Sonne ins Haus

Sonne ins Haus

Wie der Deccan Chronicle berichtet, ist eine neue Missetat des umtriebigen Diktators Adolf Hitler aufgeflogen. Unter der Hirnweichschlagzeile „Hitler’s Aryan poster girl was a Jew“ wird berichtet: „1935 verbreitete die Propagandamaschine des nazistischen Diktators Adolph Hitler das Bild eines engelsgleichen sechs Monate alten Mädchens als Symbol des vollkommenen arischen Babys. Die Abbildung wurde über Nazideutschland auf Karten und Postern verbreitet. Doch die Nazis wußten nicht, daß das Baby jüdisch war.

Die angeblich Abgebildete, die Jüdin Prof. Hessy Taft, präsentierte sich in der israelischen Holocaustgedenkstätte Yad Vashem mit einer zerfledderten Zeitschrift, auf der das Kinderkonterfei mit Häkelmütze aufgedruckt ist. Der Deccan Chronicle schreibt zu der Zeitschrift, diese wäre „a Nazi magazine that pictured her as the perfect ‘Aryan’“, also eine Nazizeitschrift, welche das Kleinkind als perfekten Arier abbilde.

Recherchiert man nach der Zeitschrift, dann kann man erahnen, warum das abgebildete Exemplar so zerfleddert ist – die Ausgabe ist ziemlich selten. Die als „Familienzeitschrift mit Versicherung“ angepriesene und 14-tägig erscheinende Periodika umfaßte zwischen 16 und 28 Seiten, hatte als Beilagen mal einen Wandkalender oder einige Schnittmusterbögen.

Die Themen des Jahrganges 1934 der als „major Nazi family magazine“ dargestellten Postille waren folgende:

Verlängerung des Ozeandampfers „Hamburg“, Feuerwehrleiter mit Telefon, neue Untergrundbahn in Berlin, Ausstellung „Die Kamera“ in Berlin, Boberkraftwerk, Erste Bronzemodelle der großen Olympiade-Glocke, Neue Reichsbankgebäude, Englands neustes Kriegsschiff, Winterpfennig, Schwarze Nachmittagskleider, Praktische Kleidung für Kinder, Olympische Spiele im Zechen der Briefmarke, „Dicke Berta“

Doch der kleine Verlag vertickte nicht nur diese Versicherungszeitschrift, sondern auch Bücher wie „Und dennoch siegte die Liebe“ von Bernt Oehlmann, „Die Lisel vom Schüttberg“ von Hans Lehr oder „Der Weg in die Sonne“ von Rosaliese Engelhardt in fast schon spektakulär geringen Auflagen.

Wie die völlig unpolitische Versicherungszeitschrift mehr als 70 Jahre nach ihrem Untergang inmitten des kriegsbedingten Papiermangels zu einem „Hauptfamilienmagazin der Nazis“ avancieren konnte, bleibt wohl Geheimnis des Deccan Chronicle.

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3 Antworten

  1. Dazu fällt mir nur dieses ein:

    Die späten Siege über Hitler werden immer häufiger.

  2. Schon komisch, je mehr Zeit vergeht, desto mehr solch tiefgründiger „Wahrheiten“ werden bekannt. IHN würde es freuen, ist doch schön wenn man nach fast 70 Jahren in der Erinnerung der Menschen noch so präsent ist.

  3. Zu behaupen, daß die Dame im Verlaufe der Zeit
    schöner geworden ist, wäre eine glatte Lüge.

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