Intellektuelle

Neokons Kriegstreiber

Russische Aggression droht das Denken zu okkupieren“, so droht der altgediente Giftspritzer und Chefideologe der Blut-und-Tinte-Propaganda, Richard Herzinger. Mutig jedoch hätten sich „europäische Intellektuelle“ in Kiew getroffen, „um der ukrainischen Demokratie den Rücken zu stärken“.

Das „Intellektuellentreffen“ auf der „internationalen Intellektuellenkonferenz“ sei von dem US-Historiker Timothy Snyder organisiert worden, der erst jüngst „über dem Ukraine-Konflikt in die Rolle des engagierten Intellektuellen hineingewachsen ist“. So schnell geht die Intellektualisierung manchmal.

Bernard-Henri Lévy, der „chronisch pathetische Superstar der internationalen Intellektuellenszene“, klassifizierte in seinem Vortrag den „Putinismus“ als „Ausgeburt des Gangstertums“, der „im Bündnis mit der europäischen extremen Rechten den von ihm als ‚dekadent‘ und ‚feminin‘ geschmähten Westen“ aushebeln wolle. Rußlands Präsident diffamiere die Ukrainer als „Faschisten“ und sei eigentlich selbst der Oberfaschist, „mit denselben Ritualen virilen Körperkults wie einst Mussolini“.

Den BRD-Historiker Karl Schlögel, von Herzinger zum „ausgezeichneten Kenner der Entwicklung Osteuropas und Rußlands nach dem Kalten Krieg“ geadelt, habe „das brutale Vorgehen Putins überrumpelt“. Schlögel hätte „mit einer solchen verheerenden Wendung niemals gerechnet“, obwohl er treugläubig dem „selektiven deutschen Vergangenheitsbewältigungs-Bewusstsein“ folgte.

François Heisbourg, Chef des Londoner International Institute for Strategic Studies, ist davon überzeugt, daß Putin „nicht bloß den Osten, sondern die ganze Ukraine greifen“ wolle. Und morgen die ganze Welt. Und dann auf dem Mond landen. „Das sind todernste Leute“, unterstreicht er. Der Westen brauche jetzt keine Appeasement-Politiker, „sondern Churchills und des Gaulles.“ Dies schließe auch Aufrüstung ein. Doch bis Heisbourg und seine 50 Intellektuellen mitsamt Tintenspritzertroßzum Gegenangriff übergehen“ könnten, würde sein Gefolge „erst noch einige Schlachtem verlieren“ (Rechtschreibung im Original). Zunächst müsse man den Kampf gegen die Orthographie gewinnen.

Die Ukrainer aber sollten sich „militärisch gegen die von Moskau unterstützten Banden im Osten des Landes zur Wehr“ setzen. Niemand dürfe sich wehrlos zeigen, wer vom Rückzug rede, zweifle am Endsieg.

Herzinger kriegsberichterstattet wie aus dem Sportpalast: „Man spürt regelrecht ein Fröstel durch das Auditorium gehen, als solche Sätze fallen.“ Wie viele der anwesenden Intellektuellen einen Steifen hatten, verschweigt er hingegen genüßlich.

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Bild: Beim Intellektuellentreffen in Kiew spielt die Edelgarde des One-World-Imperialismus im Planschbecken der rhetorischen Aufrüstung.

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6 Antworten

  1. Ja, das sind „Sternstunden der Menschheit“, wie ein Zweig mal schrieb. Nach der ersten Euphorie und dem Entsetzen darüber, daß es ein Staatsmann gewagt hat, nicht vor dem Wortgewittern westlicher Eliten zusammenzubrechen, folgen nun die Mühen der Ebene, der ideologischen wie auch der materiellen Aufrüstung. Daß das Volk ans Gewehr eilt, ist dann aber dennoch nicht zu erwarten. Dazu bedürfte es einer radikalen Umerziehung in die entgegengesetzte Richtung bisheriger Verdummung. Allenfalls läßt sich dann noch eim müdes „Ja“ zum Kriege produzieren aber wer soll den führen? Der pazifierte Deutsche? Der regenbogenbunte Migrant?

    Warten wir es ab.

    Bis dahin müssen noch etliche russische Verbrechen in der Ukraine organisiert werden. Erfahrungen haben „unsere“ Geheimdienste und Medien ja.

  2. Ja, Sternstunden. Allen, die sich wünschen, sie hätten in den Goldenen Dreißigern gelebt, dürfte sowas ein innerer Reichsparteitag sein.

  3. Geschichte wiederholt sich ja bekanntlich nicht. Genauso. Aber Ähnlichkeiten sind durchaus vorhanden.

  4. Geduldig erwarte ich die Sternstunde, da ein historisch relevanter Anteil der westlichen MASSE die Perversion PRofessioneller EUSraEliten-PRopganda durchschaut und sich in höchst kapitalistischer Manier davon abwendet, indem kein Cent mehr für etwas ausgeben wird, das keinen Cent wert ist.

    Wer ein Angebot nicht will, kann auf dessen Nachfrage verzichten resp. es eben nicht zu kaufen. Wobei u.a. die Zwangs-GEZ eben gerade diese marktwirtschaftliche Grundregel ausgehebelt hat.

    Das Resultat dieser InformationsPlanWirtschaft wurde im Artikel wunderbar auf den Punkt gebracht. Danke

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh

  5. Intellektuelle sind jene welche unter Pol Pot mit einem flachen Spaten erschlagen wurden um Munition zu sparen. Wieso weiß ich auch nicht.

    Herr Robin Renitent hat übrigens vor einiger Zeit einen Artikel über die „Ukrainian Cultural Front“ geschrieben:

    „WARNUNG RUSSEN!“

  6. Warum beschäftigen sich diese „Intellekuellen“ eigentlich nicht einmal mit den Oligarchen der Westukraine, die ihr Land plünderten und heute in „sicheren“ Staaten der EU oder der Schweiz leben?

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2014/02/28/eu-besser-der-deutsche-steuerzahler-soll-milliarden-zur-rettung-der-ukraine-berappen/

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