinbarten Lohn vereinbarungsgemäß zahlte.

    Meine täglichen kleinen kulturellen Momente aber sind Eulenfurz, Politquatschplatsch (PPQ), Karl Eduards Kanal, Vitzliputzlis Vierter und selbstverständlich Herr Michael Peter Winkler aus dem beschaulichen Würzburg – wie weitere kleine kreative Forengeister 🙂

  3. Liebe Ghanaerin,
    wenn’s dir in Deutschland nicht gefällt und alles so traurig ist —> du kannst gerne diesem Land entfliehen und seine Bewohner entlasten.
    Mach’s wie Amiri:

    http://www.krone.at/Welt/Gefeierte_Fluechtlingsfamilie_verliess_Deutschland-Zurueck_im_Irak-Story-511339

    ….Die mussten doch tatsächlich in einer Kaserne ausharren und „schreckliches deutsches Essen“ hinnehmen. Unvorstellbar!!

  4. Party, Tanz und Kühlschrank leer, ich wünsche mir die Deutschen her.:

    [Bild gelöscht, das folgende hat den gleichen Impetus auch ohne Davidsterne:]

  5. @’Flucht Aus Deutschland‘

    Sobald man den Pfad öffnet, kommt diese Abbildung zum Vorschein, begleitet mit folgendem Text (Auszug, Hervorhebung durch mich):

    Das Bild des Irakers Laith Majid al- Amiri bei seiner Ankunft auf der griechischen Insel Kos ging im Vorjahr um die Welt. Der weinende und e n t k r ä f t e t e Mann mit seiner Tochter im Arm wurde zu einem weiteren Sinnbild der Flüchtlingskrise.

    Wo ist der Typ bitteschön entkräftet?

    • Das ist eindeutig ein Fast-Food-Kollaps – der kann doch kaum noch gerade gehen.

      Aber die hier zeigen doch, daß auch die demokratische USA humanitäre Hilfe leisten kann, fettgefüttert im Rheinwiesenlager:

  6. Werte Eule,

    gestern stellte ich einen Beitrag ein und dann nochmal (zweiter Versuch); war der Inhalt des Beitrags etwa nicht in Ordnung oder liegt er im Spam-Eimer? Des Interesses wegen frage ich höflich nach.

  7. Zu dem fraglichen Wert des Arbeitseifers paßt ein Spruch, den ich vor einiger Zeit an einem Haus in Prag eingemeißelt fand:
    „Wir bauen hier gar feste / und sind nur fremde Gäste. Wo wir sollen ewig sein, bauen wir nur wenig drein.“

  8. Den gleichen Gedankengang hatte ich ebenfalls inne, werter Eulenfurz.

    Schließlich ließ ich von einer Gegenüberstellung mit diesen Teil unserer kachektisch gemachten Vorfahren besser ab, um Dein Nervenkostüm nicht all zu arg zu strapazieren.
    Auch wenn es sich bitter und aus heutiger Sicht überheblich oder hartherzig anhören möge: Sie hatten den Auftrag und die Pflicht bis zum Letzten zu kämpfen – sie mußten nach den bisher stattgefundenen Gräuel an deutsche Menschen davon ausgehen, daß es kein Pardon geben würde. Durch ihr Opfer hätten sie sich verewigen können, so wie die Kämpfer des Leonidas es taten in der Schlacht bei den Thermopylen.

    Noch heute gilt:

    „Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest
    Uns hier liegen gesehn, wie das Gesetz es befahl.“

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