Apollo 8

erde-mond

Etwas irritiert klickten wir auf die Google-News-Schlagzeile: „Spätestens seit Apollo 8 weiß die Menschheit, dass es keinen Unterschied zwischen den Rassen oder Religionen gibt.Apollo 8? Ein Raumschiff Außerirdischer? Eine frisch entdeckter Jupitermond? Der Name eines neuen Gottes, der alternativlose Weisheiten von sich gibt?

So falsch waren die Vermutungen nicht. Ein Theologe bezieht sich auf eine Reise zum Mond aus dem Jahr 1968 und den dort von der Erde geschossenen Bildern: „Das ist die Perspektive der neuzeitlichen Wissenschaft, die überdeutlich artikuliert, dass der homo sapiens überall auf der Welt aus der, sagen wir es mit Spinoza, selben Substanz besteht, es also keine Rasse gibt, keine Unterschiede im Blut oder der Genetik gibt.

Genau das hat die neuzeitliche Wissenschaft nun gerade nicht ermittelt, aber das muß Theologen nicht tangieren. Via Satellitenbild sei also festgestellt worden, daß der Mensch weltweit aus gleicher Substanz bestünde. Gleiche Gene, gleicher Phänotyp, gleiche Voraussetzungen. Wir sehen zwangsläufig also alle auch gleich aus, sind gleich groß, haben dasselbe Geschlecht und wer das nicht glaubt, der lebt noch hinter dem Mond.

Wieso der Theologe die Abgrenzung beim Homo Sapiens vollzieht und bspw. Esel, Affen und Kamele von der Teilhabe an zivilisatorischen Errungenschaften (Fernseher, I-Phone, Wahlrecht) speziistisch ausschließt, bleibt unklar. Schließlich haben Mensch und Schimpanse fast gleiche Gene, und selbst zwischen Mensch und Fruchtfliege gibt es mehr als die Hälfte Übereinstimmungen.

Der Theologe fragt beschwörend: „Sollte wirklich ein Gott aus heiliger Entfernung auf seine Kreaturen schauen und sie einteilen nach Kontinent, Hautfarbe, Sprache oder Religion?“ Die Frage kann er sich eigentlich selbst beantworten, wenn sein Hirn soweit reicht, denn Kontinente und Hautfarben sind älter als alle Götter, und die sich aus unterschiedlichsten Umständen heraus entwickelnden Sprachen waren die Voraussetzung von Religionen.

Daß diese jahrtausendjährige, gar jahrhundertausendjährige Entwicklung der Menschheit nicht in die aus den Verwerfungen der momentanen One-World-Zivilisation zu formulierenden Rechtfertigungstheorien paßt, ist eine Krux, die zu lösen natürlich Aufgabe von Theologen sein kann, bei der sie sich aber auch leicht lächerlich machen. Zumal diese kruden Ideologieversätze und Religionsansätze – dafür legen wir die Hand ins Feuer – nur so kurz sein werden, wie die westliche Zivilisation in ihrem verblassenden Endzustand. Eine Verirrung in der Menschheitsgeschichte, freilich folgenschwer noch über kommende Jahrhunderte der Entwirrung und Entflechtung.

Dem Theologen geht es aber um ganz irdische und propagandistische Dinge: „Wir müssen uns von den Le Pens und Trumps distanzieren“, fordert der Seelsorger, um an anderer Stelle nachzusetzen: „Und so muss der besonnene Teil der westlichen Öffentlichkeit erleben, wie die Einteilung in „die“ und „wir“ populärer und wirkmächtiger wird.“ Wer den Widerspruch findet, darf ihn behalten.

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6 Antworten

  1. Einer der wichtigsten Abschnitte in der Menschheitsgeschichte und in der Geschichte der Menschenrassen dürfte die Geschichte der Neandertaler sein. In der Metapedia lesen wir dazu folgendes:

    Quelle: Artikel „Neandertaler“ aus Metapedia:

    http://de.metapedia.org/wiki/Neandertaler

  2. Man holt also schon die Versehrten aus den Anstalten und wirft sie in die Propagandaschlacht.
    Die Rede kann er ja mal in Mekka oder Islamabad halten. Außerdem ist der Mond nur ein Hologramm.

  3. Da der Theologe ungenannt bleibt, werde ich werde das mal nachholen: Alexander Görlach (eigentlich Firat Kaya) ist Mitglied der Atlantik-Brücke und Senior Advisor des Berggruen Institute of Philosophy and Culture (http://berggruen.org/groups/6/). Er ist Urheber der Zeitschrift „The European“. Einen Link darauf lass ich mal weg, da ich den starken Eindruck habe, dass dort mehr Autoren als Leser zugange sind.Weiterhin schreibt er für Bild, HuffPo und „Die Welt“.

    • Wenn man dem Welt-Artikel auf den Grund gehen möchte, muß man konstatieren, daß dessen Verfasser ein exemplarisches Beispiel für die empirische Studie ist, daß durchschnittliche Akademiker aus der Dritten Welt den durchschnittlichen IQ deutscher Hauptschüler aufweisen.

  4. Auch un meiner Stadt gibt es so einen Bessermenschen-Pfaffen.
    Diese Menschengattung braucht ganz offensichtlich einen Dogmatismus, der dann mit entsprechendem Fanatismus (für ihn ist’s Glaubenseifer) über jedermann ausgekübelt wird. Und wehe, es kommt zuviel Widerspruch!
    In alten Zeiten gab es dann das probate Gegenmittel des Scheiterhaufens.
    Heute gibt es weniger drastische Maßnahmen, unerwünschte Ansichten hintan zu halten, die aber nicht minder wirksam sind.
    Als Konstantin Wecker noch halbwegs normal war und seinen verwirrten Geist noch mit Kokain noch zu bändigen wusste, sang er:
    „Heute noch werden Menschen verbrannt
    Auf den Scheitern der Ideologien.“
    Heute steckt er höchstselbst, besoffen vom Gutmenschentum, selbige Scheiterhaufen an.
    Tempora mutandur!

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