Heißer Feger

NSU-Zaubershow

Es war am 16.11.2011, als ein Neonazi-Aussteiger den Ermittlern der BILD-Zeitung exklusiv über das Innenleben des mörderischen NSU-Phantoms und dessen „drei Killer-Nazis“ berichtete.

Ich habe Beate Zschäpe bei einer NPD-Weihnachtsfeier und bei einer Veranstaltung im März 2004 in Georgsmarienhütte getroffen. Sie trat damals unter verschiedenen Namen auf: Susanne, Susi oder Manuela. Mit Nachnamen nannte sie sich Dienelt.

Ich erinnere mich, dass Zschäpe mit einem Kameraden in einem VW zu einem NPD-Treffen anreiste. Viele in der Szene kannten sie. Bei den Nazis galt sie als heißer Feger. Sie trat nie aggressiv auf, aber ihre Ansichten waren aggressiv. Sie war bekannt als Gründungsmitglied der NSU.

Ich weiß von elf Mitgliedern der Gruppe.

Ich war selber dabei, als Zschäpe sich mit führenden Mitgliedern der Partei getroffen hat. Sie haben sich zu langen Gesprächen zurückgezogen. Anschließend sagte mir ein Verbandsvorsitzender der NPD: ‚In Köln steigt bald eine große Sache.‘ Wenig später explodierte die Bombe in Köln.‘

Auch die Döner-Morde wurden in der Szene gutgeheißen. Endlich hat‘s mal einen erwischt‘, hieß es immer. Und: ‚Der Nächste kommt auch noch.‘

Beate Zschäpe hat ganz offen gesagt, man solle mit dem Verfassungsschutz arbeiten und denen falsche Informationen liefern. Sie hatte Kontakt zu einem Beamten in Thüringen. Es fällt mir schwer zu glauben, dass da niemand gewusst haben will, wo Zschäpe all die Jahre war …

Wurde dieser Insider, welcher von der BILD-Zeitung als „Michael Feldmann“ ins Feld geführt wird, schon jemals verhört? „Sie war bekannt als Gründungsmitglied der NSU“, na, wenn ihr das beim Gerichtsshowprozeß nicht den Hals bricht!

Wer nicht fragt bleibt dumm!

.

10 Antworten

  1. Was genau soll ein „Neonazi-Aussteiger“ eigentlich sein?

    Woraus ist der denn „ausgestiegen“????

    Aus’m Bus?

    „… bekannt als Gründungsmitglied der NSU.“

    Also – DAS glaub ich jetzt nicht.
    Die Firma ist sehr viel älter, als dieses Weibsbild. Da bin ich mir sicher. 😆

  2. Bei welcher der zwei Feiern trat sie denn unter zwei verschiedenen Identitäten auf. Getroffen hat er sie zweimal unter drei verschiedenen Namen. Hä?

    • Naja, vielleicht Susanne und Susi bei einer Veranstaltung, das kann man schon gelten lassen. Toll ist doch aber, daß der untergetauchte Untergrund zu einer NPD-Weihnachtsfeier stiefelt und dort aggressiv auftritt, wo doch ganz sicher der Geheimdienst alle Personen und Aktivitäten fleißig notiert.

      Also ist das entweder Quark, was der Umsteiger da berichtet, oder aber die gehören sowieso alle zusammen, Zschäpe, NPD-Verband und Geheimdienst. Und die Trottel dachten sich, daß das doch fein ist, immerzu Geld vom Staat zu bekommen für die pseudopolitische Nazi-Kraftmeierei. Da haben sie vielleicht noch nicht gewußt, daß sie als NSU noch eine wichtige Rolle spielen müssen.

      Tja, nichts ist umsonst!

      • Och, wieso entweder / oder? Sowohl als auch. Also „Quark“ und „zusammengehören“.
        Womit man die Uwes auch gelockt bzw. genötigt haben mag: Anfang der Neunziger glaubte ich zwar nicht mehr an den Klapperstorch, genaugenommen auch nicht unbedingt an den Rechtsstaat, aber hätte mir in meiner damaligen Einfalt doch nicht vorstellen können, wozu DIE letzten Endes fähig sein würden – zu allem.
        Damals glaubte ich ja auch noch an den Hohlen Graus, horribile dictu.

  3. Wie lange gibt es die Buchstabenkombination „NSU“ mit dieser Bedeutung eigentlich? Wann erblickte sie das Licht der Welt? Könnte das jemand eruieren?

    • Zur Automarke NSU:
      Deren Terrorzentrale, die sich in der Zwickauer Frühlingsstraße 26 befand, ist jetzt abgerissen worden, wie die Frankfurter Rundschau ausführlich kriegsberichterstattet, obwohl das Gebäude im Jahr 1928 „von einem jüdischen Mäzen“ als Siedlerheim errichtet wurde – freilich nicht für heimliche NSU-Siedler, sondern für kinderreiche Mitarbeiter der Zwickauer Horch-Automobilwerke. Interessant hierbei ist, daß nach dem Zweiten Weltkrieg die in Westdeutschland neu gegründete Auto-Union (Audi) Rechtsnachfolger der Horch-Gruppe wurde. Audi ist im Latein der Imperativ Singular von audire (zu Deutsch hören, zuhören) und bedeutet „Zuhören!“ oder eben „Horch!“. Anno 1969 fusionierten die damalige NSU AG und die zum Volkswagen-Konzern gehörende Auto Union GmbH mit Sitz in Ingolstadt zur Audi NSU Auto Union AG mit Sitz in Neckarsulm.

      Zur Terrorschwadron NSU:
      Die Buchstabenkombination „NSU“ sei auch sonst „kein bekanntes Kürzel in der Szene“ gewesen und der Hinweis in dem Fanzine selbst für die Chefermittler vom Antifaschistischen Pressearchiv apabiz, welches zeitweilig die Exlusivrechte an der NSU-Bekenner-DVD an gutzahlende Medienhäuser vertickte, „die erste uns bekannte Verwendung in Veröffentlichungen der Neonazi-Szene oder in derem Kontext“. … Geheimdienstnazi Thomas Corelli war möglicherweise also nicht nur „Namensgeber und Initiator“ des „Nationalen Widerstands Halle“, sondern auch des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ – bis das abgelagerte Namenspatent im Jahr 2011 für andere Zwecke herhalten durfte.

      ….
      Da wird immer viel behauptet, aber wir haben noch nicht von Involvierten davon gehört, daß dieser NSU in irgendwelchen rechten Kreisen bekannt gewesen sei.

  4. Wurde dieser Insider, welcher von der BILD-Zeitung als „Michael Feldmann“ ins Feld geführt wird, schon jemals verhört?

    Da wurden einige noch nicht verhört.
    Zum Beispiel der von Edelfeder Leyendecker halluzinierte Zeuge:
    In diesen Tagen meldete sich einer vom ganz rechten Rand bei der ´BAO Trio´. Durch die vorige Woche eingeleitete Öffentlichkeitsfahndung sei er animiert worden, sich zu melden

    • Das ist schon ein unvorstellbares Maß an Gülle, was dieser Leyendecker da zusammenspritzt. Sehr eigenwillig auch das halbe Foto eines „Nazis-raus“-Graffito mit der radebrechenden Unterschrift:

      An einer Wand in der Kasseler Nordstadt steht am das Wort ‚Nazis‘. Die Ermittlungen im Fall der Zwickauer Terrorzelle lassen auf eine breite Unterstützung der Terroristen auch in Westdeutschland schließen.

      Wahrscheinlich braucht man heute noch nicht einmal einen Hauptschulabschluß, um Journalist der Gleichstrompresse zu werden.

      • An einem Schleusenhäuschen (Corny Halstrow) am Ortseingang der Heldenstadt Hoyerswerda stand einmal: „Nazis raus!“ Darunter, mit anderer Schrift: „Aus den Betten!“ – Ich distanziere mich davon, natürlich.

        • Ich war’s nicht – ehrlich!
          Denn: Ich kritzele immer „AUS DEM KNAST!“ drunter, wenn ich so was lese. 😛

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