Brauner Nistkasten

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Völkische Ostern“ waren auf einem privaten Gehöft im Harz angedroht worden, wo „hinter hohen Mauern, direkt am Rande eines kleinen Dorfes“ so widerwärtige Dinge wie „Singewettstreit und Osterwanderung“ zelebriert werden sollten. „Während Mütter und Kinder in Betten schlafen dürfen, ruhen die Männer in Schlafsäcken auf dem Boden“ – ein Indiz für das patriarchalisch-militante Gebaren der dubiosen Truppe, welche sexistischen Rollenmustern immer noch nicht entwachsen zu sein scheint.

Auch sollten Lebensmittel „unbedenklicher Qualität und nachvollziehbarer Herkunft“ von Direktvermarktern „oder aus der eigenen Ernte“ verköstigt werden, was von einer extremen Feindlichkeit gegen die Fertigprodukte global agierender Agrarindustriehändler (Massenfraßphobie) zeugt. Zudem wollten einige der Teilnehmer das Anwesen „entrümpeln, putzen und vorbereiten“, anstatt ordnungsgemäß vor der röhrenden Glotze zu hocken und antirechte Unterhaltungsdarbietungen zu inhallieren.

Eine durch und durch gefährliche Bande, der es nachzustellen gilt!

Das meinte auch ein Nachbar, der an seinem Wohnhaus ein üppiges Vogelhäuschen mit großem Einflugloch installieren ließ, welches kurioserweise mit Flugrichtung stramm nach Westen auf den Innenhof des bösen Anwesens ausgerichtet war und hinter dem sich eine Kameralinse verbarg. Nun ist es aber üblicherweise so, daß ins Private greifende Filmaufnahmen durch Fremde als Eingriffe in das Persönlichkeitsrecht geahndet werden.

Derselbe Nachbar hatte jedoch schon andere Leichen im Keller, resp. eine tote Kuh in der Klärgrube. Diese hatte sich vor einigen Jahren auf das zu dieser Zeit unbewohnte Gehöft der bösen Truppe verlaufen, brach in eine inmitten des Hofes gelegene und mit Holzbohlen abgedeckte Jauchegrube und wurde von ihrem überwachungsaffinen Besitzer nicht etwa gerettet, sondern durfte elendig im Schlamm verrecken. Die Abdeckbohlen ersetzte der bislang in der Agrarindustrie sein Auskommen verdienende Nachbar stillschweigend und informierte auch niemanden über das Vorkommnis, dessen sich nun das Veterinäramt annehmen darf. So etwas ist leider keine Lappalie!

Ob er die Kamera deswegen installieren ließ, um seine entlaufenen und ersaufenden Rinder besser im Blick zu haben?

Kaum hatte sein Sohnemann unter Polizeiobhut das Einflugloch des braunen Kamerahäuschens zugeklebt, eilte auch schon die investigative Journalistin Andrea Röpke mitsamt eines Kompagnons zur Foto- und Filmsession herbei, hielt – aus gleicher Perspektive wie das ausgefallene Vogelnest – vor dem verschlossenen Hoftor mittels Stangen ihre Kamera in das böse Anwesen und ließ sich bei dieser Tätigkeit professionell abfilmen. Wenn aber „investigative Journalist_innen“ bei ihren investigativen Stalkings investigativ beobachtet werden, so hat das zumindest Geschmäckle.

Wie die seltsamen Vorkommnisse zum letzten Osterfest zu bewerten sind, wird wohl die Ämter und Gerichte beschäftigen. Den Teilnehmern zumindest schienen sie nach deren Bekunden für hämischen Geprächsstoff gereicht zu haben, während der SPD-nahe „Blick nach Rechts“ trotz Röpkes Stippvisite nichts mehr zum gefährlichen Ostertreffen zu berichten hatte. Schade eigentlich.

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Schnappschuß oben: Andrea Röpke während der Überwachung Dresdener Pegidisten fast in einem Mülleimer sitzend vor dem Plakat „Achtung Spione“, das für eine Ausstellung über „Geheimdienste in Deutschland“ wirbt.

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