Affenschande

Leda Schwan

Es hätte eine beispielgebende Vorzeige-Beziehung werden können, wenn die Unbelehrbaren rechtzeitig in die Schranken gewiesen worden wären: Tierpflegerin Lena entschloß sich am 30. Januar in der TV-Sendung von WDR-Nachttalker Domian zu ihrem mutigen Coming Out, daß sie „vom Sex mit einem von ihr betreuten Schimpansen träume“. Sie beschrieb „sexuelle Fantasien mit einem dreijährigen Affen namens Alex, der im letzten Sommer in den Zoo aufgenommen wurde“, berichtete, „dass sie sich sehr gut vorstellen könne, mit dem Tier zu schlafen“ und sprach „von einem sichtlich erigierten Penis des Schimpansen, wenn sie das Tier berühre“. Sie verbringe „Doppelschichten mit Alex“ und könne sich derzeit „gerade noch zurückhalten“.

Eine wunderschöne Romanze, welche von der ultrarassistischen Organisation PETA umgehend torpediert wurde. Einige ihrer Fanatiker stellten „Anzeige beim Leipziger Veterinäramt“ und insistierten darauf, „rechtliche Schritte einzuleiten“.

Die Antira-Kommission der Leipziger Studierend*innenschaft ist über das kecke Auftreten der PETA-Rassisten zutiefst entsetzt: „Offenbar ist es bei den Ewiggestrigen noch nicht angekommen, daß das Genmaterial von Affen zu 98 Prozent dem der Menschen entspricht und alle Unterschiede lediglich sozial konstruiert sind. Zeichen gegenseitigen Einvernehmens waren im vorliegenden Fall doch eindeutig vorhanden gewesen.“ Liebe sei bekanntermaßen das beste Mittel gegen Rassismus, und daß die PETA-Rassisten Liebe verbieten wollten, zeuge von ihrer haßzerfressenen Gesinnung.

Grün*innen-Sprecher*in Ilse Karamba-Carachó will nun ihrerseits Anzeige gegen PETA wegen Verstoßes gegen § 130b (Liebesparagraph) stellen: „Das wirft uns in unselige Zeiten zurück, in welchen etwa die Beziehung zwischen einem privilegierten anatolischen Hirten und einer gemeinen Bergziege gesellschaftlich geächtet war. Eigentlich haben wir geglaubt, daß solche Vorurteile überwunden wären.“ Es sei an der Zeit, die Ehe zwischen Mensch und Tier gesetzlich und auch kirchlich zuzulassen, um Ausgrenzung sexuell andersorientierter Lebewes*innen zu begegnen und die Normalisierung divergierender Formen der Sexualität herbeizuführen.

Bild oben: Als sich Leda öffentlich outete, auf Schwäne zu stehen, klatschte der Demos mindestens so viel Beifall, wie nach Einführung der Homo-Ehe. 2500 Jahre später darf Lena nicht einmal ihren Schimpansen lieben.

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15 Antworten

  1. Dieser Anarchostalinisten-Blog ist doch ein Scherz, oder?

    • Also wenn jemand die bissige Ironie in diesem Beitrag NICHT versteht, dann wundert mich wirklich nicht mehr, das die BRDDiktatur so mit den Deutschen umspringen kann.

      • Zwischen anarchostalia und den Uni-Genderinstituten sind die Unterschiede graduell: der Weg, den die staatlichen Institute pseudowissenschaftlich ausleuchten, ist von den Anarchostalinisten bereits angelegt worden. Am Ende steht nicht nur eine Verhausschweinerung des Menschen, sondern seine vollkommene Entmenschlichung.

      • @Urmel

        Jup! Und wenn jemand offenbar außerstande ist zu merken, daß im besagten Beitrag eine Verlinkung auf einen Anarchostalinisten-Blog enthalten ist, wegen dem der Verfasser dieser Zeilen fragt und auf dieser Grundlage der Jemand, der sich wenig wundert den Schlaumeier spielen möchte, dann dürfte er sich um seiner selbst Willen noch weniger wundern 😉

        • Was für ein Ding Gottes soll das denn sein, „Anarchostalinismus“.
          Weißer Rappe, schwarzer Schimmel, schwarze Milch (aber letzteres war wohl ein ander‘ Ding, Sulamith…) – glaubst Du, mich verblüffen zu können? Oxymoron, contradictio in adiecto … ja, das alles auf Ehr‘ kenne ich und noch mehr.
          Shalom denn.

  2. Gute Satire, aber die Realität ist auch nicht ohne: Die eigentümliche Reduzierung des Menschen auf seine Sexualität erfasst neuerdings nahezu alle Bereiche. Hoffentlich wird bald in Deutschland eine Aufklärung erfolgen, um das von den Gender-Ideologen propagierte „social engineering“ in Richtung Früh- und Übersexualisierung im Erziehungsbereich schon der Kleinsten und Jüngsten (Krippe, Kita, Schule) zu stoppen.
    Es kann nicht ernst genug genommen werden, was die Vernichtung des Selbstverständnisses von Mann und Frau für Buben und Mädchen bedeutet, die sich gemäß ihren genetischen Vorgaben an Vorbildern entwickeln müssen [siehe Kapitel „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ im Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erweiterte Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014]

  3. Also, erstens wurde dergleichen erst jüngst gesetzlich verboten (§ 3 Tierschutzgesetz, wenn ich mich nicht irre, weil´s ja das Tier quält …). Zuvor war es nämlich erlaubt. Zweitens dürften dadurch keine Schimären – also Mischlinge – entstehen, weil hier ART- und nicht RASSE-Grenzen überschritten werden – deshalb wohl das Verbot.

    Drittens, und damit komme ich zum Kern, lässt mich Petas Verhalten:
    „Anzeige beim Leipziger Veterinäramt“ und insistierten darauf, „rechtliche Schritte einzuleiten“,
    vermuten, dass 1984 überholt ist. Da ging es um GEDANKENverbrechen, jetzt um verbrecherische Wünsche und Fantasien, somit also GEFÜHLSverbrechen. Es lebe die Allmacht!

  4. Richtig! Alle Lebewes_innen sind genetisch verwandt! Die vermeintlichen „Unterschiede“ zwischen den Spezies sind nur Konstrukte des westlichen, privilegierten, hetero-normativen Patriarchats! Menschen, Affen, Neger, Schweine, Hunde, Katzen, Quallen und Amöben – wir sind alle vollkommen gleich! Kein Lebewes*in ist illegal!

  5. Bitte hier nachlesen – war nur Spaß.

    http://www.beichthaus.com/?h=index&c=00032648

  6. Schlimm schlimm das alles. Leda und der Schwan. Naja. Aber wir kennen ja auch das hier schon fast aus alltäglicher Erfahtung:

    Nun, was ich vermelden wollte ist, – dass sich ein siebenjähriger Junge an den Hersteller der Barbie (was für ein Naziname)-Puppe wandte, um mehr Gleichstellung zu erreichen… – vielleicht hab ihr hier mehr Zeit um das bisserle besser zu machen? 🙂

    http://www.central-organ.de/2014/02/03/siebenjaehriger-schreibt-beschwerdebrief-an-matell-barbie/

  7. Wunschverbrechen passt. Der Schwan war ja auch kein Schwan, sondern der Göttervater Zeus und was Sterblichen widerfuhr, die sich dem Willen der Götter widersetzten, kann man in den antiken Sagen nachlesen.

    • Muss man in die Ferne schweifen? Da war doch auch etwas mit Sleipnir!?

      • War der auch ein Schwan oder wurde er von einem Schwan vergewaltigt?

        • Sleipnir wäre von Loki geboren, der sich in Gestalt einer Stute vom Hengst Svadilfari eines Riesen begatten ließ. (Aus taktischen Gründen, nicht aus Wolluscht.)
          Ist jedenfalls nicht so abgeschmackt wie die Dysangelien, die von Widersprüchen und Albernheiten nur so strotzen.

          • Ich mache jetzt auch immer alles taktisch, nicht mehr aus Wolllust. Dann darf ich halt.

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