Tourismus Dresden

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Pegida ruiniert …“, schlagzeilt das Springer-Organ Die Welt, „… in Dresden das Tourismusgeschäft“. Die Erklärung: „Nahezu alle Städte in Deutschland verzeichnen höhere Touristenzahlen. Nur die Buchungen in Dresdens Hotels gehen erstmals seit Jahren zurück. In der Stadt stehen 20.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.“ Im „Taschenbergpalais Kempinski“, in dessen Nähe „Pegida jede Woche marschiert“, gäbe es insbesondere an Montagen im Vergleich zum Vorjahr „50 Prozent weniger Buchungen“.

Die mitgelieferten Zahlen: In den ersten drei Quartalen 2015 gingen die Übernachtungszahlen um 2,3 Prozent zurück, im Vorjahr (da „marschierte“ Pegida bereits) gab es noch ein Plus von 7,6 Prozent. Der Verlust 2015 von 2,3 Prozent kam durch den Rückgang von Inlandstouristen von 4,2 Prozent zustande, Auslandstouristen hingegen buchten gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent mehr.

Betrachten wir die Hintergründe genauer:

  1. Die Übernachtungszahlen der Vorjahre:

Während in Sachsen (gesamt) von dem Jahr 2012 zu 2013 um 3,3 % weniger Übernachtungen aufzuweisen hatte, waren es in Dresden 2,3 % mehr.

Während in Sachsen (gesamt) von dem Jahr 2013 zu 2014 um 3,9 % mehr Übernachtungen aufzuweisen hatte, waren es in Dresden 7,6 % mehr.

Während in Sachsen (gesamt) zwischen den Jahren 2012 bis 2014 um 0,5 % mehr Übernachtungen aufzuweisen hatte, waren es in Dresden 10,0 % mehr.

Und für die Quartale 1 -3/2015: Während in Sachsen (gesamt) von dem Jahr 2014 zu 3/2015 um 0,7 % mehr Übernachtungen aufzuweisen hatte, waren es in Dresden 2,3 % weniger.

Resumee: Der überproportionale Anstieg an Übernachtungen in Dresden in den vorangegangenen Jahren wurde gebremst.

  1. Die Übernachtungszahlen für 11/2014 und 12/2014:

Im November und Dezember 2014 verzeichnete Pegida den größten Zulauf (bis 25.000 Demoteilnehmer), während die Pegida-Teilnehmerzahlen in den ersten drei Quartalen 2015 einbrachen. Wäre Pegida Schuld am Ausbleiben von Touristen, müßten in diesen beiden Monaten auch die größten Einbußen zu verzeichnen gewesen sein. Aber: „Im November nahm die Zahl der registrierten Übernachtungen um 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, im Dezember um 7,9 Prozent.

Resumee: Es gab zu Pegidas Hochzeiten überproportional viele Übernachtungen.

  1. Taschenbergpalais Kempinski

Wenn für Montage im Taschenbergpalais Kempinski ein Einbruch um 50 % zu verzeichnen ist, der Einbruch in Dresden aber nur 2,3 % beträgt, buchen die Gäste dementsprechend im Kempinski an anderen Tagen oder sie buchen in anderen Hotels.

Resumee: Der Schaden für den Dresdner Tourismus insgesamt dürfte sich in Grenzen halten.

  1. 20.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel

Durch den Einbruch des Tourismus in Dresden um 2,3 % stünden „20.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel“. Bedeutet das im Umkehrschluß, daß es in Dresden 870.000 Arbeitsplätze in der Tourismusbranche gibt? Aber Dresden hat doch nur 550.000 Einwohner?

Resumee: Es stehen quasi 460 Arbeitsplätze auf dem Spiel, nachdem der Vorjahresboom inklusive zweier Pegida-Monate quasi 1500 Arbeitsplätze bescherte.

  1. Ausländische Gäste

Es kamen bis 3/2015 ganze 5,7 % mehr Auslandstouristen als im Vorjahr. Dabei wird Pegida durch die deutschen Medien als „fremdenfeindlich“ markiert.

Resumee: Fremde lassen sich durch eine „fremdenfeindliche Pegida“ offenbar nicht abschrecken.

  1. Bettensteuer

Der Einfluß der von dem rot-grün-roten Stadtrat beschlossenen und seit Juli 2015 eingeführten „Bettensteuer“ für Hotelbetten wird in dem Zeitungsartikel nicht erwähnt. „Die Steuer wird nach der Höhe des Übernachtungspreises erhoben. Bis 30 Euro Zimmerpreis beträgt sie einen Euro pro Nacht, von 31 bis 60 Euro werden drei Euro fällig, von 61 bis 90 Euro fünf Euro, von 91 bis 120 Euro sieben Euro. Danach werden pro 30 Euro jeweils zwei Euro zusätzlich fällig.

Resumee: Damit sind dank rot-grün-roter Stadtpolitik Übernachtungen in Dresden seit Juli 2015, also dem Dritten von drei Quartalen, um 5 % bis 10 % teurer geworden. Mittelt man die Teuerungsrate auf 7,5 % und drittelt sie für das dritte von drei Quartalen, könnte man für 1 – 3/2015 einen Übernachtungsrückgang um 2,5 % erwarten.

  1. Lügenpresse

Die Zeitung, welche die haarsträubenden Behauptungen in „Die Welt“ setzt, hatte zwischen 3/2014 und 3/2015 nur noch 5,1 % ihrer Leser verloren, zwischen 3/2013 und 3 /2014 waren es hingegen ganze 10,1 % .

Resumee: Es geht aufwärts für die Lügenpresse!

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Eine Antwort

  1. Klasse Analyse!

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