Bildungsbürger

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Neue Erkenntisse aus dem VEB Wissenschaftskombinat Dresden: Auf der Suche nach den in der sogenannten „Lügenpresse“ angeprangerten  dumpfbackigen Rassisten-Losern aus Dresden tauchten mutige Wissenschaftler für eine Milieustudie mit hunderten Fragebögen in die sogenannte „komische Mischpoke“ (Özdemir resp. Göbbels) der „Neonazis in Nadelstreifen“ (NRW-Innenminister Jäger),  „Chaoten“ (Bundespräsident Gauck) und „Rattenfänger“ (Sachsens Innenminister Ulbig). Was sie herausfanden, ist phänomenal:

Der typische Pegida-Demonstrant ist demnach 48 Jahre alt, männlich, aus Sachsen, gut ausgebildet und verfügt über ein für sächsische Verhältnisse leicht überdurchschnittliches Einkommen. Nur 2 Prozent seien ohne Beschäftigung oder arbeitssuchend. Der Anteil der Rentner liegt bei 18 Prozent. Fast die Hälfte sind Arbeiter oder Angestellte. Beamte sind kaum darunter (3 Prozent).

Die Beamten müssen, schon von Amts wegen, bei den staatlichen Gegendemos aufmarschieren. 28 Prozent der PEGIDA-Teilnehmer hätten nach dieser Untersuchung einen Hochschulabschluß, 16 Prozent das Abitur. 70 Prozent der befragten Demonstrationsteilnehmer sind Steuerzahler und führen als Hauptmotiv für die Teilnahme an PEGIDA-Demonstrationen nicht „niedere Instinkte“ oder „perversen Fremdenhaß“ an, sondern in erster Linie eine generelle „Unzufriedenheit mit der Politik“ und an zweiter Stelle Kritik an „Medien und Öffentlichkeit“.

36 Prozent gaben an, aus Dresden und Umgebung zu kommen. Weitere 38 Prozent kommen aus anderen Teilen des Freistaats. Der Anteil von Teilnehmern aus anderen ostdeuten Bundesländern liegt bei nur 9 Prozent. Aus dem Westen reisten 6 Prozent der Befragten zum Demonstrieren an.

Bleiben noch 11 Prozent Teilnehmer übrig, die entweder aus dem Ausland kommen (leider keine Prozentangabe) oder diese Aussage verweigerten. Die von den Gleichstrommedien synchron orchestrierte Ausländerfeindlichkeit scheint bei PEGIDA also doch nicht sehr ausgeprägt zu sein.

In den Befragungen kommt die Wahrnehmung einer tiefen Kluft zum Ausdruck: zwischen den Massenmedien, der veröffentlichten Meinung und der etablierten Politik auf der einen Seite und den Problemen des Bürgers und dem „Willen des Volks“ auf der anderen Seite.

Die Mopo24 schlagzeilt nun: „Die Wahrheit über PEGIDA“. Die durch das „Unwort des Jahres“ gedemütigte, weitgehend gleichgeschaltete „Lügenpresse“ will nun in sich gehen, zukünftig etwas weniger Hetze gegen die PEGIDA-Demonstranten betreiben und wenigstens tendentiell einige Fünkchen Halbwahrheiten häppchenweise in den Lokalteilen berichten, wenn irgendwann Weihnachten auf Ostern fallen sollte.

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7 Antworten

  1. Hadmut Danisch hat dies „neue“ Studie sehr gut auseinandergenomen und unter der Rubrik Lügenpresse verarztet.

    Die Stichprobe soll wohl 400 gewesen sein. damit hätte man das Ding auch bleiben lassen können, denn 400 taugt zu gar nichts.

    Aber das ist in Zusammenhang mit Lügenpresse völlig egal. Wichtig ist nur, daß die Stichprobe gut genug ist, das bisher über die Pegidasten Gesagte zu widerlegen. Dazu reichen 400 wiederum aus. Es ist eben nicht der rechtsradikale Unterschichtenpöbel auf Hartz-IV, der durch Dresden spaziert, wie die Lügenmedien wochenlang behauptet haben.

    Ergo haben sie sich den Titel Lügenpresse redlich verdient.

    • Natürlich, und 2/3 haben die Befragung generell abgelehnt. Aber diese Befragung ist dennoch fundierter, als es die kruden Behauptungen und verfälschenden Inszenierungen (Journalisten als mitmarschierende Nazis verkleidet) der sogenannten „Lügenpresse“ sind.

      Eine interessante Schlußfolgerung:

      Wer organisiert solche „Gegendemonstrationen”? Wer steckt überhaupt hinter dieser Propaganda? Wenn sie nämlich nicht stimmt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie an mehreren Stellen so gleichartig entstanden ist. Irgendjemand muss das alles doch entwickelt, gesteuert und konzertiert haben. Wer kann überhaupt alle Fernseh- und Radiosender und die gesamte Presse dazu bringen, synchron, kontinuierlich und über Wochen dieselben Falschinformationen zu senden?

      Eine Handvoll Chefschreiber der Leitmedien geben das ideologische Grundgerüst vor, ein paar Dutzend Feuilletonisten bundesweit vertriebener Postillen formulieren die Facetten der Deutung innerhalb dieses Rahmens aus und die Regionalpresse schreibt ab.

      Ein interessanter Kommentar zu den von linken, staatsnahen Verbänden herangekarrten Gegendemonstrant_innen, die im Durchschnitt vermutlich aus Netto-Empfänger_innen bestehen: „Es ist die sozialistische Umverteilungsindustrie, die mit feiner Witterung jedes Auflehnen der produktiven Sklaven im Keime zu ersticken versucht.

  2. Ich würde von einer anderen Seite rangehen, und zwar von den Produzenten aus.
    Das sind die Propagandastricher, die seit 1933 punktgenau das von den Geldgebern (vulgo Politikern) gewünschte Ergebnis bringen.
    Insoweit muss man über den Wahrheitsgehalt der Studie nicht nachdenken, es gibt keinen.

    Was auf den ersten Blick verstört ist die Tatsache, dass die Studie im krassen Widerspruch zu dem steht, was bis vor einer Woche von allen Kanzeln gepredigt wurde. Und sie folgt auch nicht der Gewohnheit der verehrten Professorenschaft, alle Abweichler zu Nazis zu wissenschafteln.
    Das führt zur Frage nach der Ursache, die wiederum sich mit einem Blick auf die Teilnehmerzahl von selbst beantwortet.

    Am Anfang hat die gleichgeschaltete Politikerkaste mit übelsten Pöbeleien auf Pegida reagiert. Nazis, Idioten und überhaupt alles ganz furchtbar.
    Das geht bei 3.000 oder 7.000 Demonstranten.
    Dann wurden es 9.000, 15.000, 17.500, 20.000. Nun 25.000.
    Weiß man, wie viele nächste Woche da sind?
    Sind das zehntausende Nazis, die noch keiner was bemerkt hat und die allesamt so dumm sind, auf dem Wahlzettel das Kreuz an der falschen Stelle zu setzen?

    Die führenden GenossInnenX suchen verzweifelt einen Dreh, aus der selbstgestellten Nazifalle wieder rauszukommen.
    Das kam am deutlichsten von Schmierlappen Richter:
    Richter räumte ein, Pegida anfänglich falsch bewertet zu haben. Es seien in Dresden nicht mehrheitlich Rechtsextreme auf der Straße, wie im Spätherbst 2014 noch angenommen.
    (dreimalW.mdr.de/mdr-info/pegida-fakt-ist100_zc-885afaa7_zs-5d851339.hateemel)

    Das ist der Sinn dieser Studie, diesen U-Turn zu „begründen“. Und das ist auch deren einziger Inhalt.

    Im verlinkten MDR-Text sieht man sehr schön, dass das Ergebnis der Studie schon am Montag beschlossene Sache war. Sonst hätte die Ulbig-Ratte nämlich kein Dialogangebot riskiert.

    • Nein, eine Stringenz seit 1933 gibt es nicht. Noch in den 68er Jahren lieferten sich die Leitmedien herzliche Grabenkämpfe. Während der Springer-Verlag auf Dutschke & Co. eindrosch, übrigens in einem noch nicht einmal so tiefen Niveau, wie heute oberste Machthaber gegen mißliebige gewaltlose Bürgerbewegungen, berichtete SPIEGEL genüßlich über die Springer-Presse-halt-die-Fresse-Sturmabteilungen. Es gab seinerzeit also noch furchtbar-fruchtbare Unterschiede in der Medienlandschaft. Erst 45 Jahre später haben wir einen Einheitsbrei; ansatzweise abweichende Meinungen äußern bestenfalls hin und wieder Privatsender oder abseitige Zeitungen. Das ist eine gefährliche Entwicklung, zumal, wenn man den krassen Widerspruch zwischen redaktionellen Beiträgen und Leserkommentaren betrachtet. Die Medien haben sich von ihrer Kundschaft weit entfernt, und diese nutzen die Medien nur noch dazu, um zwischen den Zeilen zu lesen oder sich über Falschmeldungen aufzuregen.

      Mal ganz ohne Verschwörungstheorie (die Gegenseite besteht schließlich auch nur aus netten Gutmenschen): Die Mopo24 ist ein regionales Blatt mit einer eher einfachen Klientel und vielleicht auch eher auf Kundschaft ausgerichtet, als oberlehrerhafte Bezirksorgane aus parteinahen Verlagsanstalten. Angesichts der Menge an Teilnehmerzahlen und ihrem anstandslosen Benehmen ging man in Dresden schon immer etwas umsichtiger mit den Demonstranten um – ein Umstand, den bspw. Leipzig erst noch wird lernen müssen.

      • Ich meinte weniger die Medien, mehr die Wissenschaft.

        • Soziologie ist schon lange keine Wissenschaft mehr, wie Daniscih immer schreibt. Ist sowas wie Feminismus für Männer. Also Dummköpfe auf gut gelöhnten Professorenstellen.

          Da ich vor sehr langer Zeit in einem anderen Land selber an drei sehr großen soziologischen Studien Anteil hatte und sehr gute Lehrer, weiß ich um die Blödheit der heutigen Erhebungen. Das ist abgeforderte Billigmeinungsmache zu den niedrigsten Kosten, die der Markt hergibt.

          Insofern ist der Ansatz, macht uns mal eine Befragung, wo die frustrierte Mitte randaliert, nicht verkehrt. So wird’s wohl gewesen sein.

          Soziologische Erhebungen, die inhaltlich und methodisch wissenschaftlichen Anforderungen genügen, gibt es schon lange nicht mehr.

          Zumindest sind mir keine bekannt, die Eingang in die Berichterstattung der Lügenmedien gefunden haben. Davon wäre mir berichtet worden.

  3. „Erst 45 Jahre später haben wir einen Einheitsbrei;…“

    Das wurde imho 2002/03 ziemlich offen organisiert. Dazu lieferte man auch noch den „Kirow-Mord von Leningrad“ = die Verselbstmordung des Herrn Möllemann.

    Wobei es eine kleine Rollenverteilung:
    a) Krieg. Was WELT oder BILD schreiben, ist nicht so wichtig. Wichtig ist, daß die liberale Presse, d.h. taz, Spiegel, SZ, Zeit, den Gesamtschullehrer erreichen:
    …, die USA haben bei Aktionen mit Schlägen geantwortet, die, chirurgisch ausgeführt, praktisch keine Kollateralschäden hinterlassen, um später von deutschen Soldaten ausbilden zu lassen.

    b) Die ehedem bürgerl. Presse wie WELT und FURZ muß Einwanderung bejubeln und div. marxistischen und maoistischen Journalisten ein Zubrot versprechen.

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