Ethisches Handeln

Eigengott

Der Sozialwissenschaftler Manfred Kleine-Hartlage definiert in seinem Buch „Die liberale Gesellschaft und ihr Ende“ die ethische Verhaltensweise:

Ethisches Verhalten bedeutet aus Sicht des freiheitlichen Individualismus eine Einschränkung von Freiheit. Es bedeutet die Zumutung, zu unterlassen, was einem vorteilhaft oder angenehm erscheint, und statt dessen das zu tun, was für das Abstraktum „Gesellschaft“ vorteilhaft ist.

Festgefügte Gruppen, in denen jeder weiß, wie er sich anderen gegenüber zu verhalten hat und dementsprechend auch im Allgemeinen erwarten darf, daß sich ihm gegenüber ebenso verhalten wird, wandeln sich zur entsolidarisierten Gesellschaft, deren künstlicher Kitt brüchig ist. Wenn die gemeinsamen Grundlagen der Gemeinschaft schwinden, schwindet folglich auch ethisches Handeln.

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3 Antworten

  1. Der künstliche Kitt sind die sog. „Menschenrechte“. Sie sind künstlich und zu jedem Missbrauch geeignet.

    MKE-Bücher sind eine Klasse für sich, ich muss sie durchackern, der Erkenntnisgewinn für mich, ist aber enorm.

  2. Die Menschenrechte zum Missbrauch geeignet?
    Sie wurden extra dafür erfunden.

    Mit den Menschenrechten wird alles niedergeprügelt, was sinnvoll, logisch, moralisch und vernünftig ist.
    Kann jeder überprüfen. Wo Menschenrechte, da Schweinerei!

  3. Der künstliche Kit sind die Moden, die nicht als solche dargestellten Verhaltensvorschriften für alles und jedes, die in der Mediengesellschaft nicht hinterfragt transportiert werden.

    Sie vermitteln uns, was „uns doch allen“ gefällt, wen und was wir gut finden, was wir ablehnen, was wir mitmachen und wie wir uns verhalten sollen, wie wir sprechen (Anglismen), was wir lesen (Bestseller), essen, trinken, hören sollen, wofür wir uns überhaupt interessieren, wie wir uns bekleiden sowieso und sogar, wie wir unsere Gärten zu gestalten haben – insgesamt, wie wir zu leben haben, und wer´s anders macht ist Außenseiter, Sonderling, nicht normal und oftmals sogar therapiebedürftig, z.B. wenn sein Liebesleben nicht den Normvorgaben (knapp hetero bis homo, monogam bis man ´was Besseres findet, eifersüchtig) entspricht.

    Der „Individualismus“ wird nur eingeredet, um das totale Geführtsein zu kaschieren.
    Selten gab es weniger Individualismus als heute.

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