Judenhure

Reibpartie

Als der geschätzte Blogger LePenseur die kürzlich, anläßlich des gegen den Wiener Akademikerball initiierten Gewalttäter-Aufmarsches, gegen eine Ballbesucherin geschleuderte „Nazihure“ mit der Verbalinjurie „Judenhure“ verglich, welche 76 Jahre früher an gleicher Stelle gegen mißliebige Menschen erschallt sein mag, erntete er in einem Kommentar Kritik. Man müsse nicht alles glauben, „1933 mit Judenhure und Anspucken ist (fast)auf dem Niveau wie die Blutgeysire von Baby Yar. Oder Moshe Peers sechsmalige Vergasung.

LePenseur antwortet darauf:

Man muß nicht alles glauben, da haben Sie natürlich ganz recht. Andererseits soll einen die Skepsis über somanche Geschichtsklitterung nach 1945 nicht dazu verleiten, deshalb alles in Frage zu stellen. Beispielsweise, daß es 1933 zu Beschimpfungen (und mehr) gegenüber Juden und »jüdisch Versippten« gekommen ist. Und 1938 in Wien.

Hier wollen wir einhaken: Bekannt sind die Bilder von sogenannten „Reibpartien“ im Wien des Jahres 1938, bei welchen willkürlich aufgegriffene Juden inmitten vieler Schaulustiger die nächtens auf die Straßen geschmierten kommunistischen oder separatistischen Parolen entfernen mußten. Das mag man seinerzeit als Maßnahme für die Disziplinierung von Partisanen gesehen haben, ändert aber nichts an ihrer Unrechtmäßigkeit und Willkürlichkeit. Allerdings sollte auch angemerkt werden, daß in den Jahren zuvor ortsbekannte NS-Anhänger immer wieder gezwungen wurden, die heimlich angebrachten Parolen ihrer Gesinnungsgenossen öffentlich zu beseitigen, sie die ihnen zuteil gewordenen Demütigungen nach ihrer Machtübernahme also kurzerhand delegierten.

Will man gruppendynamische Exzesse, wie etwa den letzten Antifa-Aufmarsch in Wien, sozialpsychologisch bewerten, könnte man also auch versuchen, Diskriminierungserfahrungen verantwortlich zu machen. Freilich dürfte der urbane Antifaschist in den seltensten Fällen von „Faschisten“ gedemütigt worden sein, doch genügen auch medial vermittelte, virtuelle Erlebniswelten, um selbst in eine Opferrolle schlüpfen oder den Rächer der Geschundenen spielen zu wollen.

Immer wieder satteln charakterlich labile Menschen in Massengesellschaften auf politische Bewegungen auf – vornehmlich auf solche, die einen Missionierungsgedanken verfolgen, die ein ambivalentes Verhältnis zur Gewalt aufweisen und die innerhalb der Gesamtbewegung eine soziale Wohlfühlatmosphäre vermitteln – um aus einer vermeintlich moralisch überlegenen Machtposition heraus zu diskriminieren und zu stigmatisieren, und, wo es möglich ist, Gewalt anzuwenden, und, wenn es möglich wäre, auch zu morden.

In diesem Sinne merkten wir in den Kommentaren an:

Angesichts des deutschblütigen Pöbels, der da als „Antifa“ verkleidet durch die Straßen marschiert, kann man sich deren Großeltern und Urgroßeltern in brauner Uniform lebhaft vorstellen. Es gibt immer einen Teil im Volk, der den Zeitgeist zur Auslebung der eigenen niedersten Triebe zu gebrauchen weiß. Von daher ist die „Judenhure“, wenn vielleicht auch geschichtlich nicht einwandfrei belegt, eine treffende Parabel.

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13 Antworten

  1. Da ist etwas Wahres dran. Jene die heute „Antifaschisten“ spielen surfen auf der Welle des Zeitgeistes. Es sind jene minder entwickelten Charaktere, die damals sofort die braune Uniform übergestreift hätten und Unschuldige auf den Straßen drangsaliert hätten. Es scheint eine anthropologische Konstante zu sein, dass solche Menschen sich zusammen rotten um derartige Gruppenerlebnisse zu veranstalten… Denn in Unterzahl erscheinen sie doch recht selten…

  2. Es ist völlig egal, welche Farbe ein Stoff der Uniform hat. Allein aus den/ihren Taten heraus sind Sozialisten mühelos zu identifizieren.

  3. „kann man sich deren Großeltern und Urgroßeltern in brauner Uniform lebhaft vorstellen“

    Auch wenn man damit vielleicht die eingetrichterten Vorurteile bedient, es ist falsch. Dieser Antifa-Mob hat NICHTS mit der SA oder der NSDAP gemein und es ist eine unzulässige Geschichtsverfälschung so zu tun als sei die SA gegründet worden um „Unschuldige auf den Straßen zu drangsalieren“, sie war auch keine Organisation von Psychopathen die ihre niedersten Triebe ausleben wollen, auch wenn die schiere Größe der SA in ihrer Spätphase der Kampfzeit das unvermeidlich machte. Sie war eine Selbstschutzorganisation der NSDAP, die es überhaupt erst ermöglichte, daß diese Wahlkampf betreiben und Veranstaltungen abhalten konnte, trotz der roten Banden, z.B. des RFB. Denn der Terror kam damals, genau wie heute, ursprünglich von LINKS.

    Dazu Ernst Nolte:
    „Die SA-Männer hatten nicht den Charakter, der von vornherein abstoßend wirkte wie derjenige der NPD-Leute von heute. Die wenigsten hatten ein Aussehen, das den Bürger erschreckte; es waren Menschen, die vom allgemeinen Bild nicht allzusehr abwichen. Die braunen Uniformen dürften zwar schon wegen der Farbe manchen unangenehm berührt haben, aber unter den braunen Mützen waren doch im großen und ganzen normale deutsche Gesichter zu sehen. (…) Ich erinnere mich, daß ein bekannter Historiker zu mir sagte: »Wenn ein Lastwagen vorbeikam, der mit SA-Leuten besetzt war, nachdem zuvor ein Wagen voller Rotfrontkämpfer vorbeigefahren war, fühlte man sich beschützt.« Eine der wichtigsten Ursachen für den Erfolg des Nationalsozialismus war gerade dies, daß weder die SA- noch die SS-Männer als Außenseiter oder Barbaren auftraten wie die Glatzköpfe heute

    Und das sei noch erwähnt, gäbe es heute eine SA, der Antifa-Pöbel würde schneller rennen als die Hasen und es nie wieder wagen irgendwelche Veranstaltungen mit Terror zu überziehen.

    • Mag sein das die SA ein anderes Verhalten aufwies, sie aber kollektiv zu „Nochtterroristen“ zu erklären ist m. E. unangemessen.

      Sicherlich waren Paramilitärs zur damaligen Zeit üblich und hatten auf Grund des Politischen Situation auch durchaus eine Existenzberechtigung. Eine Partei hätte damals ohne Paramilitär niemals erfolgreich Wahlkämpfe bestreiten können.

      Das ändert aber nichts an der Sache, dass die SA damals von Konformisten geprägt war, so wie es heute die Antifa ist. Das hat wenig mit psychopathischem Verhalten, sondern mehr mit Gruppenzwang und auch der Sehnsucht nach Gruppenzugehörigkeit zu tun. Der Spießer von damals war rechts, der von heute links (nach gängigen Mustern). M. E. waren die Nazis allerdings eben eine sozialistische – also linke – Organisation. Das sah Göbbels im Übrigen genau so. Es sind nur eben völlig zerstrittene Lager. Man vergleiche den 25-Punkteplan der NSDAP mit linken Programmen. Die Nazis haben das Wort Klasse lediglich mit dem Wort Rasse ausgetauscht. Und wie Sozialisten haben die Nazis das Volk – die Gesellschaft – mechanisch betrachtet.

    • Natürlich sind die heutigen Erscheinungsformen der Zeit entsprechend. Wir empfehlen aber Fotostudien zu den Antifa-Physiognomien: das sind zum Großteil naive Bubi-Gesichter, was psychologisch auch nachvollziehbar ist: Es müssen nicht die schlechtesten, bestenfalls labile Personen sein, welche sich von der allumfassenden Propaganda – die streng in Gut und Böse unterteilt – berühren, erwecken und aufwiegeln lassen.

      Es müßte sogar, wollte man den Rassetheoretikern Glauben schenken, vor allem ein nordischer Typus sein, der – naiv und blauäugig – sein Leben selbst für irgendwelche Neger in die Waagschaale wirft, wenn man es ihm nur eindrücklich (heute: psychologisch geschickt) befiehlt.

      Es sind aber auch solche, die einerseits nicht völlig dumm sind, aber auch nicht so intelligent, daß sie übergeordnete Strukturen durchschauen oder logisch auch mal „quer um die Ecke“ denken können; sie sind rebellisch, aber nur im Rahmen einer ideologischen Ordnung; sie sind also von Verführten oder Verführbaren die aktive Elite. Und das ist tatsächlich jene „anthropologische Konstante“, welche in der SA der Jahre 1932 bis 1934 anzutreffen gewesen wäre (Österreich später).

      Im Übrigen verdienen wir an einem guten Namen der SA keine Tantiemen und wir fühlen uns auch nicht als deren Verwahrer. Da die heutige Antifa der SA am nächsten kommt (was rechte Krümelklauber und Kaffeesatzleser ebenso wie die Antifa natürlich bestreiten werden) kann sie getrost zu deren Nachfolgeorganisation erklärt werden.

  4. Woanders gefunden –

    Psychose und Hysterie scheinen umso mehr um sich zu greifen, je weniger Sorgen man hat, je weniger wahre Härten man im Leben erlebt hat, je weniger Konsequenzen drohen. Das Kompensieren eines herausforderungslosen Lebens. Bei Frauen mag Mutterschaft helfen. Und bei diesen Simulationen von Männern braucht es gewiss keinen richtigen Krieg, um für volle Hosen zu sorgen.

  5. „Das ändert aber nichts an der Sache, dass die SA damals von Konformisten geprägt war, so wie es heute die Antifa ist.“

    Das ist wirklich vollkommen falsch. SA-Mann zu sein war jahrelang nicht nur hinderlich sondern konnte lebensgefährlich sein. Diesen Männern „Konformismus“ zu unterstellen weil nach 1933 die NSDAP regierte und sie zu den Anhängern der neuen Macht gehörten ignoriert die Tatsache, daß sie fast 10 Jahre die paramilitärische Truppe einer Oppositionspartei waren. SA-Männer wurden vor 1933 häufig entlassen, bedroht, angegriffen und bekanntlich, siehe Horst Wessel oder Herbert Norkus, nicht selten ermordet.
    Die geschichtliche Wahrheit zu vertreten hat nichts mit „Krümelklauben“ zu tun, interessant, das man nichts besseres zu tun hat als linke Lügen für sich zu instrumentalisieren.

  6. @BdU:

    Pardon, ich bin nun sicher kein Antinazi oder so ein Müll, aber das ist doch eine reichlich naive Sichtweise. Natürlich spielen bei einer Organisation, die zehn- bzw. hunderttausende Mitglieder umfaßt Konformismus bzw. Gruppengefühl eine wichtige Rolle. Diese Sache im Nachhinein so zu idealisieren dient keinem logischen Zweck. Wenn es in unserm Volk SO VIELE Übermenschen gäbe, dann müßten wir heute die Welt beherrschen; zumindest aber wäre dieser krankhafte Wahnsinn der nationalen Selbstvernichtung, wie er nach ’45 eingetreten ist, niemals möglich geworden. Wo waren denn die ganzen NS-Helden nach unserer militärischen Niederlage? Wieviele haben tatsächlich Widerstand gegen das Besatzerregime geleistet? Der alliierten Lizenzpresse und den antideutschen Parteien haben sie gedient, diese „stolzen Nationalsozialisten“!

    Oder wie Bormann gesagt haben soll: „Die Treue sollte man im Herzen und nicht bloß auf dem Koppelschloß tragen!“

  7. Hallo BdU,

    der Verfasser dieser Zeilen kann dem Kommentator Niederschlesier nur zustimmen. Gern wird auf Ihren Kommentar eingegangen.

    ***Das ist wirklich vollkommen falsch. SA-Mann zu sein war jahrelang nicht nur hinderlich sondern konnte lebensgefährlich sein.Diesen Männern “Konformismus” zu unterstellen weil nach 1933 die NSDAP regierte und sie zu den Anhängern der neuen Macht gehörten ignoriert die Tatsache, daß sie fast 10 Jahre die paramilitärische Truppe einer Oppositionspartei waren.***

    Richtig, aber das galt für die Mitgliedschaft in nahezu allen Paramilitärs. Liegt wohl auch daran, daß zu keiner Zeit zuvor (und auch danach) verschiedenen Weltanschauungen in Deutschland um die Hoheit rangen. Es war also durchaus konform in einem Paramilitär (SA, Roter Frontkämpferbund, Stahlhelm und wie sie alle hießen) zu dienen.

    ***SA-Männer wurden vor 1933 häufig entlassen, bedroht, angegriffen und bekanntlich, siehe Horst Wessel oder Herbert Norkus, nicht selten ermordet.***

    Frage: Gab es das bei den anderen Paramilitärs nicht?

    ***Die geschichtliche Wahrheit zu vertreten hat nichts mit “Krümelklauben” zu tun, interessant, das man nichts besseres zu tun hat als linke Lügen für sich zu instrumentalisieren.***

    Diesen Vorwurf weist der Verfasser dieser Zeilen entschieden zurück. Zur Geschichtlichen Wahrheit gehören mehr Zusammenhänge als aus dem Blickwinkel eines einzelnen Paramilitärs Argumente vorzubringen. Diese waren sehr Zahlreich:

    de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Paramilitärische_Organisation_(Weimarer_Republik)

    Der Unterschied zur heutigten Zeit ist lediglich, dass der Antifa keine Paramilitärs anderer Weltanschauungen entgegen treten. Der neue Spießbürger hat eben das Gesicht eine sattgefressenen Wohlstandsbubis mit Milchgesicht. Die Gruppendynamik jedoch – um auf die anthropologische Konstante zurück zu kommen – ist nach wie vor die Gleiche.

    Grüße

  8. @ BdU: Meine Zustimmung. Bitte grüße G.B. auf der Alten Media von mir, wenn es nicht zuviel verlangt ist, und richte ihm aus, daß er ein Trottel ist. Daß Bernd Lucke halt taktisch klug handeln, und deswegen nicht gleich alle Karten auf den Tisch packen würde, das grenzt schon an U-Menschentum…
    IM-technische Verbesserungen, die ich geplant hatte, ziehen sich noch etwas hin.

  9. Bin ich eigentlich der einzige, der bei diesen Gedenksteinen ein mulmiges Gefühl bekam? Immerhin trampeln Passanten auf ihnen herum, „treten sie mit Füßen“… Ist das nun nur geschmacklos und unbedacht oder gar Verhöhnung der Opfer?

    • Völlig egal, an den Ablaßsteinen verdienen alle: Der Stolpersteinhändler hunderttausende Euros und die Kommunen ein reines Gewissen.

    • Geschmacklos und Verhöhnung trifft zu, unbedacht bestimmt nicht. Mehr als nur zwei Fliegen mit einer Klappe…

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