Syrische Retter

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Mitte März berichtete […] die Frankfurter Rundschau über einen Autounfall, bei dem ein NPD-Politiker verletzt wurde und zufällig eintreffende syrische Flüchtlinge sich als Ersthelfer verdient gemacht hätten. „Syrer retten NPD-Politiker“, titelte die Rundschau reißerisch.

Seit in schöner Regelmäßigkeit Asylbewerber in Deutschland angeblich größere Geldbeträge finden und artig abgeben, wecken Geschichten wie diese meine Neugier. Die Recherche dauerte nur einen Vormittag und hätte von jedem Journalisten mit Leichtigkeit geleistet werden können. Ich war überrascht von der Bereitwilligkeit, mit der die von mir kontaktierten Vertreter der beteiligten Einsatzkräfte sowie die Mitarbeiter der Behörden Auskunft gaben. Und so ist es offenbar abgelaufen:

Zum Zeitpunkt des Unfallgeschehens am Morgen des 16. März 2016 befuhren auch zwei Busse mit Asylbewerbern der Erstaufnahmeeinrichtung in Büdingen die Bundesstraße 521. Einer der Busfahrer stieg aus, um am verunglückten Fahrzeug zu sehen, was getan werden könne. Er rief seinen Kollegen zu sich, um ihm zu helfen, den verunglückten Fahrer loszuschnallen und aus dem Auto zu befreien. Später stiegen auch einige Asylbewerber aus den Bussen und traten hinzu.

Hier gehts weiter …

auflage-frankfurter-rundschau

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5 Antworten

  1. Zum obigen Artikel „Syrische Flüchtlinge“ siehe bitte den Artikel Karl Eduards „Flüchtlinge retten NPD“, wo die Thematik im (Kommentar-) Strang leidenschaftlich von den Kommentatoren diskutiert wurde.

    Pfadangabe:

    https://karleduardskanal.wordpress.com/2016/03/23/fluechtlinge-retten-npd/

  2. Die Frankfurter Rundschau gibt’s immer noch?

    Erinnert mich irgendwie an die FDP.

    • Am 27. Februar 2013 erlaubte das Bundeskartellamt dem Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Frankfurter Rundschau fortzuführen. Damit konnte die insolvente Tageszeitung weiter fortbestehen, es wurden aber nur 28 Redakteure übernommen.

      [Quelle]

      Einer davon scheint der Auftragsschreiber Hanning Voigts zu sein, der über die „syrischen Retter“ berichtete und zu NPD-Jagsch ein besonderes Verhältnis hat:

      Vor allem aber hatte ich im Mai 2014 aufgedeckt, dass Jagsch unerkannt am Empfang des Jobcenters in Höchst arbeitete. Eine Kündigung durch die Stadt Frankfurt und ein langer Rechtsstreit waren die Folge, erst vor kurzem wurde entschieden, dass der Rausschmiss durch die Stadt rechtswidrig war.

      [Quelle]

      Es wird weiterhin behauptet, die Asylanten hätten dem Verunglückten geholfen:

      Die Identität der Flüchtlinge, die den hessischen NPD-Politiker Stefan Jagsch in der vergangenen Woche nach seinem schweren Autounfall aus dem Wagen gezogen haben, ist geklärt. Wie Gabriele Fischer, die Sprecherin des Regierungspräsidiums Gießen, der Frankfurter Rundschau mitteilte, handele es sich um zwei Asylsuchende aus Syrien und dem Sudan, die in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Büdingen (Wetteraukreis) untergebracht waren. Das habe der Leiter der Einrichtung bestätigt.

      Am Tag des Unfalls seien die beiden Männer gerade mit Kleinbussen in die Kommunen gefahren worden, denen sie zur dauerhaften Unterbringung zugewiesen wurden, sagte Fischer – der Syrer in den Landkreis Marburg-Biedenkopf, der Sudanese nach Frankfurt. Auf dem Weg seien sie zufällig am Unfallort vorbeigefahren und hätten Jagsch geholfen. Vor allem der Flüchtling aus Syrien habe sich vor Ort um den Rechtsradikalen gekümmert. Die Namen der Männer wollte Fischer aus Datenschutzgründen nicht nennen, auch ihr Alter wurde zunächst nicht bekannt.

      [Quelle]

      Man kann sich’s kaum vorstellen: Zwei Busfahrer halten an, helfen aber nicht, lassen dafür zwei Asylanten aussteigen, die helfen. Genau klären wird den Vorfall wohl niemand mehr, und während sonst derartige Helfer und Retter (in Zeitungen) auch namentlich genannt und geehrt werden, werden hier Datenschutzgründe angeführt.

      Auflage der Frankfurter Rundschau:

      auflage FR

      „… erreicht eine tägliche Auflage von etwa 87.000 Exemplaren (Stand 2013)“
      „… Die verkaufte Auflage ist seit 2013 um 11,8 Prozent gesunken. Sie beträgt gegenwärtig 56.668 Exemplare.“ (Stand 2015)

      Von 190.000 im Jahr 2002 auf 57.000 im Jahr 2015. Voigts & Co. haben ganze Arbeit geleistet.

      Wir haben das Diagramm der jährlichen Auflagen aktualisiert (siehe Haupttext). Wenn man eine Trendlinie erzeugt, hat die FR in 5 Jahren die Null-Leser-Marke durchbrochen. Was rein theoretisch ist, denn mindestens 28 Leser dürfte sie dann noch haben (falls die nicht zwischenzeitlich entlassen wurden).

  3. Das ist stark. Es hätte ja nun wirklich so sein können. Mich ärgerte eher diese Art der „Berichterstattung“, den Vorgang als etwas Besonderes hinzustellen – als trauten die Wahrheitsmedien Syriern so etwas eigentlich nicht zu.

    Aber es ist schon so. Wo Syrier sind, wird geholfen, werden Geldbeträge und Brieftaschen gefunden, Lahme können wieder sehen und Blinde wieder gehen.
    Wo Deutsche sind, herrscht Monotonie – und Hass – oder „Angst“.

    • Vor allem sind genau die Typen voller Häme über das „unerwartete Mitgefühl“ der Asylforderer gegenüber Angehörigen der Alimentierungsgemeinschaft, die dafür sorgen, daß Jagsch & Co. ihre Arbeitsplätze und ihr soziales Umfeld verlieren. … Und sie bestätigen ihre eigene paranoid-propagandistische Zuschreibung, nach der jeder Überfremdungskritiker automatisch in jedem fremden Individuum einen 100%igen Bösewicht zu sehen habe. Sie schließen von ihrer eigenen Schäbigkeit auf andere. … Hätte ein AfD-Mitglied einen sturzbesoffenen grünen Studenten an den sicheren Straßenrand gelegt, ob es dann auch solch hämische Beiträge gegeben hätte?

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