Verdümmerung

Eure Zukunft wird scheisse

Nicht Neues für unsere langjährigen Leser, aber zumindest die englische Presse hat nun konstatiert, daß die Verblödung der Menschheit und insbesondere der westlichen Völker aus der Phase der Vorhersagbarkeit in die Phase der meßbaren Werte übergegangen ist: Seit einigen Jahrzehnten sinkt in den Industriegesellschaften der durchschnittliche Intelligenzquotient.

Das ursächliche Problem ist aber schon viel älter und wurde in seiner demographischen Dimension bereits vor 90 Jahren vom begnadeten Bevölkerungswissenschaftler Friedrich Burgdörfer oder hinsichtlich der Beeinflussung der Intelligenz durch Vererbung und Umwelteinflüsse vor 80 Jahren vom grandiosen Friedrich Reinöhl ausführlich erarbeitet. Der noch aktive Intelligenzforscher Volkmar Weiss resümiert rückblickend, daß „für das Deutsche Reich“ der Höhepunkt seiner demographischen Entwicklung hinsichtlich Quantität und Qualität „zweifellos bereits zwischen den Jahren 1880 und 1890“ lag.

Es führten Bismarcks sozialistische Maßnahmen ebenso, wie die Erfordernisse des Industriekapitalismus, zu einem sich immer deutlicher verstärkenden Zusammenbruch der demographischen Substanz: Erst bekamen die Begabten weniger Kinder, so daß der Anteil der Dümmeren und Fauleren stetig anstieg, dann dünnten Kriege die Besten des männlichen Bevölkerungsanteils aus, später erfolgte der Import ausländischer Unterschichten und die Vermischung mit diesen.

Die negativen Ausleseprozesse begannen am frühesten in den urbanen Zentren, in Berlin, Wien, Bremen oder Hamburg. Die Städte als alles verschluckende Moloche aber sogen immer wieder Menschenmaterial aus dem Umland auf. (Die Kritik an der Verstädterung wurde ebenfalls schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts formuliert, wir werden ihr einen eigenen Beitrag widmen.) Rudimentäre Reste demografisch funktionstüchtiger Refugien bestanden bis Ende des 20. Jahrhunderts noch in katholischen Gegenden Bayerns, Westfalens und des ländlich-alpinen Österreichs. Zwar sind auch diese mittlerweile weggebrochen, doch ist der Unterschied insbesondere der Schul- und Sozialsysteme zwischen den schon längst verlotterten Stadtstaaten und diesen Regionen (noch) auffällig.

In den westlichen Industrienationen sorgte über einige Jahrzehnte der sogenannte Flynn-Effekt für eine Ausschöpfung des intellektuellen Potentials der schwindenden demographischen Substanz, vor allem durch den Ausbau des Bildungssystems und der Bildungsmöglichkeit auch für ärmere Schichten. Wer vor 100 Jahren Handwerker geworden wäre, macht heute einen Universitätsabschluß, wer früher bei den Proletariern gelandet wäre, geht heutzutage den zweiten Bildungsweg, wer seinerzeit bestenfalls zum Tagelöhner getaugt hätte, belegt über das Arbeitslosenamt Computerkurse. Hatten vor 100 Jahren 4 % der Bevölkerung studiert, so sind es heute fast 50 %. Tendenz steigend.

Der Anteil an vererbter Intelligenz ist bei einem Menschen quasi vorgegeben, in einem gewissen Bereich um diesen vererbten Anteil kann der soziale Einfluß wirksam werden. Wenn fast die gesamte Bevölkerung bis zum 20., 25. oder gar 30. Lebensjahr Schulen und Lehranstalten durchläuft, ist das Potential an dressierbarer Begabung weitgehend ausgeschöpft. Ab dann macht sich in der Gesamtbetrachtung der vererbbare Anteil an Intelligenz bemerkbar. Da vor allem die begabten Karrieristen auf Nachwuchs verzichten, während Asoziale versuchen, mittels Unmengen an Nachwuchs das Sozialsystem auszuschöpfen, wird der IQ der Gesellschaft zwangsläufig sinken.

Wie werden die machthabenden Realitätsverweigerer diesen Umstand zur Kenntnis nehmen? Durch hilflose und immer weitere Bildungsreformen, welche allesamt scheitern, und – zur Verschleierung der Tatsachen – durch eine Absenkung des Erwartungsniveaus. Harald Martenstein stellt in der ZEIT süffisant fest:

Seit Jahren werden die Schulnoten in Deutschland immer besser. Wenn man sich die Noten anschaut, dann ertrinkt das Land fast in einer Flut von Universalgenies. An der Spitze steht Berlin. Berlin ist offenbar Deutschlands Geniehauptstadt. In den wenigen Jahren von 2006 bis 2012 hat sich in Berlin die Zahl der Abiturienten mit dem Notendurchschnitt 1,0 vervierfacht.

Das Abitur wird immer einfacher, damit es soziale Gerechtigkeit gibt. Das Abitur soll kein Privileg von Besserlernenden oder Besserwissenden mehr sein, alle Schüler sollen es bekommen. Weil nun einmal nicht alle Menschen so intelligent, ehrgeizig oder fleißig sind, dass sie ein schwieriges Abitur ablegen können, muss es einfach sein. Da habe ich eine wunderbare Idee zur Bekämpfung der Armut: Die Regierung sollte Geld drucken und jedem Bundesbürger eine Million Euro in die Hand drücken. Das ist das gleiche Prinzip.

Ausblick: Der Abwärtstrend an Intelligenz wird fortdauern, allerdings ermöglichen die modernen Mittel der Wissensaufbereitung eine ausschöpfendere Nutzung intellektueller Reservoirs auch breiterer Menschenmassen. Die Zeit der Universalgelehrten, der Ära von Völkern, welche der Welt Dichter und Denker schenkten, ist vorbei. Die Zukunft gehört den Funktionseliten, den unzähligen grauen Zahnrädern der unermüdlich Zivilisationsmüll produzierenden Wissenschaftsbetriebe.

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10 Antworten

  1. Dazu fällt mir gerade ein Witz ein über die „Zukunft“ :
    DER KLEINE SOHN

    Der kleine Sohn geht zum Vater und fragt ihn, ob er ihm erklären kann, was Politik sei.

    Der Vater meint:
    „Natürlich kann ich dir das erklären. Nehmen wir zum Beispiel mal unsere Familie. Ich bringe das Geld nach Hause, also nennen wir mich Kapitalismus. Deine Mutter verwaltet das Geld, also nennen wir sie die Regierung. Wir beide kümmern uns fast ausschließlich um dein Wohl, also bist du das Volk. Unser Dienstmädchen ist die Arbeiterklasse und dein kleiner Bruder, der noch in den Windeln liegt, ist die Zukunft. Hast Du das verstanden?“

    Der Sohn ist sich nicht ganz sicher und möchte erst einmal darüber schlafen.

    In der Nacht erwacht er, weil sein kleiner Bruder in die Windeln gemacht hat und nun schreit. Er steht auf und klopft am elterlichen Schlafzimmer, doch seine Mutter liegt im Tiefschlaf und lässt sich nicht wecken. Also geht er zum Dienstmädchen und findet dort seinen Vater bei ihr im Bett. Doch auch auf sein mehrmaliges Klopfen hin lassen die beiden sich nicht stören. So geht er halt wieder in sein Bett und schläft weiter.

    Am Morgen fragt ihn sein Vater, ob er nun wisse, was Politik sei und es mit seinen eigenen Worten erklären könne.

    Der Sohn antwortet:
    „Ja, jetzt weiß ich es. Der Kapitalismus missbraucht die Arbeiterklasse, während die Regierung schläft. Das Volk wird total ignoriert und die Zukunft ist voll scheiße!“

  2. Dann sind wir eben dumm wie Brot, dafür aber glücklich und zufrieden:

    Neue Studie
    Zuwanderung macht die Deutschen glücklicher

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/neue-studie-zuwanderung-macht-die-deutschen-gluecklicher-11842511.html

  3. Eine deutsche Regierung wird es immer geben. Dafür ist immer Geld da. Bekanntlich ist der Einäugige ja König unter den Blinden.

  4. Intelligenzquotient ist, genau wie Pimmel oder Muschi, nur ein gesellschaftliches Konstrukt. Ein blökender Kretin kann in den Fächern Blöken und Kretinieren eben genau so gut sein wie es ein Schachmeister im Schach ist. Alles nur eine Frage der Konventionen, und die müssen eben nur gerecht modernisiert werden.

    • Besser ausgedrückt: Ein blökender Kretin blökt auch nicht schlechter, als ein Schachmeister. Von daher sollte man – gerechterweise – in der Schule nur noch das Blöken zensieren, und zwar für alle mit 1,0.

  5. Bevölkerungsaustausch („Braindrain“) durch Sozialismus (d.h. Sozialstaat, finanziert durch hohe Steuern): Hochqualifizierte verlassen das Land, Ungelernte wandern zu. So wird’s gemacht:
    „Das leistungsfeindliche Steuersystem, der hinter der Phrase «soziale Gerechtigkeit» versteckte Hang zur Gleichmacherei (Verteilungs- statt Leistungs- und Chancengerechtigkeit), die anhaltende Erosion von Freiheitsrechten und Selbstverantwortung, überbordende Regulierungswut bei fehlendem Reformmut.“
    http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschafts-und-finanzportal/oesterreichs-hausgemachter-braindrain-1.18274548

  6. Nehmen wir es mit Humor:

    • Kultur Pur loooooool

    • Nun … Diese überpigmentierte Flachkraft versteht sich selbst als so eine art „Kabarettist“. Das sollte angeblich „Satire“ sein, ist aber wirklich kaum von der Realität in unserem Bematschtenzoo zu unterscheiden – und gerade darin liegt ja der „Witz“.

      Das Verwirrspiel geht latürnich auch umgekehrt:
      So ziemlich jeder, der sie aufschnappte, nahm die Ankündigung vom 1. April diesen Jahres, in Berlin solle ein Friedhof nur für schwule Mädchen eingerichtet werden, als dem Datum angemessenen, schlechten Scherz auf …
      Tja – Irrtum! Keine Satire, sondern Realsatire!
      Ich gebe es zu: Mir ist jede Fähigkeit abhanden gekommen, DAS auseinander zu halten.

      Womöglich befinden wir uns in einem bizarren Paralleluniversum – und die wirkliche Welt ist irgendwo da draußen…
      Wer kann das wissen?

  7. Hat dies auf Die Morgenzeitung rebloggt.

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