Staatsdemonstration

Es war eine wunderbare Volksfeststimmung an der Frauenkirche: Auf der Bühne spielten die Band „Umbrella“ und Roland Kaiser. Zwischen Reggea und Schnulze wurde die Schweigeminute für die indirekt von PEGIDA ermordeten Pariser Lügenpreßler absolviert, aber die Störung der Unterhaltungsshow währte nur kurz. Als sie zu Ende war und der Generalsekretär des Sächsischen Staatsrates, Stanislaw Tillich, seine begeisternde Rede über Verfassungspatriotismus, Toleranz und Demokratie begann, rollten LINKE und MLPD ihre Parteifahnen ein und die Reihen lichteten sich stark.

Der Veranstalter zählte insgesamt „über 250.000 Bürger und Gäste der Stadt, welche an der Staatsdemonstration teilnahmen oder gern teilgenommen hätten, wenn sie an diesem Sonnabend Nachmittag nichts Besseres zu tun gehabt hätten. Bei der letzten Staatsdemo, welche an einem ungünstigen Montag Abend stattfand, und bei der statt halbprominenten Musikern von staatlich bezahlten Aufbläsern nur hohle Luftballons verteilt wurden, kamen trotz gemeinsamer Mobilisierung mit Linksextremisten lediglich etwa 9000 Personen.

Eine Teilnehmerin berichtet begeistert, daß sie die Aufforderung, an dem via Staatsmedien stark beworbenen und mittels Event-Agenturen detailliert durchorganisierten Aufmarsch teilzunehmen, durch eine Email der Schule bekam, auf die ihre kleine Tochter geht. Die Schule positioniere sich eindeutig gegen Pegida, hieß es darin und die Email, „legte einem nahe, heute nach Dresden zu dieser Veranstaltung zu gehen“. Die Email sei sehr förmlich gewesen „und klang, als ob sie an alle Schulen Sachsens oder in der Nähe Dresdens verschickt worden sei.“ Nicht nur die Kombinatsleiter des VEB Wissenschaft und die SED-Bezirks- und Kreisleiter, nein, alle Organe der Partei- und Staatsführung versendeten ebenfalls Schreiben mit eindringlicher Bitte um Teilnahme. „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“, fast so ähnlich lautete denn auch das Motto der Kundgebung.

Mehr als 40 Busunternehmen seien aus Gründen der Kostenverschleierung dezentral beauftragt worden, um Mitarbeiter von Kommunen, kommunalen Firmen und kommunal gesponserten Vereinen freiwillig und kostenlos zum Schaulaufen zu bringen. Dies sei eine hervorragende Idee, so Teilnehmer Ronny Luschke (MLPD), um auch den mittellosen Menschen des Freistaates die Teilnahme an dem Kostenlos-Konzert zu ermöglichen.

Einige Schattenseiten sollen trotz der bei allen toleranten und demokratischen Menschen gezeigten riesigen Begeisterung über das gelungene Volksfest nicht verschwiegen werden. So gelang es einigen vom kapitalistischen Ausland gesteuerten Rowdys, die friedliche Staatsdemonstration für ihre „niederträchtigen“ (Tillich) Zwecke zu mißbrauchen. Die Betriebskampfgruppen wollen nun den oder die Hetzer ermitteln, „wenn es sein muß, mit der Waffe in der Hand!

pegida-hat-recht

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7 Antworten

  1. Das schrieb Eulenfurz an Roland Kaiser via Facebook:

    Hallo Herr Kaiser, ich fand es gut, daß Sie trotz Ihres Alters und Ihrer Abhalfterung aus der Unterhaltungsindustrie noch einmal die Gelegenheit bekamen, vor 18.000 senilen Staatsbediensteten zu singen und denen nach Wochen des Hasses gegen PEGIDA wieder etwas Lebensfreude zu geben. Außerdem wären ansonsten zur Staatsdemo nur 5000 Rentner gekommen, und das wäre für Orosz und Tillich und unsere heißgeliebte Kanzlerin sehr peinlich gewesen. Danke!

    • Das hast Du gut gemacht! Ich überlege ob ich mir für solche Zwecke auch einen Gesichtsbuch Zugang anschaffe, nur um solchen „Künstlern“ meine Bewunderung zukommen zu lassen.

  2. Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Wir kennen auch die Solidarität mit den Boumidienes, siehe algerische Studenten in der DDR und deren Benimmt unter Honecker! Das macht die Kanzlerin vergessen!

  3. Und die Leibziger Genossen verbieten vorsorglich Mohamed-Karrikaturen:

    • Was vernünftig ist, sonst käme der ein oder andere Provokateur wirklich noch auf die Idee, solch einen blasphemischen Mist zu zeigen. Nein, bei Pegida geht es nicht gegen Moslems oder den Islam, sondern gegen die Islamisierung!

  4. Ja haben wir schon wieder die DDR? Da postieren sich die Regierenden auf eine Tribüne und lassen das Volk antreten zum allgemeinen Politisieren. Erinnert mich sehr stark an die 1.Mai- Demos in meiner Jugendzeit. Da mußte ich auch mitantreten und ein Plakat tragen, Widerrede war nicht erwünscht.

    Und Morgen das Schauspiel nochmal in Berlin. Ob Merkel ihr FDJ- Hemd anzieht?

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