Rechtspopulisten

rechtspopulist

In Diskussionen in den Komfortzonen des urbanen Wohlstandsmilieus tauchten Meinungen auf, daß das Auftreten von Rechtspopulisten innerhalb Europas noch weitaus schlimmer sei, als der Flüchtlingszustrom. Rechtspopulisten nutzen das Thema für sich aus, man habe letztens eine Karikatur gesehen, auf der ein Skinhead einem Islamisten dankbar die Hand reiche. Man dürfe sich aber in seiner „Menschlichkeit“ nicht negativ beeinflussen lassen.

Eine Gelegenheit, über das Herkunftsmilieu solcherart „Rechtspopulisten“ nachzudenken. Deren Wortführer sind, im Gegensatz zu den Berufspolitikern, nicht innerhalb einer Parteikarriere aufgestiegen, sondern entstammen vorwiegend dem bürgerlichen Milieu, waren Selbständige oder Angestellte, bis sie die herrschende Politik als  derart unerträglich empfanden, daß sie sich von ihrer bürgerlichen Existenz lösten und den Schritt in die Politik gingen. Natürlich sind sie „Populisten“, weil sie vor und für eine Volksmenge sprechen und die Unzufriedenheit kanalisieren und postulieren.

Berufspolitiker hingegen müssen auf das Volk weniger Rücksicht nehmen, sondern lediglich bei Wahlen die notwendigen Prozentpunkte für eine Amtsbestätigung erreichen. Sie werden versuchen, die Populisten zu diskreditieren und sozial zu ächten, denn es geht ihnen vor allem um den Erhalt von Macht und Pfründen. Diese, vor allem Pfründe, sind für Populisten zunächst nicht vorrangig, sie haben als abtrünnige Untertanen und widerborstige Dissidenten sogar mit einem teilweisen Verlust der bürgerlichen Existent und sozialer Ächtung zu kämpfen. Ihr Handeln dürfte daher von hehreren Motiven geprägt sein, als das von Berufspolitikern. Eigentlich stellt sich somit die Frage nicht, vor wem man „mehr Angst“ haben müßte.

Nun ist es sicherlich auch eine Frage der eigenen Unmündigkeit und Obrigkeitshörigkeit, den herrschenden Berufspolitikern zu vertrauen, weil die ihren Job kennen, oder ob man sich auf das Wagnis einläßt, Volkstribunen aus der Mitte der Gesellschaft zu folgen. Letztere haben aber weder den Flüchtlingsstrom, noch den islamistischen Terror herbeigesehnt, sondern sind von den Geschehnissen überrascht oder haben vor ihnen gewarnt. Sie, die vorher eine bürgerliche Existenz hatten und sich nun empören, als Nutznießer der von der Regierung herbeigeführten Zustände zu deklarieren, ist geradezu aberwitzig.

Die Frage nach der „Menschlichkeit“ insbesondere in der Flüchtlingsfrage hält keinen logischen Abwägungen stand, insbesondere, wenn man linke Gleichheitsmaßstäbe ansetzt. Wollte man vor allem den Bedürftigen der Dritten Welt helfen, müßte man in deren entlegeneren Winkeln intervenieren, anstatt ihrer Vorhut hier ein komfortables Dasein zu ermöglichen. Wollte man alle Drittwelter in Europa gleichermaßen gerecht versorgen, müßten etwa 5 Milliarden Menschen einwandern und auch allesamt wenigstens mit HartzIV alimentiert werden. Wie das ökonomisch zu bewerkstelligen ist, bleibt offen. Da hilft auch keine „Besteuerung der Reichen“, heißt also Enteignung der Unternehmer, die letzten Endes auch in der Zerschlagung von Wirtschaft und Wohlstand mündet.

Derzeit funktioniert das Schema so: Wer das Geld für einen Schlepper hat und einen Ausweis fälschen kann, darf kommen und bleiben und wird alimentiert. Das geht so lange, bis in Deutschland und Europa  30, 100 oder 200 Millionen fremde Männer eingewandert sind, aber niemals mehrere Milliarden. Vorher kollabieren Sozialsystem und Gesellschaft. Armut und Konflikte bis zum Bürgerkrieg sind zwangsläufig, ob mit oder ohne Rechtspopulisten. Wenn überhaupt noch möglich, werden die Grenzen geschlossen, wer dann noch nicht eingewandert ist, hat vom großen Kuchen nichts abbekommen. Wäre das gerecht? Spätestens dann werden auch die Grenzen der „Menschlichkeit“ aufgezeigt, die chaotischen Zustände sind dann aber weitgehend irreversibel.

Ein anderes Gespräch führten wir mit einer Freundin, die HartzIV bezieht. Sie soll für Dienste in Flüchtlingsunterkünften verpflichtet werden, offen wären Tätigkeiten der sozialpädagogischen Betreuung oder Reinigung. Da sie keine pädagogische Ausbildung hat, käme nur Letzteres in Frage. Sie aber wehrt sich: „Ein Irrsinn, diesen Invasoren noch die Betten beziehen und ihre Klo‘s putzen zu sollen!“ Diese Widerständigkeit geziemt sich aber nicht für einen korrekten Untertanen! Womöglich läßt sie sich auch von Rechtspopulisten für deren widerwärtigen Ziele mißbrauchen.

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3 Antworten

  1. Hat dies auf volksbetrug.net rebloggt.

  2. Wie sie immer behaupten, die Rechtspopulisten nutzen den Flüchtlingsstrom aus, sie beuten Krisen aus, sie schlagen aus dem Elend Profit. Ich höre es mir so gerne an.

    Die sogenannten Nazis warnen seit über 20 Jahren vor Aslymißbrauch, Multikultur, Überfremdung, Masseneinwanderung, Islamisierung, Ausländerkriminalität, Scheindemokratie, Lügenpresse, Meinungsdiktatur et cetera.
    In der Sat 1 Sendung Einspruch! aus dem Jahr 1992 mit Störkraft und Rio Reiser sprechen erstere über Wirtschaftsflüchtlinge [sic!] und daß die zurückgeschickt werden sollen. (Die Sendung ist übrigens allein schon wegen dem Nivou der Moderation im Vergleich zu heute sehenswert. Man beachte, wie gezielt der Moderator Fragen einsetzt, um die Diskussion auf das Wesentliche zu lenken.)

    Ebenso haben die „Nazis“ seit je her die phlegmatischen Spießer kritisiert, weil diese die Probleme erkennen, aber nichts dagegen tun.
    Ebendiese Spießer kommen nun aus ihren Löchern und sprechen als „Rechtspopulisten“ das aus, was die „Nazis“ schon seit 20 Jahren unverändert sagen.

    Und nun sagen irgendwelche Intellektuellen aus den Wohlstandsvierteln, die Rechten schlagen politisches Kapital aus der Flüchtlingskrise. Und das wäre obendrein gefährlich.
    Soll der geneigte Rechte etwa sagen „Wir haben’s ja gleich gesagt. Aber es wollte ja keiner auf uns hören. Wählt bei der nächsten Wahl bitte trotzdem so, als hätte es die Flüchtlingskrise nie gegeben. Der Fairness halber.“? Haben die Grünen das nach Fukushima bei der Wahl in Ba-Wü auch so gemacht? Respekt!

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