Demokratoria

Demokratoria

Die präservative Demokratur ist bekanntlich die bewährte Regierungsform Demokratorias. Man läßt das Stimmvieh alle paar Jahre zu Wahlsimulationen auflaufen, bei denen es über die Besetzung des Demokratistenausschusses abstimmt, und gibt ihm somit das Wohlgefühl, Souverän all der Entscheidungen zu sein, welche von den weisen Demokratoren getroffen werden.

Dabei beruht das System auf diversen Sicherheiten, denn es muß ausgeschlossen sein, daß Quertreiber in den Ausschuß gewählt werden. Möglicherweise kommt dennoch der ein oder andere innerhalb verläßlicher Korporationen in das Gremium, das ist nie ganz vermeidbar, jedoch dürfen sie nicht in populärer Gruppenstärke auftreten.

Dem Schutz des Gefüges dienen unsere Presstituierten der pluralistischen Gleichstrommedien, welche gefährliche Kandidaten oder Gruppen diskreditieren, stigmatisieren und verleumden, um das Stimmvieh von sich heraus zur richtigen Positionierung zu animieren.

Ordnungsmaßnahmen mittels Exekutive und Judikative kommen nur bei den Hartgesotteneren zum Einsatz, denn jede Repression muß dem Stimmvieh so dargestellt werden, daß sie zu dessen Nutzen sei, was dadurch konterkariert würde, wenn zu viele von ihr betroffen wären. Ebenso sind Wahlfälschungen oder das Ableben populärer Quertreiber nur Maßnahmen, welche im äußersten Notfall zum Einsatz kommen.

Besonders gefährlich ist es, wenn Bürgerbegehren als überholte Partizipationsmodelle außerhalb unseres Einflußbereiches zu unerwünschten Ergebnissen führen, die nicht auf unserer Agenda stehen. In der modernen Demokratur hingegen darf entweder nur über Belanglosigkeiten abgestimmt werden oder der Wahlausgang muß im Vorfeld sehr sicher sein. Schließlich kann es nicht die Aufgabe der Demokratoren sein, auf unsinnige Bürgeranliegen zu hören, sondern das einfältige Gesindel in die von uns verheißene Goldene Zukunft zu führen.

In Fällen, in welchen aus vormodernen Staatsgebilden außerhalb Demokratorias die falschen Signale an unser Stimmvieh gesendet werden, haben die Presstituierten auf ihre Meinungskonsumenten dahingehend einzuwirken, daß ein falsches Wahlergebnis erstens stets der Unaufgeklärtheit oder einer antidemokratistischen und antihumanistischen Gesinnung der Abstimmenden geschuldet ist, wobei die Begrifflichkeiten der –Phobien und –Ismen ausführlich Verwendung finden sollten, und zweitens, daß falsche Wahleintscheidungen sofort zu Disziplinierungs- und Sanktionierungsmaßnahmen führen, zu des Pöbels eigenen Schutzes also von diesem nicht herbeigeführt werden sollten, wobei die präservative Demokratur als sicherste Methode herauszustellen ist, derartige durch die  Obrigkeit herbeizuführenden Zwangsmaßnahmen zu vermeiden.

Es lebe Demokratoria, es lebe die Demokratur!
Für die Goldene Zukunft!

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6 Antworten

  1. Dachte immer es wäre die repressive Demokratur 😀 Man lernt eben nie aus 🙂

  2. Das Problem ist nur, wenn man der Wahlurne fern bleibt, stärkt man die Blockparteien der Demokratoria noch!

    • Dass ist ein Irrtum. Denn den Blockparteien ist der Wählerwille schnurz, brechen sie doch nach den Wahlen stets die Versprechen, mit denen sie zuvor zur Wahlurne lockten.Auch bei nur 5 % Wahlbeteiligung funktionierte das System weiter.

    • Wie die geschätzte Blogbetreiberin richtig schrieb, werden Parteien, die ideologisch aus der Reihe tanzen oder die Pfründe zu gefährden drohen, von der gelenkten Presse so diffamiert und verleumdet, daß der civilcouragierte Bürger es als gute Tat wertet, deren Mitglieder zusammenzuschlagen.

  3. Und ich dachte, es hieße repressive Demoskopie. Sicherheitshalber: Sie lebe hoch, hoch, hoch!

  4. Neben den Ordnungsmaßnahmen mittels Exekutive und Judikative ist auch der Einsatz von Joschkas Putztruppe, mit freundlicher Unterstützung der Kommunikationsmedien, ein probantes Mittel um allzu kritische Demokraten, wieder auf den einzig wahren demokratischen Pfad zurück zu prügeln.

    Hier ein exemplarisches Beispiel aus unseren Nachbarland Schweiz:

    «Die SVP muss mit Attacken rechnen»

    Der Frust nach dem Ja zur Zuwanderungs-Initiative sitzt bei linksextremen Kreisen tief. Experten befürchten, dass er sich bald in Gewalt entladen könnte. Auch gegen die SVP.

    Weiter: http://www.20min.ch/schweiz/bern/story/12426234

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