Staatsschauspiel

hermanis

Während der regierungstreue Intendant Volker Lösch an einem Theater mit dem passenden Namen „Staatsschauspiel Dresden“ in der Wahrheitspresse höchste Ehren einfuhr, weil er die oppositionelle Pegida-Bewegung in einer Haß-und-Häme-Inszenierung als Ansammlung von Un(ter)menschen inszenierte, werden regierungskritische Regisseure diskreditiert.

Nun traf es den lettischen Regisseur Alvis Hermanis, welcher nicht mehr am Hamburger Staats(!)theater Thalia arbeiten möchte, weil das Theater eine überzogene „Willkommenskultur“ gegenüber außereuropäischen Invasoren propagiere. Dort läuft gerade eine Serie an Einwanderungspropaganda von Jelineks „Die Schutzbefohlenen“ über Khemiris „Ich rufe meine Brüder“ usw. usf.

Die deutsche Begeisterung, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen, sei extrem gefährlich für ganz Europa, äußerte Hermanis. Die Anschläge von Paris zeigten, daß „wir mitten im Krieg“ seien. In jedem Krieg müsse man sich für eine Seite entscheiden, er und das Thalia Theater stünden auf entgegengesetzten. Die Zeiten der political correctness seien vorbei.

Is it still the tabu in Germany to connect emigration policy and terrorism? After speaking with a people from Thalia Theater I understood that they are not open for different opinions. They are identifying themselves with a refugee-welcome center. Yes, I do not want to participate in this. Can I afford to have my own choice and my own opinions? What about democracy?

So paranoid sind ja nicht mal die von Pegida“, schlagzeilt nun laut und effekthascherisch in der Springerpresse Die WELT ein Dr. Jan Küveler mit dem typischen nichtssagenden Durchschnittsgesicht eines Hofjournalisten der fünften Riege und fällt sogleich sein rassistisches Pauschalurteil: „Der Lette an sich mag keine Fremden“ (das hieß früher im STÜRMER: „Der Jude an sich mag keine Arbeit“).

Der 1965 in Riga geborene Hermanis, siebenfacher Familienvater und damit in berechtigter Sorge um die Zukunft, kann sich freilich im Gegensatz zu seinen bundesdeutschen Kollegen die Kritik leisten, ist er doch ein international renommierter Regisseur, sowohl im Theater als auch im Opernfach. Der Chef des Thalia Theaters möchte Hermanis Thalia-Inszenierung der „Späten Nachbarn“ trotz dessen politisch inkorrekter Äußerungen „aus Respekt vor seinem künstlerischen Werk weiter im Spielplan halten“.

Die WELT, offenbar ambitioniert darin, die BRD von der internationalen Kunstszene zu isolieren, geifert hingegen: „Er sollte es absetzen“. Künftig sollen nur noch solche kleindeutschen Regisseure politisch zuverlässige Stücke aufführen dürfen, die ihre Linientreue durch Anbiederung an die Obrigkeit und Stigmatisierung der Opposition eindeutig unter Beweis gestellt haben.

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Eine Antwort

  1. Da wäre doch unser Nuschel Till genau der richtige für den Regieposten

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