Lesewarnung

negerboot

Eine „Lesewarnung“ gibt Der Tagespiegel heraus, und zwar für das Buch Jean Raspails (Preisträger der Académie française) „Das Heerlager der Heiligen“. Der 1973 veröffentlichte und bislang in 2 Millionen Exemplaren verkaufte Roman würde ein „xenophobes und rassistisches Szenario“ verbreiten und drohe „zum Kultbuch der Pegida-Bewegung sowie anderer Rechter und Rechthaber zu werden. Falls Pegida-Demonstranten überhaupt 400-seitige Romane lesen.

Die „in den Mainstream“ einsickernden „toxischen Ideen des Buches“ fänden auf „gespenstische Weise einen Widerhall in den Parolen der Extremisten von Dresden, Nauen, Dortmund, Heidenau oder Meißen“, giftet der Lohnschreiber des Holtzbrinck-Konzerns, Christian Schröder, welcher selbst leider noch keinen Bestseller verfaßt hat. Er stöhnt: „Grausam ist diese obszöne Lieratur“.

Grausam dümmlich ist diese halbseidene Rezension eines Schmierenkomödianten, welcher behauptet:

Weniger vulgär, doch mit ähnlich militanter Verachtung urteilt auch Jean Raspail im „Heerlager der Heiligen“ über Politiker. Er nennt sie „gebügelte Silberzungen“, deren Hirne bei jeder Gelegenheit „eine süße Sahne ejakulierten“. Sie verraten das Volk, weil sie, genau wie „die große Hure der Massenmedien“, die Bedrohung durch die Fremden herunterspielen und sich zu arrangieren suchen.

Doch Raspails „Silberzungen“ beziehen sich nicht allein auf Politiker. Nachfolgend die Textstelle als Zitat aus Kapitel 14, in welchem das Wirken der Massenmedien abgehandelt wird und in dem sich Tintenspritzer Christian Schröder ertappt gefühlt haben dürften:

Es trifft nicht zu, daß die Nachricht vom Aufbruch der Flotte die westliche Welt von Anfang an beunruhigt hätte. Zunächst war das genaue Gegenteil der Fall. Überall tauchten gebügelte Silberzungen auf, deren Hirne bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine süße Sahne ejakulierten, mit der sie alles verklebten, was in ihre Reichweite kam. Die Euter dieser Milchkühe des zeitgeistigen Denkens füllten sich auch dieses Mal täglich von neuem. Sie wedelten fröhlich mit dem Schweif und ließen sich umso bereitwilliger melken, als sie eigentlich nicht wirklich glaubten, daß eine ernsthafte Krise drohte. Wenn man die Mechanismen der öffentlichen Meinung in der westlichen Welt begreifen will, dann sollte man nicht vergessen, daß sie alle Dinge unter dem Gesichtspunkt des Entertainments betrachtet und nicht an den Ernstfall glaubt. Dies gilt für die Einwandererflotte ebenso wie für jedes andere bedeutende und fremdartige Phänomen. Je größer der Informationsfluß, desto bodenloser die Ignoranz, desto lauer die Reaktionen, desto krasser die Eitelkeit der Debattierenden. Wenn sich ab und zu doch einmal ein gewisser Elan zeigt, ist er meistens vulgär und geschmacklos.

Gewiß, die öffentliche Meinung schwelgt gerne in sentimentalen Stimmungen. Die ganze Welt ist ihr ein Kino oder ein Fernsehschirm, auf dem ständig irgendwelche Seifenopern laufen. Sie badet in Gefühlen aus zweiter Hand, die ihrer Tageslaune oder dem Kalkül der Meinungsmacher entsprungen sind. Die große Hure der Massenmedien liefert uns die globalen Events direkt ins Haus, aber all das bunte Getöse soll lediglich über ein gähnendes Nichts hinwegtäuschen. Darauf könnten wir spucken, aber wir würden den Schleim um uns herum nur noch vermehren. Das Publikum beginnt zu sabbern wie Pawlow’sche Hunde, wenn es die Nachrichtensendungen sieht oder die Zeitungen aufschlägt, und verwechselt dabei seinen Speichelfluß mit Hirnregungen. Die öffentliche Meinung fördert gezielt die Trägheit des Denkens. Das ist ja auch ihre Aufgabe. Wer glaubt denn ernsthaft, daß irgendein Durchschnittseuropäer, wenn er aus der Fabrik oder dem Büro kommt, in den Neuigkeiten aus aller Welt etwas anderes sieht als eine vorübergehende Unterbrechung der monumentalen Langeweile, die sein Dasein beherrscht?

Sollte den Meinungskonsumenten gewahr werden, welch ein Szenario ihnen abseits der vorgesetzten süßlichen Filmsequenzen und Zeitungsberichte von kullernden Tränen aus traurigen Augen niedlicher Flüchtlingsbabys wirklich droht, weil da eine Riesenarmee fremder Männer einmarschiert und weitere Armeen zur Invasion bereitstehen, gäbe es für ihn ein brutales Erwachen. „Der kleine Mann schielt bereits nach Schlupflöchern und Auswegen.

Aber noch ist es nicht soweit. Im Moment ersäuft der kleine Mann zusammen mit Millionen anderen im kollektiven Zuckerschleim und läßt sich widerstandslos vom Geklingel der Massenmedien einlullen, die ihm das Denken abgenommen haben. Was für ein Konzert! Was für eine Virtuosität! Nur Schlager aus dem Repertoire der humanitären Klassiker. Alle großen Meister wurden gespielt. In den ersten Tagen erklang eine wahre Sintflut, eine Lawine himmlischer Töne, süß genug, um zu Tränen zu rühren. Nun gut: Wir werden zwar früher die Lust an dem Stück verlieren als die Chorleiter selbst, aber vergessen wir nicht, daß sie eine schwere Verantwortung tragen. Denn sie haben den kleinen Mann vorsätzlich eingewickelt. Die meisten von ihnen ahnten wahrscheinlich nicht. was sie damit anrichteten, aber die Diener des Ungeheuers wußten sehr wohl, was sie taten. Und sie leisteten ganze Arbeit.

Andere wiederum verspritzten ihre Tinte für unsinnige Argumentationen: ein beliebtes Thema war etwa die strikte Ablehnung jeglicher Zurschaustellung oder Anwendung von Härte. Das ergab keinen Sinn. Man stelle sich ein wildes Tier vor, dem vom Rande seines fetten und duftenden Urwalds her Gefahr droht. Warum soll es denn nicht brüllen und die Zähne fletschen, zumal diese einfache Demonstration seiner Gefährlichkeit meistens genügt, um den Angreifer abzuschrecken? Manchmal mischten sich gewisse moralische Skrupel in die epidemische Rückgratlosigkeit der Kommentare. Das waren die schlimmsten Feiglinge. Sie bekamen ein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht mit den Wölfen heulten und nicht mit den Pharisäern heuchelten, oder auch nur, wenn sie unfreiwillig in Verdacht gerieten, daß sie selbständig denken konnten. Am meisten fürchteten sie den erhobenen Zeigefinger des Weltgewissens, das jeden anklagte, der sich nicht eifrig genug am allgemeinen Verrat beteiligte.

Ach! Was für ein geistreiches Federvieh, was für vortreffliche Phrasendrescher hatten wir doch in diesen Tagen unserer Galgenfrist!

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10 Antworten

  1. Eine bessere Werbung für das Buch konnte dieser Schröder gar nicht machen.
    Lesenswert sind die Kommentare unter dem Artikel.

    • Ich glaube eher weniger dass sich die Leserschaft des Tagesspiegel für dieses Buch interessieren wird. Man braucht sich nur die Kommentarspalten, gleich zu welchem Artikel, zu Gemüte führen.

      • Es ist anzunehmen, daß das Gros der Tagesspiegel-Leser nicht über die intellektuelle Kompetenz für einen 400-Seiten-Roman verfügt, erst Recht nicht dahingehend, die Dystopie und ihre Protagonisten mit den herrschenden Gegebenheiten abzugleichen. Wer Lohnschreiber-Meinungen konsumiert und dafür gar noch Geld hinlegt, dürfte nicht ganz helle im Kopf sein. Aber vielleicht erreicht’s ja doch den ein oder anderen ..

        • Das wäre nicht schlecht. Aber ich konnte nach dem Artikel des Tagesspiegel keine vermehrten Suchanfragen für „Das Heerlager der Heiligen“ feststellen. Das wäre mir aufgefallen.

          • Gut, dann gilt umso treffender die Passage des Buches:

            „Wer glaubt denn ernsthaft, daß irgendein Durchschnittseuropäer, wenn er aus der Fabrik oder dem Büro kommt, in den Neuigkeiten aus aller Welt etwas anderes sieht als eine vorübergehende Unterbrechung der monumentalen Langeweile, die sein Dasein beherrscht?“

            Ein 400-Seiten-Buch überfordert ihn, er konsumiert die effekthascherische „Lesewarnung“, das reicht ihm. Wir werden mal bei der Sezession fragen, was der Absatz sagt.

          • … schade, Kommentarspalte schon geschlossen.

        • Hab jetzt mal genau nachgeschaut. Ein deutlicher Anstieg nach diesem Suchbegriff begann genau ab März diesen Jahres. Der stärkste Monat war der September. Im Oktober wurde es dann etwas weniger. Wie gesagt, der Artikel im Tagesspiegel brachte keinerlei Veränderungen in der Statistik.

          • Wenn dem so wäre, würde das ja bedeuten, daß die Leserschaft des Tageslügel zahlenmäßig so stark ist, daß sie die Statistik beeinflussen könnte. Und das glaube ich eher weniger.
            Mich haben nur die Kommentare unter dem Artikel erstaunt. Die waren untypisch oft gegen den Autor gerichtet.

  2. Woher haben die Neger die grossen neun Schlauchboote? Waren die „Flüchtlingsboote“ bis vor kurzem noch die alten hölzernen Seelenverkäufer , sehen sie heute doch eher wie Landungsboote einer professionellen Armee aus: Erstaunlich!

    • Die bürgerkriegserfahrenen Negersoldaten werden denn auch sofort dezentral in Kasernen stationiert und verpflegt, die Verpflegung bei der Bevölkerung zwangsrequiriert (über Steuern). … Soweit gibt es für diese Intervention militärgeschichtliche Vorbilder. Daß sie aber von der Bevölkerung freudig begrüßt werden … gut, gab es anfangs bei einigen Indianerstämmen auch. Aber die haben ihre Quittung dafür bekommen.

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