Selbsterkenntnis

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Selbsterkenntnis eines Journalisten, zwar ein wenig Geschwurbel, aber ein SPIEGEL-Bild reflektiert nur das Vorhandene.

Regelmäßig provozieren wir mit einer Diskreditierung von Oppositionellen. Regelmäßig gerät das Land danach in Wallung. Warum eigentlich? Wir sollten es mal mit Verschweigen versuchen.

Wissen Sie, wie herbeihalluzinierte Provokation geht? Die geht so: Der Pegida mit Brandstiftern und Hetzern gleichsetzende Justizminister Heiko Maas sei der schlimmste Brandstifter und Hetzer seit Joseph Goebbels und Eduard von Schnitzler. Meint einer von Pegida.

Uhi! Aufregung! Pegida vergleicht Maas mit Goebbels! Alle Medien berichten. SPD-Parteigänger verschicken „presserechtliche Informationsschreiben“ oder stoßen Haßtiraden über „wahnsinnige Faschisten“ aus. Eine Empörungswelle wird losgetreten, zumindest bei „besorgten Politikern“, denn sie, die „rechten Rattenfänger“, machten ihrem schlechten Ruf wieder alle Ehre.

Nichts anderes machen „Politiker“ und Pappnasen wie Özdemir, Gabriel, Maas, Gauck, Merkel allenthalben: Sie provozieren. Woche für Woche. Da mal den Begriff „Pack“ durch die Medien geschleudert, dort mal das Wort „Mischpoke“, hier mal pauschal von „Nazis in Nadelstreifen“ fabuliert, da vom „Wir-schaffen-das-Endsieg“, den Merkel davontragen werde. Was sollen wir eigentlich schaffen?

Immer wieder suchen wir ein Stöckchen für unsere Beißreflexe – und es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn wir nach diesem Montagabend bei der Pegida-Demo in Dresden nicht wieder eine kleine Sau durch die Medienlandschaft jagen würden. Es ist immerhin der 9. November – ein schicksalhaftes Datum für die Deutschen.

Warum mischen wir so regelmäßig Gift?

Es entsteht der Eindruck, diese Menschen um Bachmann und Co. seien die schlimmsten Ausgeburten aus der Hölle. Dabei ist es eine absolute Minderheit aus ihrer Ohnmacht erwachter Bürger, welche eine eigene Deutungshoheit zum Thema Flüchtlinge für sich beansprucht. Doch wir Journalisten verfügen über diese Deutungshoheit bzw. diejenigen, von denen wir die kärglichen Honorare für unsere postulierten Meinungen bekommen. Verfassen wir nicht die gewünschten Meldungen, so stehen schon hunderte andere Lohnschreiber bereit, unseren trostlosen Job zu machen.

In den Medien gibt es ein ungeschriebenes Gesetz: Über journalistische Hurentätigkeit berichtet man in der Regel nicht. Weil man sich damit lächerlich machen würde. Warum aber mischen wir dann so viel Gift, hetzen und lügen, daß sich die Balken biegen? Wir freuen uns über die PR und vor allem über jene Effekte, die unsere Giftmischerei erzeugt. Auf den Kundgebungen werden durch unsere Giftspritzereien viele angestachelt zu Gewalt gegen Obrigkeit und Presse, zu der sie zuvor gar nicht imstande gewesen wären.

Am liebsten würden wir berichten, wenn es zu Ausschreitungen kommt, wenn Jagd auf Menschen gemacht wird, wenn Flüchtlingsheime brennen. Aber solange müssen wir uns damit begnügen, die Darlegungen der Abtrünnigen als wirr dazustellen, nur als krasseste Auszüge, und zwar so verkürzt, daß ihr Sinn völlig entstellt ist.

Wir müssen selbstverständlich das Phänomen Pegida als „rechtsextremistisch“ diskreditieren und dieses in einen zwielichtigen Kontext stellen. Nur dürfen wir eben nicht jede Aussage nachrichtlich abbilden, wenn sie unsere Behauptungen als tendenziös oder unwahr entblößt.

Die Deutschen sind kein Volk von Kriminellen

Mein Kollege Hans Wurst beklagte jüngst in einem Kommentar einen „Anstieg der Gewaltkriminalität“ in Deutschland und fragte „Was ist nur aus diesem Land geworden?“ Ich glaube, dieses Land ist gar nicht so viel anders, als jenes, das man Sodom und Gomorrha nennt. Verlogen, dement, brutal, geldgierig, pervers.

Wohl kaum sonst würden die etwa 200.000 nichtdeutschen Gewalttäter des Jahres 2014, die dank der Einwanderungspolitik in den letzten Jahren zu uns gekommen sind, so pragmatisch verschwiegen – bei allen Schwierigkeiten, die es dabei gibt. Wohl kaum sonst hätte Machtpolitikerin Angela Merkel kein Wort über sie verloren, wenn sie nicht ein Klima der Resignation unter der Bevölkerung wahrnehmen würde. Die zahlreichen schweigenden Opfer, Frauen und Kinder, Polizisten und Bürger stellen das ja Tag für Tag unter Beweis. Ihnen sollte eigentlich alle Aufmerksamkeit gehören.

Die Deutschen sind kein Volk von Revolutionären, sie igeln sich ein, sie wollen mehrheitlich einen deutschen Sonderweg in der Flüchtlingsfrage, wie uns die Medien glauben machen wollen. Während rechtsnationale Parteien in Nachbarländern wie der Schweiz, Polen oder Frankreich mittlerweile ein Drittel aller Wähler erreichen, krebst bei uns die AfD zwischen fünf und acht Prozent umher. Ergo: Mehr als 90 Prozent der Deutschen vertrauen ihrem Führer.

Noch müssen wir uns nicht sorgen, wenn die etablierte Presse in ihren Leserzahlen pro Jahr mal fünf Prozentpunkte verliert. Noch sind wir weit entfernt davon, in diesem Land die Meinungsführerschaft abzugeben – wir tun aber so, als wären die Nazis kurz vor der Machtübernahme. Dabei markieren wir nur die Gefährlichkeit von Rowdys und Hetzern, damit ein rechter Rand die Demarkationslinie für alle Anständigen bleibt, gegen den zu mobilisieren ist. Wir müssen seine Gefährlichkeit, aber auch seine Schwachsinnigkeit zentral in die Mitte stellen, um von den tatsächlichen Problemen abzulenken.

Es wäre zwar ehrlicher, wenn der Umfang der Berichterstattung über die Gewalttaten von AfD und Pegida der Zahl der Delikte entspräche, die Präsenz in den Medien würde jedoch zusammenschrumpfen wie ein missratenes Soufflé. Aber wenn wir dagegen anfangen würden, über Gewalttaten, Beleidigungen und Anmaßungen durch Einwanderer zu schreiben, müßten wir jeden Tag mehrere Bücherschränke veröffentlichen. Wer soll solch einen Quark lesen?

Im besten Fall stünde die Lügenpresse in einem Jahr ohne Leser da und schriebe für sich selbst.

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2 Antworten

  1. Genial: durch Spiegelung zur Kenntlichkeit entstellt! Danke!

    Ich verlinke …

  2. Hahaha. Wunderbar. Vielen Dank. Dieser Qualitätsjournalist Janko Tietz hat schon häufiger ähnliches verbrochen. Z.B. diesen lächerlichen Schmierartikel: „Proteste gegen Flüchtlinge in Freital: Ich schäme mich“
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/fluechtlinge-hass-gegen-fluechtlinge-in-freital-kommentar-a-1044057.html

    Sehr bezeichnender Auszug aus diesem selbstoffenbarenden Elaborat:
    „Sie interessieren sich nicht für das, was außerhalb Freitals stattfindet – und selbst wenn, haben sie ganz offensichtlich nicht den Intellekt, zu verarbeiten, was um sie herum passiert. Immer wieder wird behauptet, das liege an ihrer DDR-Sozialisation. Wenn man keine anderen Einflüsse kannte, kann man auch nicht mit ihnen umgehen, so das Argument. Früher gehörte es dazu, über „die da oben“ im Politbüro zu motzen, heute sind eben andere „da oben“, gegen die man stänkern muss. Stänkern ist das Lebenselixier.“

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