Alexander Dugin

Dugin über Deutschland

Daß der russische Philosoph Aexander Dugin in seinem Spiegel-Interview mehrere fragwürdige Positionen einnimmt, wurde bereits seziert. Dennoch gibt es auch einige zitierfähige Stellen. Die populärsten:

Ich liebe die Wurzeln deutscher Kultur. Aber es gibt sie nicht mehr. Das heutige Deutschland ist eine Art Gegen-Deutschland.

Ich bin oft in Deutschland, aber wenn ich mir anschaue, was bei Ihnen in den Regalen der Buchhandlungen steht, dann hat die deutsche Kultur keine Zukunft mehr. Sie leben in einer degradierenden Zivilisation. Wo ist der große deutsche Geist geblieben? Wo die Höhen der französischen Philosophie? Wo die Tiefe der italienischen Kunst? Was wir heute sehen, ruft Ekel hervor. Ich liebe Europa sehr, ich schätze seine kulturelle Tradition. Aber es gibt sie nicht mehr.

Technischer Fortschritt geht einher mit geistiger Regression. Ich bin für geistigen Fortschritt.

Ich liebe Europa, deswegen flößt mir das jetzige Europa einen solchen Schrecken ein. Ich sehe, dass es stirbt.

Denkwürdig ist auch die Antwort auf die Frage in einem anderen Interview, warum Rußland keine Lobbygruppen im „Westen“ habe, so wie andersherum der westliche Hegemon in Rußland:

Russia doesn´t have an imperialist agenda. Moscow respects sovereignty and wouldn´t interfere in the domestic politics of any other country. And it is an honest and good politics. … We shouldn´t forget that Russia doesn´t have any hegemonial interests in Europe, but the Americans have. Frankly speaking, the European Union is not a genuine European entity – it is an imperialist transatlantic project. It doesn´t serve the interests of the Europeans but the interests of the Washington administration. The “European Union” is in reality anti-European.

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4 Antworten

  1. Hab sein Buch die vierte politische Theorie gelesen und bin daher über seinen laschen Umgang mit dem Wort „Faschismus“ etwas verwundert, denn er weiß, das die originäre Idee erheblich vielschichtiger ist.

    Sei’s drum. Tatsache ist, daß der Mann ein großer Denker ist. Er hat eine vollkommen andere Definition von Werten, die im „Westen“ Mainstream sind. Man darf sich freuen, über solch großartige und gut Denkanstöße

  2. „Russia doesn´t have an imperialist agenda. Moscow respects sovereignty and wouldn´t interfere in the domestic politics of any other country.“

    Für sich isoliert betrachtet, ist das richtig. Aber einordnen sollte man das schon.

    Seit dem Ende des Mongolensturms bis mitte der 1970er gab es dort gelegentlich klitzekleine imperiale Neigungen. Dass es damit zu Ende ist, hat weniger mit besserer Einsicht zu tun als damit, dass der russische Bär altersschwach am Boden liegt und seine ganze Kraft auf die Sicherung der physischen Existenz verwenden muss.

  3. Jenseits der Technikablehnung erinnern mich Diktion und Habitus spontan an Ezra Pound.

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