Gratismut

Medien Gülle

Über den Gratismut jener Leute, die von den Auswirkungen eines westeuropäisch-russischen Krieges nicht betroffen wären, schreibt Albrecht von Lucke in der Freitag in einem überaus lesenswerten Artikel.

Ein gewaltiger Riß würde „zwischen der Meinung der Mehrheitsmedien und jener der Mehrheitsbevölkerung“ in der Frage der Krimkrise liegen. Heute rasseln „nicht mehr die Militärs mit dem Säbel … sondern schneidige Leitartikler und Großkommentatoren in den Schreibstuben. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ihr sehnsüchtiger Ruf seit 1989 – ,Gebt uns ein Feindbild‘ – wurde endlich erhört.

Dahinter verbirgt sich weit mehr als der Konflikt zwischen harten Putin-Gegnern und angeblich allzu weichen Putin-Verstehern; es geht in Wahrheit um den Gegensatz zwischen einer Weltsicht vom journalistischen Feldherrenhügel aus und einem tief historisch geprägten Denken, das die Qualen der Geschichte – das millionenfache Morden des letzten Jahrhunderts – noch gut in Erinnerung hat. Wie keine anderen Völker in Europa sind dadurch Deutsche und Russen – als Täter und Opfer – miteinander schmerzhaft verbunden.

[Hier weiter]

Das Ostblock-Board Politplatschquatsch führt an, wie die Propagandaträger mit zweierlei Maß messen und wie vergleichbar die heutige Agitation mit jener vergangener Epochen ist. „Propaganda allerorten, welche billige Parole eines Tages gültige Geschichtsschreibung sein wird, zeigt erst die Zeit.

Ein Überblick bei Friedensblick.

Bild oben: Die Leitmedien bestellen ihren Acker, allerdings findet nicht jeder die Ergüsse lecker.

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6 Antworten

  1. Sehr guter Kommentar von Paul Schreyer am 15.04.2014

    “Die Leitmedien verlieren in der Russland-Berichterstattung den Kontakt zur Bevölkerung – und wundern sich nun darüber. Was steckt hinter dem seltsamen Bruch mit dem eigenen Publikum?
    Zwei Machtblöcke prallen in der Ukraine derzeit aufeinander. Zugleich tobt in den deutschen Medien ein Kampf um die Deutung des Konflikts. Der Graben scheint dabei weniger zwischen einzelnen Zeitungen oder Sendern zu verlaufen, als vielmehr zwischen den Journalisten der Leitmedien insgesamt und ihren Lesern bzw. Zuschauern.”

    Weiterlesen: http://www.heise.de/tp/artikel/41/41507/1.html

  2. Hat dies auf rundertischdgf rebloggt und kommentierte:
    Der Verweis auf den Volksaufstand der Deutschen am 17. Juni 1953 gegen die verhasste SED Diktatur ist aber im Zusammenhang mit den Geschehnissen in der Ukraine unzulässig. Die geschichtlichen Hintergründe sind ganz andere, außerdem wurde der Aufstand in der DDR vom Westen verraten, keiner der westlichen Besatzungsmächte hatte ein Interesse an einem wiedervereinigten Deutschland!

  3. „Wie keine anderen Völker in Europa sind dadurch Deutsche und Russen – als Täter und Opfer – miteinander schmerzhaft verbunden.“

    Es kann ja wohl nicht der geringste Zweifel bestehen, WIE der Leser solche Formulierungen eines „Befreier“-Hofberichterstatters dieses ultralinken Bolschewiken-Hetzblattes „Der Freitag“ zu verstehen hat:
    „Deutsche“ sind in den gemeinten Zusammenhängen ständverselbstlich IMMER ausschließlich die „Täter“ und „Russen“ die „Opfer“!
    Wer in derlei Geschreibsel etwas Anderes hineininterpretiert, muß wohl die vergangenen vierzig Jahre im Koma gelegen oder irgendwo im Busch gelebt haben. In jedem Fall fehlen dann grundlegende Kenntnisse über die Dogmen und Direktiven unserer „Qualitätsmedien“.

    • Die Luckesche Formulierung ist ergebnisoffen, die von Ihnen aufgestellte Interpretation ist aus dem Kontext nicht zwangsläufig ableitbar. Es besteht nicht der geringste Zweifel, daß sowohl Deutsche, als auch Russen sowohl Täter, als auch Opfer waren, sind und sein können.

      Ob „der Freitag“ ein „ultralinkes Bolschewiken-Hetzblatt“ ist. liegt im Auge des Betrachters vom jeweiligen Standpunkt. Der Artikel zumindest ist vortrefflich, 2+. Die 1+ haben wir heute schon an Lichtmesz vergeben.

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