Olaf Sundermeyer

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Olaf Sundermeyer ist ein sogenannter Rechtsextremismusexperte. Einer von vielen, die es schwer haben im Show-Biz, die von einer Gefahr leben, welche es zu beschwören und heiß zu halten gilt, auch wenn sie in der Praxis kaum auftritt. Immerhin wirft die Hysterie-Industrie gegen Rechts doch einige Tantiemen ab, vor allem Steuer-Euro, die im Schattenboxen gegen die „rechte Gefahr“ von Ministerien jährlich im Millionenbudget ausgeschüttet und umverteilt werden, um letzten Endes in linksextremistischen Kanälen zu versickern.

Das erste Mal begegnete uns Sundermeyer im staatlichen Bezahlfernsehen, in einer der unsäglichen Talg-Shows, in welcher er sich bei einer langweilenden Anti-Pegida-Diskussion von einer AfD-Frau als subalterner Volltrottel vorführen ließ. Wir dachten damals: „Mein Gott, was für eine Blindniete!“ Aber gut, das Niveau des Bezahlfernsehens ist sowieso unterirdisch, und solange wir uns der Abgabe einer Propagandasteuer verweigern, haben wir an diesen widerwärtigen Fernsehformaten lediglich ein mediensoziologisches Interesse.

Zur „alten Tante FAZ“, gemeint ist die Frankfurter Allgemeine Zeitung, hatten wir allerdings eine innigere Bindung, da uns diese in Jugendjahren gerade im Feuilleton hin und wieder mit hochwertigem Lesegenuß erfreute. Als allerdings die Tante auf die korrekte Schreibung gebrochener Lettern in ihren Überschriften verzichtete, verzichteten wir auf die Tante und ließen sie seit Jahren unbeachtet links liegen.

Umso erstaunter waren wir, daß uns der sogenannte Experte Sundermeyer in eben diesem Feuilleton der FAZ zufällig wieder begegnete (ein lesenswerter Blog verwies darauf), und zwar mit einem unterirdischen „Statement“ über den nicht unbedingt anspruchsvollen russischen Auslandssender RT deutsch. Der einem illegalen Piratensender gleichende Fernsehkanal bat den Darsteller, sich als Naziexperte interviewen zu lassen.

Diesen plagten jedoch Gewissensbisse, denn der Sender, obschon er explizit links ist, wird doch von Rußland finanziert, gegen welches momentan die Propagandageschütze des Westens gerichtet sind. So sicherte sich der „Journalist“ bei allen möglichen Autoritäten ab und war sich später nicht zu blöde, diesen lächerlichen Vorgang im Feuilleton der FAZ ausführlich darzulegen:

Ich frage Kollegen, ob ich meine journalistische Integrität verliere, wenn ich die Einladung annehme. Die Resonanz ist recht eindeutig: „Yes“ (BBC); „ja, oder du nutzt die Gelegenheit, denen zu sagen, was du von ihnen hältst“ (Netzwerk Recherche); „ja“ (rbb); „schwierig“ (NDR); „sehr schwierig“ (Deutsche Welle); „die Frage ist nicht, wer dich eingeladen hat, sondern was du sagst!“ (WDR). Ein Radiokollege empfiehlt, das Gespräch aufzuzeichnen, um es im Nachgang zu thematisieren. Ein Weiterer sagt: Lehne doch ab mit dem freundlichen Hinweis, du kämest gerne, wenn es gelte, „über rechtsradikale Tendenzen in russischen Stadien, Politik und Gesellschaft“ zu reden.

Sundermeyer, immerhin, geht trotzdem. Als Rechtsextremismusexperte muß man schließlich immer im Rampenlicht stehen, ansonsten ist es mit dem lukrativen Expertendasein schnell vorüber. Dann kommen andere, die wie die Hyänen zwielichtige Studien zitieren, den Mut gegen eine Schimäre beschwören und oberlehrerhaft Moralinsäure verspritzen. Ex-Experte Toralf Staud kann ein Lied davon singen, der mußte irgendwann auf einen anderen fahrenden Zug aufspringen und verdient nun als Klimaretter seine trockenen Brötchen.

Sundermeyer geht also ins Rampenlicht, versagt aber einmal mehr vor den Raffinessen einer Frau:

Die junge Moderatorin will mich unbedingt auf das Minenfeld der ethnischen Konflikte zwingen. Ich soll wohl Klage gegen die albanischen Nationalisten führen. Ich flüchte mich in Allgemeinplätze.

Schaut dumm aus der Wäsche, faselt sinnlose Sätze.

In diesem Augenblick entscheide ich, keiner Einladung von „RT deutsch“ mehr nachzukommen, und jedem zu empfehlen, es ebenso zu halten, der auf seine journalistische, politische oder wissenschaftliche Integrität Wert legt.

Integrität? Nun ja. Ein Kollege hatte ihn schließlich gewarnt – sich im Einheitsbrei der gewohnten Paradigmen dialektische Bälle zuzuwerfen, sei für schlichte Gemüter bewältigbar, links oder rechts querzudenken allerdings intellektuell anspruchsvoll. Was der Kollege sagt und Sundermeyer bedenkenlos publiziert, ist allerdings auch eine interessante Deutung, die ihren Platz im Absurditätenkabinett einer verlotterten Nomenklatura verdient:

In „RT deutsch“ sieht er eine Gefahr für die Pressefreiheit. Der Sender nutze die Medienfreiheit, um den unabhängigen Journalismus zu diskreditieren und eine durchaus wachsende Medienverdrossenheit noch anzustacheln, meint er. Ich teile diese Einschätzung.

Ob nun RT deutsch oder „Journalisten“ wie Sundermeyer Schuld daran tragen, daß die FAZ zwischen 2013 und 2014 ganze 13,6 Prozent ihrer Leserschaft verlor und weiter im Sturzflug ist, sei dahingestellt. Allerdings dürften die sinkenden Absätze in einen Teufelskreis führen: Es kann nur noch billiges, unbegabtes Personal geordert werden, das flachen Einheitsquark absondert, geistig überfordert ist und sich nach allen Seiten hin absichert, wenn es einen auch nur ansatzweise investigativen Schritt wagt.

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5 Antworten

  1. „Die junge Moderatorin“: So wie die aussieht, wechselt sie ihre schwarze Strumpfhose nur einmal im MONAT …

    Diese RT-Deutsch-Sendung ist eine Katastrophe, ein eindeutiger Fehlgriff des RT-Managements. Derart unprofessionelle links-indoktrinierte Antifa-Chaotinnen auf die Öffentlichkeit loszulassen, zeugt von einer fundamentalen Unkenntnis der „BRD“-Realität und einer stark getrübten Sicht durch eine ideologische Brille, die wohl als Altlast ehemaliger Stasi-Seilschaften mit einer neuen Brillenfassung der Partei „Die Linke“ einzustufen ist …

  2. RT deutsch ist ein schöner Beleg für die Wirkmächtigkeit der Propaganda und ein Beleg, dass die Russen eben doch nicht so schlau sind wie manche heutzutage in deren Regierungshandeln reininterpretieren.

    RT ist ein russischer Propagandasender, der in dieser Eigenschaft eigentlich bestrebt sein sollte, die Opposition in Deutschland zu stärken und wenn möglich im eigenen Sinne zu führen.
    Wie man sieht, glauben die Redakteure dort der Darstellung unserer Medien, Deutschland ist im Würgegriff der Nationalsozialisten, weshalb sie die aus ihrer Sicht oppositionellen Linken unterstützen, die in der Illegalität gegen das NS-Regime kämpfenden Widerstandsgruppen wie Bundestag, Bundesregierung, Verfassungsschutz usw.

    Das heißt, die deutsche Propagandamaschine hat RT lahmgelegt, bevor die hier überhaupt angefangen haben.

    • Als Propagandasender könnte man ihn dann bezeichnen, wenn der Zuschauer nicht nach bereits wenigen Minuten entweder wegnickt, oder abschaltet. Mehr als wenige Minuten lang konnte ich persönlich jedenfalls das nervtötende Gegacker dieser Moderatorin beim besten Willen noch nicht ertragen. Ich denke es wird wohl Vielen so gehen.

  3. Armer, armer Mann. Er dauert mich.

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