Auf Speed

FAZ links

Harald staunt und meint, daß der Katzenkrimi-Autor Akif Pirinçci „wie Sarrazin auf Speed“ sei und sich „in einem Pamphlet zum Megafon der schweigenden Mehrheit“ mache. Der Bekleckerer der einstmals angesehenen Frankfurter Allgemeinen Zeitung fragt sich, wie man ihr – also der Mehrheit – nur helfen könne. Eine wundersame Frage für einen offenbar distinguierten Zeitungslohnschreiber, der Jahr für Jahr das Sinken der Auflage seines zugemüllten Altpapiers miterleben muß, während seine Busenfeinde einen Bestseller nach dem anderen hinlegen.

Um „links“ zu sein, reiche es „an Gleichberechtigung zu glauben und an den Euro“, den man als prekär beschäftigter Journalist vom Arbeitslosenamt bekäme, „Steuern prinzipiell für eine gute Idee zu halten“, weil man sie nicht zahle, aber vom Staat abkassiere und auch sonst zu beschränkt sei, für sein verdientes Geld in Selbstverantwortung eine sinnvolle Verwendung zu finden, „und das Wort ,Neger‘ für eine unhöfliche Anrede“, man als echter Gutmensch das romanische Negro zu einem Schwarzen germanisiere, damit wiederum auf den Phänotyp eines Mohren abstellt, um dann jeden, der sich dem herrschenden Duktus nicht unterwirft und trotzig dennoch „Neger“ sagt, als „Nazi“ titulieren zu können, denn das sei keine unhöfliche Anrede.

Um „links“ zu sein, reiche es auch, „die Mitbürger anderer Herkunft mit dem Respekt zu behandeln, den westliche Demokratien für ein entscheidendes Element ihrer Gesellschaften halten“, deren Heimat also auszuplündern, und, wenn sich die Einheimischen dagegen wehren, auszubomben und sie – genauso wie die Europäer – als beliebig austauschbare Verfügungsmasse zu betrachten, „und cool zu bleiben, wenn sich zwei Männer auf der Straße küssen“. Und es geil zu finden, wenn Kinder in Staatsschulen mit Dildos penetriert werden. Und es hypercool zu finden, wenn Perverse auf Harald Stauns Fahrradsattel onanieren.

Der beklagt, daß die „reaktionären Stammtischparolen nicht mehr nur im Dunst der Raucherkneipen verpuffen, sondern mittlerweile in Leserkommentaren und Blogs ganz gut dokumentiert sind“, was aber nicht zwangsläufig bedeute, „dass man sie deshalb ernster nehmen“ müsse. Aber „dennoch befallen angesichts der Verkaufszahlen dieser Buch gewordenen Leserkommentare selbst manche Mainstreamjournalisten leise Selbstzweifel“.

Harry FAZke sagt zwar tatsächlich „Mainstreamjournalisten“, findet aber die Vorstellung dennoch „grotesk“, jene Meinungen, „die man nicht teilt, nur besser integrieren“ zu müssen. Diese „Wutbürger“, „alten weißen Heteromänner“, „unterdrückten Reaktionäre“ und „libertären Poltergeister“ könnten doch schließlich selbst Zeitungen gründen, niemand hindere sie daran, weder eine staatlich alimentierte Antifa, die Druckereien abfackele, Abonnenten auf ihre Todeslisten oder Kioske unter Druck setze, noch ein politisch-medialer Komplex, der die Diskreditierung und Ausgrenzung auf subtilere Art und Weise betreibt.

Wie immer: Die Leserkommentare unter diesem FAZ-Ausguß sind ein Hochgenuß.

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6 Antworten

  1. die linken Spießer sind von Pirincci mächtig angekackt

  2. bei gigaflat.com ist das Buch vorrätig. Dort findet sich auch der aktuelle Focus mit dem Akif-Interview.

  3. Das einzig bemerkenswerte an diesem ungeistigen Masturbationsprodukt ist, dass ein Mainstreamjournalist das Wort „Mainstreamjournalist“ geschrieben hat. Selbsterkenntnis ist zumindest mal ein Anfang und vielleicht der erste Schritt zur Besserung, auch wenn die Hoffung natürlich sehr klein ist.

    Das in der Vergangenheit (d.h. voriges Jahrhindert) tatsächlich einmal ehrwürdige Ex-Leitmedium hat sich nicht erst seit gestern links-feuilletonisiert. Maßgeblich dafür verantwortlich ist die scheinkonservative Meinungsmime Schirrmacher, der die ganze Zeitung linksverwanzt hat, wobei die „Übernahme“ der Frankfurter Pleiteschau das offensichtlichste Ding war. Die Personalie Harald Staun ist nur eine Spitze eines Eisbergs, da gibt es noch viel schlimmere Beispiele.

    Priniccis Buch ist eben auch eine (vom Autor sicher beabsichtigte) selbsterfüllende Prophezeihung. Es beschreibt und entlrvt genau diejenigen Mechanismen, welche das linksgrün-ökofaschistische Meinungskomplex jetzt in Ganz zu setzen versucht, was aufgrund von Pirinccis migrantischer Herkunft aber nicht so richtig gelingt.

    • Der aktuelle SPIEGEL, so konnte man bei einem Nachbarn in einem öffentlichen Verkehrsmittel lesen, titelt etwas von Konsumverzicht. Als erstes fingen wir dabei mit den aktuellen Zeitungen und Zeitschriften an – dafür bezahlen wir definitiv keinen Heller! Eigentlich wäre es auch sonst nicht wert, deren Altpapier zu rezipieren, würden sich nicht immer noch so viele andere Menschen von ihm indoktrinieren lassen.

      Das wirkt weiter auf die Literatur seit etwa 1960: Erfahrungsgemäß minderwertiges Zeug, das einem nichts zu mitzuteilen hat. Das einzige, was sich in den letzten Dekaden maßgeblich verbessert hat, sind die unpolitischen Sachbücher, ansonsten kann man getrost auf Vorkriegsware zurückgreifen.

      • So? Gehen wir mal nicht nur vom deutschsprachigen Literaturbetrieb aus. Dann empfehle ich dringend „Station Araminta“ von Jack Vance. Da gibt´s die „Fortschrittspartei“, „Ypps“ als ewig Unterprivilegierte und die bösen Konservatoren, Wachstumskritik, Gutmenschen- und Verlogenheitsbloßstellung sowie echtes ökologisches Bewusstsein, und dennoch ist diese Parodie auf zeitgeistige Zustände in keiner Weise penetrant, vordergründig oder belehrend.
        Na ja, gut, an 60-er Sexual-„Moral“ lässt er´s missen.

  4. Nicht nur die Kommentare der FAZ sind ein Hochgenuß, auch der obige Artikel gehört zur 5 Sterneküche – Vielen Dank!

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