Frühaufsteher

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Endlich erfahren wir dank des FAZ-Skribenten Reinhard Bingener aus gewiefter Expertenhand, warum die Oppositionspartei  AfD in  Sachsen-Anhalt  bei derzeit 17 % veranschlagt wird: Die stets unzufriedenen, schulabrechenden, übergewichtigen und unsportlichen Sachsen-Anhaltiner sind demnach politisch ungebildet und fallen auf Verschwörungstheorien herein, sie verachten das politische System, begegnen politischer Beteiligung mit Desinteresse und sind undankbar für vom Westen sanierte Städte. Sie fahren tätowiert, gepierct und teilrasiert mit auf das Autoheck geklebten Fäusten, Runen und Totenköpfen in Military Look zu McDonalds, Paintball oder Bodybuilding. Die Akademiker und jungen Frauen sind bereits abgewandert, weshalb sich der Rest abgehängt fühlt. Es gibt kaum Fremde, dafür umso mehr Arbeitslose. Die Menschen in Sachsen-Anhalt sind identitätslos, entkirchlicht und haben kein Lebensgefühl. … Der in Regensburg geborene Theologe Bingener bringt es auf den Punkt: „… liegt das Problem des Bundeslandes vielleicht weniger bei den Politikern als beim Volk.

Die Problemlösung für derartige Schieflagen formulierte bereits Bertold Brecht in seinem Gedicht „Die Lösung“: „Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“ Der ungezügelte Import merkelregimetreuer „Mitbürger“ wird derzeit deutschlandweit durch die Machthaber vollzogen.

Nun mag es lediglich einen FAZ-Leser verblüffen, daß unzufriedene und abgehängte Bürger eher Protest und Opposition wählen, als eine gutsituierte Klientel. Tatsächlich irritierend jedoch ist, daß Sachsen-Anhalt in nationalen Schultests (iqb, HU Berlin) besser als Bayern und Baden-Württemberg abschneidet und die AfD dennoch bei den unter 30-jährigen Sachsen-Anhaltinern laut Umfragen mit 30 % die stärkste Partei ist.

Zwei inhaltliche Ergänzungen finden sich in der Kommentarspalte der FAZ-Expertise:

Die angeführten zehn Gründe scheinen vor allem seit dem September 2015 in Erscheinung getreten zu sein, denn in einer Umfrage von Infratest dimap vom 08. – 12.09.2015 lag die AfD in Sachsen-Anhalt noch bei 5%. Die CDU hatte 34%, Linke 26%, SPD 21% und Grüne 7%. Angesichts dieses unglaublichen Strukturwandels binnen eines halben Jahres scheint nun der junge, tätowierte Mann aus Sachsen-Anhalt, der zwar keine (gebildete) Freundin hat, aber gerne getunete Autos fährt, zu nichts anderem im Stande als AfD zu wählen. Wenn er nicht AfD wählt, dann scheint er wohl FDP zu wählen, denn diese hat relativ gesehen ebenfalls enorme Zuwächse.

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Wähler der AfD sind also adipöse Troglodyten, denen es an Analysefähigkeit sowohl für den Sinngebungskontext ihrer eigenen Existenz als auch für die komplexen politischen Entscheidungsprozesse der anderen Parteien mangelt. Und früher haben sie sogar die anderen Parteien gewählt, diese mürrischen und undankbaren Trottel!

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8 Antworten

  1. Die Integration der Deutschen ist gescheitert!
    Sachsen-Anhalt ist ein failed state geworden.
    Höchste Zeit für die hochlöbl. Politikx’s, den großen Bruder in Washington zu Hilfe zu rufen, damit der den dunkeldeutschen Freiheit, Westliche Werte, Demokratie und dergleichen mehr beibringt. Aus derLuft, nach altbewährter Manier, versteht sich.
    Für Kollateralschäden kann nicht gehaftet werden. Wo demokratisiert wird, fallen sehr grobe Späne.

  2. Grund 11: Die Altparteien sind die besten Wahlhelfer. Vielen Dank Hr. Volker Beck:

    • Crystal Meth? Zerfrißt Körper, Geist und Seele … Da dürfte er nicht der einzige sein. Man wundert sich doch schon gar nicht mehr über die psychotische Politik dieser rauschmittelgesteuerten Funktionselite.

  3. Seien wir doch einmal ehrlich, dieses Gemaule und Genörgele aus den demokratiedefizitären Bundesländern ist ja nicht auszuhalten. Seit fast 27 Jahren versucht der bessere Teil Deutschlands diesen Leuten die Werte von Demokratie, Meinungsfreiheit und Zivilcourage beizubringen und dann besitzen die da Drüben die Frechheit, sich darauf zu berufen! Oder danach zu leben.

    Man sollte doch meinen, wir hätten die Generation, die die russische Besatzungszone nach dem Krieg wieder aufgebaut hat, ruhig gestellt. Oder unter die Erde gebracht.

    Haben sie nicht die D-Mark bekommen? Ja. Und haben wir sie ihnen dann wieder weggenommen? Ja. Sollten diese Leute deshalb nicht dankbar sein und den Mund halten? Natürlich.

    https://karleduardskanal.wordpress.com/

    • Danke fürs Pauschalisieren und weitere Anfachen, genau damit kommt man als Demokrat weiter…
      Von einer Seite aus alles sehen zu wollen, zeugt von Erfahrungsmangel und Dummheit ( es gibt viel mehr Themen von denen Du nichts weißt)!
      Mach weiter so, bist genauso wie die Gruppierungen über die du dich aufregst, und das ist nicht der Ostdeutsche an sich…. doch für Dich anscheinend schon, traurig Herr Demokrat!

      • Dennis, manchmal ist es schön, sich als besonders mustergültiger Regimeanhänger zu gerieren, das streichelt die Seele (wer schwimmt nicht auch mal gern in der Masse) und ermöglicht Kommunikationsebenen mit merkeltreuen Vollidioten. Menschen mit feinerem Gespür, und um die geht’s ja vielleicht auch, können freilich zwischen den Zeilen lesen oder erkennen groteske Spiegelbilder.

  4. Der Mann heißt weder Bertold noch Berthold, sondern Bertolt Brecht.

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