Galgenfrist

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Jetzt ist ZEIT für eine lange Anklage gegen die fürchterliche Bürgerbewegung PEGIDA, die trotz Spaltung, GEZ-finanzierter Staatskomik, Einschaltung von Staatsanwaltschaften und eingeschleusten Radaubrüdern immer noch oder schon wieder Zehntausende mobilisiert.

Zündeln reicht ihnen nicht mehr“, schimpft das auf einen Zeitungsstaatsvertrag schielende Käseblatt, das seit 2013 mit sinkenden Leserzahlen zu kämpfen hat und stellt fest: „Brandstiftung ist jetzt also offizielles Pegida-Programm.“ Aufhänger ist ein aus Baumarktlatten zusammengeschraubter Kragarm eines der mehr als zehntausend Teilnehmer, an dem Zettelchen „Reserviert für Merkel“ und „Reserviert für Gabriel“ angehangen waren, und der als furchterregender Mordsgalgen durch die Wahrheitspresse geistert. O welch Katzenjammer: „Zwei Schlaufen haben sie geknüpft für Kanzlerin und Vizekanzler, haben sie baumeln lassen am Montagabend auf dem Dresdner Theaterplatz, bei ihrem sogenannten Spaziergang, der längst ein Marsch der Staatsfeinde ist“.

Staatsfeinde? Wäre es staatsfeindlich, die Todesstrafe für zwei Vertreter der Legislative zu fordern? Keine Ahnung. Vielleicht ist Merkel der Staat, ihr Hinwegsetzen über geltendes Recht, wie etwa das Schengener Abkommen, lassen zumindest auf eine totalitäre Vereinnahmung des Staates schließen. Hätte jemand 1944 die Hinrichtung Hitlers oder 1988 die Liquidierung Honneckers gefordert, um das Land zu retten und das Volk zu schützen, wäre er sicherlich auch als Staatsfeind deklariert worden. „Der Staat bin ich“ – das mag die aus einem immer schwammiger werdenden Antlitz dreinschauende Merkel denken, vielleicht ihr übergewichtiger Adlatus ebenfalls.

Die Kausalketten des Geschwurbels sind phänomenal: Auf das kleine Miniaturgälgchen Bezug nehmend wird konstatiert: „Was anfangs noch als Protest Unzufriedener durchgehen konnte, ist längst eine handfeste rassistische Bedrohung geworden.“ Wer die Todesstrafe für Merkel und Gabriel fordert, ist also Rassist? Gehören die beiden einer bestimmten Rasse an und sollen wegen dieser Zugehörigkeit ausradiert werden?

Nein, der Dresdner Galgen ist wirklich keine Überraschung mehr. Wer hier mitläuft, ist kein besorgter Bürger mehr, egal ob mit oder ohne Anführungszeichen. Er ist Teil einer Gruppe und einer Dynamik, die Gewalt gegen Ausländer und Staatsvertreter nicht nur in Kauf nimmt, sondern mit allen legalen und manchen illegalen Mitteln heraufbeschwört, wie eben jetzt mit dem Galgen.

Darauf also läuft es hinaus: Vorsorglich jeden zu diskreditieren, der sich den bislang friedlichen Bürgerprotesten gegen die vom Machtapparat forcierte illegale Masseneinwanderung anzuschließen gedenkt, und jeden moralisch zu legitimieren, der sich den allzu oft gewalttätigen Anti-Pegida Schlägerbanden zuwendet. Dabei ist noch nicht einmal geklärt, ob es sich bei dem Gälgchen-Träger nicht wieder um jenen als PEGIDA-Mitläufer verkleideten RTL-Reporter handelt, der schon einmal in der Wahrheitspresse für aufsehenerregenden Ausländerhaß sorgte.

Aber auch das ist eine krude Kausalkette:

Hatten sie sich anfangs noch mühevoll Unterscheidungen abgerungen zwischen Islam und Islamisierung, zwischen Wirtschaftsflüchtlingen und Kriegsflüchtlingen, landet nun längst alles in einem Topf. Tatjana Festerling zum Beispiel, die für Pegida bei der Dresdner Oberbürgermeisterwahl zehn Prozent erreichte, spricht gern vom „Geburtendschihad“.

Wie bitte, und nun? Soll diese Äußerung der Beweis für die vom kläglich besoldeten Tintenspritzer aufgestellte These sein?

Das, wie auch der Galgen, sind keine PR-Kniffe, kein Schrei nach Aufmerksamkeit. Es ist keine Taktik, es viel schlimmer. Der Galgen und all die anderen Dinge, sie sind langsam und beständig gewachsen in dem Biotop, das Pegida ist.

Wie blumig zusammensalbadert, fast zum Weinen! Nein, ein PR-Kniff von PEGIDA war das Holzgestell wahrlich nicht, die Organisatoren wußten von diesem nicht.  Das kleine Gälgchen sei also beständig gewachsen in dem Biotop, heißt also, es war früher noch viel kleiner. Ein Galgen im Westentaschenformat sozusagen.

… nur für die Dresdner Rassisten gilt: Wer jetzt noch mitläuft, ist mit verantwortlich für das, was danach kommt. Für brennende Heime, verletzte Flüchtlingshelfer und Angriffe auf Politiker und Journalisten. Für all die Taten, die diese Hetze inspiriert.

Natürlich. Politiker, die ihren Amtseid brechen, und ihre keifenden Lohnschreiber sind nicht schuldig für ihr Handeln, sondern allein das Volk, das sich darüber empört, ungefragt Millionen fremder Menschen vor die Haustür gepflanzt zu bekommen und diese auch noch alimentieren zu müssen. Vielleicht kann jemand einem beschränkten Journalisten stecken, daß für das, was „danach kommt“, einzig und allein jene verantwortlich sind, die das Zepter ihrer Macht anmaßend mißbrauchen und in jeglicher Hinsicht gegen den Bürger agieren. Daß im Rahmen dessen der bislang noch kleine Galgen anwachsen wird, an dem sie alle Platz finden sollen, die „Lumpen und Volksverräter“, bleibt anzunehmen. Und sei es vorerst auch nur in der Vorstellung von zig Millionen mehr als nur besorgten Bürgern.

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Nachtrag:

Das gleiche Lügenblatt an anderer Stelle: „In Dresden haben fast 9.000 Menschen demonstriert und einen Galgen für die Regierenden aufgestellt.

Bitte nochmal lesen: „In Dresden haben fast 9.000 Menschen … einen Galgen für die Regierenden aufgestellt.

Wer solch einen schäbigen Dreck liest oder gar bezahlt, um an ihn glauben zu wollen, muß völlig unterblichtet sein!

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