Volkspartei

Nichtwähler

Eine Vorzeigedemokratie ist, wenn eine Volkspartei die Wahl mit ca. 15 Prozent der Wahlberechtigten gewinnt und die von ihr geführte Regierung insgesamt 25 Prozent der Wahlberechtigten vereint.

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7 Antworten

  1. Im Verhältniswahlrecht kann man eigentlich eine Wahl nicht „gewinnen“, man erlangt oder gewinnt nur Stimmenanteile. „Stärkste Partei“ kann man auch mit 5% werden, wenn die anderen alle nur um 4 haben. Solche Termini sind nur beim undemokratischeren Mehrheitswahlrecht von Bedeutung.

    Da Prozente und Sitze nach den abgegebenen gültigen Stimmen errechnet werden, wählt,
    wer nicht wählt, ALLE!
    Er wählt also mit 1 % seiner Stimme passiv Piraten, mit 33% passiv CDU usw.

    Manche sagen dazu: Geschieht ihm recht!

    Eine Alternative bestünde darin, tatsächlich die Parlamtssitze für nicht oder ungültig abgegebene Stimmen unbesetzt zu lassen oder, realisierbarer, nur zur Hälfte zu vergeben.

    • Das ist wohl wahr, und es macht mich mürrisch. Sogar erlesene Geister, keine Namen jetzt, sehen im Nichtwählen das Nonplusultra.
      Das Protestwählen bewirkt entsetzlich wenig – aber eben doch etwas mehr als gar nichts. Gar massenweises Protestwählen (kommt wohl eher nicht) würde garantiert nicht das Paradies auf Erden schaffen, sondern, daß DIE die Sau richtig herauslassen würden – aber den selben Effekt (= allgemeinen Kladderadatsch) würden wir ohnehin bekommen, halt drei oder acht Jahre später.

      • Eine Bekannte:

        „Ich bin ja ganz froh über das Wahlergebnis.“

        „Wieso?“

        „Na 12 %, also ich habe die auch gewählt.“

        „Wenn’s was bringt ….“

        „Immerhin nennen die die Probleme beim Namen.“

        „Schön, wird aber auch nichts helfen.“

        „Dann müssen sich die anderen Parteien damit beschäftigen.“

        „Die werden immer Mittel und Wege finden, ihre Agenda durchzusetzen – das hier ist schließlich eine Demokratie.“

        „Ja, die sagen jetzt, die AfD wäre rechts …“

        „So wie immer – das Mittel der Stigmatisierung.“

        „Naja, so, wie das aussieht, geht das Abendland wohl unter, vielleicht in 50 oder in 100 Jahren, alles deutet darauf hin.“

        „Daran sind wir alle nicht ganz unschuldig.“

        Man hätte natürlich erwähnen können, daß der Niedergang ein schleichender Prozeß ist. Gemäß eines anspruchsvolleren Maßstabes ist das Abendland längst untergegangen.

  2. „Man hätte natürlich erwähnen können, daß der Niedergang ein schleichender Prozeß ist. Gemäß eines anspruchsvolleren Maßstabes ist das Abendland längst untergegangen.“

    stimmt eigentlich. man lernt im internetz doch täglich dazu …

    und natürlich kann man protestwählen – was auch nichts bewirkt. rein taktisch ist es aber einfacher, die wähler zum nichtmitmachen bei der selbstverarschung zu überreden, als ihr wertvollstes, das stimmchen, an diese schlimme npd zu vergeben.

    mit nichtwählen kann man DIESEM lustigen „volksmacht“-system
    eher ganz sichtbar die legitimation entziehen. aber – wie gesagt – es ist eh wurst.

    • Man kann ihnen eben NICHT die Legitimation entziehen. Ginge nur einer wählen und wählte er CDU, hätte die eben über 600 Sitze im Bundestag.
      Nichtwähler lassen sich auch nicht einfach als Protestler darstellen, die, wie manche tönen, „eigentlich alle unserer Meinung“ seien.
      Es sind auch viele Angehörigen der trinkenden Klasse darunter, die ihre Wahlbenachrichtigung nicht wiederfinden und viele, die sowieso alles einen feuchten Kehrricht interessiert.

      Manche meinen: Die werden dann eben „regiert“ und jedes ‚Volk hätte die Regierung, die es verdient.

  3. ich übertreibe mal, damit du verstehst, was ich meine:

    gehen nur noch 10 % zur wahl und die cdu gewinnt mit 3,3% der aufs wahlvolk bezogenen stimmen, dann hat sich in der bevölkerung längst die erkenntnis durchgesetzt, daß die regierung das volk verrät – sonst wären es nicht nur 10%.

    es spielt dann keine rolle mehr, WAS die regierung sagt. weil niemand mehr drauf reinfällt.

    auch dann sitzt jemand auf dem kanzlerstühlchen – wie schon heute- , der keinerlei demokratische legitimation hat. wie heute schon. denn angesichts der einseitigen massiven medialen wählerbeinflussung (EU, EURO, migration, atomkraft, genderwahn etc) finden schon heute keine demokratischen wahlen mehr statt. sie ist eine illusion. die demokratie.

    oder wie kommt es, daß keine wirklich oppositionelle partei „hochkommt“. weil der wähler das nicht will …?

  4. … und dann gibt es dabei auch noch das „wilde Koalieren“, das so recht am Wählerwillen vorbei geht: siehe hier.

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